Autor: Stefan Meretz

Shareconomy – die neue Einhegung des Teilens

streifzuege62[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

Für die Durchsetzung des Kapitalismus war es notwendig, die Menschen durch die „Einhegung der Commons“ von ihren Subsistenzmitteln zu trennen. Zu den traditionellen Commons gehörte die gemeinschaftliche Nutzung von Naturressourcen: Wiesen, Weiden, Wälder, Wasser. Gewohnheitsrechtlich wurden sie geteilt genutzt und boten vor allem kleinen Bauernhöfen und Landarbeiter_innen ein Auskommen. Mit dieser Art des Teilens war mit der Einhegung Schluss. Freie, aber vereinzelte Lohnarbeiter_innen mussten fortan ihre Arbeitskraft verkaufen, um die Existenz ihrer getrennten, von der Warenökonomie abgespaltenen Privathaushalte zu sichern.

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We love commonism

Den Titel hab ich mir nicht ausgedacht, ist Original von den Jungen Grünen Österreich.  Hier das Video dazu:

Mit der Begründung hapert es noch:

»Commons sind Gemeingüter, also Dinge, die irgendwie allen gehören aber auch niemandem – alle können sie nutzen, wenn sie gebraucht werden. Wem was gehört und wer darüber verfügt ist nicht egal in unserer Gesellschaft. Deswegen lieben wir Commons!«

Irgendwie allen, aber auch niemandem? Irgendwie unklar, quasi…

Book of Peer Production

Journal of Peer ProductionThe Book of Peer Production has been released as a special edition of Journal of Peer Production. It consists of papers written by presenters at the Peer Production-track at the Free Society Conference and Nordic Summit (FSCONS) in Göteborg 2014. It is cool, that all content in the book is in the public domain.

Johan Söderberg and Mathieu O’Neil explain: „In fact, the commons and peer production are two names for describing the same thing: a particular kind of labour relation. This labour relation is predicated on voluntary participation and the self-selection of tasks.“ — This is exactly what I mean by the commons as being a new elementary form (as used by Marx) of social production opposed to the commodity form.

These are the articles of the book: (mehr …)

Copyleft-Guide

Copyleft symbolCopyleft.org ist eine neue Website rund um die Copyleft-Idee und ihre Praxis, vor allem bezogen auf die GPL-Lizenzen. Kern der Website ist ein Handbuch zur Analyse und Anwendung der verschiedenen Varianten von Copyleft-Lizenzen (etwa den Unterschieden von GPLv2 und GPLv3, LGPL und AGPL). Es wird von einigen Fallstudien zur erfolgreichen Durchsetzung der GPL abgeschlossen. Sicher etwas für Leute, die tiefer in die Problematik einsteigen wollen.

Vermieten ist kein Teilen — Thesen zur Shareconomy

Teilen — auf denglisch: sharing — ist voll „in“. So sehr „in“, dass Merkel die Shareconomy ausrief. Nachfolgend Folien eines Vortrags zum Thema vom letzten Jahr. Dazu gibt’s leider keinen Audio-Mitschnitt. Ist vielleicht dennoch interessant. Unten dann noch ein paar Thesen zum Thema (teilweise auch in den Folien enthalten).

Und nun noch ein paar… (mehr …)

Alternativen von unten

Glücksökonomie[Auszug aus dem Buch »Glücksökonomie« von Annette Jensen und Uta Scheub, repostet unter CC-by-nc-nd]

»…Könnte nicht alles, was relokalisierbar ist, konsequent entglobalisiert und lokaler Steuerungsintelligenz zugeführt werden? Viele Probleme, die zentrale Machtagglomerate verursachen, würden durch regional angepasste Lösungen verschwinden.

Die dafür nötige Vielfalt von Projekten, Betrieben und Initiativen gibt es schon weltweit. Diese basieren auf anderen Werten als das gegenwärtige Wirtschaftssystem und durchwuchern es von allen Seiten. Das Alte dient nur noch als Steinbruch oder als Werkzeugkasten: Man nutzt, was davon noch nützlich ist.

Angetreten sind die Bewegungen nicht, um das herrschende System zu bekämpfen, sondern um das Wohlergehen der Beteiligten zu mehren. Deshalb beziehen sie sich auch nicht direkt auf den Kapitalismus – sie ignorieren ihn einfach und stellen stattdessen selbst Regeln auf. Dieses Vorgehen verschwendet die eigene Kraft nicht damit, sich an einem übermächtigen Gegner abzuarbeiten, sondern konzentriert sich auf das Entwickeln des Eigenen.

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Omnia sunt communia (»Alles gehört allen«)

Interview mit Silvia Federici, Prof. em. für Politische Philosophie an der Hofstra University, Long Island, New York; Buchautorin („Caliban und die Hexe“).

Was ist marxistisch an der Kritischen Psychologie?

Ferienuni Kritische Psychologie[Veranstaltung auf der Ferienuni Kritische Psychologie 2014. Hinkommen – kostenlos!]

Themenstrang: »Emanzipation«
Referent_innen: Michael Zander, Morus Markard, Stefan Meretz, Christina Kaindl
Tag/Zeit: Mittwoch, 17.9.2014, 19:00–21:00 Uhr

Seit ihren durch die westdeutsche Studierendenbewegung inspirierten Anfängen versteht sich die Kritische Psychologie als marxistisch. Klaus Holzkamp kennzeichnete sie 1983 als „marxistische Individualwissenschaft“, deren Bezug zum dialektischen bzw. historischen Materialismus vor allem auf erkenntnistheoretischer und gesellschaftstheoretischer Ebene angesiedelt sei. Auf dem Kongress „Erkenntnis und Parteilichkeit“ wurden diese Grundlagen 1997 – nach dem Ende des Realsozialismus – neu diskutiert. Heute scheinen die Zeiten dafür günstiger zu sein. Kapitalismuskritik liest man im Zuge der anhaltenden Weltwirtschaftskrise selbst im bürgerlichen Feuilleton. Genauer betrachtet zeigt sich allerdings, dass der Marxismus keinen guten Stand hat. In dieser Situation stellen wir erneut die Frage: Was ist marxistisch an der Kritischen Psychologie?

Das Unbewusste in der Kritischen Psychologie

Ferienuni Kritische Psychologie[Veranstaltung auf der Ferienuni Kritische Psychologie 2014. Hinkommen – kostenlos!]

Themenstrang: »Unbewusstes«
Referent_in: Stefan Meretz
Tag/Zeit: Donnerstag, 18.9.2014, 13:30–15:30 Uhr

Von der Motivationsforschung zur Grundlegung — Versuch einer Rekonstruktion

Ohne die Psychoanalyse hätte es die Kritische Psychologie nicht geben können. Die kritische Rezeption der Freudschen Psychonanalyse war zentral für die Entwicklung einer eigenen wissenschaftlichen Grundlage, die die Verkürzungen und unhaltbaren Annahmen der Psychoanalyse hinter sich lässt. Einen Meilenstein bildet hierbei die 300-seitige Analyse von Ute Osterkamp im Band 2 der Motivationsforschung von 1976. In der Grundlegung der Psychologie von Klaus Holzkamp nur 7 Jahre später taucht von den Ergebnissen nur noch wenig (explizit) auf. Warum?

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