Geldschöpfung selbstgemacht

Keineswegs soll hier zum Gebrauch von Geld geraten werden. In einer Peerökonomie ist Geld überflüssig. Doch zurzeit ist das Geld noch nicht abgestorben und leider für die meisten Menschen noch notwendig. Das herkömmliche Geld – das Bargeld und Buchgeld von Währungen – hat jedoch einige Nachteile: Um sein Geld effizient zu verwalten und zu transferieren, benötigt man ein Konto bei einer Bank. Für viele „Problemkunden“ mit einem Einkommen und einem Transaktionsvolumen, die zu niedrig für ein profitables Geschäft der Bank sind, ist bereits ein Konto zu eröffnen und zu behalten eine große Hürde. (mehr …)

Wiederaneignung des Gemeinsamen im Kommunismus

[Translation of »Reclaim the common in communism« by Michael Hardt]

Kapitalismus und Sozialismus zeigen die Welt als privates oder öffentliches Eigentum. Die gemeinsame immaterielle Schöpfung bietet eine Aternative.

Die Finanzkrise, die im Herbst 2008 erplodierte, hat die vorherrschenden Sichten auf Kapitalismus und Sozialismus umgeordnet. Bis vor Kurzem wurde jede Kritik neoliberaler Strategien der Deregulation, Privatisierung und Abbau von Wohlfahrtstrukturen — geschweige denn des Kapitals selbst — in den dominanten Medien als aberwitzig ausgegeben. Im Frühjahr 2009 jedoch verkündete Newsweek auf der Titelseite, nur teilweise ironisch: »Wir sind nun alle Sozialisten«. Die Herrschaft des Kapital stand plötzlich offen in Frage, von links bis rechts, zumindest für einige Zeit schien eine gewisse Form sozialistischer oder Keynsianistischer Staatsregulation und -Verwaltung unvermeidlich.

Wir müssen uns jedoch außerhalb dieser Alternative umsehen. Zu oft schien es so, als ob unsere einzige Wahl die zwischen Kapitalismus oder Sozialismus ist, zwischen der Herrschaft des Privateigentums und der des öffentlichen Eigentums, so dass das einzge Heilmittel für die Krankheiten der Staatskontrolle die Privatisierung und für die Krankheiten des Kapitals die Verstaatlichung, die Staatsregulation, ist. Wir müssen eine andere Alternative untersuchen: weder das Privateigentum des Kapitalismus, noch das öffentliche Eigentum des Sozialismus, sondern das Gemeinsame des Kommunismus.

Zur politischen Ökonomie von Kopie und Kopierschutz

Bereits im letzten Jahr erschien mein Beitrag für das nebenstehend abgebildete Heft »Kulturen des Kopierschutzes 1« in der Reihe »Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften« (Jg. 10, Heft 1, S. 37-51). Die Wiener »Streifzüge« haben diesen Aufsatz nun in zwei Teilen abgedruckt, der erste Teil ist im letzten Heft erschienen, der zweite Teil erscheint im März.

In dem Text rekonstruiere ich die Entstehung des »Kopierschutzes« parallel zur historischen Entwicklung von »Kopier«-Techniken über drei Stationen: physische Kopie, analoge Kopie, digitale Kopie.

Online ist bereits der komplette Artikel verfügbar 🙂

Open Letter to Dilma Rousseff and Ana de Hollanda

EN: After Dilma Rousseff has been elected as President of Brasil the new Ministry of Culture, Ana de Hollanda, withdrew from supporting free culture, which had been given by the state for eight years. Now, people from brasilian civil society wrote an Open Letter (English by Volker Grassmuck) asking for continuing cooperation against restrictions of creativity, openness and net neutrality. — Please sign!

[Update] Here is the international support letter, please sign too 🙂

[Update] Some backgrounds on Ana de Hollanda’s antifree policy

DE: Nachdem Dilma Rousseff als Präsidentin von Brasilien gewählt wurde, zog sich die neue Kulturministerin Ana de Hollanda von der Unterstützung der Freien Kultur zurück, die seit acht Jahren vom Staat geleistet wurde. Nun haben Menschen aus der Zivilgesellschaft einen offenen Brief (englisch von Volker Grassmuck) mit der Aufforderung geschrieben, die Kooperation gegen Einschränkungen von Kreativität, Offenheit und Netzneutralität fortzusetzen. — Bitte unterschreiben!

[Update] Hier ist der internationale Unterstützungsbrief, bitte auch unterschreiben 🙂

Fab@Home: Nudeln drucken

Fab@Home ist einer der Freien 3-D-Drucker, die derzeit weltweit in FabLabs oder @Home genutzt und weiterentwickelt werden. Alles, was man kontinuierlich durch eine Düse quetschen kann, kann man auch »drucken«. Zum Beispiel Nudeln.

[via]

LibreOffice: Basar statt Kathedrale

Die Botschaft ist eindeutig:

Liebe Unternehmen, die ihr Geld rund um Freie Software machen wollt: Wenn ihr nicht versteht oder verstehen wollt, wie die Entwicklung Freier Software funktioniert, dann müssen wir uns leider von euch trennen.
Eure Communities.

Im Herbst 2010 kam es zu einem Fork des alten OpenOffice.org-Projekts und zur Gründung von LibreOffice-Projekts. Ich sag’s mal etwas deutlicher, als es die Autoren des iX-Artikels »Die Freiheit, die ich meine…« tun: Hauptsponsor Oracle hat’s nicht geschnallt und total versaut — ein Lehrbeispiel!

Und so geht die Geschichte: Es war einmal…

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Egypt: Footage and Photos under CC

The Qatar based televison network Al Jazeera released footages (raw film material) and photos (at their Flickr account) from the Egypt Riots under Creative Commons Attribution License (as long the logo remains intact in the remix). Using CC Al Jazeera is ahead compared to other network stations glued to proprietary formats. Although Egypt information minister shuted down Al Jazerra’s office in Cairo, Al Jazeera announced that »it will continue its in-depth and comprehensive reporting on the events unfolding in Egypt«. Here you’ll find an emotional video remix (from other sources) and informations on alternative internet access capabilities in Egypt. [via]

S21: Stresstest mit proprietärer Software

Der Geissler-Coup mit »Stuttgart-21-Plus« war machttaktisch ziemlich clever, wurden dem Widerstand gegen S21 doch damit so ziemlich die Beine weggehauen. Teil des »Schlichterspruches« ist auch ein sogenannter »Stresstest«, mit dem die von den Kritiker_innen bezweifelte ausreichende Kapazitätsauslegung des S21-Konzeptes geprüft werden soll. Dazu wird eine Simulation mit einer Software des Schweizer Unternehmens SMA durchgeführt.

Gemäß der Weisheit »Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast« (wahlweise Churchhill oder Goebbels zugeschrieben) dürfte das Ergebnis des »Stresstests« schon vorher feststehen: »Alles paletti, S21 — go!«. Begünstigt wird dies durch die Tatsache, dass es sich bei der verwendeten Simulations-Software um proprietäre Software handelt. Der Quellcode liegt nicht offen, die Algorithmen können nicht geprüft und nachvollzogen werden. Hinzu kommt, dass »alternative Stresstests« nicht möglich sind, weil die Daten aus den S21-Bauplänen nicht freigestellt, sondern per Urheberrecht »geschützt« sind.

Die Konsequenz für S21-Gegner_innen muss sein:

  • Das Ergebnis eines Stresstests mit proprietärer Software wird nicht anerkannt!
  • Baupläne von öffentlichen Bauvorhaben müssen grundsätzlich unter eine Freie Lizenz gestellt werden!

The End of Money

Many commoners are too shy to talk about ending the monetary system. But some do. Kéllia Ramares does. She asks a simple question: »Why must we pay to live on the planet we’re born on?«. Watch her video explaining her vision.