Kategorie: Commons

Energieautonomie statt grüne Titanenprojekte

Die Frage, ob die Energieversorgung als Commons organisiert werden kann, hat mich schon einmal beschäftigt. Dabei ging es mir zunächst mal darum zu verstehen, wie die alte Logik der Energiemärkte funktioniert und welche Rolle die Erneuerbaren Energien darin spielen. Annette Schlemm hat diese Gedanken in einer ausgezeichneten Analyse der sogenannten »Energiewende« aufgenommen und weiter getrieben. Sie fasst zusammen:

Während sich bisher die meiste Aufmerksamkeit auf die Laufzeitlänge der Kernkraftwerke konzentriert, ist im Hintergrund der um die Energienetzarchitekturen eröffnet. Und dabei geht es selbstverständlich nicht nur um die Alternative zwischen zwei Techniken (zentrale oder dezentral orientierte Netze), sondern um soziale Praktiken: Machen wir uns in der Energieversorgung auch auf Basis der Erneuerbaren von großtechnischen, monopolistischen Strukturen abhängig oder übernehmen wir auf regionaler, bzw. kommunaler Basis den Großteil unserer Energieversorgung selbst?

DESERTEC und andere grüne Titanenprojekte (wie der umstrittenen Hochspannungstrassen) haben die Funktion, frühzeitig neue zentralistische und kapitalintensive Megastrukturen zu etablieren, die langfristig Fakten setzen werden. Das und mehr ausführlich im Philosophenstübchen lesen.

Zwölf Vorteile commons-basierter Ansätze

Kevin Hanson, ein Filmemacher, Wissenschaftler und Erfinder aus der Nähe von Philadelphia (USA), extrahiert in seinem Film Common Healing (Gemeinsame Heilung) zwölf Punkte, die seiner Aufassung nach commons-bezogene Ansätze auszeichnen. Der Dokumentarfilm befasst sich mit der Frage, was und wie wir aus den Erfahrungen vor allem traditioneller Commons lernen können. Nachfolgend die zwölf Punkte in deutscher Übersetzung — abgeschlossen von einem kurzen Kommentar. [via]

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Open Knowledge Conference Berlin

This year the OKCon is taking place in Berlin, Germany, on the 31st June and 1st July. The conference is not limited to open knowledge, but interesting talks come from the diverse fields of the commons in general. Personally, I will give an introductory talk on »Understanding Commons and Peer Production«. Christian is talking about »The Emergence of Benefit-driven Production«. The conference entrance fee is 30 Euro per day.

Nichtkommerzielles Leben in Berlin-Brandenburg

NKL, nichtkommerziell leben, so nennt sich ein Blog und eine Gruppe von Menschen, die Möglichkeiten — theoretisch wie praktisch — erforscht, mit wenig oder ganz ohne Geld leben zu können. Die Gruppe schreibt dazu:

Es geht nicht allein ums Geld, es geht um umfassende Alternativen zur zerstörerischen, ungerechten und uneffektiven Wirtschaftsweise.

Geldfreiheit wird also gleichzeitig mit einer Kritik an den kapitalistischen Wirtschaftsstrukturen verbunden. In Berlin und Brandenburg hat sich in den letzten Jahren eine recht breite Vielfalt an interessanten Projekten entwickelt. Genannt seien hier nur die Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit (PaG) mit den beteiligten Gruppen aller_Dings in Strausberg, Wukania Projektehof und Lokomotive Karlshof; die Gruppe Kleider tauschen Leute, die Initiative Transition Town Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg, verschiedene Umsonstläden und anderes mehr.

Tipp: Es ist noch möglich, bei der PaG-Commons-Tour 2011 einzusteigen — wörtlich gemeint: Ein Bus fährt zu den PaG-Projekten. Die erste Bus-Tour zum Wukania-Projektehof nach Biesenthal (nordöstlich von Berlin) ist bereits gelaufen. Die nächsten Termine sind der 17. Juli mit einer Fahrt zur Stadtkommune aller_Dings nach Strausberg, und am 10. September geht die Tour zur Lokomotive Karlshof bei Templin. Mehr Infos hier.

Was kann ein »Jenseits des Wachstums« bedeuten?

Einleitungsworte beim Kongress »Jenseits des Wachstums?!«

Weltweit dominiert die kapitalistische Produktionsweise das Leben der Menschen. Sie unterliegt einem Drang und Zwang zum Wachstum, der sozial und ökologisch verheerend ist. Anders als historisch ältere Formen von Wirtschaft, die zum Teil Märkte inkludierten, ist die kapitalistische Produktionsweise wesentlich Marktwirtschaft. Sogar die Lebenszeit wird zur Ware.

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Commons, Nachhaltigkeit und Diskurssprung

Eine wiederkehrende Kritik an digitalen Commons (wie Freier Software, Wikipedia, Freier Kultur etc.) lautet, dass sie die Tatsache ignorierten, dass eine physikalische Infrastruktur — die Kabel, Computer, Stromversorgung etc. — die Voraussetzung für das Commoning (die Commons-Praxis) ist. Diese verbrauche ganz konventionell stoffliche Ressourcen, und das nicht zu knapp, so dass es Augenwischerei sei, auf die fast aufwandsfreie Kopierbarkeit der digitalen Güter zu verweisen. Die Praxis der digitalen Commons sei im Gegensatz zu vielen traditionellen Commons nicht nachhaltig.

Stimmt dieser Vorwurf?

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Eine Welt ohne Geld?

So stellt sich die Oya-Illustratorin die geldlose Produktion vor (zum Vergrößern klicken)Wie gleichberechtigt und freiwillig produziert werden kann

[Der folgende Artikel wurde in der Oya 8 veröffentlicht, deren Thema das „Geldbeben“ ist.]

Das Geld spielt in unserer Gesellschaft eine so große Rolle, dass es schwierig ist, sich eine Welt ohne Geld vorzustellen. Arbeiten die Menschen nicht nur, um Geld zu verdienen?

Würden Firmen ohne die Erwartung von Profiten etwas produzieren? Wahrscheinlich eher nicht. Doch für das Tun der Menschen spielt das Geld keine so große Rolle, wie man gewöhnlich denkt. Weniger als 40 Prozent der in Deutschland geleisteten Arbeiten werden bezahlt, der größere Teil wird nicht entlohnt: Tätigkeiten im Haushalt, private Pflege- und Betreuungsleistungen sowie ehrenamtliche Tätigkeiten. Gerade weil sie unbezahlt sind, werden diese Tätigkeiten in unserer Gesellschaft meist nicht sehr ernst genommen, doch ohne sie würde alles zusammenbrechen. Und sie demonstrieren eindrucksvoll, dass Menschen für andere nützliche Dinge tun, auch wenn sie nicht mit Geld „bestochen“ werden.

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Commons im Radio

Die Journalistin Dagmar Scholle hat eine Radiosendung über „Die Logik der Allmende“ gemacht, für die sie unter anderem auf der International Commons Conference [en] Gespräche mit mir und anderen Commoners geführt hatte. Die Sendung wird morgen (Freitag 6.5.2011) um 09:05 Uhr im SR-2-KulturRadio (91,3 MHz) ausgestrahlt und ist gleichzeitig im Internet als Livestream abrufbar. Aus der Ankündigung:

Streifzüge zwischen Weide und Web

Viehweiden und freie Software – haben die miteinander zu tun? Wenn die Viehweide eine sogenannte Allmendweide ist, lautet die Antwort: ja. Denn Allmendweiden werden gemeinschaftlich genutzt, freie Software wird von vielen gemeinsam entwickelt. Beide brauchen klare Nutzungsregeln, um zu funktionieren; beide sind kein Privatbesitz, sondern Gemeingüter. Der alte Begriff der Allmende erfährt in Zeiten des Internets eine Renaissance – auch durch die Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises 2009 an die Gemeingüterforscherin Elinor Ostrom. Bauern und Computerfreaks entdecken seither Erstaunliches: Sie können viel voneinander lernen.

Open Commons Region Linz

Commons als Profilieringsfaktor in der Konkurrenz der Regionen — warum nicht, wenn dabei tatsächlich neue Güter für die Menschen der Region frei verfügbar werden. Nachfolgend ein Bericht über eine Informationsveranstaltung zur Open Commons Region Linz vom 11. April.

»Zeitgeist« and Commons

[Es gibt auch eine deutschsprachige Version des Artikels]

Some weeks ago the movie »Zeitgeist Moving Forward« was released (online/torrent and offline), and I have seen the film only now. Whow, this is a loaded movie! In a radical and compelling way it tells the end of the fetish »market economy«. I did not expect that. The following trailer hardly facilitates the right impression:

So, what is the film about and what has this to do with commons?

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