Heißzeit oder System Change


Buschfeuer in Australien, Januar 2020 (Quelle, Foto von BLMIdaho, Lizenz: CC BY)

[Voriger Teil: Hannah Arendt, das Recht auf Rechte und die freie Migration]

Linke Hoffnungen auf eine bessere postkapitalistische Zukunft basieren oft auf der Erwartung, dass der Zeitverlauf „auf unserer Seite ist“: dass die Voraussetzungen für die Transformation Richtung bessere Gesellschaft mit der Zeit immer besser werden. Das bekannteste Zitat hierzu stammt wahrscheinlich von Karl Marx, aus dem Vorwort zu seinem Buch Zur Kritik der politischen Ökonomie (1859):

Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind. (MEW 13, 9)

Die alte (heutige) Gesellschaft bereitet der künftigen besseren also zwangsläufig den Boden, und wenn die „neue[n] höhere[n] Produktionsverhältnisse“ nicht schon heute oder in naher Zukunft an die Stelle der alten treten, dann ist es eben noch zu früh – dann sind die „materiellen Existenzbedingungen“ der neuen Gesellschaft noch nicht hinreichend „ausgebrütet“. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis es soweit sein wird. In späteren Jahren hat sich Marx hierzu nicht mehr ganz so klar geäußert, doch auch in seinem Hauptwerk, dem Kapital, dringt die Vorstellung durch, dass die Entwicklungslogik des Kapitalismus zwangsläufig an den Punkt führen muss, wo die kapitalistischen „Expropriateurs“ selbst „expropriiert“ (enteignet) werden zugunsten einer kooperativ-sozialistischen Produktionsweise (MEW 23, 791).

Auch anarchistische Denker:innen wie Peter Kropotkin sahen schon in der bestehenden Gesellschaft eine „Tendenz zum Kommunismus“, die sich graduell immer weiter durchsetzen würde (Kropotkin 1892, 23). Ähnlich wie Marx sah Kropotkin in der „schnelle[n]“ Entwicklung der „Produktivkraft“ den Schlüssel dafür, dass „[d]er Wohlstand für Alle […] kein Traum mehr“ sei, sondern schon zu seiner Zeit (Ende des 19. Jahrhunderts) in greifbarer Nähe war (ebd., 10, 13).

Aus heutiger Sicht haben diese optimistischen Erwartungen eine doppelte Schwäche: Zum einen überschätzen sie die Bedeutung der Produktivkräfte als Auslöser gesellschaftlicher Veränderungen (siehe Dank Produktivkraftentwicklung zur neuen Gesellschaft?), zum anderen unterschätzen sie die Folgen der negativen Seiten der Produktivkraftentwicklung – der im Kapitalismus freigesetzten Destruktivkräfte (siehe Produktivkräfte, Destruktivkräfte und historischer Materialismus).

Die Zeit arbeitet gegen uns

Heute wissen wir, dass die kapitalistische Entwicklung schnurstracks in eine globale Katastrophe von einem Ausmaß zu führen droht, wie sie die Menschheit noch nie gesehen hat: eine Heißzeit mit einem globalen Klima, dass sich von den stabilen Klimabedingungen, die die Menschheit seit der Entstehungen der ersten Zivilisationen gekannt hat (Holozän genannt), so stark und dramatisch unterscheiden wird wie die letzte Eiszeit – nur in umgekehrter Richtung. Der Klimagerechtigkeitsaktivist Tadzio Müller stellt fest, dass „die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Klimakollaps (also das Umkippen des globalen Klimasystems in einen instabilen, chaotischen Zustand) verhindern können, irgendwo im unteren Promillebereich“ liegt.

Alle Hoffnungen auf eine bessere Zukunft stellt dies vor ein fast unauflösbares Dilemma: Wie damit umgehen, dass alle, die es wissen wollen, inzwischen wissen, dass die Zukunft – zumindest von ihren materiell-klimatischen Ausgangsbedingungen her – wahrscheinlich sehr viel schlimmer wird als alles, was wir kennen? Logisch gesehen gibt es heute nur drei Möglichkeiten für die Zukunft:

(1) Die Heißzeit kommt: Die kapitalistische Entwicklung läuft weiter wie bisher und führt damit schnurstracks in die globale Katastrophe einer Erderhitzung um drei Grad oder mehr im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten. (Eine Erwärmung um mehr als ein Grad hat bereits stattgefunden). Das ist leider mit großem Abstand das wahrscheinlichste Szenario.

(2) Rascher Systemwandel: Es findet sehr rasch – innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahrzehnte – eine globale gesellschaftliche Umwälzung statt, die den Kapitalismus durch eine andere Gesellschaftsformation ersetzt. Die neue Gesellschaft müsste in der Lage sein, die klimaschädlichen Praktiken der heutigen Gesellschaft in kurzer Zeit zu beenden, um so die Katastrophe noch abwenden zu können. Auch im besten Fall würde es immer noch zu einer Erhitzung um 1,5 bis 2 Grad kommen, die gravierende Konsequenzen hätte – aber die ganz große Katastrophe ließe sich auf diese Weise vielleicht noch abwenden. Dieses Szenario ist möglich, aber leider sehr unwahrscheinlich, vor allem aufgrund des kurzen Zeitfensters, das zu seiner Realisierung bleibt.

(3) Der Kapitalismus kriegt es gerade nochmal hin: Es gelingt der Menschheit doch noch innerhalb des Kapitalismus die Kurve zu kriegen und die Katastrophe abzuwenden, dank des Drucks von Bewegungen wie Fridays for Future und Extinction Rebellion und dank entschlossenen politischen Handelns. Auch hier wäre eine gerade noch verkraftbare Erhitzung um 1,5 bis 2 Grad die unvermeidbare Konsequenz. Dies ist das Szenario, auf das heute zweifellos die meisten hoffen.

Bei ernsthafter Betrachtung dieser Szenarien kann man leider nur zu dem Schluss kommen, dass das unschönste Szenario (1) leider auch mit großem Abstand das wahrscheinlichste ist. (2) erscheint zumindest auf den ersten Blick sehr sehr unwahrscheinlich: Da sich der Kapitalismus in den letzten Jahrhunderten als global gesehen unüberwindbar erwiesen hat und heute nahezu überall auf der Welt herrscht, wieso sollte er dann gerade in den nächsten 20 Jahren zusammenklappen?

Die meisten, die noch nicht resigniert haben oder ins Verharmlosen und Leugnen verfallen sind, setzen deshalb auf (3): den Versuch, doch innerhalb des Kapitalismus gerade noch die – sehr tiefgreifenden – gesellschaftlichen Veränderungen anzustoßen, die notwendig und ausreichend wären, um die Katastrophe zu verhindern. Auch ich versuche dieses Szenario zu unterstützen, indem ich mich etwa bei der Klimaliste engagierte. Diese neue Partei tritt in Berlin und einigen anderes Bundesländern an (und perspektivisch bald bundesweit), um einen radikalen gesellschaftlichen Umbau anzustoßen und durchzusetzen, durch den sich die im Pariser Abkommen festgeschriebene Begrenzung der Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad noch einhalten ließe (wenigstens weitgehend) – und dies auf eine sozial gerechte Weise, bei der niemand auf der Strecke bleibt.

Die Klimaliste ist dabei kapitalismuskritisch, aber nicht ganz explizit antikapitalistisch. Denn es bleibt ein im Rahmen unseres parlamentarischen Systems wahrscheinlich nicht aufzulösendes Problem, dass ein expliziter Antikapitalismus nicht auf viele Wähler:innenstimmen hoffen kann. Wer (partei-)politisch erfolgreich sein will, muss sich zwangsläufig zumindest ein Stück weit anpassen – aber kann, wer sich angepasst hat, dann trotzdem doch die notwendigen drastischen Umbauprozesse in die Wege leiten? Wenn ich die Antwort Ja nicht zumindest für möglich halten würde, würde ich mich nicht bei der Klimaliste engagieren. Und doch muss ich einräumen, dass hier ein Balanceakt erforderlich ist, dessen erfolgreiches Gelingen sehr unwahrscheinlich ist. Es ist auch nicht unmöglich, dass man jede Woche Lotto spielt und nach ein paar Wochen oder Monaten den Hauptgewinn zielt. Ähnlich würde ich die Chancen einschätzen, auf politischem Wege innerhalb des Kapitalismus doch noch die Katastrophe abzuwenden – nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich.

Selbstverpflichtungen und Kipppunkte

Bevor ich auf die Konsequenzen aus der Erkenntnis eingehen, dass sich die Heißzeit ohne ein rasches Ausbrechen aus der kapitalistischen Logik wahrscheinlich nicht mehr verhindern lässt, ist es wahrscheinlich notwendig, diese Erkenntnis selbst noch genauer zu begründen. Besteht heute nicht deutlich mehr Hoffnung als noch vor einem Jahr, da sich die USA unter Biden wieder klar zu den Zielen des Pariser Abkommens bekennt und auch andere Staaten ihre Klimaziele verschärft haben?

Zwar stimmt es, dass die Absichtserklärungen im letzten Jahr deutlich stringenter geworden sind, dennoch stehen einer optimistischen Sicht der Dinge leider drei Hürden im Wege:

  1. Auch die verschärften Absichtserklärungen sind noch nicht annähernd genug.
  2. Absichtserklärungen sind erst einmal nur Absichtserklärungen – das tatsächliche Handeln spricht in vielen Fällen eine ganz andere Sprache. Und die Logik der Kapitalverwertung und der parlamentarischen Demokratie legt es nahe, Versprechen zu machen, nicht aber diese – wenn ein paar Jahre verflossen sind – auch noch einzuhalten.
  3. Die die Erderhitzung verstärkenden Rückkopplungseffekte – oft Kipppunkte genannt – sind in vielen Prognosen der zu erwartenden Erhitzung nicht oder nur zu einem kleinen Teil enthalten. Der Grund dafür ist, dass man nicht sicher weiß, wann (bei welcher Temperatur) und wie stark das System „kippt“; deshalb lassen sich diese Effekte nicht zuverlässig modellieren.

Wenn alle Staaten ihre Selbstverpflichtungen im Rahmen des Pariser Abkommens einhalten, wird die Erde – nach den neuesten Berechnungen des Climate Action Tracker – Ende dieses Jahrhunderts etwa 2,4 Grad wärmer sein als in vorindustriellen Zeiten (Stand: „May 2021 Update“). Das ist etwa ein halbes Grad über der 2-Grad-Grenze des Abkommens und klingt zunächst vielleicht nicht allzu dramatisch. Wenn die Selbstverpflichtungen allerdings nicht eingehalten werden sollten, sondern lediglich die heutige Politik weiterverfolgt wird, dürfte die Erhitzung sogar um die 3 Grad betragen – dann wäre die Heißzeit, so wie ich sie hier definiere, schon da. Dazu kommt noch, dass dieses Zahlen lediglich geschätzte Mittelwerte sind, die mit je 50 Prozent Wahrscheinlichkeit unter- oder überschritten werden dürften. Am oberen Ende des Spektrums steht eine Erderhitzung um 3 Grad selbst bei Einhaltung der Selbstverpflichtungen und um nahezu 4 Grad wenn weiterhin „business as usual“ praktiziert wird.

Diese Zahlen zeigen schon, dass die Menschheit die Situation keineswegs im Griff hat – selbst wenn alle Selbstverpflichtungen eingehalten werden, könnte die Katastrophe kommen. Dazu kommt noch, dass eine Temperatur von 2,4 Grad mehr – oder wie viel genau es wird – wahrscheinlich nicht stabil wäre, sondern durch Rückkopplungsmechanismen in den folgenden Jahrzehnten noch weiter in die Höhe getrieben werden dürfte – selbst wenn alle menschengemachten Emissionen bis dahin beendet wurden.

Der Punkt, an dem ein solcher Rückkopplungsmechanismus ausgelöst wird, wird Kipppunkt genannt – siehe dazu auch einen aktuellen Blogpost von Annette. Die Konsequenzen sind in Schätzungen schlecht einzubeziehen, da vorab nicht genau bekannt ist, bei welcher Temperaturgrenze die Situation „kippt“ und die Rückkoppelung ausgelöst wird – und sobald das passiert ist, ist es zu spät. Zusätzlich bedrohlich ist die Situation durch die Möglichkeit eines „Dominoeffekts“: Das Überschreiten eines Kipppunkts hat gegebenenfalls zur Folge, dass sich das Klima – zusätzlich zur direkt menschengemachten Erhitzung – noch um einige weitere Zehntelgrade mehr erhitzt, was weitere Kipppunkte auslösen kann, die wiederum eine weitere Erhitzung zur Folge haben. So kann es zu einem Teufelskreis kommen, in dem sich die Erhitzung gegebenenfalls auch ganz ohne weitere menschliche Eingriffe von einem Kipppunkt zum nächsten hochschaukelt.

Die Existenz solcher Kipppunkt ist schon seid Jahrzehnten bekannt, doch zunächst war erwartet worden, dass diese frühestens bei einer sehr starken Temperaturerhöhung von drei bis vier oder mehr Grad ins „Kippen“ kommen könnten. Inzwischen hat sich leider herausgestellt, dass das Klimasystem deutlich sensibler ist und mehrere Rückkopplungseffekte wahrscheinlich schon bei einer Erwärmung von unter zwei Grad ausgelöst werden – zwischen zwei und drei Grad kommen noch weitere hinzu. Das Klimasystem ist kein Thermostat, das man einfach auf einen neuen globalen Durchschnitt von etwa „1,8 Grad mehr“ oder „2,4 Grad mehr“ einstellen könnte und dann hält es diese Temperatur. Stattdessen ist bei diesen Temperaturen ein weiterer Anstieg, vielleicht nur um ein paar Zehntel-, schlimmstenfalls und insbesondere bei einer höheren menschengemachten Ausgangstemperatur womöglich gar um mehrere Grad zu erwarten.

Diese Rückkopplungseffekte sind aber in Berechnungen, wie sie der Climate Action Tracker macht, zum allergrößten Teil noch nicht enthalten, weil nur sehr ungefähr bekannt ist, wann sie ins Kippen kommen und wie stark der Effekt ausfallen würden. Trotzdem weiß man, dass es diese Effekte gibt und dass sie die Erderhitzung noch verstärken werden.

Eine Reihe von Klimaforscher:innen hat ausgerechnet, dass die Stärke der Rückkopplungseffekte bis Ende dieses Jahrhunderts wahrscheinlich um die 0,5 Grad betragen wird, selbst wenn es gelingt, die direkte Erhitzung auf 2 Grad zu begrenzen (Steffen u.a. 2018, Tabelle 1). Aus den 2 Grad würden so schon 2,5 Grad. Rechnet man die zusätzliche Erwärmung zu der Prognose des Climate Action Tracker hinzu, ergibt sich ein Temperaturansteig von katastrophalen 2,9 Grad – oder wahrscheinlich noch etwas mehr, denn je stärker die direkte Erhitzung, desto stärker wird auch der Effekt der Rückkopplungen ausfallen.

Zudem gilt auch hier: Dies ist noch nicht die neue Durchschnittstemperatur, auf die das Erdklima dann dauerhaft „eingestellt“ ist. Stattdessen wird die von den überschrittenen Kipppunkten ausgelöste Erhitzung zum Teil noch über Jahrhunderte oder Jahrtausende weitergehen, unabhängig von den direkt menschengemachten Emissionen.

Ein zusätzliche Erhitzungsquelle, bei der die Autor:innen davon ausgehen, dass sie schon bei einer Erhitzung von 2 Grad wahrscheinlich ausgelöst wird, aber erst ab dem 22. Jahrhundert (also nach dem Jahr 2100) eine spürbare Wirkung entfalten wird, ist die Freisetzung von Methan aus unterseeischen Lagerstätten. Steffen u.a. erwarten hierdurch eine zusätzliche Erhitzung von um die 0,4 bis 0,5 Grad in den kommenden Jahrhunderten bis Jahrtausenden, wenn das wärmer werdende Meerwasser diese Methanlager freigibt – ein langsamer, aber nach seinem Beginn nicht mehr aufzuhaltender Prozess (Steffen u.a. 2018, Tabelle S2 im Anhang).

Über das Jahr 2100 hinaus

Im Anhang ihres Papers veröffentlichen die Autor:innen auch Daten, die eine Abschätzung des maximal möglichen Klimaeffekts auch einiger weiterer Kipppunkte ermöglichen. Sollten die tropischen und subtropischen Regenwälder komplett absterben und zu Grasland bzw. Savanne werden, droht eine Freisetzung von 192 Gigatonnen Kohlenstoff. Sterben die borealen Nadelwälder (Taiga) ab und werden zu Tundra (Kältesteppe), würde dies weitere 167 Gigatonnen Kohlenstoff freisetzen (nach ebd., Tabelle S3 im Anhang).

Ein besonders gefährlicher Kipppunkt ist das Auftauen der Permafrostböden im hohen Norden, da diese insgesamt nahezu 1600 Gigatonnen Kohlenstoff binden – mehr als doppelt so viel wie derzeit in der Atmosphäre ist! Dass dieser Kohlenstoff komplett freigesetzt wird, ist wohl selbst in einem Extremszenario unwahrscheinlich, doch neuere Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahre 2300 um die 260–300 Gigatonnen Kohlenstoff aus dieser Quelle freigesetzt werden könnten (Quelle).

In der Summe ergibt sich aus dem drohenden Absterben von Regenwäldern und Taiga und dem teilweisen Auftauen der Permafrostböden eine Freisetzung von um die 640 Gigatonnen Kohlenstoff, was gemäß des eher konservativ angesetzten Umrechnungsfaktors von Steffen u.a. eine Erderhitzung um 1,3 Grad bedeuten würde. Etwa 0,2 Grad davon sind in der bis Ende des Jahrhunderts erwarteten Rückkopplung um 0,5 Grad schon enthalten, der Rest – über ein Grad – käme noch hinzu.

Die hier diskutierten Kipppunkte sind vor allem Verstärkungs- und Rückkopplungseffekte: Sie werden einerseits durch die Erderhitzung ausgelöst, verstärkten diese andererseits aber auch noch mehr. Ein weiterer solcher Verstärkungseffekt sind Wald- und Buschbrände, die bei steigenden Temperaturen immer häufiger und schwerwiegender werden und die zugleich selber das in den verbrennenden Pflanzen gebundene CO2 freisetzen und auf diese Weise die Erderhitzung noch weiter verstärken. So wurden durch die verheerenden Buschbrände in Australien 2019/2020 etwa 900 Millionen Tonnen CO2 freigesetztdeutlich mehr als die direkt menschengemachten CO2-Emissions Australiens innerhalb eines Jahres. Zwar kann dieses CO2 prinzipiell wieder gebunden werden, wenn die verbrannten Wälder wieder nachwachsen, doch dies dauert Jahrzehnte – und manche Expert:innen befürchten, dass sich die zerstörten Wälder überhaupt nicht mehr komplett regenerieren werden (Quelle).

[Fortsetzung: Es gibt kein 2-Grad-Ziel]

Literatur

Kropotkin, Peter (1892). Die Eroberung des Brotes. Wohlstand für Alle. Berlin: Der Syndikalist, 1919. https://de.wikisource.org/wiki/Die_Eroberung_des_Brotes.

Marx, Karl und Friedrich Engels (1956–2018). Werke. 44 Bände. Berlin: Dietz. Abgekürzt als MEW <Bandnummer>.

Steffen, Will, Johan Rockström, Katherine Richardson, Timothy M. Lenton, Carl Folke, Diana Liverman, Colin P. Summerhayes u.a. (2018). Trajectories of the Earth System in the Anthropocene. Proceedings of the National Academy of Sciences 115, Nr. 33: 8252–8259. https://www.pnas.org/content/115/33/8252.

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