Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Das System an seinen Wurzeln packen…

…um daraus einen nahrhaften Kompost zu bereiten, auf dem alles gut wachsen und gedeihen kann (Foto: Genista, CC-by-sa).

[Repost von Nicht-kommerzielles Leben in Berlin-Brandenburg]

Es gibt ein großes Unbehagen mit dem System, mit dem wir zur Zeit gezwungen sind, unser Überleben zu meistern. Immer wieder raufen sich Menschen zusammen, um andere Wege zu beschreiten. Zur Orientierung werden vielfältige Theorien und Analysen gebaut. Was macht denn dieses System, das unsere alltägliche Versorgung organisieren soll, eigentlich im Kern aus? Die Theorien sind so vielschichtig, dass die Versuchung groß ist, einseitigen und vereinfachten Erklärungen anzuhängen. Analysen und Theorien, die versuchen, die Vielschichtigkeit des menschlichen Gemeinwesens in Worte zu gießen, sind für die meisten bestenfalls abgehoben und schlimmstenfalls komplett unverständlich.

Aus der intensiven Beschäftigung mit der Wertkritik, der Kritik der Kritik, mit “subjektfundierter Hegemonietheorie” und ähnlichem exotisch klingendem, wollen wir in diesem Text einen Versuch wagen, die praktischen Schritte, die sich unserer Meinung nach aus diesen Analysen ergeben, zu skizzieren und dazu anstacheln, daran weiter zu diskutieren und an spannenden Stellen in die Tiefe und Breite zu gehen. Es ist hier nicht der Platz, um jedes Detail deutlich darzustellen. Dieser Text soll nur eine Übersicht geben und wird selbst nicht alle Tiefen berücksichtigen können.Für Einige werden diese Erkenntnisse eine erfreuliche Bestätigung dessen sein, was sie eh schon taten und dachten. Wir wollen den in Theoretiker_Innenkreisen verbreiteten wortgewaltigen Kämpfen einen freundlichen Umgang entgegensetzen. Und nicht zuletzt dazu ermutigen, sich mit Analysen zu befassen, die kaum ein Mensch zuvor gesehen hat.

Wertfrei und Spaß dabei – das gute Leben

Unser Bestreben ist ein schönes Leben. Dazu gehört zum Beispiel ein hübsches Dach über dem Kopf, zum Frühstück einen Kaffee mit Sahne, angenehme Gesellschaft und einiges mehr. Im Kapitalismus wird den meisten Menschen dieser Wunsch nicht erfüllt. Das liegt daran, dass der Kapitalismus leider ein ganz anderes Ziel hat: nämlich aus Geld mehr Geld zu machen. Das klingt banal, aber leider geht es zielsicher an einem Wirtschaftssystem vorbei, das den Sinn haben sollte, alle mit den gewünschten Dingen zu versorgen. Inzwischen hat sich die Erkenntnis weitgehend durchgesetzt, dass wachsende Wertproduktion keineswegs Wohlstand für alle, sondern eine stetig wachsende Masse von “Überflüssigen” (vom Wohlstand Ausgeschlossenen) erzeugt.Der Wert macht Dinge vergleichbar, die sonst wenig mit einander zu tun haben und ermöglicht so, sie (scheinbar gerecht) miteinander zu tauschen. Wenn wir Deine Gurken gegen mein Fahrrad tauschen, sind diese wohl gleich viel wert, denn sonst hätte die benachteiligte Person ja nicht getauscht.

Der Wert einer Sache basiert dabei auf der an ihr verrichteten Arbeit. Allerdings zählt hier nicht die real verausgabte Arbeit, sondern die in der Gesellschaft durchschnittlich aufgewendete Arbeit. Wenn eine Maschine die notwendige Arbeit bei der Produktion eines Gegenstandes reduziert, wird auch der Wert dieses Gegenstandes abnehmen, sobald die maschinelle Produktion sich gesellschaftlich durchsetzt. Deswegen müssen die Produzierenden immer weiter versuchen, die notwendige Arbeitszeit z.B. durch den Einsatz von Maschinen zu reduzieren, wenn sie am Markt bestehen wollen. Obwohl die Herstellung von Gütern immer einfacher wird, werden so immer mehr Menschen von ihrem Nutzen ausgeschlossen, weil sie keine Anstellung mehr finden. Sie werden für die Produktion nicht mehr gebraucht und: „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“. Gleichzeitig wurde die eigenständige, von Lohn unabhängige Versorgung durch gewaltsames Durchsetzen der industriellen Produktion brutal ausgetrieben und die Mittel dazu weggenommen.

Dieser Glaube vom “gleichwertigen Tausch unter Gleichen” ist eh als Märchen entlarvt, wenn soziale Unterschiede betrachtet werden. Ich bin im Tauschverhältnis immer unterlegen, wenn der Mensch mit dem ich tauschen will/muss, mein Chef ist, weißer, männlicher, brutaler, klüger, älter etc. ist. Das gilt für alle Ebenen von Tauschverhältnissen. Egal, ob ich meine Arbeitskraft gegen Geld tausche oder mein Huhn gegen einen Sack Kartoffeln.

Dass das nur eine scheinbare Gerechtigkeit von messbaren “Werten” ist, liegt daran, dass diese Wertberechnung von vorne bis hinten unpassend ist. Es ist ganz schön wenig, was letztlich im “Preis” einer Ware abgebildet ist. Es geht weder darum, wer unter welchen Bedingungen wo produziert, noch darum, welche Konsequenzen die Produktion für Menschen und Umwelt hat. Nach diesem System ist zur Berechnung des Werts schlicht nicht relevant, was Bedingungen und Konsequenzen zur Herstellung eines Produktes sind, es geht allein um einen höchst abstrakten Durchschnitt an Zeit. Doch im Leben geht es um weit mehr als nur die Zeit. Es geht beim Wert noch nicht einmal um die tatsächliche Zeit, das jene konkrete Ware benötigt, sondern um einen Durchschnitt, der nach dem globalen technischen Stand der Produktion stetig in die Tiefe strebt (mehr Waren in weniger Zeit herstellen). Schneller, Höher, Tiefer, weiter. Das zeigt sich zudem in der ständigen Beschleunigung im Leben industrialisiert lebender Menschen, denn diese Art und Weise der Lohnarbeit hinterlässt über Generationen tiefe Spuren.

Diese Verkürzung macht es möglich, dass letztlich alles irrelevant ist, was nicht dem Zweck der Warenproduktion und damit dem Herstellen von Profit dient. Damit erübrigen sich Überlegungen in Richtung von “es kann alles bleiben wie es ist, man muss das Geld nur anders nutzen”. Man kann das Leben nicht einfach ausblenden und dann erwarten, dass sich Mensch und Umwelt beliebig den daraus entstehenden Bedingungen anpassen.

Damit das mit der Produktion glatt läuft, halten Regierungen (Aufstandsbekämpfung, Zuckerbrot, Gefängnisse) und jede Menge “gemeinnütziger” Einrichtungen sowie – überwiegend ebenfalls kommerzialisierte – “Freizeit” den Ball flach. Das Leben der meisten Menschen ist durch technologische Rationalität, Fremdbestimmung, Vereinzelung und Konkurrenzdruck leidvoll gezeichnet. Es ist angesichts der Allgegenwart und der gleichgültigen Kälte des Systems erstaunlich, dass die Menschen trotzdem so viele soziale Bindungen mit echter Wärme und Unterstützung ohne jede Verrechnung schaffen.

Stellen wir uns eine Welt ohne Wert und Geld vor. Wenn Geld sonst zwischen den Menschen vermittelt hatte, müssen andere soziale Strukturen geschaffen werden, die den Menschen helfen, miteinander zu planen, was sie brauchen und wie sie es herstellen wollen. Es braucht Kommunikationsstrukturen. Lasst uns miteinander über andere Produktions- und Verteilungswege reden, die uns und unsere Lebensbedingungen nicht ignorieren!

Auch wenn es nicht so scheint (schließlich wird es von Generation zu Generation schwieriger, es sich anders vorzustellen, da es ja “schon immer so war”), so gibt es doch Alternativen zu dieser “Wertlogik” in der Produktion. Es muss dabei beachtet werden, dass den sozialen und ökologischen Prozessen ausreichend Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, um lebenswichtige Güter herzustellen.

Es geht dabei um Kooperation statt Konkurrenz, Muße, Bedürfnisse, Qualität statt Quantität.

Dabei wäre der Tausch (Geld oder ähnlichem Berechenbaren) der falsche Weg. Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind fatal, auch wenn die einfache Berechenbarkeit zunächst praktisch erscheint. Die dadurch suggerierte “Freiheit” richtet sich an dem Punkt gegen sich selbst, wo der Einzelne losgelöst (von nicht kommerziellen sozialen Beziehungen) zum Sklaven des Marktes wird und im harten Kampf ums knappe Geld unterliegt (und seine Miete nicht mehr zahlen kann).

Geldsysteme versuchen, soziale Beziehungen durch Automatismen zu ersetzen, und zwar so, dass mensch “unabhängig” von Anderen erscheint. Letztlich wird die Abhängigkeit von Familie/Clan/Wahlverwandtschaft durch eine Abhängigkeit vom Markt abgelöst. Dementsprechend wird es nötig, sich den “Spielregeln” – dem Verwertungszwang – zu unterwerfen. Um das als Freiheit “zu verkaufen”, gehört schon ganz schön viel Dreistigkeit dazu.

Es muss also ein Weg gefunden werden, aus einengenden Familien/Clanbeziehungen auszubrechen ohne sich der zerstörerischen Kraft des Marktes auszusetzen. Wenn wir das “schöne Leben” durch zwischenmenschliche Beziehungen und Verbindlichkeiten jenseits des Zwangsmittels Geld aufbauen wollen, ohne in Unterdrückung zurückzufallen, müssen wir über Privilegien nachdenken. Die Vorteile, die einige wegen Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Sexualität, soziale Schicht etc. gegenüber anderen haben, spielen eine wichtige Rolle. Diese Rollen müssen hinterfragt werden und Strategien entwickelt werden, wie wir die Unterschiede zur fruchtbaren Kooperation nutzen, statt sie als Abweichung von der Norm zu denken und uns deshalb gegenseitig zu unterdrücken. Eine Welt, in der viele Welten Platz haben schließt jene Welten aus, die nur ihre Welt als die “einzig wahre” gelten lassen wollen.

Das Denken in festen Feindbildern wird durch eine Analyse der Wertlogik erschwert. Klar sitzen Regierungen, Chefs und Banker an größeren Schalthebeln als Andere, jedoch sind sie letztlich genauso an die Marktlogiken gebunden. Und so sitzen wir alle in den selben Zahnrädern eines selbst gebauten Getriebes fest. Das System ist schuld. Lasst uns der Sand im Getriebe sein und langsam rausbröckeln.

Endlich aufhören zu kaufen und zu verkaufen

Wenn ich aufhöre, mich selbst und andere in messbare tauschbare Werte zu pressen und stattdessen überlege, wer den dieser Mensch tatsächlich ist, was konkret der_die Andere braucht und was ich brauche, um ein gutes Leben zu führen, komme ich definitiv zu anderen Ergebnissen als “24,65”.

Eine Versorgung jenseits von Wert und Geld ist sozial, voller interessanter Auseinandersetzungen (endlich Zeit dazu!), kreativ im Problemlösen und setzt auf kollektive Intelligenz. Es geht um konkrete Bedingungen und Auswirkungen konkreter Tätigkeiten. Um beobachten, zuhören und wahrnehmen. Menschen finden zusammen, um zu schauen, ob sie einen Bedarf decken können, bestimmen dafür den nötigen Aufwand und wenn es genug Beteiligung gibt, wird soviel produziert, wie gewünscht und danach aufgehört (der Muße gefrönt). Freiwillige Kooperation heißt hierbei, die Möglichkeit zu haben, aus den jeweiligen Zusammenschlüssen ohne existentielle Nachteile ein- und aussteigen zu können. Auch Maschinen, Infrastrukturen und Werkzeuge müssen daher “offen” sein, das heißt zugänglich für alle, die es brauchen.

Mit dem einen Bein im Kapitalismus stecken

Das derzeitige System ist totalitär. Das heißt, es ist nur unter existenzgefährdenden Nachteilen möglich, auszusteigen (bzw. es gibt nur “Einzellösungen”). Daher ist es nötig, ein strategisches Verhältnis zu Markt und seinen Regierungen einzunehmen. Wie lassen sich Vereinnahmungen verhindern? Es ist fast die Regel, dass soziale Projekte kommerzialisieren, dass Gruppen korrumpieren sobald sie Macht bekommen (siehe “die Grünen”), weil sie dann die Schalthebel der Wertlogik entsprechend bedienen müssen, so dass für andere Ansätze kein Raum mehr bleibt.

Es gibt nicht das Richtige im Falschen, daher muss diese Gratwanderung stattfinden. Das “kleinere Übel” muss akzeptiert werden, sofern damit “Keimformen” einer anderen Produktionsweise und Zusammenleben der Boden bereitet werden kann. Zum Beispiel, indem ein Schenkladen Fördermittel bekommt, Spenden wirbt oder ein kommerzielles Cafee betreibt, um die Miete zahlen zu können. Damit die Wertlogik das jeweilige Projekt nicht zerstört, muss es bis zu einem gewissen Grad kooperieren und etwas “verwerten” oder Verwertung unterstützen. Dies ist als ein bewusster Prozess zu gestalten. Der Weg ist das Mittel zum Ziel, wenn wir morgen eine nicht wertförmige Produktion haben wollen, darf sie das heute auch nicht sein, sondern in möglichst allen Punkten der Utopie nahe kommen. Die kommerziellen Vorhaben müssen daher scharf von den nicht-kommerziellen Experimentierräumen getrennt sein, da kommerzielles Wirtschaften den Marktlogiken folgt und in den nicht-kommerziellen Räumen gerade danach gesucht wird, wie wir ohne sie auskommen. Diese Forschung am nicht-kommerziellen Produzieren und Verhandeln ist schwierig, da wir alle kapitalistisch aufgewachsen sind, jede/r hat andere Grenzen, wie weit er/sie diese “Gewohnheiten” im Denken und Fühlen ersetzen kann. Dies nicht zur neuen druckigen Norm zu erheben und dennoch anzustreben, wird zu einer weiteren Herausforderung.

Die Umgestaltung zur nach-kapitalistischen Gesellschaft wird nicht plötzlich vom Himmel fallen, sondern ein Prozess sein, zu dem leider nicht viel Zeit bleibt (Verelendung, Ressourcen-und Umweltzerstörung). Glaubt niemanden, der_die behauptet, einen fertigen Plan aus der Schublade zaubern zu können.

Direkte Kommunikation, Konfliktkultur und das Gemeinwesen als neue Wurzeln

Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Und wenn diese trotz aller tollen Vereinbarungen mit Anderen zusammenstoßen, sprühen die Funken! Sich neu zu organisieren, um zu produzieren und zu leben, wird auch heißen, Konflikte austragen zu müssen und dafür Methoden zu finden. Kreativität, kollektive Intelligenz, Erfahrungen und Stärke können sich darauf richten, eine passende Konfliktkultur zu schaffen ohne damit Verhältnisse zu zementieren oder sich gegenseitig totzuschlagen. Das Reflektieren gesellschaftlicher Machtverhältnisse aufgrund unterschiedlicher Privilegien wurde im Text bereits betont. Es muss zusammen mit der Abschaffung der Wertlogik erfolgen um zu vermeiden, dass Menschen auf unpassende Rollen festgelegt werden und die Dynamik sozialer Beziehungen in neuen Hierarchien erstickt wird. Es geht darum, das “Gemeinsame” zu entdecken und zu pflegen. Wenn wir miteinander ins Gespräch kommen wollen, hindern uns Hierarchien nur daran, ernsthaft produktiv zu sein, da interessante Gedanken so gar nicht erst hervorgebracht oder ignoriert werden.

Arbeit ist scheiße(n)

Vielleicht macht es auch Sinn “Arbeit” als Begriff abzuschaffen. Weil er die Verkürzung auf Wert in sich trägt. Was sagt es einem, wenn jemand meint, er/sie würde arbeiten gehen? Gar nix. Wenn es sich nicht gerade um ein nicht-kommerzielles Projekt handelt, würde ich vermuten, dass jemand seine Arbeitskraft verkauft. Sonst ist dem nix zu entnehmen. Es ist möglicherweise Ausdruck unserer wertlogischen Wahnvorstellung, alles in abstrakte Containerbegriffe zu packen und unsere Arbeitskraft (Lebenszeit) beliebig ersetzbar erscheinen zu lassen, statt das Kind beim Namen zu nennen. “Ich gehe Ziegen betreuen” oder “ich gehe Löcher stanzen” eröffnet gleich viel mehr Perspektiven, auch zum Hinterfragen der Tätigkeit.

Ein weiterer Punkt ist die Wissensweitergabe. Viel von dem Wissen, wie wir uns umwelt- und menschenfreundlich versorgen können, muss erst noch erforscht werden. Oder zum Teil wieder ausgegraben werden aus den Mottenkisten unserer Vorfahren. Jedenfalls kommt der Wissensteilung eine große Rolle zu, die alle spielen können. Jede/r weiß etwas und kann anderen etwas zeigen. Wenn das verwertungsorientierte Wissen aus Schulen und Unis nicht mehr sinnvoll ist, müssen eigene Maßstäbe und Bildungssysteme geschaffen werden. Bildungsnetzwerke wären ein ressourcensparender Ansatz.

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Praxis-Reflexionen, Theorie

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8. Februar 2012, 07:30 Uhr   18 Kommentare

1 fortschritt (08.02.2012, 10:06 Uhr)

Puh, ist das ein langweiliger Text. Und schlagt ihr allen ernstes statt „Kämpfen“ mal nett miteinander bei nem Kaffee mit Sahne darüber reden, was wir alle eigentlich wollen? Und wenn die Pause dann vorbei ist, gehen wir nicht arbeiten, sondern Löcher stanzen, weil uns dann aufgeht, wie sinnlos unsere Tätigkeit ist? Und das soll neu sein?Ich find’s ja auch richtig, über Bedürfnisse zu sprechen und nicht nur mit abstrakten Hülsen um sich zu werfen, aber gerade dann werd ich wütend und nicht zahm.

2 Hans-Hermann Hirschelmann (08.02.2012, 13:29 Uhr)

„Ich bin im Tauschverhältnis immer unterlegen, wenn der Mensch mit dem ich tauschen will/muss, mein Chef ist, weißer, männlicher, brutaler, klüger,—“

Sorry, aber das klingt, als sei da jetzt Karl May an Stelle von Karl Marx getreten.

3 Herr Schmidt (08.02.2012, 13:47 Uhr)

Hallo Ich finde den Text gut. Dieser Text stellt dar und klar, das „Wir Alle“ in einer Situation stecken, also in einer Menschlichen Tragödie. Das Leben an sich ist immer ein Prozess und eine Gradwanderung. Durch das Ende der Globalesierung, also der Eroberung von Land und den dazugehörigen Ressorcen, ist eine ganz neue Situation für Uns Alle eingetreten. Was vorher, Generationen lang „Gut“ und „Nützlich“ war, ist heute „Schlecht“ und auf lange Zeit gesehen „Nutzlos“. So auch der Wettbewerb. Das ging Generationen lang gut. In der heutigen Situation, „MÜSSEN“ wir kooperieren, weil „UNSERE“ Ressurcen „ENDLICH“ bzw. von der nachwachsenden Biomasse abhängig ist. Damit ist somit ein Paradigmenwechsel nötig. Das ist aber genauso ein langwieriger Prozess wie die Globalisierung einer war. Wir haben auch schon Fortschritte gemacht. Das Netz und sein „offener“ (nicht Frei, im Sinne von Freibier) Code&Content ist die Theoretische Seite unseres Handlungsspielraum-Simulation. Im Netz ist Kooperation schon Stand der Dinge. Das jetzt in der Realität umzusetzen. 24/365/ein leben Lang/ über Generationen weiter …wirkliche Kooperation (auf gleicher Augenhöhe) ist die schwierigste Organisationsform, die erst noch gelernt werden muss.Meiner Meinung nach ist das 21. Jahrh. nicht das Informationszeitalter, sondern das 21. Jahrh. ist das Zeitalter der Kooperation. Technik allein ist nicht der Schlüssel, sondern der gemeinsame und entsprechende Umgang damit, ist der Schlüssel, um einen neuen Raum zu öffnen. Also liebe Autoren, mach mal weiter so MfG   Herr Schmidt

4 StefanMz (08.02.2012, 13:51 Uhr)

@fortschritt: zu wenig Kampfismus?

@HHH: Was willst du sagen? Sabine weist auf die Ausgrenzungslogiken hin, die du und Karl May nicht sehen? Ich empfehle die Lektüre von »Der homo oeconomicus und das Andere« von Friederike Habermann, leider nicht online und teuer (sollte in Bibliotheken zu finden sein).

5 Hans-Hermann Hirschelmann (09.02.2012, 05:48 Uhr)

Nunja, ok, wie man in den Wald ruft …

Empörung gegen Logiken, Antiismus, Kampf gegen die Herrschaft an und für sich und Freiraumillusionen sind halt nicht so mein Ding obwohl ich sie natürlich nicht ganz falsch finde.  Aber es gibt wahrscheinlich auch keine richtige Theorie im falschen Leben. Die besten Vorstellungen sind offenbar immer auch ein Teil des Problems. Aber auch entwicklungsfähig.  Und auch falsche oder nur halb richtige Vorstellungen können Ansporn für relativ richtiges Tun sein. (Was man ja bei der Religion alltäglich beobachten kann) Das kapitalistisch formierte Füreinander bzw.  Durcheinander hebt Ausgrenzungen auf, schafft sie, hebt sie auf usw. Ich sehe Kapitalismus als Entwicklungsstadium, das mitmenschlich zu überwinden (mitsamt der damit wirksamen Formen bzw. Dimensionen von Entgrenzung) mir ein Anliegen ist.

Und das Beste am Kapitalismus ist ja, dass „er“ die Voraussetzungen „seiner“ eigenen Überwindung schafft 😉

Was Marx  Haltung zum gleichen Tausch angeht, finde ich folgenden Abschnitt aus dem „Kapital“ recht erhellend.  Haut spielt dabei ja auch eine Rolle :-).

„Die Sphäre der Zirkulation oder des Warenaustausches, innerhalb deren Schranken Kauf und Verkauf der Arbeitskraft sich bewegt, war in der Tat ein wahres Eden der angebornen Menschenrechte.

Was allein hier herrscht, ist Freiheit, Gleichheit, Eigentum und Bentham.

Freiheit! Denn Käufer und Verkäufer einer Ware, z.B. der Arbeitskraft, sind nur durch ihren freien Willen bestimmt. Sie kontrahieren als freie, rechtlich ebenbürtige Personen. Der Kontrakt ist das Endresultat, worin sich ihre Willen einen gemeinsamen Rechtsausdruck geben.

Gleichheit! Denn sie beziehen sich nur als Warenbesitzer aufeinander und tauschen Äquivalent für Äquivalent.

Eigentum! Denn jeder verfügt nur über das Seine.

Bentham! Denn jedem von den beiden ist es nur um sich zu tun. Die einzige Macht, die sie zusammen und in ein Verhältnis bringt, ist die ihres Eigennutzes, ihres Sondervorteils, ihrer Privatinteressen. Und eben weil so jeder nur für sich und keiner für den andren kehrt, vollbringen alle infolge einer prästabilierten Harmonie der Dinge oder unter den Auspizien einer allpfiffigen Vorsehung, nur das Werk ihres wechselseitigen Vorteils, des Gemeinnutzens, des Gesamtinteresses.

Beim Scheiden von dieser Sphäre der einfachen Zirkulation oder des Warenaustausches, woraus der Freihändler vulgaris Anschauungen, Begriffe und Maßstab für sein Urteil über die Gesellschaft des Kapitals und der Lohnarbeit entlehnt, verwandelt sich, so scheint es, schon in etwas die Physiognomie unsrer dramatis personae. Der ehemalige Geldbesitzer schreitet voran als Kapitalist, der Arbeitskraftbesitzer folgt ihm nach als sein Arbeiter; der eine bedeutungsvoll schmunzelnd und geschäftseifrig, der andre scheu, widerstrebsam, wie jemand, der seine eigne Haut zu Markt getragen und nun nichts andres zu erwarten hat als die – Gerberei“.

Marx: Das Kapital, MEW Bd. 23, S. 190-191

6 uli (09.02.2012, 12:30 Uhr)

Angenommen, lieber fortschritt, Du hättest in Deinen Kämpfen gesiegt und und verfügtest über alle Kraft, die Welt nach Deinem Bild zu gestalten. Was tust Du dann? Wenn es Dir nicht bloß ums neu Umverteilen geht, schön gerecht etwa, jedem/jeder nach seinen/ihren Leistungen und so (womit die ganze Scheiße wieder von vorn begänne), dann stehst Du genau vor den Fragen, die sich Sabine bereits stellt. Die Frage nach Keimformen des Neuen, die Diskussion praktischer Suchbewegungen findest Du langweilig?

Die Kämpfe der Subalternen um ihre Selbstbehauptung im Gegebenen waren und sind zwar notwendig. Die wirkliche praktische und theoretische Herausforderung aber ist die nach einer Lebens- und „Arbeits“-Weise jenseits der Warenproduktion, jenseits der Klassenspaltungen und -kämpfe. Die Annahme etwa über proletarische Kämpfe und entsprechende Herrschaft dahin zu kommen, ist praktisch und theoretisch widerlegt. Der Spätkapitalismus und andere globale Bewegungen, die auf die zivilisatorischen Errungenschaften der bürgerlichen Epoche in den Metropolen nicht verzichten wollen, aber gar keine Chance mehr haben deren Entwicklung nachzuvollziehen, eröffnen jenseits der blamierten historischen Missionen ganz andere Möglichkeiten des Übergangs in eine freie Gesellschaft.

Gibt es entsprechende Keimformen, noch marginale Momente einer neuen Vergesellschaftung? Können diese sich aus dem Kapitalismus herausarbeiten, hegemon werden? Welche, wo, wie? Sabine stellt sich diesen Fragen – offenkundig ziemlich praxisbezogen – auf der Basis einer unverzichtbaren theoretischen Einsicht in die Wert/Tauschlogik. Sie weiß, damit dass wir, egal in welcher Funktion, eher mehr als weniger noch von der kapitalistischen Warenproduktion leben müssen. Auch in Genossenschaften usw., in allen Projekten, die ihre Produkte verkaufen/tauschen müssen, schlägt deren Logik immer wieder durch. Insofern können sie keine Keimformen des Neuen sein. Sabine stellt sich der Dimension der tatsächlichen Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus. Das ist großartig und spannend.

7 Hans-Hermann Hirschelmann (09.02.2012, 12:45 Uhr)

„Die Annahme etwa über proletarische Kämpfe und entsprechende Herrschaft dahin zu kommen, ist praktisch und theoretisch widerlegt.“

Mag sein, aber Marx Postulat, dass „die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiter selbst“ sein kann, nicht unbedingt.

„Insofern können sie keine Keimformen des Neuen sein …“

Keimformen haben vor allem keimfrei zu sein? Klingt irgendwie nach unbefleckter Empfängnis.

8 StefanMz (09.02.2012, 14:09 Uhr)

@HHH#5: Was du also sagen willst, ist, dass Marx davon ausgeht, dass im gesellschaftlichen Durchschnitt Äquivalente getauscht werden. Ok, das könnte man an Sabines Text kritisieren, dann aber auch gleich so ausdrücken, anstatt verklausuliert mit Karl May zu kommen.

Was Sabine aber stark macht — und zwar keineswegs empört, sondern recht genau beschreibend — sind eben genau jene Ausgrenzungslogiken, die „halt nicht so (d)ein Ding sind“ und vielleicht deswegen von dir unbewusst reproduziert werden. Diese ganzen komischen Logiken sind keineswegs nur ferne Dinge, die irgendwem da draußen geschehen, sondern wir sind alle darin eingebunden und reproduzieren eben jene Ausgrenzungen permanent (z.B. durch bestimmte Kommentare).

Dabei geht es — so lese ich den Text — überhaupt nicht um „Kampf gegen die Herrschaft an und für sich“ oder um „Freiraumillusionen“, sondern Sabine hat in dem Text ja gerade den Zusammenhang von Produktionsweise und Herrschaft versucht zu fassen. Und sie hat von den Widersprüchen geschrieben, denen man sich aussetzen muss, wenn man tatsächlich versucht, etwas neues jenseits der Warenproduktion zu schaffen. — Puh, wie langweilig (nein, das schriebst nicht du).

9 Porelsuelo (09.02.2012, 16:37 Uhr)

Besten Dank für den tollen „Zusammenfassung-Versuch“ dieser essentiellen Bestrebungen.
Könnte sogar auch von“Outsidern“ verstanden werden! 

10 Hans-Hermann Hirschelmann (09.02.2012, 19:30 Uhr)

@HHH#5: Was du also sagen willst, ist, dass Marx davon ausgeht,dass im gesellschaftlichen Durchschnitt Äquivalente getauscht werden.
Ok, das könnte man an Sabines Text kritisieren, dann aber auch gleich so ausdrücken, anstatt verklausuliert mit Karl May zu kommen.

Ja, war sehr schnodrig. Aber nicht wirklich bös gemeint. Was ich dazu sagen möchte ist, dass ich Rasismus, Sexismus und all die anderen X-musse, zwar auch äußerst ärgerlich finde, aber für kein systematisches Charakteristikum kapitalistischer Vergesellschaftung halte. Die trägt mal zu deren Abbau bei, mal zu deren Ausbeutung, Verstetigung  oder auch deren Wachstum. In der Geschichte, auch in der des Kapitalismus, geht auch immer mal wieder eins ins andere über.  Wenn in kritischer Absicht Wörter, die für Gewöhnlich biologische Tatsachen erzählen, zu sozilogogischen (oder besser: ideologischen) Kategorien gemacht werden, („männliche Weißheit“ usw.)  dann ist auch nicht ausgemacht, wohin das am Ende führt. Abstrakte Arbeit zu einer moralistischen Kategorie zu machen, hindert m.E. eher am Verstehen des Übels und bekommt rgendwann leicht einen Schlag in Richtung einer eher romantisch-reaktionären  Form der Empörung gegen das, was uns voneinander entfremdet. #

Die kapitalistische Nötigung zur Arbeitsersparnis um jeden sozialen bzw. ökologischen Preis führt nicht immer und überall zu Ausgrenzung. Im Gegenteil ist sie gerade die Hauptquelle von Inklusion, indem sie Dinge, die zunächst nur wenigen Privilegierten zugänglich waren, für immer breitere Schichten erschwinglich macht.  (Was auch wiederum eine Menge Probleme ökologischer Natur machen kann)

Was Sabine aber stark macht — und zwar keineswegs empört, sondern recht genau beschreibend — sind eben genau jene Ausgrenzungslogiken, die “halt nicht so (d)ein Ding sind” und vielleicht deswegen von dir
unbewusst reproduziert werden.

Ich denke nicht, dass ich da was reproduziere.  „Nicht mein Ding…“  heißt, dass ich die Erklärungsqualität einer Fixierung auf diese und jene mehr oder auch weniger temporär auftretenden Ausgrenzungsphänomene bezweifle. Mir geht das zu sehr in Richtung Delegitimierungsideologie, die die Suche nach Ansätzen zur Überwindung des kapitalistischen Zaubers m.E. eher hemmt. 

Diese ganzen komischen Logiken sind keineswegs nur ferne Dinge, die irgendwem da draußen geschehen, sondern wir sind alle darin eingebunden und reproduzieren eben jene Ausgrenzungen permanent (z.B. durch bestimmte Kommentare).

Ja, hab schonmal davon gehört, dass ich Teil der kapitalistischen Gesellschaft bin. Meine Kommentare sind ausgrenzend? Ich halte jedenfalls nichts vom Kampf gegen „Logiken“  (Ich meine als Theorie, wenn jemand gegen Ausgrenzung oder zerstörerische Entgrenzung kämpft, finde ich das natürlich gut, auch die Mechanismen zu durchschauen, die das Blöde zu machen als Akt der Vernunft erscheinen lassen)

Dabei geht es — so lese ich den Text — überhaupt nicht um “Kampf gegen die Herrschaft an und für sich”

Da hatte ich mich auf die Besprechung von Habermanns Buch bezogen.

oder um “Freiraumillusionen”, sondern Sabine hat in dem Text ja gerade den Zusammenhang von Produktionsweise und Herrschaft versucht zu fassen. Und sie hat von den Widersprüchen geschrieben, denen man sich aussetzen muss, wenn man tatsächlich versucht, etwas neues jenseits der Warenproduktion zu schaffen. — Puh, wie langweilig (nein, das schriebst nicht du).

Nein,ich fand den Text nicht langweilig.  Bin auch kein Kampffetischist. Mein nur, dass die Wurzeln vielleicht tiefer liegen.

11 Martin Bartonitz (09.02.2012, 21:15 Uhr)

Danke für diese guten Artikel. Meine Tochter sagte mir letztens, dass sie es sich nicht Wert wäre, dass sich gut fühlen zu dürfen. Der Leistungsdruck in unserer Werte- und Konkurrenzorientierten Gesellschaft, hat schon manchen Erdenbürger „gekränkt“.

Ich hatte die Tage einen interessanten Text gefunden, der unsere Staatskonstruktion mit einer Farm für Vieh verglich und darin nichts anderes sieht, als ein Freilaufgehege für Leibeigene, da sie in vermeinticher Freiheit viel engagnierter sind und entsprechend mehr Etrag bringen: http://faszinationmensch.wordpress.com/2012/02/07/die-matrix-staat-als-menschenfarm/

Um etwas zu ändern, sollten wir die Chance nutzen, dass wir uns endlich eine passende Verfassung verpassen. Ich habe gerade ein Web-Site zu einem Verein gefunden, der sich nun gegründet hat, genau diese auf den Weg zu bringen. Ich lese gerade den Entwurf und finde viele gute Grundlagen, siehe: http://www.verfassung-jetzt.org/index_5.htm

Gibt es noch weitere Gruppen, die schon aktiv wurden?

12 Warum machen wir uns nicht auf den Weg zu einer eigenen Verfassung? « Der Mensch – das faszinierende Wesen (09.02.2012, 22:02 Uhr)

[…] Das Ziel soll ein gemeinsames Wirtschaften ohne Geld sein. Übergangsweise soll ein Bedingungsloses Grundeinkommen Zur Sicherstellung der Grundbedürfnisse gezahlt werden. Hier wird mir noch nicht weit genug gedacht, da fällt mir eine Wert-neutrale Wirtschaft wie hier besprochen gut: Das System an seinen Wurzeln packen… […]

13 fortschritt (10.02.2012, 09:43 Uhr)

Das ist es doch. DIe Frage, was ich täte, wenn ich alle meine Kämpfe gewonnen hätte, ist doch absurd. Genauso wie die Unterstellung, ich hätte kein Interesse an Keimformen. Wie soll denn irgendwer irgendeinen dieser Kämpfe gewinnen, wennnicht transformativ? Revolution ist keine Straßenschlacht. Aber eben auch kein Kaffee-Kränzchen. Und es stecken eben nicht „WIR ALLE“ wie Herr Schmidt sagt in der Scheiße.

14 Hans-Hermann Hirschelmann (10.02.2012, 11:22 Uhr)

„Der Wert einer Sache basiert dabei auf der an ihr verrichteten Arbeit.
Allerdings zählt hier nicht die real verausgabte Arbeit, sondern die in
der Gesellschaft durchschnittlich aufgewendete Arbeit.“

Schlage vor, das etwas präziser zu formulieren bzw. widerspruchsfreier, denn wenn, wie ja richtig bemerkt,  die in der Gesellschaft durchschnittlich aufgewandte Arbeit zählt, dann basiert der Wert einer Sache logischerweise nicht auf die an ihr verrichteten Arbeit. Sondern auf die für die Reproduktion der Ware (eines vom Gebrauchswert her gleichwertigen Produkts) im gesellschaftlichen Durchschnitt  aufzubringende Arbeitszeit.Es scheint mir außerdem wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass da nichts gezählt wird, sondern dass der Markt (also die Konkurrenz derer, die die Ware anbieten) dafür sorgt, dass sich die der Preisbildung zugleich zugrunde liegenden und sich durch sie bildenden Durchschnitts-Tauschwerte auf Basis des – unter den gegebenen Bedingungen – gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwands (einer zu bezahlenden Arbeitskraft) herstellen.

„Obwohl die Herstellung von Gütern immer einfacher wird, werden so immer mehr Menschen von ihrem Nutzen ausgeschlossen, weil sie keine Anstellung mehr finden.“

Das stimmt eben so nicht, es profitieren auch immer mehr Menschen von der erzwungenen Ökonomisierung der Produktion. Und genau das wird immer wieder ein Teil des Problems aufgrund der Destruktivität unserer so voran gepeitschten Produktivtäfte. Selbst die Ideen in Richtung garantiertes Grundeinkommen konnten nur auf Basis dieser unersättlichen (und unersättlich machenden) Fortschrittsmaschinerie entstehen. (Begründet sowohl die Möglichkeit als auch die Notwendigkeit dieses vernünftigen Gedankens und dass er alles andere als weltfremd ist.)

15 Benni (10.02.2012, 19:26 Uhr)

@Martin: Was ist denn das jetzt schon wieder für ein völkischer Mist? Wie kannst Du allen Ernstes meinen, dieser Dreck hätte irgend etwas mit dem hier diskutierten zu tun? Hör bitte auf Deine völlig unpassenden Links hier bei jeder Gelegenheit reinzuspammen.

16 Martin Bartonitz (11.02.2012, 00:31 Uhr)

Hallo Benni,ich verstehe Deine pauschale Kritik nicht. Kannst Du bitte konkreter werden? Ich würde mich freuen, wenn Du die Logik der vorgetragenen Zusammenhänge widerlegen würdest. Auch würde ich gerne wissen, was Du mit völkisch meinst?Es geht um das Verständnis der Wertschätzung der Menschen untereinander. Dat hat was mit den grundlegenden Menschenrechten zu tun, oder etwa nicht?Gruß Martin

17 Benni (11.02.2012, 16:01 Uhr)

@Martin: Wenn ich Deinen Link anklicke, steht da ungefähr drölfzehnmal „Volk“. Das nenne ich „völkisch“. Ansonsten habe ich kein Interesse an einer Diskussion mit Dir, dafür ist mir meine Zeit zu schade, und bitte Dich einfach, Dich daran zu halten, keine unpassenden Links mehr zu posten.

18 maxen (15.02.2012, 01:31 Uhr)

Porelsuelo schrieb‘: „Könnte sogar auch von ”Outsidern” verstanden werden!“.. und als „Outsider“ (ohne fundiertes ‚linkes‘ Vokabular) gefällt mir der Text gut! Sabine schreibt: „Glaubt niemanden, der_die behauptet, einen fertigen Plan aus der Schublade zaubern zu können.“ Dazu (weder fertig, noch Plan) http://ur1.ca/7lslj funktioniert auch ohne Geld 😉

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