The new journal Critical Studies in Peer Production (CSPP) invited me to submit a debate paper for the next issue on Free Software. In this paper I try to describe analytical patterns developed by the Oekonux Project since over ten years of research on Free Software and commons-based peer production. The paper being part of the next CSPP issue should be released in December 2011, but according to the release-early practices in Free Software, I will publish the patterns in a series of weekly blog posts. I will extensively use cross-linking between these pattern posts. First, most of the links will not work, since futures patterns still reside in the publishing queue, but more and more links will function as the referenced pattern posts appear — please have a litte patience. Now, let’s start with the abstract, introduction, credits, and literature.
Kategorie: Commons
Mundraub-Handbuch
Über das Projekt Mundraub haben wir bereits berichtet: Commons-Obst — das mundet! Bislang ungenutztes Obst nutzbar machen durch Information über die Fundorte ist die Idee. Die Mundraub-Plattform ist sehr beliebt, aber erreicht damit »nur« die Onliner_innen. Und eine Smartphone-App für unterwegs gibt’s wohl noch nicht.
Jetzt ist ein Mundraub-Handbuch geplant. Über die Kartierung von Fundstellen hinaus soll es im Handbuch einen Erntekalender, eine Bestimmungshilfe für Früchte, Nüsse und Gemüse, rechtliche Aufklärung und Pflegetipps für Obstbäume geben. Alles dies schön illustriert kostet Geld. Deswegen bittet das Projekt die Crowd jetzt um Funding. Die Schwarmfinanzierung funktioniert so: Spender_innen geben Geld. Wird das Spendenziel nicht erreicht, gibt’s das Geld zurück.
Für das Mundraub-Handbuch gibt’s zwar schon viele Spender_innen, aber die Spendensumme ist lange nicht erreicht. Noch sind 35 Tage Zeit.
(Post-)Ökonomische Perspektiven im 21. Jahrhundert
Diesen Monat nehme ich mal wieder an zwei einer Veranstaltungen teil. Zunächst am kommenden Samstag, 15. Oktober an einem Workshop Ökonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven des Bildungskollektiv Biko in Erfurt (siehe Kommentar):
15.10.2011 10–16 Uhr
im Jugendbüro filler, Schillerstr. 44, ErfurtÖkonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven
In Zeiten der Krise ist wieder Zeit für Analysen und Perspektiven. Wir wollen einen Teil der Ansätze, Ideen und Projekte, die in der letzten Zeit entwickelt bzw. populär wurden vorstellen und diskutieren. Bei der zweiten Veranstaltung geht es um ökonomische Utopien und Perspektiven. Mit der Peer-Ökonomie wird ein weiterer Ansatz vorgestellt sowie Beispiele und Ideen für praktische Umsetzungen gezeigt. Die angebotenen Modelle werden an ihren eigenen Ansprüchen gemessen.
Relaunch von gemeingueter.de
Ein Zeit lang war das Gemeingüter-Portal weg vom Schirm, jetzt ist es in neuem Design wieder da. Ich bin daran beteiligt und liefere ab und zu aktuelle Infos zu den Commons, die mir über den Weg laufen. Der Schwerpunkt von gemeinguter.de liegt auf den Hinweisen, während die Artikel auf keimform.de öfter mal Hintergünde beleuchten und Diskussionen befördern (sollen). Außerdem ist für uns das Thema der gesellschaftlichen Emanzipation explizit relevant.
Commons statt Gemeingüter? Ja, im Diskussionprozess der Commoners haben wir entschieden, den Begriff Commons zu verwenden, und nicht mehr zentral den Begriff der Gemeingüter (vgl. zu den Begriffsproblemen). Leider spiegelt sich das nicht durchgehend im Portal wieder, weil die Domain commons.de vergeben ist. Also bleibt es bei »Gemeingüter« im Titel und »Commons« im Untertitel.
Achtung: Frühere RSS-Leser_innen des Portals müssen den Eintrag im Feedreader ändern. Der RSS-Feed hat jetzt die Adresse http://www.gemeingueter.de/?feed=rss2
Piraten und Knappheit und Eigentum
Ich geb’s zu: Ich habe letztens in Berlin mit der Zweitstimme die Piraten gewählt. Diese Stimme war aber nur eine halbe Stimme. Wie ich das meine, erkläre ich im folgenden anhand der widersprüchlichen Positionen der Piraten zu Knappheit und Eigentum.
Die Piratenpartei hat in ihren 10 Thesen zur Netzpolitik in der fünften These den Begriff der Knappheit verwendet. Dort heißt es:
Die Güter der materiellen Welt sind begrenzt und erschöpflich. Was der eine Mensch besitzt oder verbraucht, darauf muss der andere verzichten. Immaterielle Güter hingegen können beliebig oft vervielfältigt werden. In der Informationsgesellschaft gibt es keine natürliche Knappheit an immateriellen Gütern. Die Tragödie unserer Zeit besteht jedoch darin, dass mit Gesetzen eine künstliche Verknappung an immateriellen Gütern erzeugt wird.
Das hört sich erstmal gut an, erst beim genauen Hinsehen wird ein zentrales Ideologem der Piraten sichtbar. Worin besteht es?
Commons
Es ist schwer, ein verständliche deutsche Übersetzung für Commons zu finden. Das Wort Gemeingut oder Gemeingüter, was wir auch hier öfter mal als Übersetzung nehmen, ist dafür nicht wirklich gut geeignet, weil es immer wieder die gleichen Verwechselungen hervorruft: »Ein Gemeingut ist ein Gut, das allen gemeinsam gehört«. Das ist zwar nicht völlig falsch, aber so grandios unterbestimmt, dass es dann am Ende doch falsch wird. Warum? Weil ein Commons kein Gut ist, sondern eine soziale Form mit Ressourcen und Gütern umzugehen.
Wie traditionelle Denkformen überwinden?
Im Vorfeld des Artikels »Kapitalistische Keimzellen?« des Autors »libertär« — wie schon von Franz erwähnt — Diskussionen darüber, ob der Text überhaupt erscheinen könne. Viele empfanden ihn inhaltlich (traditionalistische Argumentation) und stilistisch (autoritärer Tonfall) als nicht zu keimform.de passend. Der Autor hat den Artikel daraufhin überarbeitet. Es hat sich einiges verändert, anderes ist gleich geblieben. Im folgenden folgt eine längere Befassung mit einzelnen Punkten. Anderes findet sich in den Kommentaren zum Ursprungsartikel.
Kapitalistische Keimzellen? – Bemerkungen zu Defiziten der Commons
Ich werde versuchen, auf einige Fehlentwicklungen in den Keimformen hinzuweisen. Die Gemeinschaften der Peerökonomie scheitern daran, einen Kurs in eine nicht-kapitalistische Ökonomie einzuschlagen. Die Gründe dafür sind, dass ihre Theorie keinen prinzipiellen Widerspruch zwischen der commonistischen und der kapitalistischen Ökonomie erkennt, eine Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln nicht vorsieht und eine Überwindung der Herrschaft einer Klasse und des Staates nicht anstrebt. Entsprechend fehlt auch eine revolutionäre Praxis. Eine Kritik der Commons scheint mir angebracht, weil die Commons als emanzipatorische Bewegung in den dominierenden kulturellen Modus unserer Zeit eingepasst sind. Diese Bewegung ist zu aussichtsreich geworden, um über ihre Nachlässigkeiten noch hinwegzusehen. Derzeit dürfte mit den Commons eine alternative Ökonomie gedacht und praktiziert werden, die das Potenzial hat, revolutionären Charakter anzunehmen. (mehr …)
Die Debatte um Commons und Gemeingüter
Das Denknetz aus Zürich hat seinen aktuellen Infobrief (PDF-Download) zum Thema der Gemeingüter herausgegeben. Wer sich in die Commons-Debatte reindenken will, findet in dem Infobrief ein ausgezeichneten Überblick. Das sind die Themen:
I. Einleitung: Die politische und historische Dimension der Commons-Debatte
II. Definition: Was sind Commons?
III. Die Debatte um Commons
- Freie Softwareproduktion als commonsbasierte Peer-Produktion
- Spezialfall oder generalisierbares Modell zum „Commonismus“
- Das „Gemeinsame“ in der Theorie des Postoperaismus
- Die Debatte um geistiges Eigentum und Urheberrechte
- Gemeingüter als Steigbügelhalter des Kapitalismus?
IV. Diverses
Nichtwarenförmige Erdäpfel-Ernte
Die warenkritische Kooperative Karlshof lädt ein zur Kartoffelernte:
Der Spätsommer kommt vorbei und mit ihm die beliebten Knollen aus der Erde.
Nachdem letztes Jahr mit vielen Händen nur klitzekleine Murmeln aus dem Boden gesammelt wurden, wird es dieses Jahr wieder in die Vollen gehen!
Du bist herzlich eingeladen Teil an diesem Riesenspaß zu nehmen. Vom 2. bis zum 18. September ist es soweit.