Peer-Produktion und gesellschaftliche Transformation
Das Journal Critical Studies in Peer Production (CSPP) (inzwischen umgewandelt in Journal of Peer Production) lud mich ein, ein Diskussionspapier für die Ausgabe über Freie Software einzureichen. In diesen Papier versuche ich analytische Diskurs-Figuren herauszuarbeiten, wie sie in zehn Jahren der Forschung über Freie Software und commons-basierter Peer-Produktion im Oekonux-Projekt entwickelt wurden. Wie schon bei der englischen Version erscheint der Text in einer Serie von wöchentlichen Blogposts. Die einzelnen Diskurs-Figuren sind untereinander quer verlinkt. Anfangs werden die meisten Links »nach vorne« nicht funktionieren, was aber wird immer besser wird, je mehr Diskursfiguren erscheinen — also bitte etwas Geduld. Nun geht’s los mit dem Abstract, der Einführung, den Danksagungen und der verwendeten Literatur.
Zehn Diskursfiguren aus dem Oekonux-Projekt
Kategorien: Commons, Freie Software, Theorie
21. März 2012, 07:10 Uhr 5 Kommentare
Die soziale Steuerung von Open Source (Teil 6)
[Fortsetzung des Interviews mit George Dafermos: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5]
Neal Gorenflo: Was könnten ortsgebundene Communities, die nach einer Peer-Ökonomie streben, von den Communities lernen, die Software mittels Peer-Produktion herstellen? Welche Hindernisse siehst du bei der Übertragung der Online-Ökonomie in einen Offline-Kontext wie eine Stadt?
Die Communities der Peer-Produktion lehren uns, dass es unterschiedliche Wege gibt, menschliche Arbeit – und allgemeiner: menschliche Aktivitäten – zu organisieren. Peer-Produktion organisiert Enthusiasmus, nicht Gehorsam. Es zeigt sich, dass Manager_innen und Aufseher_innen nicht erforderlich sind. Auch wenn Hunderte von Personen teilnehmen, können diese in einem nicht-hierarchischen Rahmen koordiniert werden. In der Tat gibt es kaum ein Prinzip des traditionellen Business-Mangements, dem das lebende Beispiel der Peer-Produktions-Projekte nicht widerspricht.
Kategorien: Commons, Freie Software, Praxis-Reflexionen
14. März 2012, 07:48 Uhr 5 Kommentare
Commoning konkret
Commons-based peer production braucht ein Commoning, also eine Form von Selbstorganisierung um Gemeingüter nicht-kommerziell und bedarfsgerecht zu verwalten. Dieser Artikel möchte einen Beitrag leisten zur Erkundung wie diese Organisierung konkret aussehen könnte: Zum einen an einer Reflektion über ein Experiment “Solidarischer Landwirtschaft” und zum anderen an konkreten Überlegungen wie ein Commoning rund um endliche Ressourcen aussehen könnte. Die Artikel finden sich auch in der aktuellen Ausgabe der “Streifzüge” und dem soeben erschienenden Büchlein “Herrschaftsfrei Wirtschaften”.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Gender, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke
8. Januar 2012, 07:47 Uhr 7 Kommentare
COM’ON: Produktionsstrukturen transformieren
Einen der besten Aspekte des COM’ON—Workshop vom letzten Samstag fand ich die Art und Weise der Durchführung. Das übliche Vortrags- und Fragen+Antworten-Spiel im großen Kreis fehlte fast völlig, stattdessen gab es nach den vier kurzen (je 15 Minuten) Inputvorträgen zu Beginn nur Diskussion in wechselnden Kleingruppen von je etwa zehn bis fünfzehn Leuten. Nachmittags fand ein World-Café statt, wo an fünf Tischen parallel unterschiedliche Aspekte der Commons diskutiert wurden. Dieser Beitrag dokumentiert die Debatte an „meinem“ Tisch zum Thema: „Was passiert mit den bestehenden Produktionsstrukturen im Falle einer gesellschaftlichen Transformation?“
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Freie Hardware, Praxis-Reflexionen
20. Dezember 2011, 07:37 Uhr 1 Kommentar
Dam Builders and Ship Builders
Last Saturday I attended the workshop COM’ ON! — Die alte Eigentumswelt dreht sich, see commons.rosalux.de for the homepage.
The workshop has been organized by the Rosa-Luxemburg-Stiftung which is the foundation of the party “Die Linke” in Germany. “Die Linke” is the socialist party in Germany. As far as I understood the Keimform people co-organized this event.
The workshop has been attended by about 40 persons. At least 8 of them were on the Oekonux list at some point. It was very nice to meet all these people again — some of them I had not met since years.
Kategorien: Commons, English, Theorie
14. Dezember 2011, 07:56 Uhr 4 Kommentare
Peer-Produktion beim Elevate-Festival
Brigitte Kratzwald hat in ihrem Artikel »Das Potential der Peer-Produktion« einen sehr guten Überblick über die Diskussionen rund um die Peer-Produktion beim diesjährigen Elevate-Festival in Graz gegeben. Die Überschriften spiegeln die behandelten Inhalte in ihrem Artikel ganz gut wieder:
- Peer-Produktion – alter Wein in neuen Schläuchen?
- Produktive Arbeit?
- Nicht was, sondern wie wir produzieren ist wichtig!
- Von der Ware zum Commons
- Der Kapitalismus braucht immer ein Außen
- Entwicklung neuer Produktionsweisen + Aneignung der Ressourcen
Bei Nordwind lesen!
Noch ein schönes Zitat, auch von Brigitte teilweise genannt, es stammt von David D. Clark, dem Chef-Architekten der Internet-Protokolle:
We reject: kings, presidents and voting.
We believe in: rough consensus and running code.
Wir lehnen ab: Könige, Präsidenten und Abstimmungen.
Wir glauben an: groben Konsens und laufenden Code.
Kategorien: Commons
25. Oktober 2011, 22:24 Uhr 5 Kommentare
Peer Production and Societal Transformation
The new journal Critical Studies in Peer Production (CSPP) invited me to submit a debate paper for the next issue on Free Software. In this paper I try to describe analytical patterns developed by the Oekonux Project since over ten years of research on Free Software and commons-based peer production. The paper being part of the next CSPP issue should be released in December 2011, but according to the release-early practices in Free Software, I will publish the patterns in a series of weekly blog posts. I will extensively use cross-linking between these pattern posts. First, most of the links will not work, since futures patterns still reside in the publishing queue, but more and more links will function as the referenced pattern posts appear — please have a litte patience. Now, let’s start with the abstract, introduction, credits, and literature.
Ten patterns developed by the Oekonux Project
Kategorien: Commons, English, Freie Software, Theorie
20. Oktober 2011, 06:55 Uhr 28 Kommentare
Knappheit ist künstlicher Mangel
Die nach meinem Artikel »Piraten und Knappheit und Eigentum« angestoßene Diskussion möchte ich gerne in einem eigenen Artikel fortsetzen (und dabei die Piraten weglassen). The User fragt mich:
Wie definierst du denn Knappheit?
So: Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Theorie
18. Oktober 2011, 09:16 Uhr 8 Kommentare
Open Hardware: CNC-Maschinen
Inzwischen sind Fabber als Beispiele für Maschinen zur Herstellung handfester Dinge recht bekannt geworden. Im Bereich der Freien oder Offenen Hardware wird dabei meistens an die prominenten Systeme RepRap und MakerBot gedacht. Sie gehören zur Klasse der additiven Fabber, denn sie erzeugen das Produkt durch sukzessives Hinzufügen von Material (»3D-Drucker«). Gemeinsam ist allen Fabbern, dass sie CAD-Daten in maschinelle Produktionsbefehle umsetzen.
Zur Klasse der subtraktiven Fabber gehören CNC-Maschinen. Das sind Werkzeugmaschinen, die die Gestalt eines Werkstück durch Wegnehmen (fräsen, bohren, schneiden, lasern etc.) von Material erzeugen. Auch sie werden in zunehmendem Maße als offene Hardware hergestellt, also Hardware, bei der die Pläne zu ihrer Herstellung unter einer Freien Lizenz veröffentlicht werden.
Kategorien: Freie Hardware
28. August 2011, 17:26 Uhr 7 Kommentare
The Emergence of Benefit-driven Production
The following paper was written for the Proceedings of the 6th Annual Open Knowledge Conference (OKCon 2011) which took place about a month before in Berlin. It is also available in PDF format.
Abstract
The free software and free culture movements have radically changed the ways of producing software and knowledge goods. In many cases, participation in such project is benefit-driven rather than profit-driven. Participants get involved in order to realize some practical or social benefit, not because of monetary gains. Another difference from market- and firm-based production is that peer production is non-hierarchical: people voluntarily cooperate as peers; there are no fixed employer/employee or client/contractor relationships. And peer production is based on commons: goods which are jointly developed and maintained by a community and which are shared according to community-defined rules.
Peer production is not just about producing knowledge: Hackerspaces and Fab Labs are the first forerunners of a commons-based production infrastructure. While commons-based peer production reaches beyond capitalism, the preconditions of its development are created by capitalism itself. The paradoxical relationship of capitalism to human labor leads to developments that might make the concept of labor (as we know it today) obsolete, and with it capitalism itself.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, English, Theorie
7. August 2011, 12:48 Uhr 6 Kommentare
