Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Commons und Herrschaftskritik

pragerfruehling19[Repost aus dem Magazin prager frühling zum Schwerpunktthema der Commons]

Produktive Einsatzpunkte und Ambivalenzen

von Ulrich Brand

In den letzten Jahren hat der Begriff „Commons“, zu Deutsch Gemeingüter oder Allmende, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Er steht für die Kritik an herrschenden Entwicklungen, für konkrete Forderungen und alternative Praktiken wie etwa gemeinschaftliche Nutzungsregeln. Es gibt keine fixe Definition von Commons, sondern es handelt sich um einen politischen Begriff, der Teil sozialer Auseinandersetzungen ist und in diesen immer wieder aktualisiert und präzisiert wird. Immer wieder werden der Mindestlohn oder die wesentlich von der öffentlichen Hand organisierte soziale Infrastruktur wie Bildung, Mobilität und Gesundheit zu den Commons gezählt. Commons ist also nicht der große Hebel, das alleinige Prinzip, das alle Probleme löst. Commons – das sind Prinzipien und Praktiken sowie politische und strategische Perspektiven und damit Teil umfassenderer Auseinandersetzungen.

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Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Praxis-Reflexionen

24. Juli 2014, 06:22 Uhr   3 Kommentare

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Solidarische Ökonomie der Commons

Ausweg aus dem Wachstumsgetriebe der Marktwirtschaft

Beitrag für den Tagungsband zum Kongress “Solidarische Ökonomie” 2013 zu meinem Workshop. Der hervorragend gestaltete und inhaltlich spannende Band ist sehr zu empfehlen. [Repost]

Weltweit dominiert die kapitalistische Produktionsweise das Leben der Menschen. Sie unterliegt einem Drang und Zwang zum Wachstum, der sozial und ökologisch verheerend ist. Anders als historisch ältere Formen von Wirtschaft, die zum Teil Märkte inkludierten, ist die kapitalistische Produktionsweise wesentlich Marktwirtschaft. Sogar die Lebenszeit wird zur Ware.

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Kategorien: Commons, Theorie

15. Juli 2014, 07:02 Uhr   7 Kommentare

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Strategische Räume für soziale Transformation

pragerfruehling19[Repost aus dem Magazin prager frühling zum Schwerpunktthema der Commons]

von Brigitte Kratzwald

Der Begriff Commons hat in den letzten Jahren in Zusammenhang mit den zahlreichen gesellschaftlichen Krisen und der Suche nach Alternativen ein Revival erlebt. Dieser Begriff ist für soziale Bewegungen wie WissenschaftlerInnen gleichermaßen attraktiv, weil er es ermöglicht, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden. Er bietet ein Denkmodell für eine Organisationsform von Gesellschaft, die der Marktlogik entgegensteht, aber keine reine Utopie ist, sondern im Hier und Jetzt schon in vielfältigen Formen existiert. Dabei kann er auf viele verschiedene Bereiche angewendet werden, von freier Software und Wissen über den öffentlichen Raum bis hin zu Wasserversorgung oder Saatgut und kann so verschiedene soziale Kämpfe und soziale Bewegungen zusammenbringen. Und er verbindet die Kritik am bestehenden Zustand mit dem Aufbau von Alternativen, was unerlässlich ist für Bewegungen, die eine Transformation der Gesellschaft anstreben. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Feindbeobachtung, Praxis-Reflexionen, Theorie

12. Juli 2014, 07:09 Uhr   Kommentieren

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„Wo hört Nische auf und fängt Transformation an?“

Christina Kaindl, Caroline Rosenthal, Thomas Lohmeier und Christian Siefkes (zum Vergrößern klicken)[Repost aus dem Onlinemagazin prager frühling. Die sehr umfangreiche aktuelle Ausgabe ist ganz den Commons gewidmet.]

Gespräch mit Caroline Rosenthal, Christina Kaindl und Christian Siefkes

Über das emanzipatorische Potential von Commons und über deren Beschränkungen sprachen wir mit dem Programmier und Publizisten Christian Siefkes, der Psychologin Christina Kaindl sowie Caroline Rosenthal, von Rathausstern Lichtenberg. Die Bürgerinitiative will auf dem Gelände einer ehemaligen Polizeiwache in Berlin-Lichtenberg Wohnraum, einen Stadtteilgarten, Versammlungsräume, ein Nachbarschaftscafé und eine Kita schaffen.

prager frühling: Caroline, du engagierst dich, bei den Rathaussternen. Was ist euer Anliegen?

Caroline Rosenthal: Wir haben den Rathausstern als eine Art Statement, als ein Experiment geplant: Wir wollten ausprobieren, ob Menschen, die das nicht professionell machen, an einem Berliner Liegenschaftsvergabeverfahren teilnehmen können und in den angeblich verbesserten Vergabeverfahren auch wirklich eine Chance haben. Aber wir unterscheiden uns auch von klassischen Hausprojekten. Wir sind da ähnlich wie das Philosophikum …

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Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Medientipp, Praxis-Reflexionen

6. Juli 2014, 07:27 Uhr   1 Kommentar

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Rezension: Christoph Spehr (2003) »Gleicher als Andere«

Rezension: Christoph Spehr (2003) Gleicher als Andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation. Mit Kommentaren von Frigga Haug, Ralf Krämer, Stefan Meretz, Dorothee Richter, Babette Scurrell, Uli Weiß, Frieder Otto Wolf u.a.

Von Marco Pompe, Berlin

Herrschaftskritik, die sowohl anarchistische, als auch marxistische Elemente beinhaltet, entwickelt zunehmend Orientierungsfunktion in der Linken. Wie dieses Zusammengehen heute theoretisch wie praktisch funktionieren kann wird aber selten direkt verhandelt. Auch der 2001 von der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgezeichnete Text ‚Gleicher als Andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation‚ stellt sich nicht wirklich dieser Herausforderung. Dafür geht aber das Buch, indem dieser Text auf ca. 100 Seiten veröffentlicht und anschließend in zahlreichen Kommentaren diskutiert wird, insgesamt ein gutes Stück diesen Weges. Wie in dem Text erläutert besteht die emanzipatorische Linke aus vielen Strömungen. Er macht deutlich, daß der Selbstfindungsprozess als eine strömungsübergreifende Bewegung nicht abgeschlossen ist. Mir scheint, die Debatte um Spehrs Text in Erinnerung zu rufen, kann diesen Prozess unterstützen und die Qualität von so manchem politischen Projekt positiv beeinflussen.

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Kategorien: Medientipp, Theorie

17. April 2014, 06:14 Uhr   4 Kommentare

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Commons – Zukunftsperspektiven jenseits alltäglicher Abwehrkämpfe

Der folgende Vortrag, den ich am 11.6.2013 beim Arbeitslosenausschuss der Gewerkschaft ver.di in Münster hielt, ist insbesondere für Einsteiger_innen in das Commons-Thema geeignet. Der Vortrag dauert 44 Min und umfasst 32 Folien, hier als Slidecast zum ansehen und anhören (Download: Folien als PDF oder ODP, Audio als OGG oder MP3).

Kategorien: Commons, Theorie

18. Februar 2014, 06:08 Uhr   Kommentieren

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Commons Creating Peer Economy

Kategorien: Commons, Theorie

4. Juli 2013, 09:54 Uhr   11 Kommentare

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Sozialismus und Commons

Wenn Sozialismus die Gesellschaft ist, die sich auf den Weg zum Kommunismus gemacht hat, dann lässt sich festhalten:

  • Staatssozialismus ist eine genauso absurde Vorstellung wie Marktsozialismus. Man kann Markt und Staat nicht dadurch abschaffen, dass man sie überhöht. Und auch nicht dadurch, dass man sie maximal ineinander verzahnt (das wäre dann Sozialdemokratie). Die Vorstellung „Sozialismus = mehr Staat“ ist also kompletter Unsinn auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch genau das meist gemeint ist.
  • Wenn Kommunismus eine Gesellschaft ist, die hegemonial über Commons reguliert wird, dann wäre Sozialismus also eine Gesellschaft in der die Commons nicht mehr strukturell benachteiligt sind, sondern ihre Stärke entfalten können und so der Weg zum Kommunismus offen ist. Sozialismus zeichnet sich also dadurch aus, dass das Gemeinsame immer eine gleichberechtigte Option ist, auch wenn Reste von Markt und Staat noch existieren mögen.
  • Sozialismus ist also die Gesellschaftsform in der Markt und Staat sterben, aber noch nicht tot sind.
  • In großen Teilen der Softwarewelt leben wir also zwar noch nicht im Kommunismus, aber bereits im Sozialismus, weil hier tatsächlich in sehr großen Bereichen die Commons (sprich: Freie Software) eine gleichberechtigte Option sind, die auch von Markt und Staat nicht mehr ignoriert werden können.

Gut, dass das mal geklärt ist.

Kategorien: Commons, Freie Software, Theorie

9. April 2013, 11:27 Uhr   12 Kommentare

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Commons-Buch komplett online

Das Commons-BuchDas Commons-Buch, das im Transcript-Verlag erschienen ist, war von Anbeginn auf der Seite des Verlags auch als PDF herunterzuladen (unter dem Punkt »open access«) — kostenlos unter den Bedingungen der CC-Copyleft-Lizenz. Diese Einladung hat ein Leser angenommen und alle Beiträge in Webseiten umgewandelt und unter »Die Welt der Commons« zur Verfügung gestellt. Super! Alle Beiträge können jetzt nicht nur einzeln verlinkt, sondern dort auch kommentiert werden. »Beigetragen und uns zurückgeschenkt«, wie Silke Helfrich schrieb.

Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf die Gedankenwelten, wo Lennstar schon sehr viele Buch-Beiträge rezensiert hat.

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Kategorien: Commons, Freie Inhalte, Medientipp

6. April 2013, 06:52 Uhr   3 Kommentare

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Commons-Buttons

Das nette kleine Logo im Plakat der Rhein-Main-Commoners hat mich angeregt, ein paar Buttons nach dieser Vorlage zu basteln. Da es in der Commons-Bewegung diejenigen gibt, die Commons als Alternative begreifen, die Markt und Staat ersetzen können, und jene, die Commons als dritte Instanz neben Markt und Staat ansehen, gibt’s auch zwei Buttons (Quelle: ODP) 🙂

Commons-Button
Verschiedene Größen: 953x952px, 400x400px, 200x200px, 100x100px
Commons-Button
Verschiedene Größen: 953x952px, 400x400px, 200x200px, 100x100px

Update: Noch eine Kollektion mit einem kräftigeren Font… Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons

23. März 2013, 07:09 Uhr   4 Kommentare