Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
Artikel drucken

MOVE-Utopia mit Commons-Barrio

Das MOVE-Utopia-Festival (kurz: das MOVE) wird 2019 vom 10. bis 14. Juli in der „Freien Feldlage“ in Harzgerode stattfinden. Das MOVE ist ein Ort des solidarischen, nachhaltigen, herrschafts- und hierarchiefreien Miteinanders. In verschiedenen „Barrios“ (Nachbarschaft, Quartier) stellen verschiedene Gruppen ihre Ideen einer Welt nach Bedürfnissen und Fähigkeiten vor. Das Commons-Institut (CI) wird ein Commons-Barrio auf dem MOVE gestalten!

Leben jenseits von Herrschaft und Tauschlogik

Das Commons-Barrio des CI möchte der Commonsbewegung und allen Menschen einen Ort geben, die über Commons, Gesellschaftskritik, Utopie und Überwindung gemeinsam diskutieren, lernen und weiterdenken wollen. Commons finden wir in allen emanzipatorischen Bewegungen. Für uns sind sie soziale Räume jenseits von Staat und Markt, die ein Sorgen, Produzieren, Leben und Kämpfen nach unseren Bedürfnissen und Fähigkeiten verwirklichen. Sie entstehen in tauschlogikfreien, herrschaftskritischen Beziehungen, sind von Freiwilligkeit und gemeinsamer Verfügung/Besitz geprägt und erzeugen eine solidarische Logik von Care und Inklusion. Wir finden sie als Solidarische Landwirtschaften, feministische Politgruppen, Mietshäusersyndikat, autonome Zentren, MOVE 2017 (und hoffentlich 2019 :)), Open Software, in Klima- und Frauenstreiks und vielem mehr. In ihnen wird nicht für Profit gewirtschaftet, sondern es werden gemeinschaftlich Bedürfnisse befriedigt.

Der Kapitalismus ist eine warenproduzierende Tauschgesellschaft, die durch Konkurrenz eine ständige Profitsteigerung auf Kosten von Mensch und Umwelt erzwingt und uns dadurch nahelegt, uns selbst und uns gegenseitig auszubeuten und zu exkludieren. Historisch hat er sich aus(sowie in Interaktion mit) Sexismus, Kolonialismus, höchst ungleichen Eigentumsstrukturen und anderen Herrschaftsverhältnissen entwickelt. Und so exkludieren sich Gruppen heute bewusst und unbewusst durch nationale Grenzen und Geschlechteridentitäten, Geld und Schönheitsnormen, Kultur und Arbeitsleistung, Hautfarbe und vieles mehr. Die Commons können diesen Herrschaftsverhältnissen eine andere Logik entgegensetzen, in welcher wir unsere Bedürfnisse besser befriedigen können, wenn wir die Bedürfnisse anderer einbeziehen. Noch sind sie Nischen, in denen auch Herrschaftsverhältnisse noch fortwirken, doch sie haben das Potential, eine Gesellschaft zu schaffen, „worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“ (Marx). In diesem Barrio wollen wir gemeinsam darüber nachdenken, wie wir diese Gesellschaft erreichen.

Möchtest du beitragen?

Wenn du Lust hast, etwas zum Commons-Barrio beizutragen, freuen wir uns sehr, denn wir können Leute in verschiedenen Bereichen brauchen. Zum einen Menschen, die mit uns die Infrastruktur und die Organisation planen (Leute anfragen, Workshops und Abendveranstaltungen koordinieren, Zelte aufbauen, dekorieren etc.). Zum anderen Menschen, die mit ihren Seminaren, Vorträgen, Abendveranstaltungen, Musikdarbietungen und vielen weiteren Ideen das Barrio zum Leben bringen :).

Melde dich gerne bei uns, schreib eine Mail an move-barrio ät lists.commons-institut.org

Update: MOVE_Utopia_call_for_Workshops.pdf

Kategorien: Commons, Termine

Tags: , ,

23. März 2019, 14:37 Uhr   6 Kommentare

1 Benni Bärmann (24.03.2019, 09:31 Uhr)

Was man vielleicht noch anmerken sollte: Das MOVE ist erklärtermaßen nicht nur frei von Tauschlogik sondern auch von nicht-veganem Essen und jeglicher Drogennutzung. Das schließt zum Beispiel mich von der Teilnahme aus.

2 Stefan Meretz (04.04.2019, 16:44 Uhr)

@Benni: Vielleicht mal hinschreiben und deine Situation erzählen? Ich kann mir vorstellen, dass sie das nicht auf dem Schirm haben.

3 Benni Bärmann (05.04.2019, 04:07 Uhr)

@stefan: eher nicht. zeigt ja auch eine gewisse haltung. und es ist ja auch ok, wenn sie mich nicht da haben wollen, ist ja ihr gutes recht.

4 Stefan Meretz (10.04.2019, 10:03 Uhr)

@Benni: Kann deinen Frust gut verstehen. Gleichzeitig bin ich mir ziemlich sicher, dass sie dich da haben wollen, nur schließen sie dich unreflektiert über Regeln, die sie sich mit positiven Intentionen überlegt haben, aus. Ich fänds schön, wenn das nicht sein müsste.

5 Benni Bärmann (11.04.2019, 09:49 Uhr)
@Stefan: Ich glaube nicht dass das so einfach ist. Da steckt schon ein tieferer Konflikt dahinter, nämlich der klassische wer definiert was legitime Bedürfnisse sind und was nicht.
Außerdem: Ich finde es ja legitim, dass sie das so machen. Man muss ja nicht jede Veranstaltung für alle machen.
Plus: Ich wüsste nicht mal ob ich käme, wenn das anders wäre aus einer ganzen Reihe von Gründen. Also werde ich da deswegen ganz sicher auch kein Fass aufmachen. Ich  wollte nur, dass es klargestellt wird, damit Leute, die das hier lesen, wissen worauf sie sich einlassen.
6 Friederike (14.04.2019, 17:29 Uhr)

huhu, das MOVE Utopia ist kein Projekt von Living Utopia, und nicht (vollkommen) drogenfrei. Letztes Mal gab es Rauchbereiche und eine Bar, dieses Mal vermutlich auch. Tauschlogikfrei und auch tierleidfrei sind aber beide, das ist richtig.

Schreibe einen Kommentar