Kategorie: Medientipp

»Us Now«

EN: In a world in which information is like air, what happens to power? New technologies and a closely related culture of collaboration present radical new models of social organisation. This project brings together leading practitioners and thinkers in this field and asks them to determine the opportunity for government. (english with german subtitles)

DE: In einer Welt, in der Informationen wie Luft sind: Was bedeutet das für die Macht? Neue Technologien und eine damit eng verbundene Kultur der Zusammenarbeit zeigen radikal neue Modelle der sozialen Organisation. Dieses Projekt bringt führende Praktiker in diesem Feld zusammen und bittet sie, die Möglichkeiten des Regierens auszuloten. (englisch mit deutschen Untertiteln)

Commons im Radio

Die Journalistin Dagmar Scholle hat eine Radiosendung über „Die Logik der Allmende“ gemacht, für die sie unter anderem auf der International Commons Conference [en] Gespräche mit mir und anderen Commoners geführt hatte. Die Sendung wird morgen (Freitag 6.5.2011) um 09:05 Uhr im SR-2-KulturRadio (91,3 MHz) ausgestrahlt und ist gleichzeitig im Internet als Livestream abrufbar. Aus der Ankündigung:

Streifzüge zwischen Weide und Web

Viehweiden und freie Software – haben die miteinander zu tun? Wenn die Viehweide eine sogenannte Allmendweide ist, lautet die Antwort: ja. Denn Allmendweiden werden gemeinschaftlich genutzt, freie Software wird von vielen gemeinsam entwickelt. Beide brauchen klare Nutzungsregeln, um zu funktionieren; beide sind kein Privatbesitz, sondern Gemeingüter. Der alte Begriff der Allmende erfährt in Zeiten des Internets eine Renaissance – auch durch die Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises 2009 an die Gemeingüterforscherin Elinor Ostrom. Bauern und Computerfreaks entdecken seither Erstaunliches: Sie können viel voneinander lernen.

Keimform als Roman?

In Übergangszeiten — wir sind mitten drin — gedeiht utopisch-dystopisches Ausloten der Zukunft. Romane sind eine gute Form dafür. In einem Interview spricht Frank Rieger mit dem US-Autor Daniel Suarez. Dabei geht’s auch um die Frage, ob ein Zusammenbruch noch zu verhindern ist und welchen Ausweg es geben kann. Auf die alten Strukturen, für die »Hypereffizienz« der Fetisch ist, setzt Suarez nicht mehr. Sondern:

Die Initiative muss daher vielmehr aus dem Volk kommen – und dabei denke ich nicht an Proteste und Demonstrationen, sondern an den Aufbau und die Erprobung neuer Wirtschaftsformen, digitaler Währungen, Augmented Reality und vermaschte Open-Source-Netzwerke, die eine neue Ökonomie und damit ein soziales Geflecht schaffen, das die etablierten Mächte samt ihren selbsternannten Torwächtern und Lobbyisten eher umginge als stürzte. Solch ein System würde zunächst nur in embryonaler Form geschaffen. Es zöge immer mehr Anhänger an, die aus der bestehenden Ökonomie herausgefallen sind, und setzte sich schließlich durch, wenn eine kritische Masse sich dem neuen System angeschlossen hätte. Man könnte sich auch eine Übergangsphase vorstellen, in der die Menschen mit einem Bein in der alten und mit dem anderen in der neuen Ökonomie stünden, so dass der Übergang nicht so abrupt ausfiele. Man stelle sich nur einmal vor, wie viele gut ausgebildete Menschen es gibt, die gerne einen Neuanfang in einer Welt wagten, in der ihre Schulden – die Erbsünde der freien Märkte – getilgt wären. Entscheidend ist, dass die Verantwortung für Aufbau und Erhaltung der Netzwerkknoten bei einzelnen Gemeinschaften liegt. Für die vernünftige Regulierung sorgt dann eine Gesellschaft, deren Bürger die physische Kontrolle über ihre Infrastrukturnetze ausüben.

Das hört sich doch verdammt nach Keimform-Denken an — die Richtung stimmt! Eure »Abers« könnt ihr als Kommentare notieren 😉 [via]

»Zeitgeist« and Commons

[Es gibt auch eine deutschsprachige Version des Artikels]

Some weeks ago the movie »Zeitgeist Moving Forward« was released (online/torrent and offline), and I have seen the film only now. Whow, this is a loaded movie! In a radical and compelling way it tells the end of the fetish »market economy«. I did not expect that. The following trailer hardly facilitates the right impression:

So, what is the film about and what has this to do with commons?

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Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik

Vier Jahr nach Erscheinen von »Freie Netze. Freies Wissen« erscheint mit „Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik“ (2011, Open Source Press) ein Upgrade, das die Erfahrungen nach dem ersten Buch ausbaut und verallgemeinert. Fünf der ursprünglichen Kapitel wurden aktualisiert bzw. teilweise grundlegend überarbeitet und mit drei neu verfassten Kapiteln zu Öffentlichem Raum im Netz, dem Web als Kompetenz- und Forschungsfeld und Open Goverment Data sowie insgesamt elf neuen Interviews ergänzt. Ebenfalls finden sich wieder konkrete Projektvorschläge zur Umsetzung auf kommunaler Ebene im Buch. Das Buch gibt’s zu kaufen und ist auch als eBook (PDF) unter einer Creative-Commons-Lizenz erschienen. [via]

Commons, Common Wealth, Commonismus

Die Zeitschrift »Wildcat« hat in ihrer Nr. 88 das Thema »Commons« als Schwerpunkt. Ist schon wieder ein paar Monate her, es lohnt sich aber dennoch, in die Artikel zu schauen.

Der Artikel »Heiße Kartoffel« leitet mit einem Überblick den Schwerpunkt ein. Darin findet sich u.a. diese Kritik:

Theoretisch…machen die open source-Aktivisten mit ihrer Unterscheidung von Informationen und anderen Waren einen klassischen Fehler: sie unterstellen, dass das Eigentum an materiellen Gütern kein den Gütern äußerliches soziales Verhältnis ist, sondern ihrer »Natur« entspreche. Eigentum ist ein Verhältnis zwischen Menschen, nicht zwischen Dingen und Menschen. Es hat den gleichen ausschließenden Charakter, egal ob es um materielle oder immaterielle Güter geht. Aber ist das ein Kardinalfehler, der geradezu den »Erfolg« der open source-Bewegung erklärt?

Die Kritik ist nur zu unterstreichen — nur machen das die »open source-Aktivisten« tatsächlich (mal abgesehen vom gleichmachenden »die«)? Also ich habe es explizit so noch nicht gehört. Mir scheint es eher generell so zu sein, dass bei denjenigen, die überhaupt über das »Eigentum« nachdenken, dieses nicht als soziales Verhältnis begriffen, sondern fälschlicher Weise als Verhältnis zwischen Menschen und Dingen angesehen wird. Insofern ist die Kritik berechtigt, hat nur nicht notwendig mit »Open Source« zu tun, was gar noch ihren Erfolg begründe.

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Four Years of Factor E Farm

After some crisis at Factor E Farm, now in their fourth year of existence they reported a big step forward in buildung the Global Village Construction Set (GVCS).

[via]

CONTRASTE-Schwerpunkt »Kritische Psychologie«

Die Ausgabe 318 vom März 2011 der »CONTRASTE – Monatszeitschrift für Selbstorganisation« ist mit einem Themen-Schwerpunkt »Kritische Psychologie« erschienen. Die Schwerpunkt-Artikel wurden außerdem zu einer Sonderausgabe zusammengestellt, die komplett als Download verfügbar ist: kp-contraste-2011.pdf

Die Artikel in der HTML-Darstellung enthalten nur die Texte (Links auf die Seite kritische-psychologie.de):

»Zeitgeist« und Commons

[There is an english version of this article]

Vor einigen Wochen ist der Film »Zeitgeist Moving Forward« erschienen (online/torrent und offline), ich habe ihn jetzt (erst) gesehen. Wow, dieser Film hat es in sich. Radikal und zwingend erzählt er das Ende des Fetischs »Marktwirtschaft«. Das hatte ich nicht erwartet. Der Trailer vermittelt davon allerdings kaum den entsprechenden Eindruck:

Worum geht’s und was hat das mit Commons zu tun?

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Commons-basierte Peer-Produktion

[Artikel erschienen in spw 182, auch als PDF]

Von Stefan Meretz

Vor zehn Jahren hatte ich das Vergnügen in der spw 120 in einem Artikel zur Freien Software „20 Thesen für eine andere Gesellschaft“ zu formulieren. Zeit also, die Thesen zu überprüfen. Meine zentrale Aussage war seinerzeit, dass Freie Software eine Keimform einer neuen Form der Vergesellschaftung und neuen Art und Weise der Produktion der notwendigen und nützlichen Güter sei. Diese Grundthese hat sich bestätigt. Was mit der Freien Software begann, hat sich auf viele Bereiche der Gesellschaft ausgedehnt. Hinzu kam – das war vor zehn Jahren noch nicht im Blick – ein weltweiter Prozess der Wiederentdeckung der Gemeingüter (Commons).

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