Autor: Stefan Meretz

Zivilisationssprung

Die Gruppe »unverdient« lädt zu einem »Hiddinghauser Höhepunkt« ein — nach langer Pause! Bescheidenes Thema: »Wie könnte der nächste Zivilisationssprung der Menschheit aussehen … und was können wir tun«. Ab Freitag 23.3.07, 19:00 Uhr, bis Sonntag, 25.3.07, 14:00 Uhr, Wittener Str. 169, 45549 Sprockhövel-Hiddinghausen. Mit Dante Darwin und Stefan Meretz.

Kulturerbe digitalisieren – Urheberrecht kicken

Die FAZ stellt fest, dass an der »Digitalisierung des europäischen Kulturerbes als Sisyphosaufgabe … kein Weg vorbei führt«. Das wäre jedoch ungeheuer aufwändig, und wer soll das alles bezahlen? Und schließlich wären da noch die »Rechteinhaber«. Überraschende Frage: »Braucht man deren Erlaubnis überhaupt?« Noch überraschender ist die stellvertretende Antwort: (mehr …)

Kritische Psychologie an der FU Berlin vor dem Aus

Morus Markard ist der letzte Professor, der an der Freien Universität (FU) Berlin Lehrveranstaltungen zur Kritischen Psychologie anbietet — und auch das nur per Lehrauftrag, der jedes Semester neu vergeben werden muss. Damit sollte nun nach dem Willen der FU Schluss sein. Begründung: Die FU müsse sich auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge vorbereiten. Durch eine Protestaktion konnten die Studierenden dafür sorgen, dass Markard den Lehrauftrag noch mal bekam.

Doch die Studierenden machen sich keine Illusionen. Nora Kiefer schreibt in der jungen Welt:

Den Erfolg der Proteste an der FU Berlin und die Bewilligung von Markards Lehrauftrag als einen Sieg zu bezeichnen, wäre weit gefehlt. Aber die Studierenden haben ein kleines Zeichen gesetzt, daß sich Betroffene wehren können, daß es noch Alternativen gibt und daß sie genutzt werden können.

Keimformdenken braucht die Kritische Psychologie. Man muss nicht völlig mit ihr übereinstimmen, aber die theoretischen Grundlegungen zur Handlungsfähigkeit und Selbstentfaltung sind unverzichtbar.

Die kritische Potenz kann sich jedoch nur unzureichend entfalten, wenn Kritische Psychologie nur als akademische Lehre und Forschung verstanden wird, die auf ein normales Berufsleben vorbereiten soll. Spätestens jetzt ist klar, dass die Kritische Psychologie nur außerhalb der Universitäten überleben kann. Dafür müsste jedoch auch aus der Universität heraus etwas getan werden.

Buch: »Die Befreiung der Information«

André Spiegel hat vor ein paar Monaten ein nettes kleines Büchlein über »GNU, Linux und die Folgen«, wie es im Untertitel heißt, herausgebracht. Der Autor konnte einen Verlag überzeugen, das Werk sowohl kommerziell zu vertreiben und wie auch den freien Download unter einer Creative-Commons-Lizenz zu akzeptieren — geht doch! Was steht drin? Eine nachgereichte Rezension…

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Kuba setzt auf Linux

Na, wird ja auch Zeit! Kuba will nun bald seine Behördenrechner auf GNU/Linux umstellen, berichtet Heise. Dass aber Stallman auf einer Konferenz in Havanna eine „seiner traditionellen Pro-Open-Source-Reden“ gehalten habe, halte ich allerdings für ein Gerücht: Mensch, Heise, dass RMS das Wort „open source“ nicht in den Mund nimmt, müsste sich doch nun langsam rumgesprochen haben!

Sein und Haben — Thesen zur Warenkritik

Die Zukunftswerkstatt Jena hat eine Broschüre zur Kritik der Warengesellschaft online gebracht. Die Autorinnen und Autoren zeigen in einem methodisch und historisch sehr grundlegendem Aufriss, dass die Menschheit an eine Grenze der Reproduktion ihrer Gattung gelangt ist und sich bei einem „weiter so“ in ihrer Existenz selbst gefährdet. Als Ursache wird die Verselbstständigung der Warenproduktion gegenüber den Bedürfnissen der Menschen angesehen.

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Kritisches zum »containern«

»Containern« nennt man die Praxis, entsorgte aber noch gute Lebensmittel einzusammeln, um sie für ein leckeres Mahl zu verwenden. Damit befasst sich der autonome container-blog. »Warum zum Henker ist Containern illegal?« — fragt ein eher theoretischer Beitrag und erklärt schlüssig, dass die allgemeine Knappheit der Waren aufrecht erhalten werden muss.

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Metastudie »Open-Source-Software«

Alles mal zusammenzufassen, was es an Aufsätzen zu Open-Source-Software gibt — das ist der Anspruch der »Metastudie Open-Source-Software und ihre Bedeutung für Innovatives Handeln«. Die vom Forschungsministerium finanzierte Studie wurde von FH Brandenburg und Uni Potsdam erstellt und hat das „Innovationsverhalten“ von Software-Unternehmen im Fokus. Da „Innovation“ nur ist, was Geld bringt, lautet die Sichtweise der Studie — in freier Rede: »Wo und wie kann man mit Freier Software möglichst viel Geld rausschlagen?«

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Streifzug-Review 5: »The Next Free Project«

Unmöglich, diese Politik!In der fünften Ausgabe der Kolumne »Immaterial World« in der Wiener Zeitschrift »Streifzüge« ging es um die große Ankündigung des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales »Zehn Dinge, die frei sein müssen«: Enzyklopädie, Wörterbuch, Curricula, Musik, Kunst, Dateiformate, Landkarten, Produktcodes, TV-Informationen, Communities.

Was ist draus geworden? Klar, Wikipedia ist allen bekannt — zuletzt gab es Stress wegen Werbung im Rahmen einer Spendenkampagne –, aber die anderen Punkte? Nicht mehr viel davon gehört. Stattdessen will Wales seine eigene Firma Wikia fördern und eine neue Suchmaschine (Nutch oder YaCy?) in Konkurrenz zu Google etablieren. Nichts genaues weiss man nicht. Und dann geistern da noch die 100 Mios durch den Raum…

Zu der Kolumne gab es nicht viele Kommentare, wesentlich sind zwei Ergänzungen zu der Zehn-Punkte-Liste: Frei sein sollte auch Saatgut und Hardwarearchitekturen. Da fiele mir noch so einiges mehr ein…

»Maintainer wanted«

Was passiert eigentlich mit Freien Softwareprojekten, wenn es niemanden mehr gibt, der sich drum kümmert? Das ist genau die Frage von Unmaintained Free Software, einem Wiki zur Sammlung verwaister Projekte. Ziel ist es, neue Maintainer zu finden, unnötige Code-Forks und Doppelarbeit zu vermeiden und die Gründe zu dokumentieren, warum Projekte verwaisen.

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