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Droht das Aussterben der Menschheit durch die Klimakrise?

Die Klimakrise ist endlich in aller Munde. Das ist gut. Greta Thunbergs „I want you to Panic“ ist genau der Richtige Aufruf. Die Folgen der Klimakrise werden schon jetzt schwer beherrschbar sein. Selbst wenn die Klimaziele von Paris eingehalten werden sollten – wonach es gerade ganz und gar nicht aussieht – werden die Folgen verheerend sein. Schon jetzt sterben Menschen wegen der Klimakrise. Dazu kommen mindestens zwei weitere dramatische ökologische Krisen: Das Artensterben und der Verlust von landwirtschaftlich nutzbarem Boden. Alle drei Krisen können sich gegenseitig verstärken. Wenn das ungebremst so weiter geht, werden vermutlich Milliarden von Menschen sterben und in der Folge könnte auch unsere Zivilisation an ein Ende kommen. Dazu gibt es durchaus wissenschaftlich fundierte Hinweise. Zusätzlich liest und hört man aber immer mal wieder die Warnung vom „Aussterben der Menschheit“. Ich war neugierig: Stimmt das? Ist da was dran? Kann das wirklich sein?

Disclaimer: Es soll hier ausdrücklich nicht darum gehen, die Folgen der Klimakrise klein zu reden oder zu verneinen, dass es für sehr viele Menschen wirklich ums Überleben geht. Aus irgend einem Grund wurde mir das in vielen Diskussionen immer wieder unterstellt. Vermutlich, weil die Erkenntnis, wie schlimm es ist, noch immer nicht bis zu allen vorgedrungen ist, und deswegen die übliche Richtung der Diskussion gerade bei Klimaaktivist_innen ein bisschen eingeschliffen ist. Mir geht es hier im Folgenden nur um die Frage, ob Homo Sapiens auch nach dieser Krise noch vorhanden ist, oder nicht. Auf manche_n mag diese Frage ein bisschen akademisch wirken, ich finde sie wichtig. Auch weil es für mich die Perspektive auf die Themen dieses Blogs massiv verändern würde, wenn tatsächlich das Aussterben der Menschheit droht. Denn schließlich geht es beim Kommunismus auch um die Erfüllung eines menschlichen Potentials. Ohne Menschheit kein Kommunismus. Und nicht zuletzt finde ich es als historische Perspektive wichtig zwischen dem Aussterben als Spezies (und damit dem Ende aller Geschichte) und dem Ende unserer Zivilisation zu unterscheiden. Ich finde es auch bezeichnend, dass viele Reaktionen, die ich in dieser Diskussion erlebt habe, genau diese Unterscheidung nicht in der Lage sind zu machen. Denn schließlich geht es bei der ganzen Debatte darum, dass wir zumindest große und grundlegende Änderungen an unserer Zivilisation vornehmen müssen (was vielleicht auch erklärt warum ich das Thema hier bei keimform behandele, obwohl es auf den ersten Blick etwas off-topic wirken könnte). Und ein letzter Disclaimer: Ich bin kein Wissenschaftler zumindest in keinem Sinne, der gesellschaftlich anerkannt wäre. Eine solche Frage, wie die hier behandelte, involviert unterschiedlichste Fachgebiete und ich bin in keinem davon tätig. Ich versuche nur Informationen aus wirklich sehr unterschiedlichen Disziplinen zu bündeln um mir diese Frage so wissenschaftlich integer wie es mir halt möglich ist zu beantworten. Wenn jemand andere odere bessere Quellen oder Argumente findet, nur her damit. Gerne insbesondere auch, falls diese ein ganz anderes Ergebnis als meines nahe legen. So, sorry für den sehr langen Disclaimer, aber meine Erfahrung mit den bisherigen Diskussionen, die ich zu dem Thema hatte, scheinen das nötig zu machen.

Ok. Fangen wir einfach an. Was wäre nötig damit die Menschheit ausstirbt? Nun, zunächst kann man trivialerweise mal festhalten, dass der Tod aller einzelnen Menschen natürlich auch die Menschheit aussterben lässt. Doch wie alle Arten kann auch unsere Spezies nur überleben wenn sie ein gewisses Maß an genetischer Diversität behält. Unterhalb einer gewissen Grenze an Individuen ist ein Aussterben dann mittelfristig nicht mehr zu vermeiden, selbst wenn einige die Krise überlebt hätten. Wie viele sind das? Das weiß natürlich niemand ganz genau, aber es gibt interessante Abschätzungen. So wurde einmal in einer Simulationsstudie ermittelt, wie viele Menschen man braucht um diese genetische Diversität in einer Jahrhunderte währenden Reise zu einem anderen Stern zu erhalten. Das Ergebnis war für mich erstaunlich niedrig: Nur ca. 450. Allerdings wird dort auch vorausgesetzt, dass ein Computerprogramm bestimmt, wer sich mit wem fortpflanzen darf. Eine wieder ganz eigene Art Dystopie. Aber trotzdem ist das Ergebnis vielleicht als unterer Grenze brauchbar. Man braucht also mindestens 450 Menschen um das Überleben der Menschheit zu gewährleisten.

Tatsächlich gibt es auch in unserem Genom hinweise, dass wir alle nur von 1-10 Tausend Individuen abstammen und es wird angenommen, dass vor 70-80 Tausend Jahren die Menschheit schon einmal wegen einer Klimakrise in einer Situation war, dass nur wenige von uns überlebt haben, das nennt man einen „genetischen Flaschenhals“. Weitere genetische Flaschenhälse finden sich beim Homo Sapiens mit nur wenigen hundert Individuen vor 120 Tausend Jahren und bei seinen Vorfahren mit ca. 18.500 Individuen vor 1,2 Millionen Jahren.

Zusammenfassend kann man also sagen: Es spricht einiges dafür, dass nur wenige hundert bis einige Tausend Individuen ausreichen um unser Überleben als Art zu ermöglichen.

Als nächstes müssen wir natürlich Worst-Case-Szenarien für die Klimakrise in Betracht ziehen. Wie schlimm kann es werden? Mittelfristig gehen die schlimmsten Szenarien von 5 Grad Plus fast plus 8 °C aus bis zum Ende des Jahrhunderts aus. Was danach passiert ist wohl noch nicht so besonders gut erforscht, aber naturgemäß auch mit viel mehr Unsicherheiten behaftet. Die größte Zahl, die ich mal irgendwo aufgeschnappt hab waren +10 Grad. Wenn jemand da belastbarere Quellen hat, dann sagt Bescheid.

Doch was bedeutet das für die unser Überleben sichernden Ökosysteme? Dazu gibt es zwei verschiedene Ansätze. Der erste sind Simulationsstudien. Man kann versuchen die globalen Ökosysteme, ihr Zusammenwirken und ihre Wanderungen durch die Erwärmung zu simulieren. Ich halte diesen Ansatz für wenig erfolgversprechend, weil die Systeme einfach zu komplex sind, also noch um einige Größenordnungen schwieriger als das ja fürs Klima schon schwierig ist. Dennoch wurde es versucht. Die einzige halbwegs belastbare Aussage, die ich dieser Studie entnehme ist: In Simulationen sterben mehr Arten, wenn man nicht nur ihre direkte Temperaturabhängigkeit simuliert sondern auch ihre Abhängigkeit voneinander. Ach was, Sherlock. Naja, wenn man weniger nüchtern auf diese Studie drauf guckt kann man da drin auch Hinweise finden, dass durchaus ein schneller, starker Klimawandel ein großes Artensterben bewirken kann. Im schlimmsten Fall führen in diesem Modell schon ca. 5 Grad Erwärmung zu einem vollständigen Aussterben und sogar schon die Erwärmung, die wir schon haben können im schlimmsten Fall zu einem Verlust der Hälfte aller Arten führen (soweit man das der für diese Frage etwas schlecht skalierten Grafik entnehmen kann). Zumindest die Worst-Case-Szenarien für heute widersprechen also auch der Empirie, denn wir sind zum Glück noch davon entfernt, dass die Hälfte aller Arten ausgestorben sind (allerdings erschreckenderweise gar nicht so weit, wie ich naiver Weise dachte). Ich halte das Modell auch für viel zu einfach um irgendwelche Ausagen zu machen, die über vergleichende Aussagen zu anderen, noch einfacheren, Modellen hinaus gehen. Das ist wohl auch die eigentliche Intention des Artikels. Dass ist nicht wirklich ein Modell der Erde sondern eher von „earth-like planets“. Dort eine Möglichkeit des Aussterbens der Menschheit rein zu lesen halte ich für eine Überinterpretation. Aber ohne jetzt vorzugreifen halte ich diese Studie noch für die vergleichsweise belastbarste Aussage, die in Richtung Aussterben weißt.

Der zweite Ansatz guckt in der Erdgeschichte nach Klimaveränderungen und versucht Parallelen und Unterschiede zu unserer heutigen Situation zu bewerten. Zunächst mal gilt es fest zu halten, dass die Temperatur auf der Erde in der Vergangenheit sowohl schon deutlich kälter als auch deutlich wärmer war als zu unseren Zeiten. Es macht wohl Sinn, die Zeit über die man spricht auf die Zeit zu begrenzen, in der komplexes Leben auf der Erde existiert hat. Die Bandbreite variiert dabei in den letzten 500 Millionen Jahren von +14 bis zu -6 Grad.

Besonders Interessant sind dabei natürlich für unsere Frage sehr schnelle Erwärmungen. Das bei weitem interessanteste Beispiel, das man kennt, ist das Paläozen-Eozän-Temperatur-Maximum (PETM) vor 55,5 Millionen Jahren. Das ist die plötzlichste globale Erwärmung, die wir kennen. Folgendes ist darüber bekannt:

  • Die Temperatur stieg innerhalb nur weniger Tausend Jahre um ca. 6 Grad von einem Niveau, dass schon ca. 8 Grad über dem heutigen liegt. Von der bloßen Temperaturdifferenz her war das also so etwas wie eine doppelte Klimakrise. Allerdings war die Veränderung wahrscheinlich immer noch ca. um den Faktor 10 langsamer als die heutige.
  • Zu dieser Zeit lebten bereits große Säugetiere und keine Dinosaurier mehr. Wahrscheinlich sogar schon unsere direkten Vorfahren, die ersten Primaten. Biologisch gesehen haben wir es also durchaus schon mit einer vergleichsweise ähnlichen Erde zu heute zu tun.
  • Es gab durchaus ein großes Artensterben, aber es war bei weitem nicht das größte dieser Ereignisse. Tatsächlich hat es das PETM nicht mal in die Wikipedia-Hitliste geschafft.
  • Die Temperaturen waren gleichmäßiger verteilt als auf der heutigen Erde. Der Temperaturunterschied der Meerestemperatur zwischen Polargebieten und Äquator betrug nur noch 6 °C gegenüber heute 22 °C! Es herrschte in sehr viel mehr Gegenden als heute ein Wüstenklima. Am lebensfreundlichsten waren damals die Polregionen in denen ein gemäßigtes Klima mit ausgedehnten Wäldern herrschte in denen Menschen wahrscheinlich durchaus auch schon ohne High-Tech-Hilfsmittel hätten überleben können. Generell kennt man aus der Erdgeschichte dieses Muster, dass in Heißzeiten sich die Temperaturen gleichmäßiger verteilen als in Kaltzeiten.

Zusammenfassend würde ich auch diese Erkenntnisse eher so bewerten, dass dabei nichts wirklich auf die Möglichkeit eines Aussterbens verweist.

Eine weitere Linie der Argumentation, die mir begegnet ist, geht so: Die Klimakrise führt zu Krieg und dann werden uns die Atombomben auslöschen. Auch das halte ich für einen falschen Schluss. Tatsächlich halte ich einen wirklich globalen Atomkrieg für eine größere Gefahr für die Spezies als die Klimakrise, etwa vergleichbar mit dem Einschlag eines großen Asteroiden. Aber dafür braucht es ja mehr als irgendeinen Irren, der mal ne Atombombe zündet. Dafür braucht es mindestens zwei große globale Machtblöcke, die koordinierte Angriffe mit hunderten bis tausenden von Sprengköpfen durchführen können. Doch das ist nicht die Sorte Krieg, die uns die Klimakrise beschert. Die Klimakrise führt vor allem zu Destabilisierung und Flucht. Große Machtblöcke können sich unter solchen Bedingungen gerade nicht halten oder bilden. Der Syrienkrieg ist auch hierfür ein gutes Beispiel. Er wurde vermutlich auch durch mehrjährige Dürre angefacht, also zumindest auch durch die Klimakrise ausgelöst. Dort stehen sich aber nicht zwei große Machtblöcke gegenüber sondern eine Vielzahl von Akteuren, die mal mit- und mal gegeneinander arbeiten. Und die im kalten Krieg noch so menschheitsbedrohenden Machtblöcke existieren entweder schon gar nicht mehr oder konnten sich nicht mal bei so einem lokalen Konflikt auf ein gemeinsames Vorgehen einigen bzw. arbeiten teilweise sogar offen gegeneinander wie im Fall von USA und Türkei. Und das ist erst der Anfang. Die Kriege der Klimakrise werden furchtbar und tödlich, aber sie werden immer wieder an den unterschiedlichsten Orten mit ganz unterschiedlichen Koalitionen aufflammen und es gibt sicher auch eine leider recht Hohe Wahrscheinlichkeit das auch im 21. Jahrhundert Atomwaffen eingesetzt werden, aber sie werden keine Armadas von Atomraketen los schicken, die ganze Kontinente vernichten, weil keiner der Akteure noch genügend Koordinationsfähigkeit dafür haben wird. Wenn überhaupt so etwas passieren sollte dann noch am Anfang der Klimakrise (sprich: in den nächsten 10 Jahren) und nicht wenn sie sich voll entfalten konnte. Dass würde ich (bzw. meine Asche) dann aber auch nicht mehr als Aussterben, das durch die Klimakrise verursacht wurde, bewerten.

Für eine weitere Bewertung muss man natürlich noch wissen, wie anfällig der Homo Sapiens denn ist. Sterben wir als erste aus oder eher als letzte wenn das ganze globale System unter Aussterbestress gerät (und da sind wir ja schon mitten drin)? Ich hörte oft Argumente, dass der Mensch besonders anfällig sei, weil er „am Ende der Nahrungskette“ stünde. Zum einen stimmt das gar nicht, dass wird einem jede Veganer_in bestätigen können. Zum anderen sehe ich es eher umgekehrt: Wir sind besonders flexibel, weil wir uns jede Nahrungskette zu nutze machen können. Kein anderes höheres Tier hat es geschafft auf allen Kontinenten und in allen Ökosystemen zu überleben. Kein anderes hat sich so schnell über die ganze Erde ausgebreitet, wie wir es getan haben. Ich würde also sagen, wir sind tatsächlich eines der flexibelsten Tiere, die es gibt. Vor allem deshalb, weil wir als einziges Tier in der Lage sind unsere Lebensbedingungen zu großen Teilen selbst zu erschaffen. Wir können uns technische Mittel ausdenken mit denen wir noch die widrigsten Umgebungen meistern und noch die unterschiedlichsten Ressourcen zu Nahrung prozessieren können. Wir können von Algen ebenso leben wie von Walen, von Getreide ebenso wie von Raubtieren. Wir können entgiften, kochen und trocknen. Wir können heizen, bauen und weiterziehen. Gerade diese große Fähigkeit unsere Welt zu gestalten hat uns ja den ganzen Schlamassel erst eingebrockt! Und wir haben in unserer Geschichte auch immer wieder Klimakrisen gemeistert und das noch mit deutlich weniger technischen Hilfsmitteln als heute. Also nicht zuletzt auch deswegen würde ich das Fazit zu dieser ganzen Frage ziehen:

Nein, es gibt keine Hinweise darauf, dass der Homo Sapiens als Folge der Klimakrise aussterben könnte.

Aber warum reden dann so viele in letzter Zeit davon? Ich bin bei meinen Recherchen immer auch wieder auf vermeintliche Hinweise verwiesen worden, in denen die Rede davon sei, dass unser Aussterben droht. Spoiler: Ich bin denen nachgegangen und konnte sie alle entkräften. Ich zähle sie vor allem hier auf, weil das ein sehr interessanter Fall ist, wie sich solche Falschinformationen verbreiten können auch und gerade unter besonders wohlmeinenden und ja eher der Wissenschaft zugeneigten Menschen, wie es ja die meisten Klimaaktivist_innen sind. Im einzelnen waren das folgende Quellen:

  • Lustigerweise ausgerechnet Stephen Hawking. Doch gerade sein Status als mediale Wissenschafts-Ikone hat dazu geführt, dass viele eine Aussage von ihm für bare Münze genommen haben, in der er sagt, die Erde könnte durch die Klimakrise so werden wie die Venus also so wie der vermutlich lebensfeindlichste Planet in unserem Sonnensystem. Diese Aussage wurde sehr breit in den Medien rezipiert und der Einspruch der Klimawissenschaftler, dass das einfach nicht stimmt, so gut wie gar nicht. Also ich würde sagen, Stephen: Gut gemeint, aber nicht ganz so gut gemacht 😉
  • Ein einflussreicher Artikel im New York Magazin und ein daraus entstandenes Buch mit der reißerischen Überschrift „The Uninhabitable Earth“. In dem durchaus guten Artikel werden viele Worst-Case-Szenarien vorgestellt, die in den IPCC-Berichten nur am Rande oder gar nicht vorkommen, weil die immer nur auf Wahrscheinlichkeiten aber nicht auf Risiken fokussieren. Die meisten der dort aufgeführten Punkte sind richtig und die reale Gefahr für unsere Zivilisation wird einem dort sehr plastisch vor Auge geführt. Zusammen mit dem Titel und der sowieso offensichtlich ausgeprägten Schwäche bei vielen Menschen zwischen unserer Zivilisation und der Menschheit zu unterscheiden (Böse Zungen sagen ja sogar die meisten Menschen können sich einen Weltuntergang eher vorstellen als ein Ende des Kapitalismus) hat wohl bei vielen den Eindruck hinterlassen: Wir sterben aus! Auch wenn das schlicht in dem Artikel nicht drin steht.
  • Und als drittes gab es immer mal wieder verweise auf offizielle Dokumente aus der regierungs- und militärnahen Security-Community. Die wurden mir dann oft präsentiert mit den Worten „Selbst die sagen es! Dann muss es ja stimmen!“. Ich würde ja eher sagen wenn es irgend jemandes Job ist Panik zu verbreiten, dann ist es deren Job. Wenn man in diese Reports rein guckt, stellt man fest, dass da zwar von einem Aussterben als Folge der Klimakrise die Rede ist als mögliche Bedrohung, dass dort aber schlicht keinerlei Quellen angegeben sind. Das steht da einfach als simple Behauptung drin. Trotzdem wurde natürlich auch das von vielen Medien aufgegriffen. Außerdem wird es, sobald es irgendwie konkret wird, immer klar, dass sie eigentlich vom Ende der Zivilisation und nicht vom Ende der Menschheit sprechen.

Soweit erst mal meine Recherche bis hier. Also ich würde euch bitten bei aller Dringlichkeit und Wichtigkeit des Klimaproblems nicht mehr vom Aussterben zu reden, mindestens nicht was uns Menschen angeht. Einige rechtfertigten das als rhetorische Übertreibung, wenn ich sie drauf angesprochen habe. Nur so könne man die Leute aufrütteln. Ich glaube hingegen das ist kontraproduktiv. Einer der großen Vorteile in der Klimadebatte, den „wir“ da haben ist, dass die Wissenschaft sehr eindeutig auf unserer Seite ist. Nur deswegen funktioniert die Bewegung gerade so gut wie sie funktioniert. Das ist ja nicht in allen politischen Debatten so. Wenn man mit solchen Übertreibungen arbeitet gefährdet man diesen größten Vorteil, den wir haben. Und letzten Endes geht es schließlich um das, was auch ein zentraler Slogan ausgerechnet von Extinction Rebellion ist: Tell The Truth! Dazu gehört ebenso wie die Realität der Klimakrise und des Artensterbens aufzuzeigen aber eben auch zu zeigen, was sich nicht ändern wird ohne damit irgendwas schön zu reden. Die Wahrheit ist schlimm genug, es ist völlig unnötig sie noch aufzublasen zu einer noch größeren Apokalypse.

Kategorien: Medientipp, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke

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13. August 2019, 15:06 Uhr   10 Kommentare

1 Franz Nahrada (19.08.2019, 13:11 Uhr)

Viel spannender fände ich allerdings die Frage, wie die schon fühlbare Klimakatastrophe umschlagen könnte in eine brauchbare Symbiose von Mensch und Planeten.
Hier ist mir vor allem ein Anliegen, den ökomodernistischen Standpunkt  (wir können in den Städten, vielleicht in tiefen Bunkern, mit Atomkraftwerken und ähnlichem, die Krise aussitzen während wir den Planeten sich selbst überlassen  – Russel, Steward Brand, Lovelock etc.) eine valide Alternative gegenüberstellen.

erste Überlegungen dazu:

http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Willkommen_im_Globalen_Dorf/2_Die_Planetare_Krise

2 Marco Pompe (20.08.2019, 19:05 Uhr)

Gutes Anliegen. Schick doch den Link mal als Hinweis/Anregung an irgendwelche Redaktionen, oder Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, Öko-Inis/Verbände …?. Auch in englischen Medien könnt ich mir das gut vorstellen. Was weiß ich, John Oliver macht solche Themen z.b. und die Show arbeitet tatsächlich mit eingesannten Hinweisen. Sollte jedenfalls hier nicht versanden.LG

3 Christian Siefkes (22.08.2019, 19:43 Uhr)

@Benni: Danke für deine gründlichen Recherchen. Ich stimme zu, dass man von Überdramatisierungen absehen sollte, zumal die Lage dramatisch genug ist! Trotzdem würde ich dir nur so halb zustimmen: Zwar gibt es keine klaren Anzeichen dafür, dass der Mensch bei einer Erwärmung um 5–8 (oder mehr) Grad aussterben würde — jedoch würde ich es umgekehrt auch für falsch halten, zu schließen, dass das sehr wahrscheinlich nicht passieren wird.

Die Wikipedia schreibt, dass bei den fünf größten Massenaussterben wohl jeweils mindestens 75 Prozent aller Arten verschwanden — und es gibt einige Hinweise, dass die Menschen derzeit dabei sind, das sechste große Massenaussterben auszulösen, dem ähnlich viele Arten vom Opfer fallen könnten. Wäre die Menschheit, wenn das passiert, unter den weniger als 25 Prozent der Arten, die überleben? In dem verlinkten Interview antwortet Elizabeth Kolbert auf die Frage „Werden die Menschen Opfer ihres eigenen Massenaussterbens werden?“ sinngemäß, dass sie es nicht weiß und auch nicht herausfinden möchte.

Ich wäre da trotz aller unbestreitbaren menschlichen Flexibilität nicht allzu optimistisch — letztlich sind wir von einer relativ geringen Anzahl von domestizierten Tier- und Pflanzenarten abhängig, von denen wir leben. Und diese Arten sind allesamt wieder von diversen anderen Arten sowie von bestimmten auch einigermaßen stabilen Klimakonstellationen abhängig, die in Zukunft vielleicht nicht mehr anzutreffen sein werden. Aber könnten wir, wenn die von uns domestizierten Arten aussterben, rasch genug Ersatz finden, um selbst zu überleben? Das scheint mir alles andere als ausgemacht. Also ich würde sagen: Wenn es tatsächlich zu einem sechsten großen Massenaussterben kommt aufgrund der Erderwärmung und anderer menschengemachter Veränderungen — wofür ja einiges spricht — ist es denkbar, aber alles andere als sicher, dass die Menschheit zur Minderheit der überlebenden Spezies gehören wird.

4 Benni Bärmann (23.08.2019, 09:18 Uhr)

@Christian: Auch das sehe ich anders. Hätte ich aber vielleicht auch noch mal explizit anführen sollen. Wie man aus der oben verlinkten Simmulationsstudie nämlich auch sieht, ist Abkühlung sehr viel gefährlicher für die Artenvielfalt als Erhitzung. Und tatsächlich sind die wirklich großen Massenaussterbeereignisse alle plötzliche Abkühlungsereignisse (wahrscheinlich durch Asteroiden und/oder Vulkanismus). Das gefährliche am aktuellen Aussterbeereignis ist die Verbindung des Klimaeffekts mit anderen menschlichen Umwelteinflüssen (Verschmutzung, Monokulturen). Aber das deutet ja auch eher daraufhin, dass die für den Menschen wichtigen Arten nicht als erstes sondern als letztes aussterben werden. Also auch hier: Ja, das Artensterben wird genauso wie das Klima irgendwann auch massiv die landwirtschaftliche Produktivität beeinflussen und das wird zum tot von Millionen bis Milliarden Menschen führen aber ich sehe einfach keine Kausalkette, die dazu führen könnte, dass wirklich alle Menschen sterben.

5 Christian Siefkes (24.08.2019, 19:36 Uhr)

@Benni:

Wie man aus der oben verlinkten Simmulationsstudie nämlich auch sieht, ist Abkühlung sehr viel gefährlicher für die Artenvielfalt als Erhitzung.

Aber gerade nicht, wenn man die Abhängigkeiten der Spezies voneinander einbezieht (sie nennen das „food webs“). Sie schreiben:

As expected, we found that these resultant food webs were more robust to cooling than to heating (Fig. 2). In both cases, food-web robustness was worse than that depicted by the random reference curve, and much closer to the lower robustness boundary than to the upper one. This result is also consistent with the emerging evidence of Late Quaternary extinctions exacerbated by rapid heating, but not cooling, events.

Man sieht das auch schön an der erwähnten Figure 2. Im Erwärmungsfall führen schon 20 Prozent „primary extinctions“ (direkt der Temperaturveränderung zum Opfer gefallene Arten) dazu, dass die „overall diversity“ auf etwa 20 Prozent fällt — spricht dass 80 Prozent aller Arten aussterben! Wird es kälter, sterben im selben Szenario weniger als 50 Prozent aller Arten aus. Sie schließen: „In other words, at least in our simulations, heating tends to remove the ecologically most important species first“ — also die, von denen besonders viele andere Arten direkt oder indirekt abhängig sind.

Das gefährliche am aktuellen Aussterbeereignis ist die Verbindung des Klimaeffekts mit anderen menschlichen Umwelteinflüssen (Verschmutzung, Monokulturen). Aber das deutet ja auch eher daraufhin, dass die für den Menschen wichtigen Arten nicht als erstes sondern als letztes aussterben werden.

Sicher nicht als allererstes, klar — das sind vielmehr die Arten, die der Verbreitung von Monokulturen zum Opfer fallen. Aber wer im Verlauf der Aussterbewelle „als letztes“, d.h. relativ spät ausstirbt, ist an deren Ende trotzdem tot. Und dass gerade Monokulturen — von denen die menschliche Ernährung heute sehr stark abhängig ist — alles andere als robust und resilient sind, ist ja gut bekannt. Z.B. ist ja — noch ganz ohne Klimawandel — die einst beliebteste Bananensorte praktisch ausgestorben, und der heute verbreitetsten Sorte droht dasselbe Schicksal, siehe „Warum gibt es immer noch Bananen?“ und „Supermarkt-Banane vom Aussterben bedroht“.

Klarerweise schon eine Folge des Klimawandels ist hingegen das derzeit im Deutschland grassierende neue „Waldsterben“ bzw. Baumsterben — bedingt durch Trockenheit sowie Verbreitung von Borkenkäfern und anderen Schädlingen. Auch da wird verschiedentlich betont, dass gerade die geringe Vielfalt der gemanagten Wälder zur Misere beiträgt:

Nach dem Zweiten Weltkrieg seien vor allem Nadelbäume gepflanzt worden, die schnell wachsen, aber kaum Artenvielfalt böten und anfällig für Schädlinge seien. […] Ein wichtiger Schritt sei es, verstärkt Laubmischwälder zu pflanzen und Monokulturen mit Nadelbäumen zurückzudrängen. (Förster warnen vor nächstem Waldsterben)

Massenaussterben kann ja z.B. auch bedeuten, dass sich Schädlinge plötzlich explosionsartig verbreiten, wenn ihre natürlichen Feinde ausgestorben sind.

Die Wälder sind zum Teil schon nah am Kollaps bei 1,5 Grad Erwärmung. Sollte es zu 5 Grad oder mehr kommen, kommen da noch ganz andere Dinge auf uns zu. Also meine Prognose wäre, dass bei einem Massenaussterben von 75+ Prozent aller Arten die meisten von Menschen domestizierten und massenhaft genutzten Arten unter den Opfern sein werden, weil das massive Änderungen der Ökosysteme mit sich bringen würde, auf die gerade diese hochgezüchteten und auf ganz bestimmte Bedingungen ausgerichteten Arten absolut nicht eingestellt sind. Klar, „die meisten“ heißt nicht unbedingt „alle“ und es ist gut möglich, dass eine deutlich geschrumpfte Menschheit weiterhin Arten findet, von denen sie leben kann — aber wetten würde ich darauf nicht.

6 Benni Bärmann (26.08.2019, 10:49 Uhr)
@christian: wie gesagt halte ich diesen ganzen simmulationsansatz nicht für besonders zielführend. damit man da aussagen machen könnte, müsste man ja als minimalforderung erst mal den bisherigen verlauf simmulieren können. das geht beim klima aber bei diesen ökologischen simmulationen nicht. aber kann sein, dass ich das falsch gelesen hab ob jetzt warm oder kalt schlimmer ist, halte ich aber für die gesamtbeurteilung nicht so relevant.
zu den monokulturen: deine grundthese ist ja
„letztlich sind wir von einer relativ geringen Anzahl von domestizierten Tier- und Pflanzenarten abhängig, von denen wir leben.“

das mag für unsere zivilisation stimmen, aber eben nicht für uns als spezies. heuschrecken fressen die ernte weg? ok, dann essen wir halt heuschrecken. klar sterben dann die meisten von uns, aber eben nicht alle. schon unter primitiven bedingungen kann man von erstaunlich viel zeugs leben (zur anschauung empfehle ich die serie „alone“ ;). wenn man noch möglichkeiten industrieller prozessierung dazu nimmt, kommt man wahrscheinlich auf ziemlich große anteile der biomasse.

das es unseren wäldern schlecht geht stimmt. aber die biome wandern ja eher richtung pole als dass sie wirklich komplett weg sind.

7 Benni Bärmann (26.08.2019, 11:01 Uhr)

Hier übrigens noch ein ähnlicher Artikel, der zu ähnlichen Schlüssen kommt (eher sogar noch optimistischer für den Worst Case ist): https://www.vox.com/future-perfect/2019/6/13/18660548/climate-change-human-civilization-existential-risk

8 Christian Siefkes (27.08.2019, 19:57 Uhr)

@Benni:

heuschrecken fressen die ernte weg? ok, dann essen wir halt heuschrecken.

Aber irgendwann ziehen die Heuschrecken weiter, und dann verhungern die Menschen (OK, vielleicht haben sie noch die Kraft hinterherzulaufen, aber manchmal dürften da auch die Tiere gewinnen). Und es ist ja auch nicht nur eine Frage des Essens. Wir sind ja z.B. auch auf eine bestimmte Zusammensetzung der Erdatmosphäre angewiesen. Derzeit ist der Sauerstoffgehalt der Erdatmosphäre mit 21 Prozent im für Menschen optimalen Bereich, wobei der Sauerstoff neben von Photosynthese betreibenden Bäumen und anderen Landpflanzen zum allergrößten Teil (70 bis 80 Prozent) von im Meer lebenden Algen und Bakterien (Phytoplankton) produziert wird. „Vor allem durch ansteigende Meerestemperaturen ist die Menge des marinen Phytoplanktons seit 1950 [bereits] um 40 % zurückgegangen“ (Wikipedia).

Sinkt der Sauerstoffgehalt auf 15 Prozent, leidet die menschliche Arbeitsfähigkeit; bei 10 % sind Leute körperlich und geistig nicht mehr zu viel zu gebrauchen („Poor judgment and bluish lips occur“) und 8 Prozent oder weniger sind innerhalb von Minuten tödlich (Quelle).

Also wenn wir allzu viele der Sauerstoff produzierenden Pflanzen ausrotten, könnte es durchaus eng werden. Ich sage nicht, dass ich das für wahrscheinlich halte, aber die Idee, dass die Menschen ganz egal, wie sie die Natur verwüsten, selbst garantiert davonkommen werden (zumindest ein paar Tausend von ihnen) kommt mir doch etwas vermessen vor.

Während des bislang mutmaßlich größten Massenaussterbens der Erdgeschichte an der Perm-Trias-Grenze war der Sauerstoffgehalt übrigens auf 15 Prozent gefallen (Quelle). OK, damit könnten Menschen noch leben (wenn auch nicht gut), aber wer sagt dass es diesmal nicht schlimmer kommt?

Im Übrigen bemerkt der von dir verlinkte Artikel ja auch, dass „strikingly few … climate change papers … address existential risk“ — sprich es ist nicht so, dass sich die Klimaforscher*innen sicher sind, dass die Menschheit überleben wird, sondern sie beschäftigen sich mit dieser Frage einfach nicht. Und das eigentlich gefährliche scheint mir tatsächlich nicht der Klimawandel alleine, sondern die Kombination Klimawandel + Massenaussterben (wobei das Massenaussterben ja noch auch von anderen Faktoren getrieben wird).

9 Benni Bärmann (28.08.2019, 13:28 Uhr)
@Christian: Also das mit dem Sauerstoff und dem Plankton ist unabhängig davon, dass die Wissenschaft dazu sich gar nicht einig ist, soweit ich das verstanden hab, ja auch etwas irreführend. Wenn es ein Massensterben gibt, dann sterben ja nicht nur die Sauerstoffproduzenten sondern auch die Konsumenten. Ob da am Ende mehr oder weniger Sauerstoff bei rum kommt kann man vorher gar nicht wissen. Ich würde aber sehr bezweifeln, dass Sauerstoff der Grund für unser Aussterben sein könnte.

Die Perm-Trias-Grenze kann man im übrigen meiner Meinung nach einfach nicht als Modell heranziehen. Das war eine komplett andere Erde als heute in so ziemlich jedem Aspekt.
Und zuletzt noch zum Thema „existential risk“: Wenn man in diesen Papern nachguckt, meinen sie damit explizit nicht das Aussterben sondern das Ende Zivilisation.

Dass die Klimaforscher sich mit der Frage des Aussterbens nicht beschäftigen liegt halt vor allem daran, dass es ihnen nicht in den Sinn kommt, weil es nicht realistisch ist, dass das passieren kann. Wenn überhaupt ist das also ein Argument gegen die Aussterbethese und keins dafür. Du sagst ja auch nicht, dass sich das Militär kaum mit einer ausserirdischen Invasion auseinandersetzt spricht dafür, dass es passieren kann.

10 Tobias (31.08.2019, 01:59 Uhr)

Eine etwas allgemeinere Meinung zu dem Thema:

Die Frage müsste doch lauten, um hier Gehör zu finden:

/sarkasmus
„Stirbt Deutschland aus?“
oder synonym : „Sterben wir aus?“ „(„Wir sind Deutschland“)
/sarkasmus_ende

Ich finde, das Aussterben der Menschheit ist eine nette theoretische Überlegung, zu deren Möglichkeit durch den
Klimawandel mir einiges einfällt.

Würden die Menschen handeln, wenn sie es sicher wüssten, dass in z.B. 15 Jahren der letzte Mensch durch einen abrupten Klimawandel gestorben sein wird?
Nein!
Bürgerinitiativen bilden sich, wenn lokal etwas spürbar ist, also z.B. die Grundschule im Ort geschlossen werden soll. Da sind sie selbst betroffen.
Wenn es nur um andere Menschen geht, oder ihr Einkommen, das ungerecht niedrig ist aber nun mal nicht geändert werden kann, oder wenn ihr Staat anderen Staaten mit Krieg droht, passiert nichts.
Warum sollte jetzt etwas passieren?
Die Juden wurden vergast, und die eingegriffen haben, waren die Sowjets, weil sie selbst angegriffen und getötet wurden.
Die USA haben sich zum Schluß einen Teil der Beute Europas gesichert, damit es nicht die Sowjets bekommen.
Ich wollte nur sagen: Niemand tut etwas! Zumindest nichts, was Wirkung zeigt.

Wir werden weiter zur Arbeit gehen, auch wenn morgen der Krieg gegen Russland erklärt wird, durch die Arbeit Menschen am Telefon abgezockt werden (Call-Center), oder dadurch Böden langfristig unfruchtbar gemacht werden (BASF und Bayer).

Der Kapitalismus macht uns zu den Objekten, von denen er behauptet, wir seien sie schon:
Homo-Oekonomikus, nur Geld zählt.

Wo wir so noch nicht sind, als Person, beugen wir uns den Sachzwängen, glauben die Betriebswirtschaftliche Ideologie, dass es alles so sein müsste,
oder sind schlicht machtlos, weil es keine Möglichkeit im Staat gibt, mitzuhelfen, die Welt zu einer besseren zu machen.

Wenn die Commons-Bewegung groß werden sollte, wird sie bekämpft werden, wie alle Anarchisten vor ihr. Anarchisten haben keinen Staat, der ihre Idee unterstützt.

Soweit mein Sermon zu dem großen Ganzen.

Zu dem Aussterben bei völlig veränderter Natur durch Klimawandel:

1.) Wie viele Naturmenschen gibt es noch, die sich ohne Arbeitsteilung selbst ernähren können, in einer Natur nahe des Pols?

2.) Eine Seuche (Medikamente stellt keiner mehr her) und auch diese letzte Gruppe ist tot.

3.) Der Klimawandel wird sehr sehr schnell gehen, meine Einschätzung.
+ 1,5 % Lufterwärmung haben wir schon im Schnitt auf der Erde. Die Meere haben noch nicht diese Erwärmung (habe ich im Radio gehört).
Spezielle Planzenzüchtung für alle paar Jahre veränderte Klimaumgebung wird zu langsam sein.

4.) Die Umwelt wird weltweit so schnell zerstört, der Kapitalismus sucht sich alle entlegensten Gebiete und beutet sie aus, vergiftet sie zur Optimierung des Outputs: Es gibt jetzt schon kaum Natur.

Die Zerstörung der Erde ist die logische Folge des Kapitalismus:
Die Zerstörung lohnt sich.
Bestrafung der Zerstörung der Natur lohnt sich nicht, weil es einen Wettbewerbsnachteil bedeutet.

Erde kaputt.

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