Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Ende des »Strike-Bike«

War 2007 noch optimistisch von einer »Pilotfunktion« die Rede, die das erst besetzte und dann selbstverwaltete Fahrrad-Werk in Nordhausen erfüllen könne, so ist nun die Ernüchterung groß: Die Strike Bike GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das Strike-Bike war zunächst der Soli-Hit, aber mit Solidarität lässt sich auf Dauer kein kapitalistisches Geschäft aufrechterhalten.

Die anarchosyndikalistische FAU hatte sich ziemlich in das Projekt reingehangen, doch zum Konkurs gibt’s jetzt kein Wort. Dabei täte eine Auswertung jetzt Not. Also gibt’s ersatzweise einige Überlegungen von mir.

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Kategorien: Praxis-Reflexionen

9. Dezember 2010, 07:52 Uhr   7 Kommentare

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»Lasst uns die Spielregeln ändern«

[Aus: »Oya - anders denken. anders leben«, Nr. 01/2010, PDF-Download, Lizenz]

Nachfolgend dokumentiert ist die etwas längere Abschrift des Gesprächs als die im Oya-Heft abgedruckte Version. Die komplette Fassung kann als Video ansehen und angehört werden.

Johannes Heimrath: Am liebsten würde ich unser Gespräch bei den großen globalen Gemeingütern wie Klima beginnen lassen – letztlich bei der Erde, die zweifelsfrei unser größtes Gemeingut ist –, und von dort in die Details gehen. Aber ich fürchte, da wir alle sehr persönlich mit dem Thema Gemeingüter verbunden sind, werden wir nicht so strukturiert vorgehen können.

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Kategorien: Commons, Freie Inhalte, Freie Software, Reichtum & Knappheit

7. April 2010, 07:37 Uhr   5 Kommentare

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Marx’ Theory of Value and Why Exchange Can Be “Equal” and Still Bad

Karl MarxThis post resulted from a thread on the p2presearch mailing list. The discussion started when a remark by Joseph Jackson’s “forced” me to clear up some frequent misunderstandings about the meaning of the labor theory of value, as formulated by Karl Marx. The thread then turned to Marx’ criticism of capitalism and I tried to explain why (according to Marx) the root cause of raising inequality and other detrimental effects of capitalism isn’t “unequal exchange,” but rather exchange per se, regardless of whether or not it’s equal.

Quotes from Joseph Jackson are indented and printed in italics:

Economics has no coherent Theory of Value and we must solve this problem if we are to establish the field of Abundance. The Labor Theory of Value has advantages in that it is objective and normative—it states that price should tend toward the cost of production; it also allows us to determine what constitutes equitable exchange.

Actually, the Labor Theory of Value, as first formulated by Adam Smith and Ricardo and later refined by Marx, is not normative, but descriptive: it describes the basics of price formation in capitalism. Of course, the value of goods is only their average price—actual prices will usually be somewhat below or above the average because of fluctuations in supply and demand etc.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, English, Theorie

7. März 2009, 20:59 Uhr   9 Kommentare

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What is profit?

During a recent debate on Oekonux mailing list, Patrick Anderson gave some theses about the relationshp between profit and competition. He wrote:

Profit disappears when Competition is Perfect, but Competition is usually not Perfect, so Profit is usually not Zero.

Profit and Competition are inversely related, while Profit and Monopoly are directly related. A Perfect Monopoly would enjoy Infinite Profit, right?

I found, that these theses are wrong, because they base on on the assumption, that profit raise from the circulation of commodities. Profit is not explainable as a difference of prices. But where else did the profit come from? What is profit at all?

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Kategorien: English, Theorie

29. September 2008, 17:31 Uhr   Kommentieren

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Der alte Marx und die Probleme des Kapitalismus

In einem seiner letzten Artikel hat Stefan den jungen Karl Marx lobend zitiert:

Marx geht hier von einem “menschlichen Wesen” aus, das unter den Bedingungen der Privatproduktion nicht zur Geltung kommen kann und dadurch sich selbst fremd werde. In der Entfremdung sieht Marx den Antrieb für die Aufhebung des (frühen) Kapitalismus.

Der alte MarxSpäter hat Marx diese frühe Auffassung als idealistisch und idealisierend kritisiert (und damit immer auch normalisierend – wie geht man mit Menschen um, die dem postulierten “menschlichen Wesen” nicht entsprechen oder entsprechen wollen?). In seinen späteren Texten hat Marx es deshalb konsequent vermieden, überhaupt mit irgendwelchen Annahmen über ein “menschlichen Wesen” zu argumentieren (abgesehen von tautologischen Annahmen wie dass Menschen so leben möchten, wie sie leben möchten, oder dass sie möglichst wenig von dem tun wollen, was sie nicht tun wollen).

Stefan kritisiert, dass dieser Verzicht auf ein postuliertes Menschenbild dazu führt, dass nicht mehr klar wird, warum man den Kapitalismus überhaupt überwinden solle. Eine positive “Quelle der Veränderung” könne “nur die entfaltete Individualität des Menschen sein”, die es (gemäß dem angenommenen Menschenbild) genießen, gemeinsam für andere zu produzieren und dabei deren Bedürfnisse zu befriedigen, wie das bei der freiwilligen Entwicklung Freier Software der Fall ist. Wenn es darum gehen soll, andere zu überzeugen, hat diese Argumentation allerdings einen doppelten Haken.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie

17. Juni 2008, 12:46 Uhr   35 Kommentare

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Silke Meyer: Reclaim Linux!

[Repost, Textquelle: sul serio #12 NETZWELTEN, Lizenz: CC by-nc-nd; Bildquelle: "No, this is not" by LadyPain, Lizenz: CC by-nc-sa]

Seit über 20 Jahren arbeiten Menschen an einer Alternative im hart umkämpften Softwaremarkt: Linux. Hinter Linux steht kein Konzern, sondern eine Community: Sie entwickelt freie Software, damit es welche gibt, Software, die sich dadurch auszeichnet, dass sie mit Quellcode veröffentlicht wird, weiterverteilt werden darf, dass sie also transparent, kostenlos und legal kopierbar ist. Aber Linux entsteht in einem männlich geprägten und teilweise sexistischen Umfeld. Dies verhindert seine erfolgreiche Durchsetzung.

No, this is not…

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Kategorien: Freie Software, Gender

2. Juni 2008, 11:15 Uhr   23 Kommentare

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Auskooperieren

Da ich diesen Begriff durchaus gerne benutze, will ich doch mal ein eigenen Beitrag dazu schreiben — damit ich den dann stets verlinken kann ;-)

Der Begriff »out-cooperate« ist im Englischen wohl nicht total unüblich, aber auch nicht gerade weit verbreitet. Das deutsche Äquivalent »aus-kooperieren« oder ohne Bindestrich: »auskooperieren« ist hingegen eine Neuerfindung und wird derzeit nur im engeren Umfeld von keimform.de verwendet. Auch deswegen ist eine etwas ausführlichere Erläuterung sinnvoll.

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Kategorien: Theorie

17. März 2008, 15:57 Uhr   32 Kommentare

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Microsoft: Mit Koopkurrenz siegen?

Tux auf der Jagd (CC by-sa-nd IT appuntiubuntu.wordpress.com)Manche reiben ich verwundert die Augen: Microsoft und Open Source — kann das sein? Na klar, denn wenn eins Microsoft nicht ist, dann blöd (trotz manch gegenteiliger Beispiele). »Coopetition« heisst die Strategie dahinter, also eine Mischung aus Hände schütteln und Messer in den Rücken (Kooperation und Konkurrenz). Eigentlich nichts Neues in der Wirtschaft, aber schon interessant, dass sich ein Monopolist zu Anpassung an die Macht des Faktischen der Freien Software gezwungen sieht.

Wenn man das ökonomisch durchdenkt, ist es noch interessanter: Da muss ein fetter Rentier, der gut von der »Informationsrente« lebt, eine freiwillige Rentenkürzung hinnehmen, um den Rest der Rente zu sichern. Microsoft, ein Opfer des Neoliberalismus! Nun werden die Koopkurrenten genau das gleiche tun und die Abwärtsspirale antreiben — ein »Race to the bottom«. Und was bildet die Bottomline? Na ja, nach meiner These ist Software ja eh wertlos, also bleibt da nur ein wenig Infrastruktur. Aber auch wenn man proprietäre Software noch ernsthaft für werthaltig hält, kann der Sturz sehr tief sein. Wir werden das noch erleben — die Entwertungsspirale hat erst begonnen!

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Kategorien: Feindbeobachtung

31. Januar 2008, 18:48 Uhr   2 Kommentare

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Buch: »Internet and Society«

Buchcover: »Konkurrenz vs. Kooperation«?Christian Fuchs hat ein englischsprachiges Buch veröffentlicht. Der Titel »Internet und Gesellschaft« wird begleitet von einem ebenso unspektakulären Untertitel: »Social Theory in the Information Age« — das Inhaltsverzeichnis verspricht dennoch Interessantes. Auf der Webseite zum Buch bietet Christian eine Einführung in Thema und Buch in zwei Videos an — in englisch mit netter Österreichfärbung [via].

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Kategorien: Medientipp, Theorie

14. Januar 2008, 23:53 Uhr   Kommentieren

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Wikinomics: Nackt und fit?

»Wikinomics« — das ist der »neue Kapitalismus mit einer Prise sozialistischer Teilhabe«. Das meint jedenfalls Don Tapscott, Autor des gleichnamigen Buches. brandeins hat den Kreator des Begriffs interviewt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Peer-Ökonomie als Kapitalismus gestrickt. Die Widersprüche sind nicht zu überlesen: Der Kaiser ist »nackt«, aber nicht mehr »fit«.

[Dank an Uli für den Hinweis]

Kategorien: Feindbeobachtung

30. Oktober 2007, 12:54 Uhr   3 Kommentare