Kategorie: Freie Inhalte

Eine Welt ohne Urheberrecht

Hätte ich ja nicht gedacht, dass eine Forderung, die mal auf keimform.de gepostet wurde, so schnell aufgegriffen wird: Make Copyright History. Die »Süddeutsche« bringt den Artikel »Krieg den Palästen, Friede den Künstlern!«, der Autor kann sich durchaus »Eine Welt ohne Urheberrecht« vorstellen. Auch wenn das nicht wirklich jemand kapiert (siehe die Kommentare beim Artikel), manchen ziemlich unwohl dabei wird und der Autor die Geldlogik kein bisschen überschreitet — auch wenn das alles so ist, ist es trotzdem sehr gut, dass der Artikel erschienen ist (inkl. einer zugespitzten Kritik an Creative Commons).

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Bundesrat mag keinen Open Access

Der Bundesrat hat sich laut Heise-Meldung gegen reine Open-Access-Modelle beim wissenschaftlichen Publizieren ausgesprochen — Open Access könnte die klassischen (und inzwischen ultra-teuren) privatwirtschaftlichen Fachzeitschriften bestenfalls „ergänzen“:

Die Länderchefs betonen in ihrer Stellungnahme zur Mitteilung der EU-Kommission über wissenschaftliche Informationen im Digitalzeitalter dagegen, dass dieser Ansatz „in einem Spannungsfeld mit dem Schutz des geistigen Eigentums“ stehe und die Verwertungsrechte der Verlage gefährden könne. Die traditionellen Publikationsinstanzen hätten eine zentrale Rolle im wissenschaftlichen Informationssystem. Sie stünden dabei in ständigem Wettbewerb um Autoren und Leser, was letztlich die hohe Qualität der wissenschaftlichen Veröffentlichungen sicherstelle. Open Access könne so allein einen „ergänzenden Weg der Wissensvermittlung“ bei Forschungsergebnissen darstellen.

Nun ja, ein deutsches Gegenstück zu First Monday gibt es bislang nicht, und bei der Haltung wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern.

Und was sagt uns das? Dass Politiker/innen keine Wissenschaftler/innen sind, und keine Ahnung haben, welche Probleme sich im Wissenschaftsbetrieb stellen und wie die Qualitätssicherung durch Peer-Review funktioniert? Dass die Politik im Kapitalismus sehr gut dazu geeignet ist, die Interessen der deutschen (oder auch der internationalen) Wirtschaft zu vertreten, aber (aus strukturellen Gründen) zu wenig sonst? Dass die Wissenschaftsverlage effektivere Lobbyarbeit betrieben haben als die Wissenschaftler und Open-Access-Befürworter/innen?

Vermutlich alles zusammen 😉

Copyriot am 1. Mai

Die wirkliche Randale fand diesmal nicht auf der Straße, sondern im Web statt: Digg-User ringen Digg nieder. Die Botschaft: Zensur, nicht mit uns! Mit einem Digg-Teaser plus Link zu einem Code, der das Aushebeln von AACS-Sperren bei HD-DVDs möglich macht, begann es. Die Story wurde schnell hoch bewertet, dann zog Digg die Reissleine und schmiss den Beitrag raus. Schwerer Fehler! In kurzer Zeit entbrannte ein Rennen um das Einstellen und Wiederrausschmeissen des Codes aus Digg — der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Zeitweise war Digg offline.

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OpenMusicContest 2007

Bildquelle: jammin-inc.de, Gewinnerband beim OMC#3Bereits zum dritten Mal fand der OpenMusicContest statt. Teilnehmen können Bands, deren Stücke unter einer CC-Lizenz veröffentlicht werden und frei von GEMA-Ansprüchen sind. Die Gewinner haben die Ehre, auf einer Doppel-CD, präsentiert zu werden. Die CDs mit Booklet in einer netten Faltschachtel ist beim AStA der Uni Marburg schon vergriffen, aber beim FoeBuD e.V. soll es noch welche geben — mein OMC-Sampler-Pack hat die handsignierte Nummer 0541:-) Aber selbstredend gibt’s das Ganze auch online, wer will, kann sich also selbst das Doppelpack basteln.

Open Content Licensing

Open Content LicensingDas Buch »Open Content Licensing — Cultivating the Creative Commons« zur Konferenz ist erschienen. Welcher Konferenz? Nun, der vom Januar 2005 in Queensland, Australien, eben zu jenem Thema. Na ja, Bücher brauchen eben etwas länger. Alle Beiträge können unter der unfreiesten (nicht-kommerziell / keine Veränderungen) freien CC-Lizenz komplett oder einzeln heruntergeladen werden.

Reblogged from Creative Commons Blog

ZDF mit drei Beiträgen über Open Source

Das ZDF hält drei Videos bereit, ein Interview mit Bernd Blaauw über die Entwicklung von FreeDOS und ein Bericht über dieses freie Betriebsystem. Ein Bericht mit Martin “Joey” Schulze über die Entwicklung des “Community Linux” Debian und ein Bericht mit Andreas Goralczyk dem Art Director von “Elephants Dream” über die Entstehung dieses Blender-Open Movie.

Alle Source-Links in der Karl-Tux-Stadt

Architecture goes creative commons

Architektonische Designs sind natürlich wie geschaffen für offenes Teilen über Computernetze. Und diese Tendenz wird mit zunehmender Nutzung von computerbasierten Designwerkzeugen nur noch deutlicher werden. Technische Hindernisse existieren allerdings immernoch: Wer Architekten kennt, weiss wie sehr die auf hochaufgelöste graphische Repräsentationen abfahren. Und die sind datenintensiver als Texte, sei es als Wikipedia Artikel oder als Quellcode einer Anwendung. Kulturelle Barrieren gegenüber dem freien Teilen der kreativen Einfälle sind innerhalb der Architektenprofession ein weiteres schwerwiegendes Problem. Irgendein Äquivalent zur Hacker-Ethik der Freien Software fehlt hier vollkommen.

Sowohl die technischen als auch die kulturellen Hindernisse versucht seit heute das open architecture network auszuräumen (noch im beta Betrieb, bisher nur Screenshots der Tools). Das ist eine Implementation eines „open-share“ Mechanismus für alle, die mit Architektur zu tun haben. Viele der dort gesammelten Designs adressieren die sog. Dritte Welt und Fragen der Nachhaltigkeit. Getragen wird das von der non-profit Gruppe architecture for humanity, die sich beim Wiederaufbau nach Katrina und dem Tsunami in Indonesien einen Namen gemacht hat. Ein Interview mit den GründerInnen gibts bei Wired.

Man mag von den dort zugrundegelegten CC Lizenzen halten was man will, eine spannende Initiative ist das m.E. allemal und ich werde sie allen meinen Architektkollegen nahelegen.

Streifzug-Review 6: »Wikipedia in der Krise«

Politik, ein Ding der UnmöglichkeitDie sechste Ausgabe der Kolumne »Immaterial World« der Wiener Zeitschrift »Streifzüge« hatte Wikipedia zum Thema. Einige echte oder inszenierte Krisen hatten die bekannte Online-Enzyklopädie in Verruf gebracht. In der Kolumne plädierte ich dafür, das Neue der besonderen Produktionsweise der Wikipedia jenseits von Verwertungslogik und Demokratie in all ihrer Widersprüchlichkeit zu verstehen, zu verteidigen und zu verallgemeinern. Denn:

»Das Neue ist nicht nur einfach das Nicht-Alte. Ein Neues wird sich nur durchsetzen, wenn es die Lebensbedürfnisse der Menschen besser als das Alte erfüllen kann. Danach ist zu suchen.«

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Buch »Freie Netze. Freies Wissen.«

Neben Vilnius trägt Linz im Jahr 2009 den Titel Kulturhauptstadt Europas. Linz, Stätte des Prix Ars Electronica, ist prädestiniert, sich mit den Freien Bewegungen auseinanderzusetzen. Und das ist bereits geschehen, das Ergebnis liegt nun als Buch vor — selbstverständlich unter einer Creative Commons Lizenz. Zwei Zitate auf der Buchrückseite stehen prägnant für den Inhalt:

»Die Bewegung für Freie Software ist eine Bewegung für Menschenrechte und für soziale Veränderung.« (Richard Stallman)

»Es gibt keine Kunst, die nicht wiederverwendet.« (Lawrence Lessig)

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Contentklau, was ist das?

Willkommen im Zeitalter des Remix! Was Stefan Weber das Google-Copy-Paste-Syndrom nennt, ist und wird für die Generation, die mit dem Netz aufgewachsen ist, selbstverständlicher Alltag. Doch der Medienwissenschaftler wundert sich:

»Rätselhaft ist … das beängstigende Ignorieren des Plagiats- und Contentklau-Problems in zahlreichen Debatten zur freien Informationskultur im Netz … Eine neue Ära der Netzkritik wäre hier dringend erforderlich.«

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