Autor: Benni Bärmann

Weltraumkommunismus

Ein wirklich sehr schönes Streitgespräch lieferten sich Captain Jainway (aus Star Treck, gespielt von Daniel Kulla) und Ijon Tichy (von Stanislaw Lem, gegeben von Oona Leganovic) auf dem letzten CCC. Thema: „Weltraumkommunismus“. Dafür sind sie beide nur können sie sich nicht einigen, was zuerst kommen soll, der Weltraum oder der Kommunismus. Jetzt gibt es endlich das Video dazu (Vorsicht: 144 MB!). Lasst euch nicht durch das lange Intro abhalten, es lohnt sich. Via classless.

ABC der Alternativen

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat ein „ABC der Alternativen“ rausgebracht, wo die unterschiedlichsten Ansätze vorgestellt werden. Ein Teil der Stichwörter ist online. Unter anderem auch einen Artikel von Sabine Nuss zum Thema „Open Source„, der mit folgendem Fazit endet:

Die Produktionsweise von Open Source Software zeigt also, dass effiziente und effektive Produktion außerhalb der Marktzwänge möglich ist. Sie widerlegt damit die These der bürgerlichen ökonomischen Theorie, dass nur Privateigentum Anreiz für Produktivität, Effizienz und Innovation schaffen würde. Open Source ist jedoch nicht per se eine Alternative zur kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet nicht bereits den »Keim« einer künftigen kommunistischen Gesellschaft. Das emanzipative Potenzial von Open Source oder Freier Software liegt vielmehr in ihrer Funktion als Türöffner für Debatten über nicht-marktförmige Produktionsweisen, sie macht alternative Gesellschaftsformen sicht- und denkbar.

So ähnlich sehe ich das durchaus auch. Ich würde die Produktionsweise aber weniger negativ als „frei von Marktzwängen“ beschreiben, als vielmehr positiv als „(in weiten Teilen) selbstorganisert, global und wertfrei“. Ich finde dann merkt man auch viel eher, dass das zwar noch nicht der Kommunismus ist, aber immerhin etwas, was sonst leider noch alles andere als alltäglich ist. „Frei von Marktzwängen“ ist auch die Bundeswehr 😉

Open Source ist endgültig Mainstream

Inzwischen ist Open Source in weiten Kreisen der Wagniskapitalfirmen (venture capital), dass sind die die – vor allem in den USA – Geld für Startups geben, die default-option.

Haben wir jetzt gewonnen oder verloren? Na, wie immer wahrscheinlich beides.

Singularität

So heißt ein sehr lesenswerter Science-Fiction Roman von Charles Stross. Darin wird sehr schön das Thema Technikdeterminismus aufs Korn genommen. In irgendeiner hinterwäldlerischen Kolonie, in der moderne Technik inklusive der „Füllhorn-Technik“ verboten ist, regnet es eines Tages Telefone vom Himmel, die jeden Wunsch erfüllen, wenn man ihnen nur eine interessante Geschichte erzählt. Das freut besonders den leninistischen Untergrund,  doch auch die werden sich noch wundern. Sehr spaßig zu lesen … vielleicht bis auf die etwas langatmigen Raumschlacht-szenen die etwas sehr mit dem SF-typischen Technobabbel überfrachtet sind. Aber selbst das ist ganz lustig weil das Technobabbel umso größer ist umso rückständiger die benutzte Technologie ist.

Birma-Sein und Keimform-Bewußtsein

Puh, das ist mal ne sperrige Überschrift! Ok, die Aktion „Free Birma“ haben wir wohl verschlafen. Obs schade drum ist? Keine Ahnung. Sowas ist sicherlich nicht ganz ohne Wirkung aber sicherlich wohl auch eher ein Akt der Hilflosigkeit angesichts von medientransportierter Grausamkeit am anderen Ende der Welt. Dennoch durchaus verständlich finde ich.

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On Rules And Monsters

Hier das Intro zum sehr empfehlenswerten Film „On Rules And Monsters – An introduction to Free Cooperation“ von Christoph Spehr und Jörg Windszus. Der Film ist schon etwas älter, war aber bisher nicht im Netz. Die weiteren Teile findet man dann bei Google Video. Die Qualität ist leider nicht ganz so doll, aber man kriegt schon alles mit, denke ich.

Gratisökonomietreffen in Berlin

Mich erreichte eine Mail, die ich einfach mal weitergebe. Ich gehe mal davon aus, dass es sich um das Treffen handelt, von dem schon einmal die Rede war. Es wäre schön, wenn jemand von diesem Treffen berichten könnte.

Treffen von Umsonstläden und anderen Projekten selbstbestimmten Wirtschaftens

== Thema ==
* „Wie können wir aus Umsonstläden und ähnlichen Projekten einen Erfahrungsraum entwickeln für nicht-kommerzielles, waren- und herrschaftskritisch es Wirtschaften und sich selbst befreiendes Leben?“

*Während der letzten drei Jahre hat der Kontakt zwischen den Umsonstläden eher abgenommen..
*Versinken die Einzelnen und die Initiativen im stressigen Alltag einer meist gut besuchten „Dinge-Verteil-Station“ ??
*Was wollt ihr aus eurem Umsonstladen, aus eurem Projekt machen?
*Gibt es Ansätze bei euch, sich gegenseitig den Alltag solidarisch zu erleichtern?
*Was setzt ihr dem (wachsenden?) Druck der Erwerbsarbeit entgegen?
* oder ganz andere Fragen,…

== Einladung zum Treffen 29.11.- So, 2.12. 2007 nach Berlin ==
Jedenfalls laden wir (Aktive aus Hamburg und Berlin) euch recht herzlich zu einem 3. Umsonstläden- Treffen mit anderen ähnlichen Projekten ein:
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Besetzte Fahrradfabrik produziert selbstverwaltet

Strike-BikeNein, nicht in Argentinien, sondern in Thüringen! 1800 Vorbestellungen für das Strike-Bike werden benötigt. Unterstützt wird die Aktion von der FAU.

Berlin war eine Reise wert

Unsere Jubiläumsfeierlichkeiten in Berlin waren ein voller Erfolg. Zunächst mal musste ich aber bei meinem Zwischenstopp in Hannover ziemlich argen Tobak verkraften. Ich war dort nämlich bei einer Podiumsdiskussion von der Humanistischen Union zum Thema Onlinedurchsuchung. Sie hatten den Chef vom BKA (Zierke) eingeladen und wie ihr euch denken könnt, bin ich auf die Bande gerade nicht besonders gut zu sprechen. So ging ich also zu dieser Veranstaltung hin mit der Erwartung, dass so jemand von einer Bürgerrechtsorganisation wie der HU kräftig Zunder kriegt. Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Zierke konnte mehr oder weniger unwidersprochen seine Angstszenarien (Terror! Kinderschänder! „Das sind keine Eierdiebe!“) verbreiten. Die Leute von der HU haben ihm im wesentlichen versucht mit verfassungsrechtlichen Spitzfindigkeiten zu kommen, aber so etwas perlt da natürlich ab. Da wurde lange darüber gestritten, ab wann denn ein Verdacht „konkret“ ist, was dann scheinbar selbst für die HU eine Onlinedurchsuchung rechtfertigen würde, dabei hat das BKA das ja gerade in den Verfahren gegen die kritischen Wissenschaftler bewiesen, was sie für einen „konkreten“ Verdacht halten. Wenn das Handy zu vergessen schon ausreicht, um in den Knast zu kommen, was reicht dann wohl für eine Onlinedurchsuchung?

Ein paar interessante für mich neue Details gab es dann aber doch noch:
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Rumtricksen mit der GPL? Lieber zweimal nachdenken.

Ein schönes Beispiel, wie man sich selbst ins Knie schießen kann, wenn man versucht ein Geschäftsmodell mit wiki(GPL)-Software zu basteln zeigt jetzt die Firma „Six Apart“. Sie wollen besonders schlau sein und ihre Blogsoftware „Movable Type“ in einer GPL-Version rausgeben, dabei aber eine „Pro-Version“ als Bezahlversion weiterhin unter Verschluss halten. Damit das geht, müssen sie die Autoren der Software dazu verpflichten ihre Nutzungsrechte (natürlich unentgeltlich) an Six Apart abzugeben. Das wird sicherlich einige aber sicherlich nicht alle potentiellen Mithelfer abhalten. Was aber möglicherweise schwerer wiegt: Es gibt bereits eine andere weit verbreitete Blog-Software, die ebenfalls unter GPL vertrieben wird und keinen solchen Einschränkungen unterliegt – WordPress (womit auch dieses Blog betrieben wird). Im Endeffekt heißt das: Code aus Movable Type kann für WordPress verwendet werden, dank GPL, umgekehrt aber nicht! Das wiederum dürfte eigentlich nun gar nicht im Interesse von Six Apart liegen. Fazit: Erst denken, dann doppelt lizensieren.

via: Mark on WordPress