Die Kritische Psychologie ist unverzichtbar, wenn es um einen Begriff vom gesellschaftlichen Menschen geht. Das ist die Kernaussage der aktuellen Kolumne »Immaterial World« in den Wiener »Streifzügen« mit dem Schwerpunktthema »Freundschaft«.
Einen qualifizierten Begriff vom gesellschaftlichen Menschen benötigen wir vor allem in den neuen Debatten um die Commons. Immer wieder taucht dort nämlich die Frage auf, warum denn Menschen erfolgreich ihr Commoning, die soziale Praxis rund um die Commons, hinbekommen. Elinor Ostrom hat das zwar empirisch nachgewiesen, aber gleichzeitig nicht mit dem homo oeconomicus der klassischen Wirtschaftstheorie gebrochen. Hier liefert die Kritische Psychologie Antworten, die für eine emanzipatorische Praxis hilfreich sein können.
P.S. Vom 24. bis 28. August 2010 findet an der FU Berlin die 7. Ferienuniversität Kritische Psychologie statt.
1991 hatte der junge finnische Informatikstudent Linus Torvalds eine verblüffende Idee: er begann damit, auf seinem neuerworbenen PC ein Betriebssystem zu schreiben. Zunächst ging es ihm nur darum, einige fehlende Funktionen für seinen Rechner nachzurüsten, doch nach einigen Monaten Bastelei bemerkte er, dass er ein System entwickelt hatte, das auch für andere Leute nützlich werden könnte. Er kündigte seine Arbeit öffentlich im Internet an – „Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby…)“ – und bat um Rückmeldungen, welche Eigenschaften sich die anderen von einem solchen System wünschten. Einige Wochen später stellte er die Software ins Internet, was es jedem ermöglichte, Torvalds’ Code herunterzuladen, zu verwenden und (bei entsprechenden Programmierkenntnissen) auch den eigenen Bedürfnissen anzupassen.


