Characteristics of Peer Production

Peers support each otherSummary of the characteristics of peer production, first part using Meretz’s work, the second part from my own studies:

A. The social logics of peer production

It is important to see the value inversion that occurs in peer production. Though it is integrated in the dominant economic model and embedded in the strategies of business firms, there are numerous inversions in the logic of value and production: (mehr …)

Die soziale Steuerung von Open Source (Teil 3)

[Fortsetzung des Interviews mit George Dafermos: Teil 1, Teil 2]

Michel Bauwens: Peer-Produktion umfasst Communites von Beitragenden, die zum Teil dafür bezahlt werden und zum Teil nicht, gemeinnützige Vereinigungen wie die FLOSS-Stiftungen sowie beteiligte Unternehmen. Wie sind die Beziehungen zwischen diesen drei Gruppen? Gibt es einen Punkt, wo die Rolle der Unternehmen die P2P- und Commons-Dynamiken so stark verzerrt, dass man nicht länger von Peer-Produktion sprechen kann?

Ihrem Wesen nach ist Peer-Produktion eine Produktionsweise, die weder auf den Markttausch abzielt, noch durch Firmenhierarchien gesteuert wird. Daher unterscheidet sich die Peer-Produktions-Projekten zugrunde liegende Motivation wie auch die Ausrichtung der Produktion in solchen Projekten radikal von den Merkmalen profitorientierter Unternehmen. (mehr …)

Die soziale Steuerung von Open Source (Teil 2)

[Fortsetzung des Interviews mit George Dafermos: Teil 1]

Michel Bauwens: Charles Leadbeater hat in We Think eine sehr starke Aussage über die Steuerung von Open-Source- und kollaborativen Online-Communities formuliert: „Unter keinen Umständen handelt es sich dabei um egalitäre selbstgesteuerte Demokratien“. Glaubst du, dass das stimmt – warum oder warum nicht – und wie sollen wir die Peer-Steuerungs-Praktiken solcher Communities beurteilen? Kannst du uns etwas über deine Sicht auf die Spannung zwischen Gleichheit und Hierarchie in der Peer-Produktion erzählen? Was hältst du von dem Konzept des „gütigen Diktators“?

Ich habe Leadbeaters Buch nicht gelesen, aber ähnliche Argumente wurden auch von anderen geäußert. Gewöhnlich ist der Tenor des Arguments, dass informelle Formen der Organisation – wie sie in vielen Projekten der Peer-Produktion zu finden sind – für die Bildung von administrativen Klüngeln anfällig sind und dadurch den Nährboden für Korruption und Machtmissbrauch bereiten.

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Die soziale Steuerung von Open Source (Teil 1)

Quelle: Shareble, aus dem Englischen übertragen von Stefan Meretz und Christian Siefkes. Einige Begriffe haben im Deutschen keine direkte Entsprechung. Der Begriff „governance“ umfasst allgemein die Art und Weise der sozialen Regelung und Steuerung von Organisationseinheiten, im Falle der Peer-Produktion von Communities. Hier wird die lange Fassung „soziale Regelung und Steuerung“ oder abkürzend „soziale Steuerung“ oder einfach nur „Steuerung“ verwendet.

George Dafermos im Interview

Während der Begriff der Peer-Produktion nach den Pionierarbeiten von Yochai Benkler und dem offensichtlichen Erfolg von Open-Source-Software wohl bekannt ist, ist die soziale Regelung und Steuerung dieser Communities in weit geringerem Maße Gegenstand von Debatten und Studien. Doch die Untersuchung der sozialen Steuerungsmechanismen ist wesentlich, da es keine wirkliche Peer-Produktion geben kann, wenn die Verteilung der Ressourcen nicht Ergebnis der sozialen Beziehungen selbst ist, sondern von kommerziellen Interessen und Herrschaft bestimmt wird. Tatsächlich treten viele kommerziell getriebene und gemanagte Projekte als Open Source auf, aber wenn sie auf klassische Weise gemanagt werden, ist das Potenzial für soziale Veränderungen ziemlich begrenzt. George Dafermos von der Technischen Universität Delft ist einer der wenigen Forscher, der sich auf die soziale Regelung und Steuerung von Communities Freier Software spezialisiert und klarere Kriterien für echte Peer-Produktion vorgeschlagen hat.

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Will Capitalism Survive »Value Abundance«?

Michel Bauwens, founder of the P2P-Foundation, wrote a great article on Al Jazeera website on the expansion of sharing economy and peer production — and the problems for capitalism it causes.

The headline taken from Bauwens article is somewhat vague, because it is not clear what type of value is meant there. In the text he distinguishes between use value and exchange or monetary value. He explains, that the more use value is produced by way of open source and peer production, the more exchange value has been removed from the market:

Thus, the open-source economy destroys more proprietary software value than it replaces. Even as it creates an explosion of use value, its monetary value decreases.

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Android befreien!

FSF, FSFE und der FoeBuD haben eine Kampagne zur Befreiung des Smartphone-Systems Android von proprietären Apps gestartet. Während Android als weitgehend frei eingeschätzt wird, ist dies bei vielen Programmen im Android-Market nicht der Fall, auch wenn diese kostenlos sind. Das Ziel wird daher so definiert:

Diese Kampagne kann Ihnen helfen, die Kontrolle über Ihr Android-Gerät und Ihre Daten zurück zu gewinnen. Sie sammelt Informationen über einen möglichst freien Android-Betrieb und will die Erkenntnisse in diesem Bereich koordinieren.

Nur wenn die Software frei ist, können die Quelle von unabhängiger Seite unter die Lupe genommen werden. Bislang sind verdeckte Datenübertragungen und Spionagefunktionen nur zufällig ans Licht gekommen. Kontrolle heißt, reingucken können (auch wenn man das nicht selber macht) und sicher zu sein, dass das so bleibt.

Ob sich die Entwickler_innen von Apps massenhaft überzeugen lassen, ihre Apps frei zu geben? Dazu gab’s auch hier schon mal eine Diskussion. Immerhin gibt’s schon ein Repository für freie Apps. Unabhängig davon, kann man noch einiges anderes tun.

Aus der Dreckige-Wäsche-Kiste

Manchmal scheitern Projekte kaum dass sie angefangen haben. Zum Beispiel das Oekonux-Spinoff-Projekt und Online-Journal Critical Studies in Peer Production (CSPP). Es sollte ein wissenschaftliches Open-Access-Journal werden. Das Peer-Review sollte transparent ablaufen, eine öffentliche Mailingliste sollte der Ort sein, an dem organisatorische Fragen geregelt werden. Mit anderen Worten: Die Prinzipien der Peer-Produktion sollten auch für das Journal selbst gelten. Klingt logisch.

Im Streit darüber, was »offen« tatsächlich heißt, ist das Projekt gescheitert.

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Was die Marxistinnen sagen

(Crossposting: Dieser Text erscheint gleichzeitig bei Principien, wo er den dritten Teil einer Mini-Serie bildet. Der erste Teil ist nach der Diskussion, die ich im Anschluss mit einem freischaffenden Künstler führte, und in deren Verlauf ich meine Haltung revidiert habe, eigentlich obsolet. Im zweiten Teil argumentiere ich u.a. für eine bilaterale rhetorische Abrüstung: Wir sollten aufhören, von Teilen&Tauschen zu sprechen, wenn dafür die Gegenseite auf den Diebstahl-Vorwurf verzichtet. Er ist außerdem der Ausgangspunkt des folgenden Artikels.)

In der Diskussion um ACTA und das Urheberrecht haben die Progressiven einen argumentativen Sieg gegen die Konservativen errungen. Er hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack. Ja, er fühlt sich fast an wie eine Niederlage. Der Fortschritt soll die Künstlerinnen überflüssig machen? Ist das die Pointe? Sollten wir dann nicht doch besser beim konservativen Modell bleiben?

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There is no infinite growth

The following animation describes why capitalism with its infinite growth model will collapse. It presents many data in an easily comprehensible way (including such complex things like EROEI). The conclusion is quite desillusioning. [credit] [script] [via]

Bedürfnisse und Interessen

Guido fragt in einem Kommentar zum Artikel »SOPA, ACTA, Urheberrecht = Marktwirtschaft«, warum sich denn nicht eine politische Partei, etwa die Partei Die Linke (PDL) finden sollte, die für das freie Tauschen eintritt, was einem Ende des Urheberrechts gleichkäme: »Es ist doch im Interesse der User, unbehelligt alles tauschen zu können«. Eine gute Frage, wie ich finde. Sie lässt sich nicht so einfach beantworten, deswegen versuche ich es (mal wieder) grundsätzlicher.

Ich finde es wichtig, zwischen Bedürfnissen und Interessen zu unterscheiden.

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