A Bill of Rights for Users of the Social Web

In ihrem Blog „Open Social Web“ stellen Joseph Smarr, Marc Canter, Robert Scoble, und Michael Arringto eine Liste von Grundrechten von Nutzern sozialer Netzwerke zur Diskussion.

Eine deutsche Übersetzung habe ich bisher nicht gefunden, nun also hier der Versuch (Korrekturen gerne gesehen):

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Atavare der Welt, vereinigt euch!

UNI unterstützt IBM-Streik in SLDer Betriebsrat von IBM-Vimercate in Italien ruft dazu auf, die IBM-Repräsentanz in Second Life (SL) zu bestreiken. Der Termin soll im September sein, wird aber erst kurzfristig bekanntgegeben. Ziel ist, tarifliche Standards zu verteidigen und das Projekt einer IBM-Weltgewerkschaft voranzutreiben. Der Dachverband UNI, auch in SL vertreten, organisiert eine virtuelle Unterstützung und hat ein Strike-Kit und Trainingsprogramme vorbereitet — alle SL-User können mitmachen.

[mehr hier und hier (engl.)]

Web 2.0 — Marx verführt weiter

Die Rechten in den USA sind wohl so deppert. Nein, ich meine jetzt nicht Bush (gähn), sondern Andrew Keen. Der schreibt für Weekly Standard (Kopie mit neuer Überschrift bei CBS-News):

»So wie Marx eine Generation europäischer Idealisten mit seiner Fantasie der Selbstverwirklichung in einem kommunistischen Utopia verführte, so hat der Web-2.0-Kult kreativer Selbstverwirklichung alle in Silicon Valley verführt.« (eigene Übersetzungen)

In so einer Perspektive wird dann wiki(Lawrence Lessig) glatt zum »intellectual property communist« (etwa »Kommunist geistigen Eigentums«), was zwar ein Widerspruch in sich ist, aber wen stört’s. Die User-Beteiligung im Web 2.0 hält Keen für bloßen Narzismus, mit dem ein gefährlicher Amateurismus Einzug hält:

»Anstatt Mozart, Van Gogh oder Hitchcock ist alles, was wir mit der Web-2.0-Revolution bekommen, mehr von uns selbst.«

Alles versinke im »flachen Geräusch der Meinungen« und ende mit dem »Verschwinden des individuellen Recht auf Selbstausdruck« — wie in Orwells 1984. Der Griff zum Schreibstift (diese analogen Teile ohne Tastatur dran) wird zum Widerstandsakt. Fazit:

»Ohne eine Mainstream-Medienelite werden wir unser Gedächtnis für jene Dinge verlieren, die wir lernten, lasen, erfuhren oder hörten.«

Bizarr! Aber lustig;-)

NoseRub — Killerapp für dezentrale soziale Netzwerke?

NoseRubWeb-2.0-Anwendungen sind ja ganz nett, aber permanent muss ich meine Daten eingeben, und oft bekomme ich sie nicht mehr einfach zurück. Wenn ich dann ein Portal verlasse, verliere ich zudem alle meine Kontakte. Geht das nicht auch anders?

Ja, und der Gedanke zur Lösung ist naheliegend: Statt stets erneut meine Daten und die Kontrolle über ihre Verwendung abzugeben, behalte und verwalte ich meine Daten selbst. Die Web-2.0-Anwendungen sind dann für mich nur noch Funktionen, aber nicht mehr Datenverwalter.

Das ist die Grundidee von NoseRub. NoseRub hat die Potenz zu einer Killer-Applikation, sie erfüllt die Anforderungen, die wir auch schon hier und hier diskutierten.

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Postoperaismus meets Wertkritik

Die zwei theoretisch-praktischen Strömungen des wiki(Postoperaismus) und der wiki(Wertkritik) spielen in der einen oder anderen Weise auch im Keimform-Blog eine Rolle. Das jedoch unter der besonderen Perspektive der Keimformen, nomen est omen, was originär in beiden Strömungen sonst wenig bis gar keine Rolle spielt.

Vom 7. bis 9. Dezember 2007 veranstaltet nun das »…ums Ganze«-Bündnis in Frankfurt/M. einen Kongress mit dem Titel »No way out – (Post)Operaismus und Wertkritik«. Ich wurde gefragt, ob ich mitmache, und habe meine Teilnahme zugesagt (zum Thema Informationskapitalismus). — Vielleicht ein Anlass, sich in Frankfurt/M. zu treffen?

Open Design Club

Open Design ClubDer Open Design Club versteht sich als virtuelles Designbüro und Plattform für offene Designs und Ideen. Die Produkte werden unter der wiki(Copyleft)-Variante von wiki(Creative Commons) veröffentlicht. Zielgruppen des Open Design Club sind Designer und Hersteller der Open-Source-Produkte:

»Wir wollen Euch inspirieren und dazu anregen, selbst gestaltend tätig zu werden. Wir bieten Euch Anleitungen für die Herstellung der hier präsentierten Produkte, die Ihr kopieren, verändern, und sogar verkaufen dürft, wenn Ihr wollt. Wir teilen unsere Ideen, unser Know-How und hoffen, dass auch Ihr Eure Ideen mit uns teilt. Wir glauben, dass vom Copyright befreite Produkte zu neuer Kreativität anregen und zu vielfältigen neuen Designs führt.«

Johannes, der den Club gegründet hat, ist sich schon bewusst, dass die Creative-Commons-Lizenz die Produkte nicht wirklich »vom Copyright befreit«. Er sucht noch nach einer griffigen Formulierung, die den Sinn — keine Beschränkung der Kreativität durch Zugänglichkeit für alle — gut ausdrückt.

Tausende neue Freie Webanwendungen auf einen Schlag?

Ein sehr spannendes freies Software-Projekt steht kurz vor der Veröffentlichung: IQuiP. Es geht darum, einen Aufsatz für die existierende wiki(QT)-Bibliothek zu schaffen, die es ermöglicht aus normalen wiki(Desktopanwendung)en wiki(Webanwendungen) zu machen, einfach durch neukompilieren. Das klingt sehr technisch, aber es könnte einen echten Unterschied machen. Warum?

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Prosumerträume und Kernelschäume

Wir heben hier ja immer wieder als eine Besonderheit von Freier Software hervor, dass die Grenzen zwischen Produzenten und Konumenten verschwinden. Zumindestens theoretisch kann jeder zum Kernelhacker werden. Ich bin gerade über ein Interview gestolpert, in dem der ehemalige Linux-Kernel-Hacker Con Kolivas seine Gründe darlegt, warum er angefangen und warum er aufgehört hat. Das ist eine geradezu beispielhafte Prosumerstory. Frustriert davon, dass heutige Computer zwar 1000 mal schneller sind als vor 20 Jahren aber trotzdem oft 10 mal langsamer zu bedienen, hat er sich auf Ursachensuche begeben und ist im Kernel fündig geworden. Die dafür nötigen Kenntnisse hat er sich im Laufe dieses Prozeßes einfach selbst beigebracht. Die allermeisten seiner Patches haben jedoch nicht den Weg in den Mainstreamkernel gefunden obwohl sie von vielen Leuten eingesetzt wurden.

Seiner Meinung nach liegt das daran, dass die allermeisten Kernelentwickler bezahlt werden von Firmen, die wenig Interesse an Desktop-Performance aber umso mehr an Serverfähigkeiten haben und schließlich kommt er zu der Aussage:

If there is any one big problem with kernel development and Linux it is the complete disconnection of the development process from normal users.

meine holprige Übersetzung: Wenn es irgendein großes Problem in der Kernelentwicklung gibt, dann ist es die komplette Verbindungslosigkeit des Entwicklungsprozesses mit den normalen Benutzern.

Was bleibt also in der Praxis übrig von den Prosumerträumen?

Bald: Ein Jahr Keimform.de!

Gib STASI keine ChanceAm 22. September vor einem Jahr ist der erste Beitrag in diesem Blog eingeschlagen. Wir haben beschlossen dieses denkwürdige Jubiläum zu nutzen um uns mal wieder zu treffen. Wie es sich so ergibt ist am selben Tag in Berlin eine Demo gegen Überwachungswahn, also noch ein Grund mehr.

Was genau wir wo und wann machen, ist noch nicht so ganz klar. Vielleicht machen wir einen kleinen wiki(Open Space) oder ein wiki(BarCamp) an dem Wochenende entweder in Potsdam oder in Berlin. Wenn ihr Interesse habt teilzunehmen, meldet euch mal, damit wir abschätzen können mit wievielen Leuten wir rechnen müssen.

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Fundi-Liberale gegen geistiges Eigentum

Es gibt eine Strömung im Liberalismus, die sich gegen das »geistige Eigentum« ausspricht. In den USA heißen sie »Libertarians«, in D-Land verwahren sich viele Anarchisten davor, den Begriff »Libertäre« für diese Strömung des fundamentalen Liberalismus bzw. Anarchokapitalismus zu verwenden. Interessant an dieser Strömung ist, dass sie im Gegensatz zum Neoliberalismus gegen Konzept und Praxis des »geistigen Eigentums« als Monopolrecht ist und folglich Patente, Copyright, Markenschutz etc. ablehnt.

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