Kategorie: Termine

Gemeingüter politisch

Die grüne Heinrich-Böll-Stiftung hat erfolgreich das Thema der Commons (Gemeingüter) besetzt. Sie ist nun auch Gastgeberin der Internationalen Commons-Konferenz (ICC), die am 1. und 2. November in der Stiftung in Berlin stattfindet. Titel der Konferenz: »Constructing a Commons-Based Policy Platform«.

Aus Platzmangel wurde der Zugang beschränkt, wer keine Einladung hat, kommt nicht rein. Außer am 1.11. abends: Um 19:30 Uhr findet in der Stiftung eine öffentliche Podiumsdiskussion statt zum Thema »Wohlstand durch Teilen: Gemeingüter als politische Leitlinie?«

Hier die Einladung: (mehr …)

Argentina Copyleft

Argentina Copyleft!Die Böll-Stiftung hat wieder einen Copyleft-Coup gelandet: Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erscheint die deutsche Ausgabe von »Argentina Copyleft!«.

Argentinien ist eines der Länder mit den restriktivsten Urheberrecht-Gesetzen. International bekannt geworden ist der Fall des Philosophieprofessors Horacio Potel, der spanische Übersetzungen der Werke von Nietzsche, Heidegger und Derrida für seine Student_innen ins Netz stellte und daraufhin wegen Urheberrechtsverletzung (im Falle von Derrida) angeklagt wurde. Eine Welle der Solidarisierung bewirkte schließlich eine Einstellung des Verfahrens.

Am 4.10.2010 wurde das Buch in der Böll-Stiftung vorgestellt, es folgen Präsentationen auf der Buchmesse. Das Buch steht unter einer CC-Lizenz und kann bei der Stiftung bestellt oder via Web heruntergeladen werden. [via]

[Update] Ein Gespräch mit Horacio Potel hab ich aus dem Buch gezogen.

Forschung zwischen Business und Freiheit

Am 8. und 9. Oktober 2010 findet an der Freien Universität Berlin die dritte wissenschaftliche Konferenz über Freie Kultur statt. Titel der Konferenz: »Freie Kultur zwischen Commons und Märkten — Annäherung an eine hybride Ökonomie?« Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Die Konferenzsprache ist englisch (=>Programm).

Hier die Themen der Konferenz (englisch): (mehr …)

Seminar zur Peer-Produktion in Berlin

Die Teamerinnen der Kapitalkurse an der RLS führen am kommenden Samstag, 25.9.2010, 10 bis 19 Uhr, ein Tagesseminar durch zum Thema:

Beitragen statt Tauschen: Commons und Peer-Produktion als Grundlagen einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft

In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Kooperation und Teilen beruht. Auf dieser Produktionsweise – Peer-Produktion genannt – basieren Freie Software (Linux und Firefox), Wikipedia und die Freie-Kultur-Bewegung, Freie Funknetze und Projekten wie SETI@home. Aber Peer-Produktion kann mehr. In dem Seminar soll es darum gehen, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die auf Peer-Produktion beruht, so dass es kein Geld und keinen Markt mehr braucht.

Geplant sind zwei Themenblöcke: Vormittags geht es um die Grundprinzipien der Peer-Produktion, wie wir sie insbesondere in der digitalen Sphäre heute schon beobachten können. Nachmittags geht es Möglichkeiten, Probleme und Herausforderungen der Übertragbarkeit der commonsbasierten Peer-Produktion auf andere gesellschaftliche Bereiche hin zu einer gebrauchswertorientierten Peer-Ökonomie.

Mit: Dr. Christian Siefkes

Es sind noch Plätze frei, anmelden bitte bei Antonella Muzzupappa und Valeria Bruschi: valeanto ät das-kapital-lesen.de

Ferienuni Kritische Psychologie

Vom 24. bis 28. August findet an der FU Berlin die 7. Ferienuniversität Kritische Psychologie statt. Warum ist das eine Meldung wert? Weil die Kritische Psychologie die weithin klügste Theorie zum gesellschaftlichen Individuum bereitstellt. Sie nennt sich selbst auch Subjektwissenschaft und streitet strikt für den Standpunkt des jeweils individuellen Menschen. Sie ist also keine »Wissenschaft über Menschen« vom Außenstandpunkt, sondern »Wissenschaft für Menschen« vom Individual-Standpunkt. Oder mit anderen Worten: Sie ist eine Peer-Psychologie. Nicht zuletzt die »Keimform-These« und der Begriff der »Selbstentfaltung« sind Umsetzungen aus der Kritischen Psychologie.

Eine Übersicht über das volle Programm an fünf Thementagen gibt es unter ferienuni.de/programm-alle-tage/.

Krise, Commons und Kommune

Strategien der Transformation — Tagung von Helle Panke e.V. Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (BdWi) in Werftpfuhl 22.-26.9.2010

Mir ist nicht wirklich klar, warum die Commons in dieser Veranstaltung auftauchen, liest sich die Ankündigung doch völlig konventionell und von Commons unbeleckt (nein, »Gemeineigentum« ist eben nicht das gleiche wie Gemeingüter bzw. Commons). Einzelne Beiträge gehen gleichwohl auf die Commons ein. Schade, dass ich nicht an der Tagung teilnehmen kann.

Doch lest selbst: (mehr …)

Commons und Peer-Economy in der »Zwille«

Am Do, 24.6.2010, bin ich um 18:30 Uhr in der »Zwille« an der TU Berlin (Adresse und Lageplan). Thema des Abends ist »Commons und Peer-Economy«. Weil explizit so gewünscht, wird es keinen Vortrag geben, sondern ein Gespräch, eine Diskussion zum Thema. Wer also schon immer mal was fragen wollte zu Commons, Peer-Produktion und das Ende des Kapitalismus, der/die ist dort genau richtig 🙂

Viertes Umsonstfest in Hamburg

Das Hamburger Umsonstfest ist ein offenes und nicht-kommerzielles Stadtteilfest in Altona-Nord, auf dem es keine Preise gibt und bei dem jede/r mitmachen kann. Mit dem Umsonstfest sollen Projekten, die nach selbstorganisierten Wegen jenseits kommerziellen Wirtschaftens suchen, ein Rahmen zur öffentlichen Darstellung gegeben werden. Ferner bietet das Umsonstfest eine Alternative zum gängigen Konsumverhalten auf den üblichen kommerziellen Straßenfesten.

Das Umsonstfest findet statt:

  • am Samstag, den 10. Juli 2010 ab 14 Uhr
  • in der Gefionstraße in Hamburg Altona-Nord

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Greifswald und Darmstadt

Wer kurzentschlossen ist und im Norden Deutschlands wohnt, hat die Gelegenheit, am Samstag (übermorgen) zu einem Workshop „Alternative Gesellschaftskonzepte“ der Linksjugend [’solid] nach Greifswald zu fahren. Ich werde dort die Peer-Ökonomie zur Diskussion stellen; weitere zur Auswahl stehende alternative Gesellschaftskonzepte sind die demokratische Planwirtschaft Parecon und ein „dezentraler Mehrparteien-Sozialismus“ mit „demokratisch kontrollierter Kreditvergabe und vollständiger Abführung von Unternehmensgewinnen“ (seufz). Der Workshop beginnt um 12.30 Uhr und endet gegen 19.00 Uhr; Veranstaltungsort ist das Schwedenkontor, Hafenstraße 41, 17489 Greifswald (Seminarraum im 1. Obergeschoss). Um Anmeldung wird gebeten.

Noch deutlich länger hin ist es zu meinem Vortrag im Darmstadt, wo ich am 7. Juli um 18 Uhr über Peer-Produktion und selbstorganisierte Fülle sprechen werde (an der TU Darmstadt, Hörsaal S2 02, C 205 – Piloty-Gebäude, siehe Lageplan). Der Vortrag ist die Abschlussveranstaltung der Ringvorlesung „Global Challenges III – Global Commons“, in deren Rahmen auch schon Silke und Stefan referiert haben. Nächste Woche (16.6.) tritt Richard Stallman in der Ringvorlesung auf und wird über „Copyright vs. Community“ sprechen.

Die Fünf-Stunden-Woche

Seit Jahr und Tag propagiert Darwin Dante die Fünf-Stunden-Woche. Wir haben darüber schon mal berichtet. Die Argumentation geht so:

  • Verzicht auf das Geld => spart 18 Std.
  • Güter langlebiger machen => spart 8 Std.
  • Arbeitsquote von 50 auf 66% steigern => spart 3 Std.
  • Steigerung des Automatisierungsgrades => spart 2 Std.

Macht 31 Stunden, abgezogen von 36 Stunden, ergibt 5 Stunden. Mal die Details übersprungen, die Probleme der Fortschreibung der Produktivkräfte ausgeklammert, die Frage des Arbeitszwangs ignoriert — dann nur dies: Wer leistet wie die gesellschaftliche Vermittlung?

Wenn auf das Geld als gesellschaftlicher Vermittler verzichtet wird — und eine freie Gesellschaft muss das –, dann ist jedoch die Frage zu beantworten, wie dann die gesellschaftliche Vermittlung hergestellt wird: Wer wieviel wovon produziert, wer das Produzierte wohin transportiert, wer es wie und wo bekommt usw.

Diese und andere Fragen können Oliver gestellt werden, der die Idee der Fünf-Stunden-Woche am 15.Mai im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Arbeit?!« vorstellt (in der Reihe präsentiert auch Christian Siefkes die Peer-Ökonomie).