Peer-Ökonomie in Hiddinghausen – Teil 1

geschrieben von Stefan Meretz am 29. August 2008, 23:41 Uhr

[1]Heute hat das mit Spannung erwartete Seminar-Wochenende zur Peer-Ökonomie [2] begonnen. Um allen, die nicht teilnehmen können, einen kleinen Eindruck zu vermitteln, werde ich jeweils am Ende der drei Tage einen kurzen Bericht schreiben. Audio-Mitschnitte von den einzelnen Beiträgen gibt’s dann später.

Ab 16 Uhr trafen die ersten Gäste in Ulis grandiosem Fachwerkhaus in Hiddinghausen [3] ein, bis wir zum Begrüßungsessen am Abend schließlich 21 Personen waren (im Laufe des Abends kamen noch 6 weitere). Nach der Vorstellung des bisher geplanten Programms zum Wochenende, begann Benni mit dem ersten einführenden Beitrag zu Peer-Produktion & Freier Software.

Zunächst nannte Benni eine Reihe aktueller Beispiele von Peer-Produktion, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um eine ferne Angelegenheit handelt, sondern dass es die Peer-Produktion in vielfältiger form immer schon gab und zunehmend mehr gibt. Aus diesen Beispielen destillierte er anschließend vier kennzeichnende Merkmale heraus:

  1. Beitragen statt tauschen
  2. Freie Kooperation
  3. Basiert auf »Commons«
  4. Reputation statt Status

Anhand einer Tabelle verglich Benni die Peer-Produktion und eine durch die Peer-Produktion dommierte Gesellschaft mit den beiden gängigen anderen Produktionsweisen des Kapitalismus und des Staatssozialismus:

Produktionsweise getrennte Privatproduzenten Kommandowirtschaft Peer-Produktion
Besitzverhältnisse Privateigentum Staatseigentum gemeinsamer Besitz unter Kontrolle einer Gemeinschaft
Wirtschaftsweise Marktwirtschaft Planwirtschaft Peer-Ökonomie
Gesellschaftsform Kapitalismus Staatssozialismus ?

Im zweiten Einführungsbeitrag versuchte Christian sich der Frage zu nähern, wie eine auf der Peer-Produktion basierende Gesellschaft aussehen könnte und welche Anforderungen sie erfüllen sollte. Folgende Stichpunkte erläuterte er:

  • Die Bedürfnisse und nicht der Profit bestimmen die Produktion
  • Menschen tragen zu Projekten bei, die ihnen wichtig sind
  • Der Aufwand zur Produktion wird unter den Beteiligten aufgeteilt
  • Man muss nichts verkaufen, auch nicht die eigene Arbeitskraft
  • Man braucht also kein Geld, und es gibt auch keine Arbeitslosigkeit
  • Folglich gibt es keinen Konkurrenzkampf
  • Stattdessen kooperiert man mit anderen, um gemeinsam zu produzieren, was man haben möchte
  • Es gibt keinen Grund mehr, Wissen und Innovationen geheim zu halten
  • Stattdessen kann man sie mit anderen teilen und gemeinsam weiterentwickeln
  • Da es keinen Markt, kein Regime des Privateigentums, keine Arbeitsverhältnisse und keine Arbeitslosigket mehr gibt, verliert der Staat seine Funktion

Den zweiten Teil der Einführung gibt’s morgen früh 🙂

Hier Christians Einführungsbeitrag als Download [4].

In der Diskussion konnten die wesentlichen Grundbegriffe geklärt werden. Die Diskussion litt jedoch dann ein wenig darunter, dass es noch keine gemeinsame Grundlage gab, da das Peer-Ökonomie Modell ja noch nicht vorgestellt ist. In den nächsten beiden Tagen werden aber sicher alle Einwände wieder eingebracht werden. Mehr dann dazu an dieser Stelle.


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[1] Bild: http://www.ulifrank.info

[2] Seminar-Wochenende zur Peer-Ökonomie: http://www.keimform.de/2008/07/15/einladung-zum-peer-oekonomie-wochenende-in-hiddinghausen/

[3] Ulis grandiosem Fachwerkhaus in Hiddinghausen: http://ulifrank.info/uf/index.php?n=Uf.Gasthaus

[4] Download: http://www.keimform.de/wp-content/uploads/2008/08/einfuehrung-peer-oekonomie-hiddinghausen.pdf

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