Kategorie: Arbeit & Freiheit

Unvermittelt netzwerken

Die AG /unvermittelt der Neuen Geselllschaft für Bildende Kunst (NGBK) Berlin organisierte gestern am Freitag, 18.4.2008, eine Veranstaltung mit dem Titel »Von der Kunst Netzwerke für sich arbeiten zu lassen« (vgl. auch hier). Neben zwei weiteren Referentinnen, die über »Internationale Gärten« und »Ladyfest« berichteten, war auch ich eingeladen, um etwas zum Thema »Netzwerken« beizusteuern. Eine Vertreterin der Genossenschaft »Weiberwirtschaft« und drei Jungs des »Netzwerks Grundeinkommen« waren ebenfalls zu Gast. Apropos Jungs: Ohne die drei hätte die Männerquote wohl deutlich unter 20% gelegen — ist »Netzwerken« ein »Frauenthema«? Komisch…

Leben in zwei Welten

Leben in zwei Welten (Klicken zum Vergrößern)

(mehr …)

re:publica08 — Interview mit Frithjof Bergmann

Frithjof BergmannNach einem Workshop auf der re:publica08 konnte ich Frithjof Bergmann ein paar Fragen zu einem Projekt in Detroit stellen (Aufnahme leider übersteuert, aber verstehbar):

OGG (96 Kbps, 5,6 MB)

MP3 (64 Kbps, 4,6 MB)

Keimform.de wird professionalisiert

Wir haben seit einiger Zeit immer mehr Zugriffe auf diese Seite. Das freut uns natürlich einerseits aber andererseits bedeutet das auch mehr Arbeit. Die technische Betreuung wird aufwendiger und es tut sich einfach auch immer mehr in unserem Bereich, so daß wir selber oft garnicht mehr hinterher kommen.

Wir sind alle ziemlich eingebunden in familiären oder Arbeitskontexten, so dass wir das Blog schließen müssten, wenn es uns nicht gelingt zusätzliche Hilfe zu beschaffen. Appelle an weitere Mitschreiber sind in der Vergangenheit meistens ungehört verhallt. Deswegen haben wir beschlossen unsere Tätigkeit hier auf eine professionelle Basis zu stellen. Zu diesem Zweck werden wir in den nächsten Tagen eine Stelle für einen Online-Redakteur ausschreiben. Bewerbungen werden schon jetzt entgegen genommen. Natürlich können wir kein besonders hohes Gehalt bieten, aber wir hoffen durch Spenden soviel einnehmen zu können, dass man halbwegs davon vegitieren kann, wenn man vielleicht noch nebenher Taxi fährt oder so. Werbung oder gesponsorte Artikel bzw. Links sind bisher nicht geplant, aber für die Zukunft auch nicht ausgeschlossen. Also, wenn das was für euch wäre, meldet euch. Zum Anforderungsprofil gehört neben excellenten Schreiberqualitäten, Bescheidwissen über Keimformen aller Art und auch technisches Know-How, idealerweise mit Erfahrungen im Fundraising.

Natürlich werden wir auch weiterhin unabhängig darüber berichten was sich so tut im Markt der Möglichkeiten einer besseren Welt.

Wr hoffen, dass ihr uns auf diesem neuen Weg unterstützt. Natürlich ist uns diese Entscheidung nicht leicht gefallen, aber auch wir leben eben noch nicht im Neuen sondern meistens im ziemlich Alten.

Materielle Peer-Produktion – Teil 1: Aufwandsteilung

Book Cover[This is the German translation of the original English article.]

Voriger Teil: Merkmale der Peer-Produktion.

Das erste charakteristische Merkmal der Peer-Produktion besteht darin, dass der zum Erreichen der Ziele eines Projektes benötigte Aufwand unter den Menschen aufgeteilt wird, denen das Vorhaben wichtig genug sind, um dazu beizutragen. Wie dieses Teilen organisiert wird, hängt von der Art des Projekts ab.

Projekte, die Freie Software oder Freies Wissen produzieren, setzen auf eine Methode, die Francis Heylighen [2007] als „stigmergisch“ (Hinweis-basiert) beschreibt. Die Arbeit, die in solchen Projekten geleistet wird, hinterlässt Zeichen (griechisch stigma) oder Hinweise, die andere motivieren, damit fortzufahren. Beispiele für solche Hinweise sind To-Do-Listen, Bug Reports und Feature Requests in Freien Software-Projekten; und „rote Links“ auf fehlende Artikeln sowie Listen von „Fehlenden Artikeln“ und „Artikelwünschen“ in der Wikipedia. Sie weisen Beteiligte und potentielle Beteiligte auf lohnende Aufgaben hin.

Dieses Hinweissysteme dient auch als informeller Mechanismus für die Priorisierung von Aufgaben: je mehr Menschen eine Aufgabe wichtig ist, desto wahrscheinlicher wird sie jemand in Angriff nehmen (da die entsprechenden Hinweise sichtbarer und deutlicher werden dürften, und da Menschen sich eher um Dinge kümmern, die ihnen selbst am Herzen liegt). Und da sich jede/r selbst aussucht, wo sie sich einbringt, sind die Beteiligten im Allgemeinen motivierter als in Markt-basierten Systemen, wo man den Anweisungen eines Vorgesetzten oder Kunden Folge leisten muss. Zudem suchen sich die Beteiligten meist Aufgaben auf, die sich sich am ehesten zutrauen, was dazu führt, dass die unterschiedlichen Kenntnisse und Fähigkeiten der Beitragenden nahezu optimal eingesetzt werden.

(mehr …)

Material peer production—Part 4: What Difference Does It Make?

'From Exchange to Contributions' Cover[Diesen Artikel gibt es noch nicht auf Deutsch. Wenn du dazu beitragen willst, das zu ändert, beteilige dich bitte an der Übersetzungs-Werkstatt.]

Previous part: Commons and Possession

We have seen that it is indeed possible to generalize peer production to material production in such a way that its essential traits—it is based on contributions, on free cooperation, and on commons and possession—are preserved. So far, peer production has been largely limited to the immaterial sphere of information goods, but this limitation is not essential and might sooner or later disappear.

At this point, the reader might be inclined to ask: So what? So we can either have an economy based on markets (a market economy, a.k.a. capitalism) or an economy based on peer production (a peer economy), but, in the end: what difference would it make?

(mehr …)

Material peer production—Part 3: Commons and Possession

Book Cover[Diesen Artikel gibt es noch nicht auf Deutsch. Wenn du dazu beitragen willst, das zu ändert, beteilige dich bitte an der Übersetzungs-Werkstatt.]

Previous part: Free Cooperation.

Peer production is based on commons and possession, not on property. As long as you use something (by yourself), there is no obvious difference between possession and property. The difference only becomes visible when you stop using it: your property still remains your property, allowing you to sell it to someone else (in return for money or some other equivalent). But possession is bound to usage—if you no longer need something, you cease possessing it and somebody else can start possessing it.

One issue where this becomes relevant is the question of long-term vs. short-term usage. When projects expect people to make contributions in order to get the things they want, there are cases where the length of usage should be taken into account. Otherwise, people who want to use something for a limited period of time would be put at a serious disadvantage, since they would have to contribute just as much as if they wanted to use it “forever.” When the expected “lifespan” of a good exceeds the expected time of usage by any given person, it might thus be appropriate to tie the required contributions to the length of usage, sharing the overall effort between all who use it over time. For example, a project or local association organizing housing for its members might prefer to require contributions for living in a house or apartment for a certain amount of time (instead of for living there forever), thus spreading the effort necessary for building and maintaining houses among all the people who live there over time.

The difference between property and possession is also relevant for the problem of resource allocation. In an economy where everything is based on commons and possession instead of property, it would not make sense to treat natural resources as property—to rely on buying and selling to allocate them. In fact, it would not even be possible: if nothing apart from resources is sold, how should those who lack them be able to buy them?

(mehr …)

Material peer production—Part 2: Free Cooperation

'From Exchange to Contributions' Cover[Diesen Artikel gibt es noch nicht auf Deutsch. Wenn du dazu beitragen willst, das zu ändert, beteilige dich bitte an der Übersetzungs-Werkstatt.]

Previous part: Effort Sharing.

Cooperation Between Projects

In the previous part, I have discussed how a project can distribute the effort required for production among those who want to benefit. With these effort sharing models, it is not necessary for participants to produce by themselves what they want to consume—if a project produces different goods (bicycles, cars, etc.), you can take part in producing a good A, and in return get access to any other good(s) B produced by the same project. This allows you to get access to various goods without having to get involved in the production of all of them.

But so far these models have only been considered in the context of a single project, which poses a problem: as consumers, people generally have many diverse needs and desires. In order to satisfy them all, you would either need a project that produces a lot of very different goods, and such a huge project might become inflexible and hard to maintain. Or you would have to contribute to lots of different projects, which would complicate your life enormously.

We can understand this problem better by regarding the different aspects which the participants of a project need to handle:

(mehr …)

Peer-Economy: Offene Fragen

Jetzt liegt ja Christians Vorschlag zur Peer-Economy schon eine ganze Weile vor. Ich schätze diesen Ansatz, weil er zumindestens in der Theorie den häufig gehörten Einwand gegen Keimformen, dass diese spätestens an der Grenze zur materiellen Ökonomie verlieren müssten, entkräftet. Darin hat er für mich eine ähnliche Rolle wie die Freie Software, die für mich vor allem ein Argument ist, dass globale Produktion in selbstorganisierter freier Kooperation auf hohem technischen Niveau möglich ist. Nun ist es leider so, dass praktische Argumente wesentlich besser funktionieren als theoretische. „Guckst Du hier“ überzeugt halt einfach mehr als „liest Du hier“.

Ich habe ja schon relativ früh meine Kritik, oder besser meinen Erweiterungsvorschlag zu seinem Konzept dargelegt. Meiner Meinung nach kann es keine dauerhaft funktionierende Peer-Economy geben ohne Grundauskommen. Dazu stehe ich auch weiterhin, auch wenn Christian dazu mal sagte, dass Grundauskommen sei eben genau das Ziel der Peer-Economy und könne deswegen nicht schon als Vorraussetzung gesetzt werden. Scheinbar beißt sich da eine Katze in den Schwanz.

(mehr …)