Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Vom Livestream zum Lifestream

bleeper_logoIn meinem letzten Post habe ich ja ein bisschen fürs Microblogging getrommelt. Unklar blieb dabei sicherlich, was das Ganze denn mit Keimformen zu tun hat. Dazu muß ich etwas weiter ausholen.

Das, was wir heute mit „Öffentlichkeiten“ bezeichnen, unterscheidet sich vor allem hinsichtlich zweier Parameter. Das eine ist die Größe der Öffentlichkeit. Eine Kneipenrunde ist in einem ganz anderen Sinne öffentlich als dieses Blogposting – alleine schon aufgrund ihrer schieren Menge an Adressaten (das hoffe ich zumindestens!).

Wichtiger scheint mir aber noch der Modus der Öffentlichkeit zu sein. Diese unterschiedlichen Modi kamen alle zu allen Zeiten und an allen Orten vor. Jedoch sind bestimmte historisch auftretende Gesellschaftsformen von jeweils einem Modus der Öffentlichkeit hegemonial geprägt. Ich benutze dabei die Wörter, die normal für Staatsformen („Monarchie“,“Diktatur“,…)  reserviert sind, als auf die Gesellschaft bezogen, weil die Weise, wie die Zivilgesellschaft funktioniert, mindestens genauso entscheidend für die Öffentlichkeit ist wie der Staat. Den Modi der Öffentlichkeit entsprechen jeweils Handlungsmodi, die angeben, welche Art von Handlungen von den Mitgliedern einer Gesellschaft, in der ein entsprechender Öffentlichkeitsmodus wirkt, normalerweise und im Durchschnitt erwartet werden. Ich unterscheide zunächst mal provisorisch vier Modi von Öffentlichkeiten, die sich vor allem in ihrem Bezug zur Legitimität von Herrschaft unterscheiden:

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Kategorien: Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke, Theorie

10. Februar 2009, 15:03 Uhr   25 Kommentare

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Bleep me up, Scotty

Ich bin ja ein großer Fan all dieser neumodischen Dinge wie Blogs, Wikis, sozialen Netzwerke usw. Nur hadere ich zunehmend mit dem Problem, dass meine Aktivitäten an unterschiedlichen Stellen sich nicht miteinander vertragen.  Wenn ich eine tolle neue Webseite finde, dann will ich die bei del.icio.us bookmarken, in den Empfehlungsfeed schieben, im irc mitteilen, auf Mailinglisten posten, bloggen etc. Wenn ich das jedesmal alles machen würde, wäre ich ziemlich lange beschäftigt.

Nun bin ich natürlich nicht der einzige der dieses Problem hat und man kann es sicherlich als neuen Trend in der Webszene bezeichnen, dass immer mehr Aggregationstools entwickelt werden. Man kann aus all seinen Netzaktivitäten eine Suppe kochen, man kann seine Nase dran reiben oder man kann sie über Applets in seine Facebook-Seite integrieren.  Diese ganzen Tools empfinde ich persönlich noch als sehr vorläufig, weil sie jeweils nur eine eingeschränkte Benutzergruppe im Auge haben. Ich glaube auch nicht, dass man das neue alles vereinende Tool am Reißbrett entwerfen kann. Das wird sich ergeben aus einem dieser vielen Anfänge. Wohl demjenigen, dem es gelingt eine besonders große Community an sich zu binden. Irgendwann wird man dann garnicht mehr anders können als ein Profil bei dem neuen XY-Tool zu haben. So wie man heute ohne Mailadresse nicht so wirklich im Netz ist. Ich wünsche mir sehr, dass dieses Tool ein paar Mindestanforderungen erfüllt: Open Source, Open Data und dezentral sollte es sein. Nur so ist gewährleistet dass aus diesem neuen Tool keine neue Krake a la Google entsteht.

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Kategorien: Freie Software, Medientipp, Soziale Netzwerke

3. Februar 2009, 13:19 Uhr   5 Kommentare