Open Source at 90 MPH

Die Netzausgabe der BusinessWeek berichtet unter der Rubrik „Innovation“ über die ersten 6 Jahre des OScar Projekts:

At the beginning, the group worked quietly. Then suddenly, a few months into the project, it began to attract a lot of attention—too much, actually. A popular German tech online newsletter linked to the OScar manifesto, German TV broadcast a report, and things slipped out of hand. (…)
Six years after the first seed, the group’s Web site says the OScar is currently „in release 0.2,“ which Merz translates as „early conceptual stage.“ „We aren’t trying to speed it up anymore, we will let it grow based on the amount of time we can all contribute,“ he says. One lesson he has learned: The process of doing things, particularly pathbreaking things like imagining an open-source car, „is more important than the deadline.“

Neues Blog

Franz Nahrada, Stefan Matteikat und Stephan Eisler haben einen Blog namens „Bootstrap-Magazin, Keimformen, Metamorphosen, Perspektiven“ gestartet. Mich wundert es ein wenig, dass sie nicht mal vorher mit uns Kontakt aufgenommen haben, ob man nicht zusammen was machen könnte, weil das thematisch ja nun nicht so völlig verschieden ist. Aber da sind wahrscheinlich irgendwelche Dynamiken involviert von denen ich nix weiß.
Trotzdem auf eine gute Zusammenarbeit!

Kreisch: Utopie!?

Vor über einem Jahr hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, an einen unwirtlichen Ort (Uni Hannover – schrecklicher Bau!) an einem unwirklichen Kongress teilzunehmen. Also, wehe jemand nennt mich nochmal „abgehoben“, den sperre ich zwei Tage in so einen Kongress! Na ja, es war halt seeehr akademisch. Die Kongressbeiträge sind nun in dem Buch Aufschrei der Utopie. Möglichkeiten einer anderen Welt erschienen. Darin auch ein Beitrag von mir, sprachlich adaptiert. Da fasse ich (für einschlägige Debattenzirkel) alt Bekanntes rund um Freie Software zusammen. Für die Kolleginnen und Kollegen beim Kongress war’s nahezu komplett neu, was begeisterte Zustimmung bis krasse Ablehnung hervorrief. Aber sonst waren die Leute sehr nett:-)

Was kritisches Denken von FOSS Projekten lernen kann

Von seinen Anfängen an hat FOSS vom Wissen(schaft)sethos der Aufklärung gelernt: Frei soll er sein, der Code/Gedanke, und gemeinsam mit Peers wird er entwickelt. Kritische Denker und Denkerinnen sind ebenfalls diesem Erbe verpflichtet. Ich meine, dass nun die Zeit gekommen ist, in der sich diese von den PragmatikerInnen, die in FOSS Projekten Wunderbares schaffen, inspirieren lassen sollten. Probehalber und auch als Beitrag zu der jüngeren Debatte ueber Dorftratsch und das Keimform-Forschungsprojekt lege ich hier einige Thesen vor, wie diese Inspiration aussehen könnte.
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Noch ein Kongress

Im Berlin gibt es Ende Dezember traditionell einen Kongress mit einer ziemlich anderen Ausrichtung als der „Solidarische Ökonomie”-Kongress neulich, nämlich den CCC-Kongress (Chaos Communication Congress). Auch wenn „Hacker” im CCC-Umfeld üblicherweise etwas anderes definiert werden als im Freie-Software-Umfeld – ein paar Veranstaltungen, die in unsere Richtung gehen könnten, gibt es schon. The gift of sharing soll Freie Software/Open Source aus anthropologischer Sicht beleuchten – ob man da viel Neues lernen könnte, ist allerdings die Frage; dass die Charakterisierung als „Geschenkökonomie” dem FOSS-Phänomen nicht gerecht wird, ist zwar richtig, aber ja schon ein alter Hut. Außerdem gibt es einen Erfahrungsbericht zu Freie Software – Eine Chance für Afrika?. Hinter dem vielversprechenden Titel Hacking Capitalism scheint sich die eher fragwürdige Idee zu verstecken, unbeliebte Firmen zu boykottieren und daran gleichzeitig noch Geld zu verdienen.

Ansonsten gibt’s Veranstaltungen zur Wikipedia, zum „Web 2.0” und natürlich diverse zu echten „Hacks”.

Wahrheit und Verantwortung(-slosigkeit)

Im Forschungsprojekt »Keimform« gibt’s einen neuen Text von Annette Schlemm zum »Wahrheitsanspruch von Wissen« – auch angeregt durch eine Diskussion über mentale Modelle einmal hier und zum zweiten hier. Reaktionen gibt es nicht nur in den Texten in Form von Kommentaren bei den Projekttexten, sondern auch außerhalb, zum Beispiel als Dorftratsch. Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

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Filmreihe über demokratische Schulen in Berlin

Die Sudbury-Initiative Berlin veranstaltet heute und an den nächsten Samstagen Filmabende zum Thema demokratische Schulen. Zwei der gezeigten Filme kenne ich und fand sie sehr interessant und sehenswert. Wäre ich in Berlin würde ich auf jeden Fall hingehen. Vielleicht hat ja jemand von euch Berlinern Lust und berichtet hier?

Web-2.0 in echt?

Spiegel-Online interviewt den Open-Source-Papst Tim O’Reilly zu Web-2.0. Sein Neues Projekt: Eine Zeitschrift names make mit dem Fokus auf 3-D-Drucker:

SPIEGEL ONLINE: Ihr Name ist mit zwei Trendbegriffen unserer Zeit aufs Engste verknüpft: Open Source und Web 2.0. Welches Buzzword denken Sie sich als nächstes aus?

O’Reilly: Unser nächstes großes Projekt steckt in einem neuen Magazin, das wir herausbringen. Es heißt „Make“. Wir konzentrieren uns darauf, wie Computer beginnen, mit der physikalischen Welt zu interagieren – wie beim Custom Manufacturing, der Maßanfertigung von Produkten. Gerade ist zu beobachten, dass viele Hacker Dinge herstellen: Die Leute haben ihre dritte oder vierte Digitalkamera, und was machen sie mit der alten? Sie können sie für Basteleien wiederverwenden. Inzwischen gibt es alle möglichen Geräte für derlei Maßproduktion, Laser-Schneidegeräte und 3D-Drucker, und sie kosten heute etwa so viel wie eine Schriftsatz-Maschine zur Zeit der Desktop-Publishing-Revolution.

SPIEGEL ONLINE: Der Fokus verschiebt sich also von der Software zurück in die wirkliche Welt?

O’Reilly: Ja. Wir treten ein in das Zeitalter der Maßfertigung. Nehmen Sie den Bereich der synthetischen Biologie, wo sich diese Maßfertigung bis hinunter auf die Ebene der chemischen Prozesse und Stoffe erstrecken wird. Ganz zu schweigen davon, dass wir heute Dinge in relativ kleiner Stückzahl herstellen lassen können, in Ländern mit relativ niedrigen Lohnkosten. Es gibt immer ausgefeiltere Simulations- und Entwurfwerkzeuge. Leute konstruieren Dinge in „Second Life“ oder mit Sketchup von Google. Solche Werkzeuge zur Gestaltung virtueller Objekte sind heute viel stärker demokratisiert, viel weiter verbreitet als je zuvor. Es gibt zum Beispiel Dienste, über die man sich seinen Avatar aus „Second Life“ als 3D-Modell ausdrucken lassen kann. Das ist ein Aufbruch in neue Welten.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,451248,00.html