Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning – der Konfigurationsprozess, etc.

Nachdem die Textreihe einmal komplett neu aufgearbeitet wurde und die meisten Leser:innen des Blogs wohl auch den Anschluss an unsere Systematik verloren haben (die Veröffentlichung des ersten Teils ist gute einandhalb Jahre her), würde ich zukünftig nicht mehr die neuen Teile hier vollständig vorstellen. Die Ankündigung selbst ist mir allerdings sehr wichtig, da wir uns einerseits als Aktivist:innen des ‚Global Commoning Systems‘ über Keimform zusammengefunden haben und ich anderseits auch der Auffassung bin, dass die Erkenntnisse aus der Textreihe auch außerhalb der Softwarekonzeption für das Commoning im Allgemeinen relevant sind. Dieser Teil der Textreihe dreht sich dabei um folgende Frage: Wie können wir als Commoner, die uns in einer bestimmten lokalen Umgebung zur Verfügung stehenden Mittel so einsetzen, dass unsere Kooperation möglichst effektiv zur Befriedigung unserer Bedürfnisse ist? Und um die Softwareebene erweitert: Wie können solche Kooperationen entstehen, ohne, dass wir uns kennen oder die Form der Kooperation miteinander besprechen müssen?

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„Entkommerzialisierung durch Commoning“ – ein 12-minütiger Podcast-Beitrag

Im Rahmen des Podcasts „Reflekta“ rund um Suffizienz wurden wir, Marcus Meindel und ich angefragt, einen Beitrag zu machen: Entkommerzialisierung durch Commoning. Zu hören u.a. auf Spotify, sowie auf der IPU Website (Initiative Psychologie im Umweltschutz) und dauert 12 Minuten.
Siehe: https://open.spotify.com/episode/49gH3JjfbJEaX77FlkGmGF?si=-QfY7tt_TQa0g1-b_fKNUg oder hier: https://ipu-ev.de/reflekta/

Schleicht sich Commoning in die Marktlogik?

Eine der größten Gefahren für Commons-Projekte ist, dass sich die Logik des Marktes in ihre Organisation einschleicht. Stefan Meretz (2012a) beschrieb das hervorragend (hier): „Selbstorganisation … scheitert oft dann, wenn sich fremde Logiken in das Commoning einschleichen“ (S. 63). Im Folgenden soll es um das umgekehrte Phänomen gehen: Commoning schleicht sich in Marktlogiken ein. Wie das? Die These lautet, dass sich Commoning in die Arbeitsorganisation von Unternehmen einschleicht, weil es darin doppelt funktional ist.

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Connecting immediate demands and communist transformation in the climate struggle – through commoning

A sentiment that is shared by many within the growing climate movement is that there is a connection between the capitalist mode of production and the climate crisis. In this piece, I will analyse this connection and explore what that means for transformational strategies towards eco-communism as well as immediate demands for fewer greenhouse gas emissions.

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Commoning als strukturelle Solidarität

In der Zeitschrift „Außerschulische Bildung“ erschien in der Nummer 1/2020 ein Beitrag von mir über

Neue Formen von Solidarität und Solidarisierung

Solidarität wird hochgelobt und häufig praktiziert. Sie kommt als Anrufung – und kann allzu leicht ignoriert werden. Sie bezieht sich auf Gemeinschaften, deren Gemeinsames jeweils Anderes ausgrenzen kann. Wie kann Solidarität trotz der Freiwilligkeit verallgemeinert werden und strukturelle Grundlagen bekommen? Das Commoning erweist sich als eine verallgemeinerbare Praxis, die alle Ansprüche von Solidarität enthält und sie als Extra-Veranstaltung für Hilfsbedürftige überflüssig macht.

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Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning – Beitrag und individueller Vorteil, […]

Im Zentrum dieses Teils steht die Kopplung von Geben und Nehmen bzw. – im eigentumsfreien Raum – die Kopplung von Beitrag und individuellem Vorteil. Erfahrungsgemäß wird dieses Moment der Software am stärksten kritisiert, denn eine unfaire Kopplung von Beitrag und individuellem Vorteil kann wiederum Momente des Leistungszwangs und der Konkurrenz hervorbringen, wie wir sie aus dem kapitalistischen System kennen und die wir im Commoning nicht haben wollen. Die Frage ist also: Wie kann Fairness im softwarevermittelten Commoning hergestellt werden?

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Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning – Fähigkeiten, Qualifikation, Tätigkeitsgewichtung

Auf reiner Prozessebene kann das Ideal der hier beschriebenen Vermittlungsform zur effizienten Bedürfnisbefriedigung folgendermaßen ausgedrückt werden: Möglichst wenig Aufwand. Dieser ergibt sich aus möglichst wenigen unterschiedlichen Mitteln, die möglichst vielfältig verwendet werden können und möglichst lange haltbar sind. Weiter auch aus möglichst geringen Anforderungen an Fähigkeiten und Qualifikationen bei den Tätigkeiten, welche für die Herstellung und Erhaltung der Gesellschaft notwendig sind, damit möglichst viele Personen sich diesen annehmen, sprich: zuordnen können.

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Die Software für ununterbrochenes Commoning wird gefördert!

Gute Neuigkeiten! Die Software für ununterbrochenes Commoning wird 2020 unter dem Titel der „Nachbarschaftshilfe“ durch den schweizer Konsumentenschutz gefördert! Ermöglicht wurde diese Zusammenarbeit einzig und alleine durch Raffael Wüthrich, welcher das Projekt auf diesem Blog entdeckt hat und es während des Förderzeitraumes auch betreuen wird.

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Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning – Commoning-Prozesse, Prozessanalyse, Tätigkeitsmuster

Es gilt weiter eine konkrete Möglichkeit herauszuarbeiten, wie Vermittlungsformen einer Gesellschaft nach Bedürfnissen und Fähigkeiten mit dem Stand der heutigen Mittel gedacht und realisiert werden können. Vorausgesetzt hierbei ist, dass es sich bei den Gesellschaftsteilnehmern um Gleichrangige („Peers“) handelt und eine herrschaftliche Planungsinstanz ausgeschlossen wird. Nachdem im ersten Teil der Reihe die Struktur eines vermittelten Bedürfnisses bis zu seiner Befriedigung umrissen wurde, soll der Prozess des Commonings hier näher betrachtet werden. Der Fokus liegt dabei auf komplexen Prozessen, also solchen, die Kooperation voraussetzen.

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Der globale Streik als globales Commoning

Fridays For Future in Frankfurt. Bild: Sebastian Scholl CC-NC-SA

Sicher habt ihr es alle mitbekommen. Vorgestern gab es die vermutlich globalste Schüler_innendemo aller Zeiten mit mehr als einer Million Teilnehmer_innen. Meine Eindrücke von dieser Bewegung könnt ihr hier nachlesen. Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen. Sondern um die Perspektive, die dieser Erfolg aufmacht.

Ich denke diese Bewegung ist deshalb so erfolgreich, weil sie mit einer ebenso klaren wie radikalen Botschaft gestartet wurde:

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