Schlagwort: obst

Mundraub-Handbuch

Über das Projekt Mundraub haben wir bereits berichtet: Commons-Obst — das mundet! Bislang ungenutztes Obst nutzbar machen durch Information über die Fundorte ist die Idee. Die Mundraub-Plattform ist sehr beliebt, aber erreicht damit »nur« die Onliner_innen. Und eine Smartphone-App für unterwegs gibt’s wohl noch nicht.

Jetzt ist ein Mundraub-Handbuch geplant. Über die Kartierung von Fundstellen hinaus soll es im Handbuch einen Erntekalender, eine Bestimmungshilfe für Früchte, Nüsse und Gemüse, rechtliche Aufklärung und Pflegetipps für Obstbäume geben. Alles dies schön illustriert kostet Geld. Deswegen bittet das Projekt die Crowd jetzt um Funding. Die Schwarmfinanzierung funktioniert so: Spender_innen geben Geld. Wird das Spendenziel nicht erreicht, gibt’s das Geld zurück.

Für das Mundraub-Handbuch gibt’s zwar schon viele Spender_innen, aber die Spendensumme ist lange nicht erreicht. Noch sind 35 Tage Zeit.

Commons-Obst — das mundet!

[En Français]

Warum Obst am Baum verfaulen lassen, das niemandem gehört oder der Eigentümer nicht nutzen will? Das war die Ausgangsfrage für mundraub.org — einer Website mit der MundraubMap als Kernstück. Dort sind Orte mit Bäumen, Sträuchern und Flächen eingezeichnet, wo Obst frei geerntet werden kann. Neue Fundorte können per Webformular eingetragen werden. Gefördert werden soll »Mundraub«, nicht aber »Obst-Diebstahl«.

Der Name »Mundraub« ist zwar nett provokativ und damit Aufmerksamkeit erregend, aber eigentlich falsch, denn »Mundraub« war tatsächlich lange Zeit ein Straftatbestand (heute fällt das unter »Diebstahl«). Beim hier propagierten »Raub« wird aber niemandem etwas weg genommen, sondern genau genommen wird mit der Obst-Map aus »Niemandsobst« oder »Eigentumsobst« (mit Einverständnis der Eigentümer) ein Obst-Commons gemacht. Dafür sprechen auch die Regeln, die festlegen, dass das geerntete Obst nur zum eigenen Nutzen (»als Besitz«) nicht aber zum Verkauf (»als Eigentum«) geerntet werden darf. Warum die Regeln »AGB« heissen, wo es doch gerade nicht um ein Geschäft geht, bleibt rätselhaft. Den Verkauf der T-Shirts hätte man nun wirklich davon abtrennen können.

Super Idee, aber nicht alles ganz zu Ende gedacht.