Schlagwort: antikapitalismus

Utopisches Denken und der Rechteansatz

Mary Wollstonecraft,
Mary Wollstonecraft, Autorin von „A Vindication of the Rights of Woman“ (Gemälde von John Opie, gemeinfrei)

[Voriger Teil: Konkrete Utopien und utopische Potenzialitäten]

„Ohne utopisches Denken gibt es kein Ziel gesellschaftlicher Transformation, und ohne Ziel wird der Weg in eine freie Gesellschaft fragwürdig – denn wohin sollte er gehen?“, fragen Simon und Stefan (Sutterlütti und Meretz 2018, 16). Jedoch ist utopisches Denken von der Entwicklung und Darlegung einer vollständigen Utopie, einem imaginierten Gesellschaftsentwurf zu unterscheiden. Utopisches Denken bedeutet zunächst nur die Vorstellung und das Anstreben von etwas, das noch nicht, oder jedenfalls nicht vollständig realisiert ist – die U-Topie bezeichnet ja wortwörtlichen den Nicht-Ort.

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Demonetize: Anregungen und Ausblick

demonetize[Bisher erschienen: Einleitung, Teil 1, Teil 2, Teil 3]

4. Welche gegenseitigen Anregungen gibt es?

Postwachstum durch Demonetarisierung schärfen

Wir schlagen vor, den Diskurs zu Postwachstum durch die Demonetarisierungs-Brille zu schärfen und seine Hauptbotschaft und die Art der Fragestellungen zu vertiefen. Im Unterschied zu Debatten um Lebensstile, ethischen Konsum und Investment und zu Forderungen, die auf politische Regulierungen oder die Macht individueller oder kleinteiliger Verhaltensänderungen (im Sinn von Verzicht oder Suffizienz) vertrauen, würde Demonetarisierung woanders ansetzen: nämlich bei den Bedingungen und Triebkräften schädlichen ökonomischen Wachstums, insoweit sie mit Geld, Tausch und Wert einhergehen. Darüber hinaus könnte sie Postwachstumsdebatten durch ihren Reichtum an utopischen Modellen inspirieren.

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Harsha Walia on Commoning and Communities

Interview with Harsha Walia at the UN|COMMONS conference: »Citizenship is a fundamentally racist and exclusionary form«.

Visit also: berlinergazette.de/uncommons/

Serious Fun: Games Beyond Capital

Designing a Game to Promote Critical Computing Practices Beyond Capital

A workshop at Aarhus 2015 Conference on Critical Alternatives (August, 17-21)

Many of us grew up playing a game called Monopoly—it was about property, and winning other people’s money and land. But is that really the world we want? What if there were a different game?

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Fragen an meinen Freund, den Replikatorkommunisten

In den technikafinen Kreisen, in denen ich viel verkehre, gibt es viele Leute, die antikapitalistischen oder gar kommunistischen Ideen viel abgewinnen können – und sei es nur deswegen, weil sie sie aus ihren geliebten Science-Fiction-Serien kennen – die dann aber oft in etwa so argumentieren:

„Ja, wenn wir mal Replikatoren|3D-Drucker|KI|Nanoroboter|Weltraumaufzug|Kernfusion|<insert your favorite future technology here> haben, dann gibt es keine Knappheit mehr und dann ist der Kapitalismus obsolet aber bis dahin müssen wir wohl mit ihm leben.“

Ich möchte da jetzt gar nicht groß eine Debatte führen, das hab ich schon so oft getan und es scheint nicht allzuviel zu bewirken. Ich möchte nur meinen Freund, den Replikatorkommunisten (ja, es ist meistens ein Mann und das ist kein Zufall), einmal bitten, ernsthaft über folgende Fragen nachzudenken:

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Elevate: Open Source Economy

Wie ankündigt hier nun mein Elevate-Vortrag »Open Source Economy — 10 Thesen in 50 Sätzen« als Sildecast (Folien [PDF|ODP) plus Audio [OGG|MP3]). Die sich anschließende Diskussion gibt’s als Audio-Mitschnitt (OGG|MP3).

Solidarität mit Blockupy

Ich hab gerade folgende Mail an meine Freunde geschickt. Erst dachte ich mir, das Thema sei hier Off-Topic. Aber andererseits: Auch das Demonstrationsrecht sieht man plötzlich ganz anders, wenn man es nicht als vom Staat gnädig gewährt, sondern als gemeinsam gestaltetes Commons wahr nimmt.

Deswegen auch hier:

Liebe Freundinnen und Freunde,letzten Samstag war ich auf der Blockupy-Demo. Wie viele von euch sicherlich aus den Medien mitgekriegt haben, gab es da einen „unverhältnismäßigen Polizeieinsatz“, wie es jetzt oft heißt. Ich hab ziemlich viel davon vor Ort mitgekriegt, ohne zum Glück selbst verletzt worden zu sein. Im Internet kann man das alles inzwischen auch in vielfältigen Augenzeugenberichten, Fotos und Videos nachvollziehen. Es gab einen Aktionskonsens, dass keinerlei Eskalation von der Demonstration ausgehen sollte und an den haben sich auch alle gehalten, auch der angeblich so gefährliche antikapitalistische Block. Das hat die Polizei nicht daran gehindert, hunderte einzukesseln und zu Verletzen und Tausende zu stoppen.
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Internet Movement and Cybernetic Subversion

[Part 5 of 5 of the essay »Anti-economics and Anti-politics« by Robert Kurz, published under CC by-nc-sa]

One would have to be pretty naïve to assume that a new social movement, under the impact of the crisis, would immediately commence with a radical critique of the commodity production system. It is, rather, more likely that such a perspective can only be mediated by a public debate and by conceptual discussions in the midst of the social struggles and conflicts themselves. One does not start from zero, however. In societies in crisis, there are diverse initiatives for a “cheap economy” which, however, are still in the infant stage. These hardly do justice to a kind of reproduction “that transcends the market and the State”, since in most cases they rely on State (municipal) subsidies or else are restricted to creating enterprises based on the most basic developmental forms of the market and the State.

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Disconnection from Commodity Production

[Part 4 of 5 of the essay »Anti-economics and Anti-politics« by Robert Kurz, published under CC by-nc-sa]

So how is a “natural microelectronic economy” possible as an embryonic form? The difficulty consists in the fact that the capitalist form of the functional division of society, as in the case of the capitalist structure of use value, cannot be assimilated, without alterations, into an emancipatory reproduction. The personnel of an enterprise which, for example, produces ships, cannot emancipate themselves, such as they are, from the social form of value. Since they do not consume the ships and cannot satisfy their own needs with the means of production of their enterprise, and since, at the same time, the specific production of their enterprise is incorporated into a capitalist system of division of labor, they remain dependent on the production of commodities, with all the familiar social consequences.

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