Autor: Benni Bärmann

Erste Sudburyschulen in Berlin und Hamburg

Logo der Ting-SchuleWir haben hier ja schon öfter über Sudbury-Schulen berichtet. Inzwischen gibt es nach mehreren Fehlversuchen zwei Schulen hierzulande, die offiziell genehmigt wurden. Das ist zum einen die „Neue Schule Hamburg„, die in den Medien sehr präsent ist vor allem weil die Sängerin Nena zu den Gründerinnen gehört. Zum anderen gibt es noch die „Ting-Schule“ in Berlin. Beide Schulen mussten, um den strengen Anforderungen der Behörden gerecht zu werden, Abstriche von der reinen Lehre machen. Soweit ich das verstanden habe ist das in beiden Fällen vor allem, dass die Lernfortschritte der Schüler protokolliert werden müssen. Das widerspricht eigentlich dem Gedanken der Sudburyschulen, dass nur die Schüler für ihr Lernen verantwortlich sind. Dennoch sind diese Schulen für die beteilgten Schüler und Schülerinnen sicherlich ein riesen Fortschritt.

Für einen ersten Eindruck hier ein Zitat einer Mutter an der Berliner Schule: (mehr …)

Tausende neue Freie Webanwendungen auf einen Schlag?

Ein sehr spannendes freies Software-Projekt steht kurz vor der Veröffentlichung: IQuiP. Es geht darum, einen Aufsatz für die existierende wiki(QT)-Bibliothek zu schaffen, die es ermöglicht aus normalen wiki(Desktopanwendung)en wiki(Webanwendungen) zu machen, einfach durch neukompilieren. Das klingt sehr technisch, aber es könnte einen echten Unterschied machen. Warum?

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Prosumerträume und Kernelschäume

Wir heben hier ja immer wieder als eine Besonderheit von Freier Software hervor, dass die Grenzen zwischen Produzenten und Konumenten verschwinden. Zumindestens theoretisch kann jeder zum Kernelhacker werden. Ich bin gerade über ein Interview gestolpert, in dem der ehemalige Linux-Kernel-Hacker Con Kolivas seine Gründe darlegt, warum er angefangen und warum er aufgehört hat. Das ist eine geradezu beispielhafte Prosumerstory. Frustriert davon, dass heutige Computer zwar 1000 mal schneller sind als vor 20 Jahren aber trotzdem oft 10 mal langsamer zu bedienen, hat er sich auf Ursachensuche begeben und ist im Kernel fündig geworden. Die dafür nötigen Kenntnisse hat er sich im Laufe dieses Prozeßes einfach selbst beigebracht. Die allermeisten seiner Patches haben jedoch nicht den Weg in den Mainstreamkernel gefunden obwohl sie von vielen Leuten eingesetzt wurden.

Seiner Meinung nach liegt das daran, dass die allermeisten Kernelentwickler bezahlt werden von Firmen, die wenig Interesse an Desktop-Performance aber umso mehr an Serverfähigkeiten haben und schließlich kommt er zu der Aussage:

If there is any one big problem with kernel development and Linux it is the complete disconnection of the development process from normal users.

meine holprige Übersetzung: Wenn es irgendein großes Problem in der Kernelentwicklung gibt, dann ist es die komplette Verbindungslosigkeit des Entwicklungsprozesses mit den normalen Benutzern.

Was bleibt also in der Praxis übrig von den Prosumerträumen?

Bald: Ein Jahr Keimform.de!

Gib STASI keine ChanceAm 22. September vor einem Jahr ist der erste Beitrag in diesem Blog eingeschlagen. Wir haben beschlossen dieses denkwürdige Jubiläum zu nutzen um uns mal wieder zu treffen. Wie es sich so ergibt ist am selben Tag in Berlin eine Demo gegen Überwachungswahn, also noch ein Grund mehr.

Was genau wir wo und wann machen, ist noch nicht so ganz klar. Vielleicht machen wir einen kleinen wiki(Open Space) oder ein wiki(BarCamp) an dem Wochenende entweder in Potsdam oder in Berlin. Wenn ihr Interesse habt teilzunehmen, meldet euch mal, damit wir abschätzen können mit wievielen Leuten wir rechnen müssen.

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Keimform empfiehlt

Wie lange angekündigt, und auch schon lange intern in Benutzung stellen wir jetzt also endlich unser Mini-Vorurteilssystem der Allgemeinheit vor. Den Link findet ihr in der rechten Spalte unter „Projekte“ oder eben auch hier.

Nochmal zur Errinnerung: Das ist die Sammlung all dessen, was uns über den Weg läuft und das wir interessant finden zum Thema Keimform. Den passenden Feed gibts auch.

Eigentlich haben wir auch vor zumindestens die Titel hier an der Seite einzublenden, aber wissen noch nicht so ganz wie, deswegen jetzt erstmal diese Übergangslösung.

Übersicht Freie Inhalte

Susanne Schmidt hat für Heise Open eine ziemlich umfassende Übersicht derzeitiger Projekte im Bereich Freie Inhalte erstellt. Ein wichtiges Projekt, das fehlt ist OpenStreetMap. Dazu gibt es aber zum Glück auch gerade ein interessantes Interview bei netzpolitik.org.

Der Medico-Hack

Medico-LogoWir berichteten ja bereits über die Probleme mit Patenten auf Medikamente. Medico International hat nun eine ziemlich brilliante Idee, wie ich finde: Zusammen mit ihrer Partnerorganisation in Bangladesh wollen sie dort eine Fabrik für HIV/AIDS-Medikamente aufbauen, die in ein paar Jahren in der Lage sein soll, Tausende von Menschen vor allem in Afrika mit Generika zu versorgen. Der Clou bei der Sache: Das TRIPS-Abkommen sieht noch bis 2018 eine Ausnahme für die ärmsten Länder (least developed countries) vor, Generika zu produzieren und auch in andere arme Länder zu exportieren. Wenn diese Versorgung dann 2018 steht und Millionen von Menschenleben ganz konkret davon abhängen, wird es sehr schwer sein diese Ausnahmeregelung nicht zu verlängern. Ein brillianter Hack, der Menschenleben rettet, wie ich finde.

Knast statt Keimform

Wie ich ja hier schon schrieb, wollte ich auf der Attac-Sommerakademie einen Workshop zu „Eigentum und Alternativen der Vergesellschaftung“ halten. Leider kam der Workshop nur zum Teil zu stande. Der Grund dafür hat mich völlig geschockt: Einer meiner Mitreferenten (Andrey H. ) sitzt im Knast, weil ihm „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ vorgeworfen wird. Der Vorwurf wird mit folgenden bizarren Begründungen vorgetragen:

  • Er habe Leute getroffen, die Brandanschläge verübt haben sollen.
  • Er hat in seiner Forschungsarbeit Begriffe benutzt, die auch in Bekennerschreiben verwendet wurden. Dabei handelt es sich um sozialwissenschaftliche Fachbegriffe.
  • Er sei intellektuell in der Lage, Bekennerschreiben zu verfassen.
  • Er könne Bibliotheken unauffällig benutzen.
  • Er hat in einem Artikel einmal über einen Anschlag berichtet.

Ja, das ist alles! Und zwar obwohl es 30 Ordner (!) mit Abhörprotokollen geben soll. Mit anderen Worten: Es hätte genausogut mich, dich oder jeden anderen treffen können. Wir haben dann gestern mit ca. 400 Leuten eine Demo gemacht unter dem Motto „Wer dies liest ist Terrorist“. Es wurden ca. 30 Selbstbezichtigungen abgegeben, darunter auch auf der Kundgebung Tobias Pflüger (Europaparlament).

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Bewußt wie!

In der Diskussion zum Beitrag „Keimformen im Dienstleistungssektor“ sind wir auf einen interessanten Punkt gestoßen: Die Frage, wie wichtig das bewußte Handeln der Akteure für Keimformen ist. Überspitzt gesagt: Reicht es, wenn gilt: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ oder ist vielmehr das bewußte Handeln eine unabdingbare Vorrausetzung für Keimformen?

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Mach doch was Du willst!

machdochwasduwillstSo heißt eine Sammlung von elf Kurzfilmen zum Thema „Wandel der Arbeit“. Ich war gestern abend im Kino und kann das nur sehr weiterempfehlen. Sehr viele interessante Anregungen zu unserem Thema und unterhaltsam dazu. Auf der Webseite findet man kurze Beschreibungen zu den einzelnen Filmen und Termine, wann er wo läuft. Leider nicht die Filme selbst.