Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Stefan Merten über keimform.de

Stefan MertenAm 22. September dieses Jahres jährte sich die Gründung dieses Blogs zum zehnten Mal — und es gibt ihn immer noch! Aus diesem erfreulichen Anlass haben wir einige Wegbegleiter_innen von keimform.de gebeten, uns ihre Gedanken zu diesem „Nicht-Projekt“ zu schicken. Die Antworten, die wir erhalten haben, veröffentlichen wir hier in loser Folge.

September 2006 war das, als Keimform gegründet wurde – wie die Zeit vergeht… Damals war das Projekt Oekonux noch aktiv und alle, die damals Keimform gegründet haben, kamen aus dem „Oekonux-Stall“. Keimform, war ein Begriff, den wir in Oekonux oft verwendet haben.

Ich habe Keimform damals als interessantes Experiment erlebt – Blogs waren damals noch nicht so verbreitet und es war eine andere Form, als alles, was ich bis dahin kannte. Die Form hat sich auf jeden Fall bewährt – sonst hätte sie nicht zehn Jahre lang getragen.

Leider haben die Hoffnung machenden Gedanken von Oekonux nach meiner Wahrnehmung keinen breiten Eingang in die Mainstream-Debatte um eine bessere Welt, einen Fortschritt der Menschheit, eine Befreiung vom Kapitalismus gefunden. Um so mehr freue ich mich, dass die Gedanken, die uns damals umgetrieben haben und die mir heute so wichtig wie damals erscheinen, dass diese Gedanken bei Keimform weiter voran getrieben und weiter verbreitet werden. Insofern haben sich auch die Inhalte bewährt.

Ich wünsche Keimform, dass es noch lange weiter besteht, dass es noch viele interessante Debatten verfolgt, begleitet und vielleicht sogar anstößt und damit einen kleinen Beitrag zu einer besseren Zukunft für alle leistet.

Herzlichen Glückwunsch Keimform!

Stefan Merten, vor zehn Jahren noch Oekonux-Maintainer

Kategorien: Freie Software, Praxis-Reflexionen

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24. Oktober 2016, 07:31 Uhr   2 Kommentare

1 Kommunist (25.10.2016, 13:44 Uhr)

„Leider haben die Hoffnung machenden Gedanken von Oekonux nach meiner
Wahrnehmung keinen breiten Eingang in die Mainstream-Debatte um eine
bessere Welt, einen Fortschritt der Menschheit, eine Befreiung vom
Kapitalismus gefunden.“

Ja, das ist leider so. Offensichtlich gelingt es gerade in der kapitalistischen Krise nicht, fetischistisch objektivierte „Sachzwänge“ zumindestens denkerisch zu transzendieren.

„Oekonux“ bot über weite Strecken dagegen nicht gering zu schätzende Debatten.

Das ist bei „keimform“ teilweise auch der Fall. Hier bestellen jedoch auch regressive Ideologien das Feld. Da werden menschliche „Parasiten“ ausgemacht, esoterisch-vegane Dytopien gestrickt oder es meldet sich die grüne Parteistiftung zu Wort. Immerhin: Einen „Unterhaltungswert“ im Sinne einer „Gesellschaft des Spektakels“ kann man dem nicht absprechen.   

2 Stefan Meretz (25.10.2016, 18:13 Uhr)

@Kommunist: Hast du Beispiele? Links?

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