Im vergangenen Jahr ist das Leaking, das Herausschleusen mehr oder weniger geheimgehaltener Informationen, in den Fokus der medialen Öffentlichkeit vorgedrungen. Das politische Leaking ist in Mode gekommen, Plattformen schießen wie Pilze aus dem Boden. Ob es sich dabei um vertrauenswürdige Angebote handelt oder diese Sammelstellen für Geheimnisse als Fallen von Geheimdiensten, Regierungen oder privaten Akteuren installiert wurden, ist nicht überprüfbar. Nicht nur deshalb plädiere ich dafür, den Geheimnisverrat in die eigenen Hände zu nehmen. Wie gezeigt wird kann jeder einen kleinen Beitrag für mehr Transparenz leisten.
Kategorie: Commons
Which Commons Sense?
Nachfolgend der»Partner-Artikel« zu dem bereits veröffentlichten Text »Einschluss statt Ausschluss«. Die Zeitschrift iz3w hat beide Artikel als Kontroverse initiiert. Nach der Auslotung der emanzipatorischen Möglichkeiten folgt also nun eine Kritik des Commons-Ansatzes. Weitere Artikel zum Thema gibt’s in der aktuellen Ausgabe iz3w 322. Danke an den Autor und iz3w für die Genehmigung zur Veröffentlichung.
Which Commons Sense?
Die Debatte um Gemeingüter ist oft rückwärtsgewandt
von Winfried Rust
Ein Programmierer formuliert auf einem Commons-Kongress die Freiheiten offener Software: »Benutzen, studieren, anwenden, teilen und die verbesserte Variante neu verteilen.«1 Darauf ruft eine Kleinbäuerin: »Genau. Das fordern wir für unsere Saaten!« Diese Begegnung hat einen rebellischen Charme. Allerdings führt die Freie-Software-Szene eine Parallelexistenz gegenüber der kommerziellen Softwarewelt. Und kleinbäuerliche Gemeingüter stellen keinen Großgrundbesitz infrage.
Einschluss statt Ausschluss
[Vgl. dazu auch: »Which Commons Sense?«]
In der entwicklungspolitischen wie in der linken Szene ranken sich die Diskussionen oft entlang griffiger Begriffe. Nach Nachhaltigkeit, Neoliberalismus, Globalisierung und Multitude geht ein weiteres Zauberwort herum: die Commons. Und schon haben die Stars der Globalisierungskritik, Antonio Negri und Michael Hardt, mit „Common Wealth“ den Bestseller zur Debatte veröffentlicht (siehe iz3w 319).
Doch was sind die „Commons“ eigentlich? Sind dabei vor allem Gemeingüter wie Wasser und Boden gemeint, die allen gehören sollen? Geht es um frei verfügbare Dienstleistungen wie z.B. Freie Software oder Bildung für alle? Was ist am Gemeinschafts-Konzept der Commons kapitalismuskritisch, was nicht?
Einschluss statt Ausschluss — Commons jenseits des Kapitalismus
Von Stefan Meretz
Der Kapitalismus hat mit seinen Imperativen erfolgreich Handeln, Denken und Fühlen der Menschen besetzt – weltweit. Seine unerbittliche Logik gibt sich wie ein natürlicher Zusammenhang. So erscheint auch den kritischsten KritikerInnen »Wirtschaft« als das Selbstverständlichste von der Welt. Gleichzeitig ist der Kapitalismus in einer ökonomischen Krise, und auch seine Akzeptanz schwindet. Dies allerdings bedeutet nicht, dass seine Imperative zur Disposition stehen. Die scheinbar in Beton gegossene Unhinterfragbarkeit seiner grundlegenden Mechanismen wurde und wird immer wieder auch durch antikapitalistische Ansätze bestätigt. Alle Erzählungen sind erzählt und probiert: Die Linke in ihrem Lauf hält den Kapitalismus dennoch nicht auf.
Ten Theses About Global Commons Movement
[Diesen Artikel gibt es auch auf deutsch]
The International Commons Conference (ICC) which took place from Oct 31 to Nov 2 2010 in Berlin, was a mirror of the global commons movement. I try to outline this state from my viewpoint in ten theses.
1. The global commons movement exists as an assemblage of movements spread around the globe beginning to become aware of its global and interrelated character. As a global movement it is still establishing its own self-confidence rather than being a coherent agent.
Zehn Thesen zur globalen Commons-Bewegung
[This article is also available in english]
Die Internationale Commons Conference (ICC), die vom 31.10. bis 2.11.2010 in Berlin stattfand, spiegelt den Stand der globalen Commons-Bewegung wider. In zehn Thesen versuche ich diesen Stand aus meiner Sicht zu umreissen.
1. Die globale Commons-Bewegung existiert als Zusammenfügung der über den Erdball verteilten Bewegungen, die beginnen, sich ihres globalen und zusammenhängenden Charakters bewusst zu werden. Als eine globale Bewegung ist sie also derzeit eher eine Bewegung des Selbstbewusstwerdens als ein gemeinsamer Akteur.
Commonstheorie und Perspektiven des Widerstands
Hier der Slidecast (Folien+Audio) meines Vortrags an der Uni Göttingen auf Einladung der Studierendenorganisation Linke.SDS.
[Update] Download-Links: Präsentation (ODP | PDF) und Audio (OGG | MP3)
Self-organized Plenty
[Eine etwas ausführlichere Version dieses Artikel gibt es auch auf Deutsch.]
This is a handout of the slides of the talk which I gave at FSCONS 2010. So far, a detailed written version of the talk exists only in German (1, 2, 3, 4), but I hope to prepare something similar in English in the foreseeable future.
The Emergence of Physical Peer Production
Commons-based Peer Production
- Commons
- Goods which are jointly developed and maintained by a community and shared according to community-defined rules.
- Peer production
- People cooperate voluntarily on an equal footing (as peers) in order to reach a common goal.
- Commons-based peer production
- Peer production which is based upon commons and which creates new commons or maintains and fosters the existing ones.
Gemeingüter — kurz erklärt im Film
Bitte nutzen und verbreiten! Lizenz: CC-by-sa
Diesen Film gibt’s nicht nur auf deutsch, sondern auch auf spanisch, englisch und italienisch. Bis jetzt.
Göttingen: Commons-Vortrag beim SDS
Die Linke.SDS Hochschulgruppe in Göttingen hat mich zum Vortrag eingeladen. Thema: »Commons-Theorie und Perspektiven des Widerstandes«. Da komme ich doch gerne! Die Veranstaltung findet statt:
- am Montag, 22. November 2010
Korrektur: Mittwoch, 24. November 2010 - um 19:00 Uhr
- im Raum ZHG 001 am Zentralcampus der Uni Göttingen
Korrektur: Raum T02 im Theologicum (Kellergeschoß)
The Generative Logic of the Commons — Slidecast
During the International Commons Conference in Berlin (Oct 31–Nov 2, 2010) I gave a keynote speech in the stream »The Generative Logic of the Commons« together with Roberto Verzola. I slidecasted (slides+audio) my talk which you can watch and listen to here:
If you wish to see me speaking at the desk—which isn’t really interesting—you may switch to the Böll conference page and choose part 10. There you’ll also find Robertos presentation (part 9) and all other ICC talks, which have been recorded. And I can recommend the discussion after Roberto’s and my talk (part 11), which was loaded with a lot of critical but constructive energy 🙂