Flattr: Geschenkökonomie, Elendsklicks oder doch bloß einfache Abzocke?
Seid der re:publica hat es einen neuen Hype in der deutschen Blogglandschaft: Flattr. Von der tageszeitung über die digitale Boheme bis zum prekarisierten Elendsblogger sind sich alle einig: Das ist was ganz tolles. Endlich wandelt jemand unseren Schweiß und unsere Mühen in echtes Geld um! Selbst alte Haudegen der Hackerszene wissen auf einmal: “Kostenloskultur, my ass! Ich habe daran nie geglaubt”. Endlich materialisiert sich die Geschenkökonomie in einer Weise, dass sie die Miete bezahlt. Oder wenigstens ist es ein Weg ein paar Cents zusammen zu kratzen. Haben wir nicht alle genau darauf gewartet?
Doch der Reihe nach. Worum geht es überhaupt? Flattr ist eine Art freiwillige Kulturflatrate. Man zahlt einen monatlichen Beitrag von mindestens 2 Euro und darf dafür neben den eigenen Content einen Flattr-Button machen. Wenn man als Teilnehmer auf einen solchen Button klickt, wird ein Teil des eigenen monatlichen Obolus am Ende des Monats an den Buttonsetzer geschickt. So weit so simpel.
Kategorien: Reichtum & Knappheit, Soziale Netzwerke
3. Juni 2010, 20:57 Uhr 42 Kommentare
Exchange, justice and injustice
In a recent post Oekonux participant Raoul Victor from France deals with the question, if it is possible to have »no commercial injustice«. Here is the main part of the post (full length here in RTF).
The problem is that the main source of “injustice” is commerce, trade itself. For two fundamental reasons: the first is general and concerns any symmetric exchange; the second is more specific to capitalism. Vollständigen Artikel lesen »
8. Februar 2010, 16:50 Uhr 2 Kommentare
Mit Hilfe von Computern den Kapitalismus ablösen
Stefan Merten, Maintainer des Oekonux-Netzwerkes, wurde im Rahmen der Tour de Lorraine 2010 von Marina Bolzli interviewt [Repost aus der Oekonux-Liste].
Abstract: So wie die mechanischen Erfindungen der Aufklärung Voraussetzung für die Entwicklung des Kapitalismus waren, so ist die Entwicklung von Computern Voraussetzung für das neue System”, sagt Stefan Merten, Betreiber der virtuellen Plattform Oekonux, die sich der wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas verschrieben hat. Das neue System heisst Peer Production und soll dereinst den Kapitalismus ablösen.
Kategorien: Freie Software, Theorie
24. Januar 2010, 22:07 Uhr 54 Kommentare
Dedicated to 1st of may: Do we need to »work«?
There is an interesting debates in the oekonux mailinglist about work, market, money and exchange. I cut out some snippets and re-post them here. It is from a discussion between Diego Saravia from Argentina and me, which starts from the question if (the today existence of) money coerces people to work.
Diego wrote:
money is not the reason for coercion, is only a mechanism
the logic of coercion is far more profound than money
1. Mai 2009, 10:37 Uhr Kommentieren
Wortsuche
Ein Blogger mit dem schönen Namen “ärgernis” sucht ein Wort, dass folgenden Sachverhalt beschreiben soll:
Das gesuchte Wort soll einen Austausch beschreiben, der sich nicht durch quantitative Maßstäbe messen lassen kann, einer solchen Messung gar widerspricht. Durch diesen Austausch wird eine Wirkung freigesetzt, die unregelmäßigen Mustern folgt und damit wiederum ein subversives Potential entfaltet. Falls es für diese spezielle Beschreibung noch kein Begriff existiert, ist eine Wortneuschöpfung erwünscht und das Sahnehäubchen wäre der Rückgriff auf eine Sagenfigur, eine Since-Fiction-Geschichte oder aus sonst einem Bereich der hochkulturellen bis trivialen Erzählung.
Es gibt auch was zu gewinnen. (via classless)
Kategorien: Commons, Medientipp
13. September 2008, 09:00 Uhr Kommentieren
Provisorische Gedanken über Commons, Krise, ursprüngliche Akkumulation und Feminismus
Trotz unerträglicher Hitze versuche ich mich mal an einem weiterer Beitrag zur Debatte um Gemeingüter und die ursprüngliche Akkumulation.
Stefan schrieb in seinem Artikel ja nicht ganz unrichtig, dass man nicht alles in einen Topf werfen solle, dass es also signifikante Unterschiede zwischen der “ursprünglichen Akkumulation” wie sie Marx beschreibt, der “fortgesetzten ursprünglichen Akkumulation” wie sie Luxemburg beschreibt und der Einhegung der Commons damals und heute gibt. Ich habe dazu ein paar noch ziemlich ungeordnete Gedanken (wie schon der Titel deutlich machen sollte). Und wie es so meine Art ist, mißbrauche ich euch, um sie zu ordnen.
Kategorien: Commons, Gender, Theorie
1. August 2008, 15:38 Uhr 7 Kommentare

