Self-organized Plenty
[Eine etwas ausführlichere Version dieses Artikel gibt es auch auf Deutsch.]
This is a handout of the slides of the talk which I gave at FSCONS 2010. So far, a detailed written version of the talk exists only in German (1, 2, 3, 4), but I hope to prepare something similar in English in the foreseeable future.
The Emergence of Physical Peer Production
Commons-based Peer Production
- Commons
- Goods which are jointly developed and maintained by a community and shared according to community-defined rules.
- Peer production
- People cooperate voluntarily on an equal footing (as peers) in order to reach a common goal.
- Commons-based peer production
- Peer production which is based upon commons and which creates new commons or maintains and fosters the existing ones.
Kategorien: Commons, English, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie
23. November 2010, 08:07 Uhr 1 Kommentar
Selbstorganisierte Fülle in Berlin
Am kommenden Donnerstag, dem 18. November um 18 Uhr (c.t.) halte ich an der Freien Universität Berlin (Hörsaal im Informatikgebäude, Takustr. 9) einen Vortrag über Selbstorganisierte Fülle:
Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, wo die Bedürfnisse der Menschen (anstatt des Profits) bestimmen, was und wie produziert wird? Wo nicht mehr verkauft und gekauft wird? Wo also auch niemand gezwungen ist, die eigene Arbeitskraft zu verkaufen, oder arbeitslos und arm zu bleiben, falls dieser Verkauf scheitert? Wo es keinen Zwang zur Konkurrenzfähigkeit gibt, der einer/einem vorschreibt, wie man sich verhalten muss, wenn man (wirtschaftlich) überleben will? Wo Knappheit überflüssig wird und es keinen Grund mehr gibt, Ideen und Wissen geheim zu halten statt sie zu teilen?
Anfänge einer solchen Gesellschaft gibt es schon heute, denn in den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Kooperation und Teilen beruht. Auf dieser Produktionsweise – Peer-Produktion genannt – basieren Freie Software (wie Linux und Firefox), die Wikipedia und die Freie-Kultur-Bewegung; sie steckt hinter Freien Funknetzen und Projekten wie SETI@home.
Kategorien: Commons, Reichtum & Knappheit, Termine
13. November 2010, 08:08 Uhr 3 Kommentare
Interview zu Peer-Produktion und selbstbestimmter Kooperation
Der freiberufliche Autor Peter Plöger („Arbeitssammler, Jobnomaden und Berufsartisten“) arbeitet derzeit an einem Buch über Menschen, „die der kapitalistischen Wirtschaftsweise ein Schnippchen schlagen“. Dafür hat er mit mir ein Interview über Peer-Produktion und Peer-Ökonomie, über selbstbestimmtes Leben und die Hürden auf dem Weg zu einer kooperativeren Gesellschaft geführt.
Bis Peters Buch erscheint, wird es noch eine Weile dauern (Veröffentlichungstermin ist September 2011), aber mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentliche ich die Interviewfragen und -antworten hier vorab. Wer informiert werden will, wenn das fertige Buch erscheint, kann sich bei pploeger ät freenet Punkt de melden.
Peer Production hat in einigen Punkten Ähnlichkeiten mit Tauschringen. Wie viel verdankt das Konzept älteren Ideen zu alternativen Formen der Ökonomie?
Ich denke dass eventuelle Ähnlichkeiten mit Tauschringen bei der Peer-Ökonomie, so wie ich sie in meinem Buch beschreibe, nur sehr oberflächlich sind. Bei Tauschringen muss ja jede/r für sich etwas machen, was sie oder er dann den anderen anbieten kann. Produziert wird einzeln, die anderen sind eigentlich nur als potenzielle Tauschpartner/innen von Interesse.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie
22. Oktober 2010, 08:12 Uhr 3 Kommentare
Seminar zur Peer-Produktion in Berlin
Die Teamerinnen der Kapitalkurse an der RLS führen am kommenden Samstag, 25.9.2010, 10 bis 19 Uhr, ein Tagesseminar durch zum Thema:
Beitragen statt Tauschen: Commons und Peer-Produktion als Grundlagen einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft
In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Kooperation und Teilen beruht. Auf dieser Produktionsweise – Peer-Produktion genannt – basieren Freie Software (Linux und Firefox), Wikipedia und die Freie-Kultur-Bewegung, Freie Funknetze und Projekten wie SETI@home. Aber Peer-Produktion kann mehr. In dem Seminar soll es darum gehen, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die auf Peer-Produktion beruht, so dass es kein Geld und keinen Markt mehr braucht.
Geplant sind zwei Themenblöcke: Vormittags geht es um die Grundprinzipien der Peer-Produktion, wie wir sie insbesondere in der digitalen Sphäre heute schon beobachten können. Nachmittags geht es Möglichkeiten, Probleme und Herausforderungen der Übertragbarkeit der commonsbasierten Peer-Produktion auf andere gesellschaftliche Bereiche hin zu einer gebrauchswertorientierten Peer-Ökonomie.
Mit: Dr. Christian Siefkes
Es sind noch Plätze frei, anmelden bitte bei Antonella Muzzupappa und Valeria Bruschi: valeanto ät das-kapital-lesen.de
Kategorien: Commons, Reichtum & Knappheit, Termine
19. September 2010, 16:29 Uhr 3 Kommentare
Selbstorganisierte Fülle (4): Bausteine für materielle Peer-Produktion
Dezentrale commonsbasierte Produktion
Im dritten Teil ging es unter anderem darum, wie die Freiheit zu teilen bei materiellen Gütern umgesetzt werden kann. Dabei hatte ich zum Thema „Vervielfältigen“ gesagt: „Wenn man die gesamten Baupläne (Freies Design) sowie die benötigten Ressourcen und Produktionsmittel hat, sind auch materielle Produkte kopierbar.“
Wir haben also drei Voraussetzungen: Baupläne, Ressourcen und Produktionsmittel. Bei der heutigen Peer-Produktion sind die Ressourcen und Produktionsmittel im Allgemeinen Gemeingüter oder verteilter Besitz.
Bei digitaler Peer-Produktion sind Wissen und Informationen die wichtigste Ressource. Dieses Wissen ist ein Gemeingut, das von allen genutzt und weiterentwickelt werden kann. Exemplarisch für eine bei Peer-Produzierenden weitverbreitete Ansicht formuliert die Wikimedia Foundation, die hinter der Wikipedia steht, den Anspruch, dass alles öffentlich relevante Wissen Gemeingut sein sollte:
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20. Juni 2010, 11:50 Uhr 4 Kommentare
Commons und Peer-Economy in der »Zwille«
Am Do, 24.6.2010, bin ich um 18:30 Uhr in der »Zwille« an der TU Berlin (Adresse und Lageplan). Thema des Abends ist »Commons und Peer-Economy«. Weil explizit so gewünscht, wird es keinen Vortrag geben, sondern ein Gespräch, eine Diskussion zum Thema. Wer also schon immer mal was fragen wollte zu Commons, Peer-Produktion und das Ende des Kapitalismus, der/die ist dort genau richtig
18. Juni 2010, 07:38 Uhr 1 Kommentar
Selbstorganisierte Fülle (3): Vom Immateriellen zum Materiellen
Materielle Fülle und der ökologische Fußabdruck
Die bisher betrachteten Fälle von Peer-Produktion fanden hauptsächlich im Bereich der Informationsgüter statt. Kann Ähnliches auch für die materielle Welt gelten? Kann Peer-Produktion auch materielle Fülle schaffen, so wie sie im Internet immaterielle Fülle herstellt?
Dazu müssen wir uns nochmal mit der Bedeutung des Wortes „Fülle“ beschäftigen. Denn ein Problem, das es so nur im materiellen Bereich gib, ist die Begrenztheit der Erde. Diese Begrenztheit kann mittels des ökologischen Fußabdrucks gemessen werden. Der ökologische Fußabdruck ist die Fläche auf der Erde, die nötig ist, um den Lebensstil einer Gruppe von Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Also die Fläche, die benötigt wird, um die Ressourcen, die ich verwende, anzupflanzen bzw. abzubauen; sowie die Fläche, die gebraucht wird, um den Müll, der während Herstellung, Nutzung und späterer Entsorgung der von mir genutzten Produkte anfällt, aufzunehmen und zu absorbieren.
Kategorien: Commons, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie
11. Juni 2010, 16:09 Uhr 4 Kommentare
Greifswald und Darmstadt
Wer kurzentschlossen ist und im Norden Deutschlands wohnt, hat die Gelegenheit, am Samstag (übermorgen) zu einem Workshop „Alternative Gesellschaftskonzepte“ der Linksjugend [’solid] nach Greifswald zu fahren. Ich werde dort die Peer-Ökonomie zur Diskussion stellen; weitere zur Auswahl stehende alternative Gesellschaftskonzepte sind die demokratische Planwirtschaft Parecon und ein „dezentraler Mehrparteien-Sozialismus“ mit „demokratisch kontrollierter Kreditvergabe und vollständiger Abführung von Unternehmensgewinnen“ (seufz). Der Workshop beginnt um 12.30 Uhr und endet gegen 19.00 Uhr; Veranstaltungsort ist das Schwedenkontor, Hafenstraße 41, 17489 Greifswald (Seminarraum im 1. Obergeschoss). Um Anmeldung wird gebeten.
Noch deutlich länger hin ist es zu meinem Vortrag im Darmstadt, wo ich am 7. Juli um 18 Uhr über Peer-Produktion und selbstorganisierte Fülle sprechen werde (an der TU Darmstadt, Hörsaal S2 02, C 205 – Piloty-Gebäude, siehe Lageplan). Der Vortrag ist die Abschlussveranstaltung der Ringvorlesung „Global Challenges III – Global Commons“, in deren Rahmen auch schon Silke und Stefan referiert haben. Nächste Woche (16.6.) tritt Richard Stallman in der Ringvorlesung auf und wird über „Copyright vs. Community“ sprechen.
10. Juni 2010, 13:11 Uhr Kommentieren
Selbstorganisierte Fülle (2): Voraussetzungen für erfolgreiche Peer-Produktion
Faustregeln für die Zusammenarbeit
Wir haben im ersten Teil gesehen, warum Leute bei Peer-Projekten mitmachen oder neue Projekte gründen, aber das erklärt noch nicht, warum und unter welchen Umständen solche Projekte langfristig erfolgreich sind. Peer-Projekte unterscheiden sich schließlich sehr von dem, was man sonst so gewöhnt ist. In Firmen gibt es Bosse, Vorgesetzte, die ihren Untergebenen sagen, was zu tun ist; als Selbständige/r geht man Verträge ein, die eine/n verpflichten, dies oder jenes zu tun; auch in Schulen, beim Militär und in anderen offiziellen Institutionen gibt es immer Leute, die den Ton angeben, und andere, die folgen müssen.
Bei Peer-Projekten gibt es solche Strukturen nicht. Es gibt keine Bosse oder Vertragspartner, die den anderen mit Entlassung oder anderen finanziellen Konsequenzen drohen könnten; es gibt auch keine Lehrer/innen oder Offiziere, die eine/n bestrafen können, wenn man ihnen nicht gehorcht. Warum und unter welchen Umständen funktioniert also die Zusammenarbeit, wenn sie nicht durch Geld oder Zwang motiviert wird?
Kategorien: Commons, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie
7. Juni 2010, 14:38 Uhr 6 Kommentare
Selbstorganisierte Fülle (1): Was commonsbasierte Peer-Produktion ist und warum Leute da mitmachen
Dies ist der erste Teil der schriftlichen Fassung des Vortrags, mit dem ich zur Zeit zu erklären versuche, wie Gemeingüter und Peer-Produktion zu Grundlagen einer nichtkapitalistischen Gesellschaft werden können. In diesem ersten Teil geht es neben einleitenden Überlegungen zur digitale Fülle um die Grundlagen: was Commons und Peer-Produktion sind, wo Peer-Produktion heute schon erfolgreich praktiziert wird und warum Leute da mitmachen.
Das Internet als Ort der Fülle
Ich beginne mit dem Internet – aber keine Sorge, dabei wird es nicht bleiben, das ist nur der Anfang. Man kann das Internet als Ort der Fülle betrachten, und zwar der Fülle in unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes. Die erste Bedeutung ist Fülle im Sinne von „Überfluss“ oder „Verschwendung“. Darin ist das Internet sehr gut. Ich kann mich, wenn mir der Sinn danach steht, beispielsweise den ganzen Tag durch Fotosharing-Seiten klicken, kann mir beliebig viele Fotos zu bestimmten Leuten oder Themen angucken (zum Mount Everest beispielsweise), auch wenn sie großteils recht ähnlich sind und ich bald alles Relevante gesehen habe – ich kann trotzdem immer weiter machen.
Kategorien: Commons, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie
31. Mai 2010, 22:34 Uhr 9 Kommentare


