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Peer-Produktion beim Elevate-Festival

Brigitte Kratzwald hat in ihrem Artikel »Das Potential der Peer-Produktion« einen sehr guten Überblick über die Diskussionen rund um die Peer-Produktion beim diesjährigen Elevate-Festival in Graz gegeben. Die Überschriften spiegeln die behandelten Inhalte in ihrem Artikel ganz gut wieder:

  • Peer-Produktion – alter Wein in neuen Schläuchen?
  • Produktive Arbeit?
  • Nicht was, sondern wie wir produzieren ist wichtig!
  • Von der Ware zum Commons
  • Der Kapitalismus braucht immer ein Außen
  • Entwicklung neuer Produktionsweisen + Aneignung der Ressourcen

Bei Nordwind lesen!

Noch ein schönes Zitat, auch von Brigitte teilweise genannt, es stammt von David D. Clark, dem Chef-Architekten der Internet-Protokolle:

We reject: kings, presidents and voting.
We believe in: rough consensus and running code.

Wir lehnen ab: Könige, Präsidenten und Abstimmungen.
Wir glauben an: groben Konsens und laufenden Code.

Kategorien: Commons

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25. Oktober 2011, 22:24 Uhr   5 Kommentare

1 Brigitte Kratzwald (26.10.2011, 00:24 Uhr)

Und wenn du mir jetzt noch erklären kannst, was ich mir unter „laufendem Code“ vorstellen soll, dann könnt ich nächstes Mal das Zitat auch ganz verwenden 😉

2 StefanMz (26.10.2011, 09:46 Uhr)

Ja, ich habe lange überlegt, wie ich den „running code“ übersetzen kann, aber mir ist nicht viel mehr als „laufender Code“ eingefallen, was nicht viel sagt. Mit „laufendem Code“ ist ein irgendwie funktionierendes Stück Software, ein Programm oder Programmteil, gemeint. Also irgendwas, was schonmal läuft und an dem weiter gearbeitet werden kann.

Allgemeiner gesprochen geht’s um eine Ressource oder einen Produktionsgegenstand, etwas, auf das sich die Produzierenden, die Tätigen, die Commoners, beziehen. Denn das ist das Interessante, jetzt noch theoretischer gesprochen: Die gesellschaftliche Vermittlung findet nicht ex post über die Tauschrelationen und Geldvermittung statt, sondern ex ante über die Herstellung und Erhaltung der gemeinsamen Sache, wobei in diesen Prozess direkt die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen und „am Gegenstand“ vermittelt werden anstatt über einen fremden und abstrakten Prozess (wie bei der Ware).

Der erste Zitatteil wird dann auch verständlich: Die Commons-Vermittung kann Könige, Präsidenten und Abstimmungen nicht gebrauchen. Vermittlung findet hier direkt an der Sache statt.

Deswegen finde ich das Zitat in beiden Teilen so wunderbar 🙂

3 Benni (27.10.2011, 13:25 Uhr)

Der „running code“ verallgemeinert wäre wohl so etwas wie eine „erprobte Praxis“.

4 StefanMz (27.10.2011, 15:42 Uhr)

Vielleicht auch die Redensart „Probe aufs Exempel“.

5 Christian Siefkes (28.10.2011, 20:38 Uhr)

@Brigitte: Danke für deinen detaillierten und reflektierten Bericht! Was den „running code“ betrifft, habe ich anderswo geschrieben:

„Lauffähiger Code“ meint, dass die getroffenen Entscheidungen gut umsetzbar, d.h. technisch und sozial sinnvoll, sein sollen. Es geht um das Finden einer guten Lösung, nicht darum, den eigenen Willen durchzusetzen.

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