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„Solidarische“ als „Nicht-Kommerzielle“ Landwirtschaft

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"

Jeder nach seinen Fähigkeiten,
jedem nach seinen Bedürfnissen!

Karl MarxKritik des Gothaer Programms

Unser Projekt [1]

Die CSA Freudenthal [2] ist ein jährlich wechselndes Kollektiv von bisher 5–7 „Gärtner*Innen“, das mit einer Gruppe von ca. 90 Personen, den „Begärtnerten“ eine Gemeinschaft bildet, die durch die Bearbeitung von knapp 1,5 ha Ackerfläche im nordhessischen Witzenhausen-Freudenthal ganzjährig mit Gemüse voll versorgt wird. Es besteht nun seit gut 4 Jahren und ist beständig gewachsen.

Wann und wie viel die Gärtner*Innen in diesem Projekt arbeiten; nein besser, tätig sein wollen, wird von jeder*m einzelnen selbstverantwortlich und je nach Bedürfnissen (flexibel) festgelegt und im Kollektiv vereinbart. Der Teil der finanziellen Bedürfnisse, der über das Projekt befriedigt werden soll, wird weitgehend unabhängig von dieser Tätigkeitszeit bestimmt. Es gibt also einen Bedarfslohn, der mit den laufenden Betriebskosten (inkl. Abschreibungen für Investitionen) zu den Gesamtkosten, dem sogenannten „Budget“ einer Jahresproduktion zusammengerechnet wird.

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Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen

12. Februar 2016, 14:42 Uhr   Kommentieren

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Wie(so) ich mich an die NKL ranrobbte

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]

Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"Im April 2013 bin ich zusammen mit anderen Verrückten auf den Karlshof in der Uckermark gezogen mit der recht vagen Idee, einen gemeinschaftlichen, nicht-kommerziellen Initiativen-Hof[1] zu organisieren.

Mit der Idee der Nicht-kommerziellen Landwirtschaft bin ich selbst 2006/2007 das erste Mal in Berührung gekommen, durch Besuche der damaligen Gruppe auf dem Karlshof. Später war ich hin & wieder bei den monatlichen Kartoffelcafés[2] in Berlin und backte mit der damaligen Berliner NK-Backgruppe.

Was mensch sucht…

Meine Motivationen, auf den Hof zu gehen, waren ganz vielfältig und nicht (nur) weil ich unbedingt ein nicht-kommerzielles Projekt aufbauen wollte.

Ich hatte wenig Erfahrung und viel Lust auf das Leben in und mit einer Gruppe, war sehr abgegessen von dem anstrengenden Aufbau einer Firma – die, wie ich lernen musste, wirtschaftlich nur erfolgreich sein oder bestehen konnte, wenn wir den ganzen Scheiß[3] selbst reproduzierten, den ich selbst am Kapitalismus kritisierte. Ich hatte Lust, aus der Stadt wegzuziehen, Lust auf Landleben und Landwirtschaft.

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Kategorien: Praxis-Reflexionen

23. Januar 2016, 14:25 Uhr   Kommentieren

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„Zwei machen sich Gedanken…“ – Ein Gespräch über NK & Charity

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]
Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"

Sag mal, meinst du nicht, dass diese nicht-kommerziellen Formen von Ökonomie wie die NKL letztlich einfach eine Art von Charity sind?

Was meinst du mit Charity?

Damit meine ich Formen von Hilfeleistungen, bei denen die, die relativ gesehen im Überfluss leben, denen abgeben, die nicht genug haben. Also was man im klassischen Sinn als Mildtätigkeit oder Almosen geben bezeichnet, aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten.

Dann kann man die nicht-kommerzielle Landwirtschaft ganz sicher nicht dazu zählen. Denn alle Formen von ehrenamtlicher Hilfe schaffen ja ein Gefälle zwischen denen, die etwas brauchen, und denen, die in der Lage sind, es zu geben. Sie schaffen es bzw. sie bringen es zum Ausdruck. Wobei, genau genommen, der Abstand durch diese Form der Unterstützung noch größer wird. Denn durch die Mildtätigkeit, wie du es ausdrückst, kann z.B. auch so etwas wie kulturelles Kapital[1] angehäuft werden, das sich indirekt und längerfristig auch in finanzielle Vorteile umwandeln lässt.

Handelt es sich denn bei nicht-kommerzieller Landwirtschaft überhaupt um eine Form der Ökonomie? Oder beschreibt der Begriff eine soziale Struktur, also einfach eine bestimmte Form, zusammen zu leben und sich aufeinander zu beziehen?

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Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen

20. Januar 2016, 14:25 Uhr   3 Kommentare

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„Post-Kapitalistische“ oder „Nicht-Kommerzielle“ Landwirtschaft?

Nicht-Kommerzielle KartoffelernteIm Umfeld der Projektwerkstatt auf Gegenseitig (PAG) trifft sich regelmäßig ein Kreis von Menschen aus verschiedene Projekte die sich dem nicht ganz klar definierten Konzept der „Nicht-Kommerzialität“ (NK) verbunden fühlen und sich auf diesen Treffen vernetzen und austauschen. Eins der bekanntesten Projekte aus diesem Umfeld ist wohl die „Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft" wie sie auf dem Karlshof bei Berlin von einer Hofgruppe und nach deren Scheitern von einer freien Assoziation von Menschen aus dem Karlshof-Umfeld organisiert wurde. Die Unterschiede diese Praxis zur vielfältig umgesetzten Community Supported Agriculture (CSA) bzw. Solidarischen Landwirtschaft werden dort immer wieder kontrovers diskutiert. Bei mir als Mitglied der CSA Freudenthal, einem solchen post-kapitalistischen Landwirtschafts-Experiment, regen diese kritischen Diskussionen immer wieder die Reflektion über das eigene Projekt an. Einige Aspekte dieser Kritik an unserem Projekt und meine Entgegnungen seien hier skizziert.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke

27. Februar 2013, 07:00 Uhr   3 Kommentare