Autor: Stefan Meretz

Kein Form!

Streifzüge Nr. 60/2014[Alle »Keimformen«-Artikel in Streifzüge 60/2014]

Wir haben nichts zu erfüllen, außer uns selbst

Von Franz Schandl

Form? Was ist das? Und muss alles, was sich gestaltet, einer Form und, mit ihr eng verbunden, einer Norm entsprechen? Wenn auch einer gänzlich anderen? So hege ich Skepsis gegenüber der Darstellung der freien Assoziation als Form oder Logik, Ordnung oder Produktionsweise. Umwälzung meint Entstrukturierung, nicht die Installation neuer Formgesetze. Transformation ist kein Formierungskonzept, sondern eine Entformierung. Auch der Begriff Normalität verweist doch nur darauf, dass Lebensäußerungen sich innerhalb bestimmter Normen zu vollziehen haben. Selbst wenn es weiterhin Gewöhnliches, Ungewöhnliches und Außergewöhnliches geben wird, heißt das doch nicht, dass Norm und Form konstituierend sind, dass gar ein neues Gesellschaftssystem vorliegt.

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Freihandel tötet

neues-deutschland[Erschienen in der Kolumne »Krisenstab« im Neuen Deutschland vom 28.4.2014]

Stefan Meretz über den Zusammenhang von Freihandelszone und Klimaveränderungen

Das geplante Abkommen über eine transatlantische Freihandelszone TTIP wird vorbereitet. Der UN-Klimarat IPCC legte einen weiteren Teilbericht über die Folgen der Klimaveränderungen vor. Was hat beides miteinander zu tun?

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Homestories: Ich wohne anders

Streifzüge Nr. 60/2014[Alle »Keimformen«-Artikel in Streifzüge 60/2014]

Von Sarah Scholz

Wie möchte ich eigentlich mein Leben leben? Diese mir sehr wichtige Frage umfasst viele Aspekte und einer davon ist mein Wohnumfeld. Ich wohne seit einem guten Jahr in einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt, und mein Alltagsleben hat sich dadurch ziemlich verändert. Es ist vor allem reicher geworden; reicher an (geschütztem) Raum, an Möglichkeiten und Lernerfahrungen und reicher an Begegnungen. Ich habe hier einen Raum für Entwicklung und Reflexion gefunden, und der intensive Kontakt zu Menschen gibt mir Stabilität und Halt. Was uns verbindet, ist eine ökologisch und sozial nachhaltige Lebensvision, wir wollen gemeinsam gut wohnen.

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Keimform und Elementarform

Streifzüge Nr. 60/2014[Alle »Keimformen«-Artikel in Streifzüge 60/2014]

Die Begriffe Keimform und Elementarform werden gerne in eins gesetzt, so etwa von Robert Kurz in dem Buch „Geld ohne Wert“ (Kap. 3, S. 57-67). Er verwirft beide Begriffe grundsätzlich. Das „Problem des methodologischen Individualismus …, hier in seiner historischen Dimension“ sieht er hier gegeben. Der methodologische Individualismus erklärt Gesamtphänomene aus der Bewegung von Einzelentitäten, also etwa die Ökonomie aus dem Handeln der nutzenmaximierenden Individuen (homo oeconomicus). Um zu klären, ob die Kritik berechtigt ist, sei die von Kurz eingeebnete Differenz zwischen Elementarform und Keimform erhellt.

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Keimform und gesellschaftliche Transformation

Streifzüge Nr. 60/2014[Alle »Keimformen«-Artikel in Streifzüge 60/2014]

Der analytische Begriff der „Keimform“ hat eine gewisse Karriere hinter sich, und wie bei so manchen Karrieren ist nach einer Weile nicht mehr so recht klar, was damit eigentlich gemeint ist. Eine Klärung sei versucht.

Das Keimform-Konzept will die Frage beantworten, wie eine neue gesellschaftliche Form in der Entwicklung entstehen und sich schließlich durchsetzen kann. Das traditionelle Transformationskonzept des Marxismus-Leninismus versuchte den Widerspruch zwischen Ökonomie und Politik zu lösen, indem eine Klasse geleitet durch eine Avantgarde die Macht ergreift. Historisch konnten auf diese Weise zwar die Notwendigkeiten der Warenproduktion etabliert werden (etwa in Russland nach der Revolution), eine kommunistische Produktionsweise ließ sich so jedoch nicht durchsetzen. Das Keimform-Konzept hingegen betrachtet die Spaltung in Ökonomie und Politik, von Warenproduktion und gesellschaftlicher Steuerung, selbst als das Problem. Es kann nicht darum gehen, die Ökonomie mittels der Politik zu verändern, sondern darum, eine neue gesellschaftliche Form durchzusetzen, in der lokale Produktion und gesellschaftliche Zwecksetzung nicht mehr auseinanderfallen. Was ist der Unterschied?
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Streifzüge Nr. 60: »Keimformen«

Streifzüge Nr. 60/2014[Inhaltverzeichnis der Ausgabe: unten]

Einlauf

Ich hatte das Vergnügen, den Schwerpunkt als Gast-Kurator zu betreuen. Es lief einfacher als gedacht, am Ende hatten wir sogar mehr Artikel, als wir unterbringen konnten.

Die Keimform-These spricht einen bestimmten, aber selten thematisierten Aspekt der an Marx orientierten Theorie an: Wie gehen gesellschaftliche Systeme unterschiedlicher Qualität in der Entwicklung auseinander hervor? Traditionell schien dieses Thema in Bezug auf den Kapitalismus mit der Figur der die Macht ergreifenden Arbeiterklasse gelöst zu sein: Die regelt das dann. Doch so schlicht und politizistisch funktioniert(e) der geschichtliche Prozess nicht. Die untergegangenen realsozialistischen Versuche bezeugen dies. Das Verhältnis von Produktivkraftentwicklung und Produktionsverhältnissen ist weitaus komplexer als gedacht.

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Möglichkeiten statt Chancen

neues-deutschland[Erschienen in der Kolumne »Krisenstab« im Neuen Deutschland vom 31.3.2014]

Stefan Meretz über Gleichheit und Individualität

Der Kapitalismus produziert systematisch soziale Ungleichheit. So lag und liegt es nahe, die soziale Gleichheit zum Programm der Linken zu erheben. Historisch geschah dies in Ost wie West gleichermaßen. Doch gesiegt hat der Liberalismus, denn er hat auf eine Individualität statt auf »Gleichmacherei« gesetzt. So nimmt es nicht Wunder, dass nach dem Niedergang des Realsozialismus viele Linke ins Lager des neu aufgelegten Liberalismus wechselten.

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Poppy – Open Source Humanoid Robot

Designed by the Flowers Lab at Inria Bordeaux and Ensta ParisTech (France) Poppy is an affordable and hackable humanoid robot for science, education, art and geeks. Both software and hardware are available under an open source licence.

Capital(ism) for the Commons?

Michel Bauwens answered to the critique of Stefan Meretz on Peer Production License. Jakob Rigi from Hungary enters the debate commenting on both positions. They are documented in the following. My answer on both, Michel and Jakob, is using italics.

Michel Bauwens: Responding to Stefan Meretz’s critique of the Peer Production License

Stefan Meretz produced a critique of the Peer Production License, or more generically, Commons-Based Reciprocity Licenses, in the Keimform blog, to which I promised to respond.

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Care Revolution

Care RevolutionVom 14. bis 16. März 2014 fand in Berlin die Aktionskonferenz Care Revolution mit 500 Teilnehmer_innen statt. Die Konferenz formulierte eine Care Resolution, die wir nachfolgend dokumentieren.

Von der Krise der sozialen Reproduktion…

1. Alltagserfahrungen in der Krise

In der aktuellen Krise leben und arbeiten viele unter Druck: Zeitstress und Angst vor einer ungewissen Zukunft bestimmen den Alltag. Einige müssen immer mehr arbeiten, andere finden keine Jobs oder haben trotz Job nicht genug zum leben. Hinzu kommt die Sorge um sich und andere: Kinder, Alte, Kranke, Freund_innen, Angehörige. Erholung, Muße und die Möglichkeit, Gesellschaft mit zu gestalten, scheinen für immer mehr Menschen unerreichbar. Die Sparmaßnahmen, die als einzige angebliche Lösung zur Krise des Kapitalismus präsentiert werden, untergraben die Errungenschaften queerfeministischer und anderer emanzipatorischer Kämpfe.

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