Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Beziehungsweise Revolution und andere besondere Umstände

Antje und ich haben mal wieder gepodcastet und diesmal war auch wieder viel Keimform-relevantes dabei. Vor allem eine ausführliche Diskussion von Bini Adamczaks Buch „Beziehungsweise Revolution“ und was das mit Kollektiver Selbstverständigung zu tun hat. Doch hört selbst.

Kategorien: Gender, Medientipp, Theorie

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27. Dezember 2017, 21:35 Uhr   4 Kommentare

1 Simon Sutterlütti (04.01.2018, 14:09 Uhr)
Vielen Dank Antje und Benni! Schöner Podcast der mir auch noch einige Überlegungen des Buches verdeutlicht hat. V.a. die Betonung der Emotionalität in der Revolution.
Spannend finde ich auch die Kritik, die Benni an dem Begriff der „Beziehungsweise“ vorbringt. Die sich ja darauf bezieht, dass er sich nicht sicher ist ob man hier nicht die Zwei Ebenen von Struktur- und Handlungsebene etwas verwischt. Das es der Begriff dazu tendiert v.a. auf interpersonale Beziehungen zu blicken und meine transpersonalen Beziehungen, Beziehung zu allgemein Anderen, zu übergehen. (zu den Begriffen von transpersonal und interpersonal siehe hier: http://keimform.de/2017/der-commonismus-ist-kein-wg-plenum-1/)
Hier finde ich es tatsächlich sinnvoll den Begriff der Beziehungsweise gesellschaftstheoretisch anzureichern mit den Kategorien von inter- und transpersonal. Und auch transformationstheoretisch mit den Überlegungen von Keimform und Elementarform. Antje betont ja, dass all unsere Handlungen in Strukturen stattfinden und diese auch mit reproduzieren. Das stimmt und trotzdem können wir ja fragen welche unserer Beziehungsweise tatsächlich eine andere Gesellschaftsform herstellen können. Nur weil die Kommunist*innen in ihren Kampfbünden interpersonale Solidarität erlebt haben, entsteht daraus ja keine Idee wie diese Solidarität, diese neue Beziehungsweise sich gesellschaftlich verallgemeinern soll und damit nicht nur meine Kampfgeschwister umfasst, sondern eben auch allgemeine Andere, Menschen die ich gar nicht kennen. Diese Frage nach der Beziehungsweise zu allen Menschen einer Gesellschaft, nach einer transpersonalen Beziehungsweise, kann vielleicht den Begriff der Beziehungsweise in Richtung der Frage nach gesamtgesellschafltiche Vermittlung weitertreiben.
Hilfreich ist vielleicht auch die transformationstheoretische Wendung, wenn wir diskutieren, wie wir solidarisch/gute/glückliche Beziehung heute schaffen, dann schaffen wir diese in interpersonalen Verhältnissen und damit zuerst nur als Keimformen. Die Frage ist dann nach dem Dominanzwechsel, wie diese solidarische Beziehungsweisen sich gesellschafltich verallgemeinern lassen.  
PS: Warum habt ihr den Begriff „glückliche Beziehung“ durch „gute Beziehung“ ersetzt?
Vielen Dank für euren Beitrag! Alles Liebe, Simon
2 Simon Sutterlütti (07.01.2018, 10:46 Uhr)

Ich hab einen Vortrag gefunden, der sehr nah dem von mir gehörten aus Göttingen geähnelt hat … ihr hab ja über einen gesprochen, vl meint ihr ja den?
https://www.youtube.com/watch?v=PqtQmfHPfXs
PS: Stefan hat mich darauf hingewiesen, dass Bini explizit auch über transpersonale Beziehungen spricht als „Fernbeziehungen“. Ich glaube aber trotzdem, dass wir die Begriffe noch schärfen können.
alles liebe

3 Benni (12.01.2018, 12:04 Uhr)

@Simon: „Warum habt ihr den Begriff „glückliche Beziehung“ durch „gute Beziehung“ ersetzt?“

Keine Ahnung, vermutlich unbewusst falsch aus dem Gedächtnis zitiert.

4 Bini (17.01.2018, 04:18 Uhr)

Liebe Antje und Benni, super Sendung! Danke auch besonders für die weiterführenden Fragen am Ende zum Beziehungsweise Segment. Ich halte es ja gerade für eine Pointe des Begriffsvorschlags der Beziehungsweise, dass er sowohl auf Produktion- wie Reproduktion, Öffentlichkeit wie Privatheit, Anonymität wie Intimität anwendbar ist, eben auf Nah- und Fernbeziehungen. Zum Beispiel ist nicht nur die Liebe eine Beziehungsweise, sondern, was seltener gesehen wird, eben auch die Ware. Damit sollen nicht die Unterschiede zwischen beiden weggewischt, aber der Zusammenhang zwischen ihnen leichter beschreibbar werden.  Das wird etwa in diesem Vortrag diskutiert:
https://www.youtube.com/watch?v=AGfCoD3kxJY
– Vielleicht können wir an diesen Fragen weiter zusammen nachdenken … Solidarische Grüße

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