Kategorie: Arbeit & Freiheit

Material Peer Production — Part 1: Effort Sharing

Book Cover[Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Artikels.]

Previous part: Traits of Peer Production.

The first characteristic of peer production is that the effort required to reach the goals of a project is shared among those who care enough to contribute. How this sharing is organized depends on the kind of project.

Projects creating free software or open knowledge use a style which Francis Heylighen [2007] describes as „stigmergic“ (hint-based). The work done in such projects leaves „stimuli“ or hints motivating others to continue. Examples of such hints are to-do lists, bug reports, and feature requests in free software projects; or „red links“ to missing articles and listings of „most wanted articles“ in the Wikipedia. They point participants and potential participants to the tasks that are worth doing.

This hinting system also serves as an informal mechanism for prioritizing tasks: the more people care for a task, the more likely it is to be picked up by somebody (since the corresponding hints tend to become more visible and explicit, and since people are more likely to pick up a task they wish to be done). And since everybody is free in choosing the tasks they want to do, participants will generally be more motivated than in a market-based system, where they have to follow the orders of their boss or customer. They also tend to pick up those tasks they think they are good at, ensuring that the different talents and skills of people are applied in the best possible way.

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1968: Massenintelligenz, 2008: Intelligenz der Masse

In der Jungle-World gibt es zur Zeit eine interessante Disko-Reihe zum Thema „68“ anlässlich des 40jährigen Jubiläums dieses Jahres. Der aktuelle Beitrag stammt von Georg Fülberth, der in Anlehnung an wiki(Eric Hobsbawm) 1968 als Erwachen einer neuen sozialen Klasse, nämlich der Massenintelligenz beschreibt:

„Die Revolte von 1968 war das Betriebs­geräusch, das dadurch entstand, dass die neue Massenschicht sich auf ihren Platz im politischen und gesellschaftlichen System drängelte.“

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Weltretter gesucht!

Es gibt ein neues Web-2.0-Portal zur Vernetzung von „gut gemeinten“ Projekten: weltretter.org. Ich habe davon erfahren auf den Perspektiventagen in Berlin. Eigentlich ist das sehr interessant und etwas, was manche von uns hier schon lange suchen, nämlich nach einem Portal zur Vernetzung von Projektgründern um Fähigkeiten und Bedürfnisse zusammenzubringen. Leider gibt es bisher ein paar Probleme:

  • Die Software ist (bisher) nicht frei. Ob sie es wird, ist unklar.
  • Die Abgrenzung zu reinen Business-Portalen ala Xing wurde nicht ganz klar. Es gibt zwar eine andere Zielsetzung aber die Abgrenzung zur kapitalistischen Ökonomie bleibt diffus. Irgendwie soll der kleine Bioladen um die Ecke schon dürfen, aber Basic nicht oder so.
  • Es scheint ein mehr oder weniger kommerzielles Projekt zu sein. Momentan wird nach einer Finanzierung über „Business-Acounts“ gesucht.

In dem Workshop wurde vor allem letzteres sehr kontrovers diskutiert. Die Initiatorin zeigte dabei durchaus Einsicht, dass es auch andere Finanzierungswege geben könnte, will aber auf jeden Fall ihren Lebensunterhalt mit diesem Projekt bestreiten. Verständlich, wenn sie dafür ihren Job gekündigt hat. Ich wünsche ihr da ja durchaus viel Glück, bin aber skeptisch ob es sehr vielversprechend ist, ein solches Projekt mit einem so frappierenden Widerspruch zwischen Weltrettung und Geld-verdienen-müssen von Anfang an zu belasten. Wir sollten das auf jeden Fall weiter beobachten.

update: Ich hab mir nochmal die AGBs angeguckt und da steht dann sowas in §7:

1. Der Nutzer räumt der Betreiberin mit dem Einstellen von Inhalten ein unbeschränktes, unwiderrufliches und übertragbares Nutzungsrecht an dem jeweiligen Inhalt ein, welches die Betreiberin zu jeglicher Art der Verwertung, sowohl auf ihren Seiten als auch auf den Webseiten ihrer Kooperationspartner sowie zur sonstigen Vermarktung, berechtigt

2. Die Betreiberin hat damit das Nutzungsrecht an allen Inhalten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung der Inhalte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche schriftliche Einwilligung der Betreiberin nicht gestattet.

Also so gehts dann aber garnich 🙁

Fab Labs

Hier noch einer dieser TED-Vorträge, das ist wirklich eine Fundgrube. Diesmal gehts um FAB-Labs. Eine geniale Erfindung des MIT. Fabbing als Soziales Projekt. Maschinen für 20000$ machen Produktion in Stückzahl 1 vor Ort möglich. Auch und gerade in der 3. Welt. Er sagt, wir befinden uns in der PDP-11-Ära der Personal Production. 8 Jährige in Ghana erfinden Dinge über die Leute im MIT ihre Dissertation schreiben, lauter solche Storys, sehr spannend.

Arbeit: Geißel der Menschheit

Wer Kloß & Spinne noch nicht kennt, sollte sich mal bei YouTube die Videos von VolkerStruebing angucken (die auch noch viele andere nette Kleinigkeiten enthalten). Und hier eines der Highlights:

Singularität

So heißt ein sehr lesenswerter Science-Fiction Roman von Charles Stross. Darin wird sehr schön das Thema Technikdeterminismus aufs Korn genommen. In irgendeiner hinterwäldlerischen Kolonie, in der moderne Technik inklusive der „Füllhorn-Technik“ verboten ist, regnet es eines Tages Telefone vom Himmel, die jeden Wunsch erfüllen, wenn man ihnen nur eine interessante Geschichte erzählt. Das freut besonders den leninistischen Untergrund,  doch auch die werden sich noch wundern. Sehr spaßig zu lesen … vielleicht bis auf die etwas langatmigen Raumschlacht-szenen die etwas sehr mit dem SF-typischen Technobabbel überfrachtet sind. Aber selbst das ist ganz lustig weil das Technobabbel umso größer ist umso rückständiger die benutzte Technologie ist.

Streifzug-Review 7: »Alles für alle«

Politik = Partialinteressen vertretenIn der siebenten Ausgabe der Kolumne »Immaterial World« der Wiener Zeitschrift »Streifzüge« geht es um die Debatte einer Freien Gesellschaft. In der Kolumne versuche ich Rahmenbestimmungen anzugeben, die eine Freie Gesellschaft kennzeichnen. Zentraler Punkt ist dabei die These, dass jede Gesellschaft einen »selbstreproduktiven Mechanismus« ausbildet, der die gesamtgesellschaftliche Vermittlung reguliert. Die konkreten Vorschläge bleiben in dem Text recht wage.

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On Rules And Monsters

Hier das Intro zum sehr empfehlenswerten Film „On Rules And Monsters – An introduction to Free Cooperation“ von Christoph Spehr und Jörg Windszus. Der Film ist schon etwas älter, war aber bisher nicht im Netz. Die weiteren Teile findet man dann bei Google Video. Die Qualität ist leider nicht ganz so doll, aber man kriegt schon alles mit, denke ich.

Besetzte Fahrradfabrik produziert selbstverwaltet

Strike-BikeNein, nicht in Argentinien, sondern in Thüringen! 1800 Vorbestellungen für das Strike-Bike werden benötigt. Unterstützt wird die Aktion von der FAU.

Request for Comments: Die Peer-Ökonomie

Buch-CoverDer große Text, an dem ich das letzte Dreivierteljahr gearbeitet habe, ist fertig. Es geht um die Frage nach dem Potenzial der peer production – der Art und Weise wie Freie Software und Freie Inhalte produziert werden. Wir wissen, dass diese neue Produktionsweise von großer Bedeutung ist, wenn es um Software und Inhalte geht – Erfolgsgeschichten wie die von GNU/Linux, Apache oder der Wikipedia sprechen hier eine deutliche Sprache. Aber ist diese Produktionsweise nur für Informationsgüter relevant? Oder hat sie das Potenzial für mehr, möglicherweise für eine Umwälzung der gesamten gesellschaftlichen Produktion?

Die Ergebnisse meiner Überlegungen liegen jetzt unter dem Titel „From Exchange to Contributions: Generalizing Peer Production into the Physical World“ vor. Gedacht war das Ganze als längerer Artikel, aber aufgrund der Komplexität des Themas ist schließlich ein kleines Buch draus geworden!

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