Kompetenzen in kollektiver Selbstorganisation
Heute, am 3.11.2010, gibt es in der »Zwille«, einem offenen Raum an der TU Berlin einen interessanten Vortrag und Workshop (Referent: Tom Novak). Die »Zwille« befindet sich in der Fasanenstr. 1 , 10623 Berlin, Z-Gebäude, 3. Obergeschoss. Hier die Einladung:
Kompetenzen in kollektiver Selbstorganisation
In dieser Gesellschaft fallen einem Kompetenzen, die für kollektive Selbstorganisation benötigt werden, nicht in den Schoß; denn unsere Gesellschaft ist nicht so eingerichtet, dass man sich die genannten Kompetenzen beim Aufwachsen im Überfluss aneignet. Für kollektive bzw. plurale Selbstorganisation sind mindestens emotionale, motivationale, soziale und fachliche Kompetenzen notwendig.
Kategorien: Termine
3. November 2010, 08:50 Uhr 1 Kommentar
Interview zu Peer-Produktion und selbstbestimmter Kooperation
Der freiberufliche Autor Peter Plöger („Arbeitssammler, Jobnomaden und Berufsartisten“) arbeitet derzeit an einem Buch über Menschen, „die der kapitalistischen Wirtschaftsweise ein Schnippchen schlagen“. Dafür hat er mit mir ein Interview über Peer-Produktion und Peer-Ökonomie, über selbstbestimmtes Leben und die Hürden auf dem Weg zu einer kooperativeren Gesellschaft geführt.
Bis Peters Buch erscheint, wird es noch eine Weile dauern (Veröffentlichungstermin ist September 2011), aber mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentliche ich die Interviewfragen und -antworten hier vorab. Wer informiert werden will, wenn das fertige Buch erscheint, kann sich bei pploeger ät freenet Punkt de melden.
Peer Production hat in einigen Punkten Ähnlichkeiten mit Tauschringen. Wie viel verdankt das Konzept älteren Ideen zu alternativen Formen der Ökonomie?
Ich denke dass eventuelle Ähnlichkeiten mit Tauschringen bei der Peer-Ökonomie, so wie ich sie in meinem Buch beschreibe, nur sehr oberflächlich sind. Bei Tauschringen muss ja jede/r für sich etwas machen, was sie oder er dann den anderen anbieten kann. Produziert wird einzeln, die anderen sind eigentlich nur als potenzielle Tauschpartner/innen von Interesse.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie
22. Oktober 2010, 08:12 Uhr 3 Kommentare
»Contraste« zu Commons erschienen

In den letzten Tagen haben wir nach und nach die Artikel zum Commons-Schwerpunkt der Zeitschrift »Contraste« veröffentlicht.Die »Contraste« erscheinen monatlich und berichten schwerpunktmäßig über Projekte und Debatten rund um das Thema »Selbstorganisation«. »Contraste« abonnieren? Gute Idee, das geht hier (verschlüsselte Seite mit selbsterstelltem Zertifikat, daher der Warnhinweis, den ihr akzptieren könnt).
Hier eine Übersicht mit den Links zu allen Artikeln des Commons-Schwerpunkts:
- Uli Frank: Commons… wiederentdeckt!
- Silke Helfrich: Die neue Erzählung des 21. Jahrhunderts
- Stefan Meretz: Commons in einer Gütersystematik (=>english version)
- Benni Bärmann: Commons als strategische Perspektive für soziale Bewegungen
- Christian Siefkes: Von kopierbaren Dingen, offenen Produktionsstätten und berührbaren Bits
Kategorien: Commons, Medientipp
6. Dezember 2009, 07:41 Uhr 3 Kommentare
Kritische und Solidarische Universität Wien
Die Kritische und Solidarische Universität (KriSU) befindet sich derzeit noch im Aufbau und öffnet alsbald ihre Türen. Sie versteht sich als ein Ort der Selbstverwaltung, des Austauschs und der Diskussion. Als ein Ort der emanzipativen und kritischen Wissensproduktion, der alternative Lebens- und Produktionsweisen gegen Kapital und Staat diskutiert und umsetzen möchte. Die herrschenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse hinterfragend, ergründet sie u.a. die Einbettung der traditionellen Universität in den kapitalistischen Verwertungsprozess, versucht alternative Lebensweisen aufzuzeigen und vorzuleben sowie eine Solidarische Ökonomie zu diskutieren und zu fördern. Feminismus, Antirassismus und das Engagement gegen Antisemitismus und Islamophobie sind Grundlagen der KriSU und als wichtige Bestandteile ihrer Praxis zu verstehen.
In Abgrenzung von der traditionellen Universität richtet sich die KriSU an Menschen mit und ohne Matura. Sie steht offen für Alle, unabhängig von sozialer Herkunft, Staatsbürger_innenschaft und/oder dem Zugang zu finanziellen Mitteln, die sich mit den Grundsätzen der KriSU einverstanden erklären. Sie möchte Tanz-, Theater- und Musikgruppen, Künstler_innen, Arbeiter_innen, Hausmännern und -frauen, Migrant_innen, Studierenden und Nicht-Studierenden sowie anderen gesellschaftlichen Gruppen Raum für Diskussionen und Aktionen bieten.
Wir laden ein, die KriSU mitzugestalten, mit Leben zu füllen und aktiv am Aufbau eines solidarischen Lebens mitzuwirken. Es ist Zeit, unser Leben eigenständig in unsere Hände zu nehmen!
Weitere Informationen über Zeit und Ort der Eröffnung findest du bald unter http://krisu.blogsport.de/
Kategorien: Soziale Netzwerke
1. Dezember 2009, 16:50 Uhr 5 Kommentare
The three revolutions in human productivity
Michel Bauwens posted a nice sketch of a historical philosophy driven by human productivity showing why peer production is the current step we are going to extend. Full repost follows (highlightings by me).
»About (roughly) 5,000 years, humanity witnessed a first revolution in productivity. It discovered that you can make people work through coercion (slavery), or by forcing farmers to give away a part of their production. To simplify, the emergence of negative extrinsic motivation was born. Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Theorie
1. Dezember 2009, 07:03 Uhr Kommentieren
Scrum — Software-Toyotismus?
Das, was wir in der Freien Software und anderswo im Freien Feld beobachten können, gibt es tendenziell auch in der proprietären Produktion. Sonst wäre es auch keine Keimform — die historische Tendenz zeigt sich überall. In der proprietären Produktion sind allerdings die Widersprüche anders gelagert. Während im Freien Feld die Frage vordringlich ist, wo die Leute Knete fürs Leben her bekommen können, um all die netten Sachen zu tun, die sie tun, ist im proprietären Feld diese Frage »geklärt«: Die Kohle ist da, gearbeitet werden muss. Entfremdung nennt man das. Aber auch unter entfremdeten Bedingungen können manchmal sinnvolle Dinge geschehen.
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen
1. Juni 2009, 07:52 Uhr 33 Kommentare
Freie Software, Selbstorganisation und herrschaftslose Gesellschaft
Die Veranstalter der libertären Reihe im alternativen Vorlesungsverzeichnis in Halle (Saale) haben mich zu einem Vortrag eingeladen:
Im Radio Corax, Unterberg 11, 06108 Halle (Saale)
Am Dienstag, 27.1.2009, um 19:00 Uhr
Ankündigungstext: Freie Software hat eine neue Produktionsweise in die Welt gesetzt. Inzwischen hat sich eine kaum noch überschaubare Anzahl weiterer freier Projekte etabliert, die zunehmend ihre proprietären Rivalen “aus-kooperieren”. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Als Oberbegriff für die neue Produktionsweise hat sich die Bezeichnung der commons-basierten Peer-Produktion etabliert. Im Vortrag werden die wesentlichen Merkmale der Peer-Produktion vorgestellt und gefragt, ob und wie sich diese Prinzipien auch in die Welt der materiellen Produktion hinein ausdehnen lassen. Mit der Peer-Ökonomie kann der Kern einer Freien Gesellschaft jenseits von Verwertung, Geld, Markt und Staat skizziert werden.
Kategorien: Commons, Freie Software
17. Januar 2009, 23:01 Uhr 1 Kommentar
Besuch bei TSoLife im Büro der Projektagentur Brückenschläger
Im Rahmen der des Programms “Jugend in Aktion” wird die Jugendinitiative “Lernen Leben” für den Aufbau eines Projekt- und Infobüros gefördert, um auf lokaler Ebene Lernnetzwerke und Werbung für selbstbestimmtes Lernen auf den Weg zu bringen und auf globaler Ebene eine Lernvernetzungs-Website als interaktive Kommunikationsplattform zu gestalten. Dort soll langfristig ein Archiv der Travelling School of Life (TSoLife) sowie ein Informationspunkt rund um das selbstorganisierte Lernen entstehen. Über tsolife haben wir früher kurz berichtet.
Adelheid Scholten arbeitet für “Jugend für Europa” und ist für das Monitoring dieses Projekts zuständig. 10% der geförderten Projekte werden “gemonitored”. Sie konnte nicht sagen, nach welchen Kriterien die so auszuwertenden Projekte ausgesucht werden. Im Rahmen dieses “monitoring” werden die Projekte regelmäßig besucht und befragt. Dadurch soll auch ein Austausch von Rückmeldungen in das Programm “Jugend in Aktion” ermöglicht werden, was erst einmal bis 2013 läuft.
Dieses Treffen richtete sich also an die Geförderten. Sabine von Tsolife versteht tsolife jedoch als offenes Netzwerk und hat deshalb offen eingeladen.
Wir trafen uns im offenen Büro der Projektagentur Brückenschläger, Tsolife ist Teil dieser Bürogemeinschaft.
Kategorien: Freie Software, Lernen, Soziale Netzwerke
9. Dezember 2008, 16:09 Uhr Kommentieren
Arbeiterselbstverwaltung und Keimform
»Interessierter Beobachter« hat interessante Fragen aufgeworfen, die ich lieber als eigenen Beitrag diskutieren möchte. »Interessierter Beobachter« überlegt, ob die
Arbeiterselbstverwaltung … dem Keimformansatz sehr nahe sind (oder vielmehr der Keimformansatz diesen schon alten Konzepten mit seinen Problematiken)
und fragt schließlich, wie man die
Ausdehnung dieser Keimformen [wie Freie Software] auf immer größere Bereiche skizzieren … (kann), ohne bei einem bloßen Appell stehen zu bleiben
Mal davon abgesehen, dass der Keimform-Blog als Ganzes das Thema hat, sich letzterer Frage anzunähern, will ich meine Überlegungen hier skizzieren.
Übrigens: Wer ein längeres Nachdenken gerne als Artikel aufschreiben möchte, kann dies gerne tun! Dazu einfach als Nutzer registrieren, anmelden, Beitrag schreiben und Bescheid geben zum Freischalten des Beitrages.
Aber jetzt zu den Fragen nach den Keimformen, ihrer Verallgemeinerung und der Arbeiterselbstverwaltung.
Kategorien: Freie Software, Praxis-Reflexionen, Theorie
8. Oktober 2008, 11:00 Uhr 5 Kommentare
Hiddinghausen talks, part 3: Pooling effort where free sharing fails
My last talk in Hiddinghausen was a little talk given as a complement to the Commons Network idea. The Commons Network is based on the idea of free and unconditional sharing—that others share with you goods they have or produce because they like to do so (and the other way around). This leaves, inevitable, the question: what if there is nobody who likes to share what you need (and you can’t produce it for yourself)? What if people need some additional incentives to produce what you would like to have?
I have already given an answer to that question in my peerconomy book: people can join an explicit agreement to help each other to produce the goods each of them likes to have, sharing the necessary effort (the tasks to do) in some pre-agreed manner. The General Luxury Production System (GLuPS) is a slightly updated version of that idea. The word “luxury” in the name is meant to express the hope that the Commons Network will become sufficiently flexible and versatile to satisfy—at least—all of people’s essential needs (the “8 Essentials” discussed in my UPset talk).
This optimistic assumption stems from the generalization of Eben Moglen‘s dictum
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, English, Theorie
14. September 2008, 18:07 Uhr Kommentieren
