Schlagwort: wachstum

Linkslibertäre Perspektiven im Angesicht des Kollaps

Einsamer Eisbär nahe Spitzbergen
Viele Eisbären auf Spitzbergen finden durch die früh schmelzende Arktis kein Packeis mehr, wodurch sie zunehmend verhungern. Quelle: Andreas Weith / Wikimedia, 2015, CC BY-SA 4.0.

Hier dokumentiere ich den Anfang meines Artikels “Linkslibertäre Perspektiven im Angesicht des Kollaps”, erschienen in der Ausgabe Nr. 13 der undogmatisch-libertären Online-Zeitschrift espero (S. 25–63). Der Artikel ist Teil des von mir betreuten Themenschwerpunkts Die Klimakatastrophe aus libertärer Perspektive.

Das Wachstum und seine Grenzen

Wachstum ist das zentrale Element im Kapitalismus. Wo es kein oder nur wenig Wachstum gibt, gibt es Krise, da das vorhandene Kapital nicht komplett profitabel verwertet werden kann. Ein Problem, das aufgrund der wirtschaftlich stagnierenden Lage in Deutschland mit derzeit sehr wenig Wachstum gerade wieder in aller Munde ist.

(mehr …)

Rezension von Ulrike Herrmann, Das Ende des Kapitalismus

Das Argument 342 (Titelbild)

Aus Das Argument 342 (2/2023), S. 304–306.

Herrmann, Ulrike, Das Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2022 (341 S., geb., 24 €)

Verf. schreibt als Autorin und Journalistin unter anderem für den Wirtschaftsteil der taz. In ihrem neusten Buch, das monatelang auf der Sachbuch-Bestsellerliste des Spiegel stand, fragt sie, wie Wirtschaft und Gesellschaft umgebaut werden können, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Ihren Vorschlag dazu präsentiert sie im dritten und letzten Teil des Buchs. Zunächst befasst sie sich ausführlich mit dem „Aufstieg des Kapitals“ (Kap. 1–8), wobei sie die Entstehung des Kapitalismus in England und die entscheidende Bedeutung der fossilen Energieträger für dessen Entwicklung seit der „industriellen Revolution“ referiert (Kap. 2–3).

Im zweiten Teil führt sie aus, warum die Idee eines „grünen Wachstums“ keinen Ausweg bietet, wobei der Kern ihres Arguments ist, dass sich Wirtschaftswachstum nicht komplett von zunehmender Naturübernutzung und -zerstörung „entkoppeln“ lässt (Kap.14). Sie schlägt vor, ein „grünes Schrumpfen“ mittels staatlicher Planung herbeizuführen (Kap. 16). Einem Schrumpfungskonzept stimmt sie somit zu, hält der Degrowth-Bewegung aber vor, keine Vorschläge für einen Übergang vom Kapitalismus zu einer Postwachstumsgesellschaft zu entwickeln, der ohne „schwere Wirtschaftskrise“ auskämen (12, 214f.).

(mehr …)