Kategorie: Eigentumsfragen

Transformation and ownership

Fourier transform (cc-by-nc: xkcd.com/26/)[Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Artikels]

On the Oekonux-Mailinglist there is an interesting debate about the relationship between private ownership and societal change, especially when it comes to commons based production of physical goods. Raoul Victor from France wrote:

The original question is how to deal with the ownership transformation when it concerns material means of production. I insisted on the fact that, at one moment or another (probably many years ahead), this will lead to a general social confrontation with capitalism, where „the workers of the world“ will play a major role, the germs of peer production practices, mainly in the freely reproducible goods domain, having played an important role in the evolution of their consciousness. This confrontation is inevitable because of the nature of capitalism itself.

This is my answer:

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Streifzug-Review 9: »Copyright & Copyriot«

Aufkleber »Politik ist der demokratische Vollzug der Unfreiheit«In der neunten Ausgabe der Kolumne »Immaterial World« der Wiener Zeitschrift »Streifzüge« geht es um das Buch »Copyright & Copyriot« von Sabine Nuss. Neben viel Löblichem habe ich eine doch ziemlich grundsätzliche Kritik an dem Inhalt formuliert. Eine kurze Rekapitulation und eine weiter gespannte Reflexion über das Denken.

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Streifzug-Review 8: »Make Copyright History!«

Aufkleber »Politik ist die notwendige Illusion der Änderbarkeit«

Die achte Ausgabe der Kolumne »Immaterial World« der Wiener Zeitschrift »Streifzüge« fordert mit dem Titel plakativ, mit dem Copyright-System endlich Schluss zu machen — denn es zerfällt ohnehin vor unseren Augen. Die Kolumne befasst sich inhaltlich mit der gewachsenen Freien Kulturbewegung, die in Anlehnung an die Freie Softwarebewegung die Imperative der Verwertung praktisch unterläuft. Während die Freie Kulturbewegung sich noch brav an das Copyright hält und sich per Creative Commons absichert, schert sich die illegalisierte Raubkopierbewegung — nicht weniger effektvoll — kein bißchen darum.

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Commons? Commonism!

Im sehr lesenswerten Commonsblog gibt es einen interessanten Grundsatzartikel von Silke Helfrich. Gesucht wird dort die Gemeinsamkeit ganz unterschiedlicher Prozesse von Freier Software über Artenvielfalt bis hin zur Klimadebatte im Begriff der Commons oder Allmende. Viele der Konflikte heutzutage lassen sich so verstehen als Konflikte um die institutionelle Ausgestaltung der Commons. Daran ist viel wahres und wir beackern das Thema ja auch oft. Dennoch habe ich wesentliche Kritik an diesem Vorgehen:

Obwohl der historische Begriff der Allmende nicht nur im Untertitel des Blogs prominent vertreten ist, mutet vieles seltsam unhistorisch an. Ist es nicht so, dass die Verwaltung der Commons genau deswegen zum Problem wird, weil wir in einer Gesellschaft leben, in der die Produktion unseres Lebens organisiert ist als die Produktion unabhängiger Eigentümer die sich erst über den Markt vermittelt? Wieso haben Allmenden früher lange funktioniert? Wieso waren sie lange so gut wie verschwunden kommen aber jetzt wieder ins Bewusstsein? Sind diese vielfältigen Probleme zu verstehen ohne diese Produktionsweise zu verstehen? Ich meine nein. Ich würde sogar noch weiter gehen: Wenn man diesen Aspekt aussen vor lässt sitzt man dem ganzen tief sitzenden Missverständnis in der Allmendedebatte auf. Diese wurde angestoßen durch einen biologistischen Artikel zum Thema „Tragik der Allmende“ von Garrett Hardin. Seiner Meinung nach ist es ein unausweichliches Schicksal der Allmende überausgebeutet zu werden, weil jeder einzelne Nutzer für sich immer so viel wie irgend möglich rausschlagen wird. Diese von Hardin biologistisch gesetzte Annahme ist richtig allerdings nur in eben der Gesellschaft, in der nicht die Bedürfnisse ausschlaggebend für die Entnahme sind, sondern in der Bedürfnisse als potentiell unendlich gesetzt und gemacht werden. Hardin hat Recht, aber nur im Kapitalismus. Nur der Kapitalismus ist die Universalisierung der Gier, die den Commons notwendig den Garaus machen muss. Wenn man über Commons redet, aber über den Kapitalismus schweigt, wird also immer eine gute Portion Hardin mitschwingen.

Wenn man nun aber nach einer Produktionsweise sucht, die den Commons angemessen wäre, stößt man schnell auf die Peer-Production. Diese wird üblicherweise beschrieben als auf die immaterielle Sphäre beschränkt. Sehr richtig beschreibt Silke Hefrich dagegen die vielfältigen Verschränkungen des Materiellen mit dem Immateriellen:

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Eigentumsdiskussion

War jemand bei dieser Veranstaltung zum Thema Eigentum mit Sabine Nuss und Christian Schmidt und kann berichten? Es gibt ein langes und ausführliches Protokoll sowie einen Mitschnitt bei Daniel Kulla. Klingt sehr spannend.

Es geht ums Ganze — aber jenseits des Kapitalismus wird nicht gedacht

Bekanntlich waren Stefan, Benni und ich von Freitag bis Sonntag auf dem „No way out?“-Kongress des „…ums Ganze!“-Bündnis ins Frankfurt am Main, zu dem es hier auch schon im Vorfeld einige Diskussionen gegeben hatte. Hier meine Eindrücke.

Das Fragezeichen im Titel („No way out?“) wurde auf dem Kongress selbst gelegentlich vergessen, was durchaus symptomatisch für die Inhalte stand, wie man sehen wird. Gemäß Kongress-Untertitel sollten aktuelle kapitalismuskritische Theorien von „(Post-)Operaismus“ bis „Wertkritik“ reflektiert und auf ihre Anwendbarkeit für linke Praxis überprüft werden — tatsächlich ließen sich auch die meisten Referent/innen mehr oder weniger klar einer dieser beiden Strömungen zuordnen. Erfreulicherweise war der Kongress (anscheinend auch für die Veranstalter/innen) überraschend gut besucht, mit mehreren hundert überwiegend jungen Teilnehmer/innen, wohl hauptsächlich aus dem Antifa-Spektrum. Schön war es auch, nette Leute wie etwa Uli Frank und Juli zu treffen 🙂

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Auslaufmodell GEMA

Die GEMA ist die deutsche Verwertungsgesellschaft für Musik und damit einer der wichtigsten Exekutoren des Urheberrechts. Eigentlich verwertet sie selbst nix, sondern leitet nur Geld um: von Musiknutzern zu Musikmachern (auch Inkasso genannt). Minus der Summe, die sie selbst verbraucht (14% der Einnahmen). Von der Verteilungssumme bekommen weniger als ein Zehntel der Mitglieder 70%, der Rest (mehr als 90%) teilt sich den Rest (30%) — eine Art Taschengeld sozusagen.

Im folgenden will ich mir die GEMA ein wenig ansehen, ein paar Probleme benennen sowie bekannte Lösungsvorschläge dazu und einen Ausblick in die Zukunft wagen.

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Lawrence Lessig über Urheberrecht

wiki(Lawrence Lessig) fasst in diesem Interview (mit deutschen Untertiteln!) noch einmal sehr schön seine Kritik am traditionellen Urheberrecht zusammen. Eine Produktion des Video-Podcast »Elektrischer Reporter«. Eine Fortsetzung des Interviews mit Lessig gibt es hier.

Besetzte Fahrradfabrik produziert selbstverwaltet

Strike-BikeNein, nicht in Argentinien, sondern in Thüringen! 1800 Vorbestellungen für das Strike-Bike werden benötigt. Unterstützt wird die Aktion von der FAU.