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Die Software für ununterbrochenes Commoning wird gefördert!

Gute Neuigkeiten! Die Software für ununterbrochenes Commoning wird 2020 unter dem Titel der „Nachbarschaftshilfe“ durch den schweizer Konsumentenschutz gefördert! Ermöglicht wurde diese Zusammenarbeit einzig und alleine durch Raffael Wüthrich, welcher das Projekt auf diesem Blog entdeckt hat und es während des Förderzeitraumes auch betreuen wird.

Wenn die genaue Fördersumme auch noch nicht feststeht und auch deutlich darunter ausfallen könnte, sind 25.000CHF beantragt. Derzeit diskutieren Robert, Raffael und ich noch, wie wir mit dieser Starthilfe das Freie-Software-Projekt so auf die Beine stellen können, dass es sich in Zukunft unabhängig von uns entwickeln kann. Relativ sicher hierbei ist, dass eine Homepage eingerichtet und eine Crowd-Funding-Kampagne vorbereitet wird.

Die Förderung ist ganz und gar großartig. Neben der schweizer Stiftung für Konsumentenschutz gilt damit der Dank auch den Personen, welche diesen Blog gegründet haben und instand halten. Vielen Dank dafür.

Kategorien: Commons, Freie Software

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11. Oktober 2019, 03:42 Uhr   14 Kommentare

1 Marcus Meindel (11.10.2019, 03:52 Uhr)

Falls sich jemand fragt, warum in den letzten Monaten die Textreihe nicht fortgeführt wurde: Die Textreihe wurde pausiert, um eine Interpretation von Christopher Alexanders Werk „The Timeless Way of Building“ auf das Commoning bzw. die Softwarestruktur fertigzustellen. Der Essay wird voraussichtlich Ende Oktober veröffentlicht und beinhaltet sowohl eine ausführliche Entwicklung der inneren Softwarestruktur als auch eine Beschreibung ihrer notwendigen Funktionen. Die Textreihe als Konkretisierung davon wird anschließend fortgesetzt.

2 jon r (11.10.2019, 15:01 Uhr)

Hallo Marcus,
das klingt ganz vorzüglich! Aus der Arbeit mit den Verbundwikis (federated.wiki) und den Mustersprachen des Commoning (mustersprachedescommoning.federated.wiki) ist mir Alexanders Arbeitsweise wohl bekannt.
Sie war eine der ursprünglichen Inspirationsquellen für das allererste Wiki, das Portland Pattern Repository (wiki.c2.com), in welchem Softwareentwicklungsmuster geteilt wurden. Es wäre spannend zu sehen, wie eine Mustersprache eurer Idee ausformuliert werden könnte.

Ich kann euch auch mit den Leuten vom föderierten Wiki (https://matrix.to/#/#fedwiki:matrix.org), als auch Solid (https://gitter.im/solid/chat) oder Value Flows (https://gitter.im/valueflows/welcome) in Kontakt bringen, so ihr dies wünscht. Ich finde grouprise ganz sauber und durchdacht, und würde mich freuen wenn die dort gezeigte Organisationskapazität die obigen, zukunftsweisenden Protokolle fördern können.

Generell, so denke ich, kann es günstig sein die gesamte Entwicklung auf Englisch durchzuführen und zu dokumentieren, damit bei diesen Nieschenthemen international Anschluss gefunden werden kann.

Bei Fragen zum Verbundwiki oder der Mustersprachenarbeit im Verbundwiki
wende dich gerne an mich. Glück auf und danke für das Vorantreiben guter
Ideen!

3 Marcus Meindel (12.10.2019, 00:25 Uhr)

Christopher Alexanders Arbeit hat mich auch umgehauen, nachdem ich die ersten Seiten im Original von ihm gelesen habe. „The Timeless Way of Building“ hat sozusagen mehr Antworten gegeben als ich Fragen hatte – ich bin sehr dankbar, das über Silke kennengelernt zu haben.

Ich bin ja selbst kein Entwickler, aber gebe das so weiter und komme bezüglich den Wikis gerne auf dich zurück. Vielen Dank auf jeden Fall für deine Unterstützung!

4 Silke (12.10.2019, 00:31 Uhr)

Wow! Glückwunsch!
Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, dass „The Timeless Way of Building“ so inspirierend ist. Was passiert dann erst, wenn Du „The Nature of Order“ aufschlägst? 🙂

5 Marcus Meindel (12.10.2019, 00:34 Uhr)

@Silke: Wahrscheinlich werdet ihr dann ein paar Jahre lang nichts mehr von mir hören. Besser, ich lass das erstmal bleiben 😉

6 Silke Helfrich (12.10.2019, 00:37 Uhr)

hahaha @MarcusMeindel: da hast Du vermutlich zweimal recht.

7 Simon (19.10.2019, 09:52 Uhr)

Voll schön Marcus! Hatte es schon von Till gehört, aber richtig gut 🙂 Bin auch schon gespannt auf die Mustersprachen-Software …

8 Marcus Meindel (04.11.2019, 01:04 Uhr)

Die Veröffentlichung des neuen Textes verschiebt sich um einen Monat, auf Anfang Dezember.

9 jon r (04.11.2019, 12:56 Uhr)

Bleiben wir gespannt!
Und Simon: Die Software zum Schreiben von Mustersprachen gibt es schon. Das ist das Federated Wiki, von dem ich oben Sprach.
Es gibt dazu ein Kapitel im Buch „Frei, Fair und Lebendig“ ab Seite 230 unter der Überschrift: „Verbundwiki – Plattform für kreatives DurchEinAnder „
Melde dich gerne bei mir, wenn du weitere Fragen dazu hast.

Greetings, Jon

10 jon r (12.12.2019, 19:26 Uhr)

Hallo Markus,
ich bin weiter sehr beeindruckt von der Menge Text, die du zu diesen Themen produzierst.

Erst jetzt habe ich deine Interpretation der Mustertheorie von Christopher Alexander (#33) ( · https://git.fairkom.net/transcomm/transcomm-concept/issues/33 ·) gefunden, inklusive der darin verlinkten PDF. Der Artikel scheint selbst nicht auf keimform.de gelandet zu sein, oder?

Dann er im Zusammenhang entstand, kann er mE auch mit auf https://marcusmeindel.wordpress.com/2019/02/04/ein-softwarekonzept-fuer-transpersonales-commoning/ und im Wiki erscheinen.

Einzig ein inhaltlicher Kommentar sei mir erlaubt, da Silke hier mitliest und meine Aussage ggf. unterstützen kann. Du schreibst:

> Für Entwickler*innen der Software ist dieser Text nur von mittlerer Bedeutung.

Dies kann eine mitunter irreführende Behauptung sein. Die Idee der Mustersprachen hat Anfang dieses Jahrtausends maßgeblich die Agile-Bewegung beeinflusst und führte letztendlich zu der Entstehung des Wikis. Die ersten Seiten im ersten Wiki handelten von Mustern der Softwareentwicklung, und halfen dabei das Feld der Objekt-orientierten Programmierung zu erschließen. Aus dieser Idee wurde schließlich auch Wikipedia.
Was zu Problemen und den „Admin Wars“ führte waren hingegen die Selbstbestimmung der Seite auf einen „neutral point of view“, welcher die menschliche Vielfalt nicht abbilden kann. Es kam zu Regressionen und Grabenkämpfen, die eine stärkere Moderation erforderten.

Halbwegs moderationsfreie Räume sind föderierte soziale Netzwerke, in welchen Nutzer:innen und Betreiber:innen kleine Netzwerke bilden, und diese souverän mit Leben füllen. Skalierungsprobleme bleiben oftmals aus, und wir behalten unsere Daten.

Daher meine wiederholte¹ Erwähnung² eines existierenden Proof of Concept für die verteilte Abfassung von kleinen Mustern, die sich bequem in größere Zusammenhänge wie Mustersprachen gruppieren lassen.
Zum Ausklang ein paar weitere Links zum Träumen und Kontextualisieren:

http://forage.ward.fed.wiki.org/thought-soup.html
https://runyourown.social/
https://www.inkandswitch.com/local-first.html

Bleiben wir gespannt auf den dritten Teil der Artikelserie, welcher sich den Fähigkeiten widmen wird. Ich freue mich schon darauf, nach Überschneidungen mit der Value Flows Ontologie zu suchen.

¹ https://git.fairkom.net/transcomm/transcomm-concept/issues/35#note_19800
² https://git.fairkom.net/transcomm/transcomm-concept/issues/36

11 Marcus Meindel (13.12.2019, 09:56 Uhr)

Hallo Jon,

es freut mich ehrlich, wie tief du dich schon in das Projekt eingedacht hast. Sehr vielen Dank dafür! Der Text, den du im gitlab gefunden hast, ist der Essay von dessen Veröffentlichung ich auch hier in den Kommentaren rede. Und ich finde es gerade wirklich krass (da fällt mir nicht mal ein besseres Wort ein), dass ich vor acht (!) Monaten schon eine erste Fassung der ersten drei von fünf Kapiteln fertig hatte und seitdem immer noch sozusagen hauptberuflich an der Ausarbeitung von dem Text weitergearbeitet habe. Zu meiner Verteidigung hatte ich auch rund zwei Monate einen Einführungsvortrag zur kapitalistischen Produktionsweise erstellt und auch Anfang der Woche erst eine letzte Textkorrektur zurückbekommen (was mir dafür Zeit gegeben hat, noch ein paar doch recht relevante Details auszuarbeiten usw. usf.)  – aber die Verzögerung der Veröffentlichung hat mittlerweile schon lächerliches Ausmaß. Jetzt aber endgültig: Sonntag Nachmittag erscheint der Essay hier auf Keimform. Der Artikel ist schon angelegt und ich muss nur noch die letzten Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen vornehmen und werde ihn dann verlinken. 

Und ich gehe total mit, dass der Text für Entwickler und Entwicklerinnen auf jeden Fall von Bedeutung ist. Vor acht Monaten hatte ich noch nicht die Komplexität gesehen, welche der Text erreichen wird. Was damit aber ursprünglich gemeint war, ist, dass alle Erkenntnisse des Essays in die Textreihe übertragen und darin konkretisiert werden. Würde ich heute nicht mehr so sagen, da der Text nochmal eine ganz andere Perspektive auf die Software erlaubt. Die Bemerkung ist mittlerweile auch aus dem Vorwort raus.

Und danke auch für deine Anmerkungen im gitlab-resp. Um ehrlich zu sein, habe ich – seit wir vor einigen Monaten auf Mattermost umgestiegen sind und nachdem ich diese Ankündigung davon geschrieben habe – gar nicht mehr reingeschaut. Tatsächlich dachte ich auch, die Seite wäre ein read-only. Ich werde mich nach der Veröffentlichung auf jeden Fall tiefer damit befassen. Wenn es für dich gut ist, würden wir dich im Januar auch sehr gerne mal auf eine Telefonkonferenz mit einladen, um durchzudenken, wie wir die Projektentwicklung angehen sollen – ich kann mir vorstellen, dass du da wirklich eine wahnsinnige Unterstützung wärst und wir wären da wohl alle sehr dankbar. Ich würde dir da einfach nochmal privat schreiben.

Aber soweit nur von mir. Das Wochenende habe ich gut zu tun, aber die Veröffentlichung Sonntag Nachmittag steht auf alle Fälle. Und ich bin wirklich sehr (!) gespannt darauf, wie das mit Value Flow vereinigt werden könnte.

12 Silke (13.12.2019, 11:34 Uhr)

Lieber Marcus, ich tauche am Mittwoch für 5 Wochen ab, werde mir das also am Sonntag ausdrucken und noch unterwegs in Ruhe verarbeiten. Dann hörst Du leider nix von mir, weil der Rechner zu Hause bleibt. Anders als der umtriebige @almereyda habe ich noch nicht bei github „vor-gelesen“ und bin daher megagespannt. Mein Dank also hier vorab. Weitere Diskussionen dann vermutlich beim Frühjahrstreffen. Gruß Silke

13 Marcus Meindel (13.12.2019, 12:46 Uhr)

Fünf Wochen ohne Rechner klingt nach einem kleinen Traum 🙂

Ich wünsch dir eine gute Zeit und bin natürlich sehr gespannt, was du davon hältst. Beim Frühjahrstreffen werde ich ein paar Ergebnisse sicher auch im Rahmen eines Workshops präsentieren und da finden wir bestimmt auch eine Gelegenheit, darüber zu diskutieren. Aber erstmal wirklich: Schönes Abtauchen!

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