Schlagwort: transformation

Hiddinghausen talks, part 2: A network for sharing and shared production

Discussion in HiddinghausenFree design is an important building block for spreading peer production, but it is not enough. A second topic discussed in Hiddinghausen was therefore how to facilitate and encourage the sharing and the shared production of physical goods and of services in all areas of life. My proposal here is called the Commons Network.

The Commons Network is inspired by the practices of free software and free content projects, where people do things they like to do (such as writing software or texts) and, by doing so, produce goods that are useful for others; but also by the approach of wireless community networks where the participants jointly build a free network, allowing everyone to transfer data through the free network or to access the Internet through it. Community networks are interesting because they organize the free sharing of limited resources that cannot just be copied freely (bandwidth and Internet access). And some community networks are interesting in that they’re self-organizing and self-healing: whenever nodes (participating computers) join or leave such a mesh network, it reconfigures itself to ensure that all data still finds the best route through the network.

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Transparenz als Kriterium für Keimformen

Transparency
Bildlizenz: CC-NC-ND

Wir hatten ja schon öfter die Diskussion ob Bewußtheit ein Kriterium für Keimformen sein kann oder gar muß. Juli holt das Thema in einem Kommentar zu meinem Artikel über Freiräume und Keimformen nun dankenswerterweise wieder aus der Versenkung:

Auch die Frage des Bewußtseins der Beteiligten zum Unterscheidungskriterium zu machen scheint mir schwierig. So nach dem Motto: Es gibt die Freiräume, die machen was, aber wissen nicht was sie da tun. Und es gibt die Keimformen, die haben ein Bewußtsein von ihrem Tun. Quasi als Ersatz für die Klasse an sich und die Klasse für sich.

Das überzeugt mich nicht, weil es dann – harte Kriterien für Bewußtsein angelegt – so ziemlich kein Projekt gibt, das als Keimform durchginge. Überhaupt ja eine spannende Frage, inwieweit und zu welchem Grad müssen die Leute eigentlich ein Verständnis davon mitbringen, das sie grade in ner Keimform (oder neudeutsch: im emanzipatorischem Transformationsprojekt) unterwegs sind? Ist es egal, weil es um den objektiven Prozess der Veränderung geht? Oder ist es wichtig, weil es ja um bewusste Vergesellschaftung gehen soll?

das und meine aktuellen Erfahrungen mit Freiräumen bringen mich dazu ein neues Kriterium für Keimformen in die Runde zu werfen: Transparenz. Warum das?

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Hiddinghausen talks, part 1: An integrated collection of free design

Peer-Ökonomie-Wochenende in Hiddinghausen

As announced in the German part of this blog, a weekend workshop on peer production and the peer economy took place during the last weekend (29-31 August) in the nice little town of Hiddinghausen in the German Ruhr Area. A detailed three-part report on the workshop, which was a fully self-organized event with about 30 participants, is available in German. The first part of the workshop was dedicated to my proposal of how to generalize the principles and practices of commons-based peer production into a full-fledged peer economy; in the second part we discussed ways of growing the range and versatility of peer production that are possible here and now. For this English-language documentation of the event, I’ll focus on this second part.

As a first initiative for facilitating the peer production of physical goods and services, I proposed to set up a „Universal Production Set“ (UPset): an integrated collection of free or open design. The goal of the UPset would be to provide designs, blueprints, and other production know-how for all areas of life, but with a a special focus on things that are essential for people to live a good life.

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Einladung zum Peer-Ökonomie-Wochenende in Hiddinghausen

Titelbild des deutschen Peerconomy-BuchsIn Uli Franks wunderschönem (und als Veranstaltungsort beliebtem) Haus in Hiddinghausen wird es Ende August ein langes Diskussionswochenende zur Peer-Ökonomie geben. Hier der Ankündigungstext, großteils geschrieben von Uli Frank:

„So geht das nicht weiter!“ oder: „Das ganze System wird zusammenbrechen!“ kann man inzwischen häufig hören. Unter Kritikern gibt es schon die Wette, ob das „System“ eher an ökologischen Problemen oder ökonomisch – also an seinen eigenen Widersprüchen – zugrunde gehen wird.

Aber ganz unpopulär scheint die Debatte darüber, WIE es ANDERS weitergehen könnte. Zukunftsentwürfe finden kaum Aufmerksamkeit. Und es ist ja durchaus vernünftig, gegenüber irgendwelchen „Visionen“ und Phantasien skeptisch zu sein: Wie wir aus der Geschichte der utopischen Literatur wissen, sind die großen Entwürfe oft fast lächerlich eng der Welt ihrer Autoren verhaftet.

Wenn wir wirklich etwas NEUES meinen, so kann das nicht das alte sein.

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Slavoj Žižek über Commons

Slavoj Žižek (CC-BY-SA)Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek hat einen interessanten Artikel über die Aktualität 68er-Slogan »Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche« geschrieben [via]. Dabei hat sich Žižek mit den »Commons« (Gemeingütern) einen neuen Leitbegriff zu eigen gemacht und damit vier »Antagonismen« ausgemacht, die die »unendliche Reproduktion« des Kapitalismus verhindern:

… die drohende ökologische Katastrophe, die Unangemessenheit von privatem Eigentum im Falle des sogenannten „intellektuellen Eigentums“, die sozio-ethischen Implikationen der neuen technisch-wissenschaftlichen Entwicklungen(insbesondere die Biogenetik) und, last, but not least, die neuen Formen der Apartheid, neue Mauern und Slums.

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Michel Bauwens on Peer to Peer Politics

Michel BauwensOekonux and P2P-Foundation are preparing a common conference in March 2009 in Manchester, UK. The founder of P2P-Foundation, Michel Bauwens, was born in Belgium and is now living in Thailand. He is a busy traveller and promoter of the concept of a »P2P political economy«. The italian researcher Cosma Orsi made an extensive interview with Michel, where he adopted some parts from Peerconomy and germ form theory.

Here are some interesting snippets.

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Transformation und Eigentum

[This is the German translation of the original english article]

Auf der Oekonux-Mailingliste gibt es eine interessante Debatte über das Verhältnis von Privateigentum und gesellschaftlicher Veränderung, insbesondere wenn es um die commons-basierte Produktion stofflicher Güter geht. Raoul Victor aus Frankreich schrieb:

Die ursprüngliche Frage war, wie mit der Eigentumstransformation umzugehen ist, wenn sie die materiellen Produktionsmittel betrifft. Ich bestand auf der Tatsache, dass dies zu dem einem oder anderen Zeitpunkt (wahrscheinlich noch viele Jahre hin) zu einer allgemeinen sozialen Konfrontation mit dem Kapitalismus führt, wobei die „Arbeiter der Welt“ die Hauptrolle spielen werden und die Keime der Peer-Produktionspraxen — hauptsächlich im Bereich frei reproduzierbarer Güter — dann eine wichtige Rolle bei der Evolution ihres Bewusstseins gespielt haben werden. Aufgrund der Natur des Kapitalismus ist diese Konfrontation unvermeidlich.

Das ist meine Antwort:

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Transformation and ownership

Fourier transform (cc-by-nc: xkcd.com/26/)[Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Artikels]

On the Oekonux-Mailinglist there is an interesting debate about the relationship between private ownership and societal change, especially when it comes to commons based production of physical goods. Raoul Victor from France wrote:

The original question is how to deal with the ownership transformation when it concerns material means of production. I insisted on the fact that, at one moment or another (probably many years ahead), this will lead to a general social confrontation with capitalism, where „the workers of the world“ will play a major role, the germs of peer production practices, mainly in the freely reproducible goods domain, having played an important role in the evolution of their consciousness. This confrontation is inevitable because of the nature of capitalism itself.

This is my answer:

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Ohne Kampf kein Mampf?

Jüngst kommt eine neue Ausgabe der Zeitschrift »Exit« auf den Markt, in deren Editorial es heisst:

»Einen parallelen Versuch ähnlicher Art [wie John Holloway] haben Stefan Meretz und Ernst Lohoff in Krisis 31 vorgeführt. Die Szene, die damit bedient werden soll, ist die als „Ökonux“ firmierende Ideologisierung der „Freien Softwarebewegung“. Dort wird (etwas allgemeiner gefasst unter www.keimform.de) schon länger die Wunschidee vertreten, der Kapitalismus würde hinter dem Rücken seiner Subjekte „das Neue im Alten“ hervorbringen, das dann unverändert in die befreite Gesellschaft übernommen werden oder diese gar auf dem Wege einer kampflosen Ausbreitung herbeiführen könne.«

Damit ist in der Tat ein wichtiger Punkt angesprochen, nämlich der nach den Vorstellungen gesellschaftlicher Transformation. Dabei scheinen sich zwei Pole herauszukristallisieren: Einerseits die Vorstellung, eine Befreiung könne nur durch den bewussten Umsturz der alten Verhältnisse und rückstandlose Entfernung derselben geschehen; andererseits die Vorstellung, die alten Verhältnisse wachsen in neue Verhältnisse hinüber, befördert durch das mehr oder weniger bewusste Handeln der Menschen.

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Peer-Economy: Offene Fragen

Jetzt liegt ja Christians Vorschlag zur Peer-Economy schon eine ganze Weile vor. Ich schätze diesen Ansatz, weil er zumindestens in der Theorie den häufig gehörten Einwand gegen Keimformen, dass diese spätestens an der Grenze zur materiellen Ökonomie verlieren müssten, entkräftet. Darin hat er für mich eine ähnliche Rolle wie die Freie Software, die für mich vor allem ein Argument ist, dass globale Produktion in selbstorganisierter freier Kooperation auf hohem technischen Niveau möglich ist. Nun ist es leider so, dass praktische Argumente wesentlich besser funktionieren als theoretische. „Guckst Du hier“ überzeugt halt einfach mehr als „liest Du hier“.

Ich habe ja schon relativ früh meine Kritik, oder besser meinen Erweiterungsvorschlag zu seinem Konzept dargelegt. Meiner Meinung nach kann es keine dauerhaft funktionierende Peer-Economy geben ohne Grundauskommen. Dazu stehe ich auch weiterhin, auch wenn Christian dazu mal sagte, dass Grundauskommen sei eben genau das Ziel der Peer-Economy und könne deswegen nicht schon als Vorraussetzung gesetzt werden. Scheinbar beißt sich da eine Katze in den Schwanz.

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