Keimformhafte Perspektiven für Studentenproteste gesucht

In Österreich spielt sich derzeit eine im Umfang und in der Ausdrucksform ungewöhnliche Studentenbewegung ab. Seit einer Woche halten  Studenten der Universität Wien den Vorlesungsbetrieb blockiert und ihre Aktionen breiten sich wie ein Lauffeuer durch ganz Österreich aus. Das ganze noch mit der witzigen Pointe versehen, dass der Wissenschaftsminister just in diesem Moment einen Abgang als EU-Komissar nach Brüssel macht.

Hier sind die neuesten Entwicklungen nachzuverfolgen, es gibt auch eine U-Stream Lifeberichterstattung aus dem besetzten audimax: http://unibrennt.at/

Studenten im besetzten Audimax der Uni Wien
Studenten im besetzten Audimax der Uni Wien

Es ist erstaunlich und bemerkenswert mit welcher Intensität und welchem Pragmatismus sich diese Bewegung sozialer Netzwerke bedient, egal ob twitter oder facebook. Vor allem das Wiki legt Zeugnis ab von der enormen Energie und Partizipation, die dadurch erreicht wurde.

Die Reaktion der Öffentlichkeit ist gespalten, aber es ist erstaunlich wie viele Menschen sich abstrakt mit der Bewegung solidarisieren, ohne freilich immer mit den Forderungen konform zu gehen. Diese Haltung nehmen auch sehr viele „Alumni“ vergangener Studentenbewegungen ein, und es hat auch sich eine interessante Diskussion zwischen Andreas Exner und mir entsponnen, welche Perspektive dieser Studentenprotest überhaupt haben könnte.

http://www.social-innovation.org/?p=1279

Die Studenten haben nun begonnen einen alternativen Vorlesungsbetrieb zu organisieren, und ich fände das eine selten gute Gelegenheit, an sehr konkreten Perspektiven zu zeigen, dass heute im Unterschied zu 68 eine Studentenbewegung sehr wohl Ansatzpunkte einer nachhaltigen und lebensgeschichtlich tiefgreifenden Veränderung vorfindet, die auch das Bildungswesen, die persönlichen Lebensperspektiven und die Gesellschaft als Ganzes zu revolutionieren imstande sind.

Daher bitte ich einfach um illustrative Inputs und gute Ideen, wie solch eine „Präsentation der Keimformen“ bezogen auf eine studentische Perspektive aussehen könnte.

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