Kritische Psychologie und Psychoanalyse

Einige Autor*innen hier bei Keimform beziehen sich ja immer mal wieder auf die Kritische Psychologie nach Klaus Holzkamp, Ute Osterkamp u.a.
Die ist leider gar nicht so weit verbreitet und gerade im unorthodox/anti-autoritär marxistischen Spektrum, dem man uns auch zuordnen könnte, beziehen sich viele, wenn es um Psychologie geht, eher auf die Freudsche Psychoanalyse – im Anschluss an die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, die versucht hat, diese mit dem Marxismus zusammenzudenken. Warum beziehen sich einige von uns hier also auf die Kritische Psychologie, auch wenn diese doch eher im Traditionsmarxismus entstanden ist? Ich würde sagen, weil keine andere psychologische Denkschule so konsequent die gesellschaftliche Natur des Menschen in den Mittelpunkt stellt. Damit liefert sie Analysewerkzeuge, die nicht nur den Zusammenhang von individuellem Leiden und gesellschaftlichen Bedingungen erfassen können, sondern die auch eine Befreiung von Kapitalismus und Herrschaft denkbar machen. Und das ist ja das, was wir hier versuchen.

In meiner Bachelorarbeit habe ich die Kritische Psychologie mit der Psychoanalyse verglichen, in Bezug auf die Frage, wie sie jeweils das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft konzipieren und welche Konsequenzen ihre jeweiligen Konzeptionen für emanzipatorische Theoriebildung haben. Ihr könnt sie hier nachlesen. Für das Online-Magazin Kritische Wissenschaft Heute durfte ich zudem einen Artikel schreiben, in dem ich einige Inhalte der Arbeit vorstelle. Danke euch!

Danken will ich an dieser Stelle auch noch an Prof. Estrid Sørensen, durch die ich die Kritische Psychologie kennengelernt habe und die meine Bachelorarbeit betreut hat, sowie Dr. PD Alexander Kochinka für die Zweitbetreuung. Und außerdem Stefan, Benni, Simon, Ludwig und allen anderen für die spannenden Diskussionen und die Unterstützung bei der Arbeit!

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