1968: Massenintelligenz, 2008: Intelligenz der Masse

In der Jungle-World gibt es zur Zeit eine interessante Disko-Reihe zum Thema „68“ anlässlich des 40jährigen Jubiläums dieses Jahres. Der aktuelle Beitrag stammt von Georg Fülberth, der in Anlehnung an wiki(Eric Hobsbawm) 1968 als Erwachen einer neuen sozialen Klasse, nämlich der Massenintelligenz beschreibt:

„Die Revolte von 1968 war das Betriebs­geräusch, das dadurch entstand, dass die neue Massenschicht sich auf ihren Platz im politischen und gesellschaftlichen System drängelte.“

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Material Peer Production — Part 0: Traits of Peer Production

'From Exchange to Contributions' Cover[Update: es gibt jetzt auch eine komplette deutsche Übersetzung dieses Artikels — danke, Stefan!]

Is it possible to generalize peer production into the physical world and to produce material goods and services in the same way as free software and open knowledge? Is it possible for peer production to become the primary mode of production, obsoleting markets and capitalism? In my „Peerconomy“ book, I argue that it is indeed possible and discuss how it can be done. This is the first part of a short series explaining my core ideas. It was triggered by discussion on the English Oekonux list. This article documents my first mail.

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Neue Schule Hamburg

Logo der Freien Schule HamburgDie Körberstiftung hat schon am 15. November letzten Jahres eine Veranstaltung über die Neue Schule Hamburg gemacht. Diese Schule ist eine der beiden ersten genehmigten Schulen in Deutschland, die sich am Konzept der Sudbury-Valley-School orientieren. Die Veranstaltung gibt es jetzt als Audio im Netz.

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Drei Stufen der Offenheit

A Swarm of AngelsMatt Hansson, Regisseur des freien Films »A Swarm of Angels«, hat in seinem Blog sieben Regeln für offene Medien vorgeschlagen [via], die er dann in drei Stufen von »Offenheit« einteilt:

  • Open (O-): Die Grundline basierend auf freier Nutzung und freier Weitergabe (Regeln 1-3)
  • Open Source (O): Der freie Einblick und die freie Veränderung der Quell-Dateien (Regeln 1-5)
  • Open Plus (O+): Die Möglichkeit, sich am transparenten und dokumentierten Herstellprozess zu beteiligen (Regeln 1-7)

Diese Dreiteilung erinnert an die »Triple-Free«-Definition von Tere Vadén für Freie Software. Hier nun die sieben Regeln, die den drei Stufen offener Medien zu Grunde liegen:

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Freie Uni Hamburg

Arbeitskreis Lokale Ökonomie HamburgDer Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg hat ein neues Projekt gestartet: Die Freie Uni Hamburg. Die Ankündigung spricht für sich, deswegen sei sie hier im Folgenden komplett wiedergegeben.

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Weltretter gesucht!

Es gibt ein neues Web-2.0-Portal zur Vernetzung von „gut gemeinten“ Projekten: weltretter.org. Ich habe davon erfahren auf den Perspektiventagen in Berlin. Eigentlich ist das sehr interessant und etwas, was manche von uns hier schon lange suchen, nämlich nach einem Portal zur Vernetzung von Projektgründern um Fähigkeiten und Bedürfnisse zusammenzubringen. Leider gibt es bisher ein paar Probleme:

  • Die Software ist (bisher) nicht frei. Ob sie es wird, ist unklar.
  • Die Abgrenzung zu reinen Business-Portalen ala Xing wurde nicht ganz klar. Es gibt zwar eine andere Zielsetzung aber die Abgrenzung zur kapitalistischen Ökonomie bleibt diffus. Irgendwie soll der kleine Bioladen um die Ecke schon dürfen, aber Basic nicht oder so.
  • Es scheint ein mehr oder weniger kommerzielles Projekt zu sein. Momentan wird nach einer Finanzierung über „Business-Acounts“ gesucht.

In dem Workshop wurde vor allem letzteres sehr kontrovers diskutiert. Die Initiatorin zeigte dabei durchaus Einsicht, dass es auch andere Finanzierungswege geben könnte, will aber auf jeden Fall ihren Lebensunterhalt mit diesem Projekt bestreiten. Verständlich, wenn sie dafür ihren Job gekündigt hat. Ich wünsche ihr da ja durchaus viel Glück, bin aber skeptisch ob es sehr vielversprechend ist, ein solches Projekt mit einem so frappierenden Widerspruch zwischen Weltrettung und Geld-verdienen-müssen von Anfang an zu belasten. Wir sollten das auf jeden Fall weiter beobachten.

update: Ich hab mir nochmal die AGBs angeguckt und da steht dann sowas in §7:

1. Der Nutzer räumt der Betreiberin mit dem Einstellen von Inhalten ein unbeschränktes, unwiderrufliches und übertragbares Nutzungsrecht an dem jeweiligen Inhalt ein, welches die Betreiberin zu jeglicher Art der Verwertung, sowohl auf ihren Seiten als auch auf den Webseiten ihrer Kooperationspartner sowie zur sonstigen Vermarktung, berechtigt

2. Die Betreiberin hat damit das Nutzungsrecht an allen Inhalten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung der Inhalte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche schriftliche Einwilligung der Betreiberin nicht gestattet.

Also so gehts dann aber garnich 🙁

Thesen zum Informationskapitalismus

Ich arbeite gerade an einem längeren Text zum Informationskapitalismus. Auf Open Theory hab ich mal eine erste Version online gestellt, die sehr vorraussetzungsreich ist und wenig erklärt und zitiert. Es ist also eher eine Diskussionsgrundlage, bei der Kenntnis der Quellen vorausgesetzt wird. Das soll aber niemanden von der Diskussion ausschliessen. Wenn irgendetwas unklar ist, also bitte einfach nachfragen.

Nomadisches Gedankenreisen

Das Verknüpfen des bisher unge- und erkannt nebeneinander Stehenden ist eine große Stärke des Web. Sozialen Netzwerke entstehen genau dadurch. Hier entstehen Keimformen einer neuen Weise gesellschaftlicher Vermittlung. Wie dumpf und eindimensional ist dagegen die entfremdete Herstellung des gesellschaftlichen Zusammenhangs über das Geld. Allerdings muss man diesen Gegensatz auch kapieren, um ein gutes Projekt im Sinne eines sozialen Netzwerkes aufzuziehen, mindestens intuitiv. Oder übertreibe ich mal wieder?

Ein schönes Beispiel der Verknüpfung ist handlungsreisen.de, eigentlich. Also mindestens der Möglichkeit nach. Es geht um die virtuelle Reise an die Orte von Handlungen in der Literatur. Die soziale Verknüpfung ist in dem potenziellen Weltatlas der Literatur allerdings unterbelichtet. Zwar liest jede/r ein Buch für sich, aber doch deswegen nicht allein, oder? Doch jede Leserin schreibt nur für sich über das gelesene Buch. Noch nicht mal Kommentare von anderen Lesern gibt’s dazu. Und auch der Blog ist kommentarlos. Dicke Minuspunkte. Durchgefallen?

Dabei hört sich das sehr interessant an, was der Initiator Jens Nommel im Gespräch mit dem Elektrischen Reporter über die Grundidee berichtet:

Buch: »Internet and Society«

Buchcover: »Konkurrenz vs. Kooperation«?Christian Fuchs hat ein englischsprachiges Buch veröffentlicht. Der Titel »Internet und Gesellschaft« wird begleitet von einem ebenso unspektakulären Untertitel: »Social Theory in the Information Age« — das Inhaltsverzeichnis verspricht dennoch Interessantes. Auf der Webseite zum Buch bietet Christian eine Einführung in Thema und Buch in zwei Videos an — in englisch mit netter Österreichfärbung [via].

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Facelifting

Wie der eine oder die andere vielleicht schon gemerkt hat, haben wir heute etwas an einem neuen Layout gewerkelt. Wir wollten vor allem endlich eine dritte Spalte haben, um dort mehr Zusatzinfos unterbringen zu können ohne dass man bis zum Erdmittelpunkt scrollen muss. Also: Wie gefällts? Das Bild bleibt so wohl nicht. Entweder kommt ein anderes hin (Vorschläge sind willkommen) oder wir machens sogar ganz weg.