Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Sozialistische Lizenzen?

Michel Bauwens hat einen Vorschlag für einen „Mittelweg sozialistischer Lizenzen“ eingebracht, der im Kern auf der Copyfarleft-Lizenz von Dymtri Kleiner beruht (wie Christian Siefkes richtig erkannt hat). In diesem Beitrag versuche ich, den Vorschlag kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Bauwens stellt zu Beginn eine These auf: „je kommunistischer die von uns benutzten Lizenzen sind, umso kapitalistischer ist die Praxis“. Als prominentes Beispiel wird die GNU GPL hierbei als „kommunistische Lizenz“ tituliert. Ist da was dran?

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Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Theorie

15. Februar 2014, 06:02 Uhr   13 Kommentare

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Commonismus statt Sozialismus?

Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Theorie

4. Januar 2014, 06:34 Uhr   41 Kommentare

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Transformation – Szenarien der Aufhebung des Kapitalismus

Im Mai 2013 fand in Hiddinghausen ein Seminar zur gesellschaftlichen Transformation statt. Nach dem Einstieg in die Hegelsche Dialektik und dem ziemlich ausführlichen Hauptteil zum Commonismus folgte zuletzt ein kurzer Input zum Übergang von heute zu einer Freien Gesellschaft (10 Folien, 33 Min.). Hier also »Szenarien der Aufhebung des Kapitalismus« als Sildecast (Folien [PDF|ODP) plus Audio [OGG|MP3]).

Kategorien: Commons, Theorie

6. Dezember 2013, 06:16 Uhr   4 Kommentare

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André Gorz und der Wissenskommunismus

kraemer-gorz-kongress-doku[Beitrag in der Dokumentation zum Kongress über die Ideen von André Gorz, 15./16.2.2013 in Saarbrücken.]

In seiner letzten Lebensetappe setzte sich André Gorz intensiv mit der Wissensökonomie als Kern des „kognitiven Kapitalismus“ auseinander. Wissen sei einerseits zur wichtigsten Produktivkraft geworden, andererseits stelle die Entfaltung der Wissensgesellschaft zentrale Kategorien des Kapitalismus infrage. Er forschte den Ursachen dieses Widerspruchs nach und konnte dabei an frühere Überlegungen einer kategorialen Kritik des Kapitalismus anschließen. Die Begegnung mit der theoretischen Strömung der „Wertkritik“ ermöglichte ihm eine Zuspitzung seiner Untersuchungen. Dies zeigt sich zum Beispiel deutlich in den Unterschieden zwischen der französischen Ausgabe von „L’Immatériel“ (2003) und der ein Jahr später unter dem Titel „Wissen, Wert und Kapital“ (2004) publizierten deutschen Ausgabe[1]. In diese Zeit fällt eine von 2003 bis zu seinem Tod 2007 andauernde briefliche Konversation mit dem Autor dieses Essays. In seiner emphatischen Art bekannte Gorz: „Das Vorwort schrieb ich 2 Jahre nach der ursprünglichen franz. Fassung. Im Laufe dieser 2 Jahre kam ich mit dir in Verbindung, las ich Postone, die Streifzüge u. ein paar Bücher von R. Kurz u. ‚bekehrte‘ mich zum wertkritischen Denken“ (Briefe 2005). Die wertkritische Analyse wurde für Gorz (wie für mich) immer wichtiger, er bedauerte, sie erst so spät entdeckt zu haben.

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Kategorien: Commons, Theorie

25. Oktober 2013, 06:22 Uhr   Kommentieren

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Commonismus begreifen

Im Mai 2013 fand in Hiddinghausen ein Seminar zur gesellschaftlichen Transformation statt. Nach dem Einstieg in die Hegelsche Dialektik folgte der ziemlich dicke Hauptteil. Die folgenden Folien und Mitschnitte wurden aus drei Teilen zusammengeschnitten (42 Folien, 2:16 Std.). Hier also »Die bestimmte Negation des Kapitalismus« als Sildecast (Folien [PDF|ODP) plus Audio [OGG|MP3]).

Kategorien: Commons, Theorie

29. September 2013, 06:18 Uhr   1 Kommentar

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Sozialismus und Commons

Wenn Sozialismus die Gesellschaft ist, die sich auf den Weg zum Kommunismus gemacht hat, dann lässt sich festhalten:

  • Staatssozialismus ist eine genauso absurde Vorstellung wie Marktsozialismus. Man kann Markt und Staat nicht dadurch abschaffen, dass man sie überhöht. Und auch nicht dadurch, dass man sie maximal ineinander verzahnt (das wäre dann Sozialdemokratie). Die Vorstellung „Sozialismus = mehr Staat“ ist also kompletter Unsinn auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch genau das meist gemeint ist.
  • Wenn Kommunismus eine Gesellschaft ist, die hegemonial über Commons reguliert wird, dann wäre Sozialismus also eine Gesellschaft in der die Commons nicht mehr strukturell benachteiligt sind, sondern ihre Stärke entfalten können und so der Weg zum Kommunismus offen ist. Sozialismus zeichnet sich also dadurch aus, dass das Gemeinsame immer eine gleichberechtigte Option ist, auch wenn Reste von Markt und Staat noch existieren mögen.
  • Sozialismus ist also die Gesellschaftsform in der Markt und Staat sterben, aber noch nicht tot sind.
  • In großen Teilen der Softwarewelt leben wir also zwar noch nicht im Kommunismus, aber bereits im Sozialismus, weil hier tatsächlich in sehr großen Bereichen die Commons (sprich: Freie Software) eine gleichberechtigte Option sind, die auch von Markt und Staat nicht mehr ignoriert werden können.

Gut, dass das mal geklärt ist.

Kategorien: Commons, Freie Software, Theorie

9. April 2013, 11:27 Uhr   12 Kommentare

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André Gorz und die Wertkritik

Beim André-Gorz-Kongress am 15./16.2.2013 in Saarbrücken haben Franz Schandl und ich einen Kombi-Vortrag zum Thema »André Gorz und die Wertkritik. Die Aufhebung des Kapitalismus denken« gehalten. Franz Schandl untersuchte die »Antiökonomie bei André Gorz« (Audio: OGG, MP3), während ich mich dem Wissenskommunismus widmete. Hier mein Beitrag als Slidecast (Folien: PDF, ODP; Audio: OGG, MP3):

Meine Eindrücke vom Kongress

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Kategorien: Theorie

6. März 2013, 06:41 Uhr   1 Kommentar

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Ein Universelles Stigmergisches Allokationsystem

Peers support each otherIn vielen Diskussionen ob hier im Blog oder sonst wo, komme ich immer wieder dazu festzustellen, dass viele Skepsis, die dem Keimform-Ansatz entgegengebracht wird, vor allem darin begründet liegt, dass sich die meisten Leute einfach nicht vorstellen können, dass Bedürfnisse und Fähigkeiten zusammen kommen ohne das jemand oder etwas Zwang ausübt.

Wir verweisen dann immer auf die Stigmergie als wichtige Organisationsform. Damit ist eine Form der Organisation gemeint, die im wesentlichen darauf basiert, festzuhalten, wo noch etwas getan werden müsste. Diese Hinweise ermöglichen es dann anderen, die gerne etwas tun wollen, auch etwas zu tun, was gebraucht wird.

Die Erfahrung der meisten Menschen ist aber weit weg von funktionierenden stigmergischen Organisationsstrukturen. Ich glaube, viele denken dabei eher an dreckige WG-Küchen oder zugemüllte Wälder als an Freie Software oder Wikipedia. Eine Möglichkeit diese Situation zu ändern, wäre möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, Stigmergie selbst zu erfahren. Bisher ist das nur in eng umgenzten Bereichen möglich und die medialen Systeme, die zu diesem Zweck eingesetzt werden (seien sie jetzt virtuell oder nicht-virtuell) sind zum einen oft eher primitiv (z.B. TODO-Listen) und zum anderen meist speziell auf ein einzelnes Projekt zugeschnitten, was dazu führt, dass man deren Wirksamkeit erst erfahren kann, wenn man sich an diesem konkreten Projekt beteiligt. Die Wirksamkeitserfahrung ist bei stigmergischen Systemen also an aktive und nicht an passive Partizipation gebunden und es gibt zwar Millionen von Wikipedia-Benutzern aber eben nur ein paar tausend Autoren.

Um diese Situation zu ändern möchte ich ein Universelles Stigmergisches Allokationssystem (USA) bauen, um folgendes zu erreichen:

  • Vielen Menschen die Gelegenheit geben, Erfahrungen mit Stigmergie zu machen.
  • Vielen Menschen die Gelegenheit geben, Erfahrungen mit der eigenen Bedürftigkeit zu machen.
  • Konsumptive mit produktiven Bedürfnissen zusammen zu bringen. Menschen sollen reale Bedürfnisse zumindest gelegentlich durch das Mitmachen im USA befriedigen können.
  • Ein Experimentierfeld zu eröffnen in dem man lernen kann, wie ein USA aussehen könnte, dass einmal wirklich dazu beitragen kann eine commons-basierte Gesellschaft zu ermöglichen.

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Kategorien: Commons, Freie Software, Soziale Netzwerke

13. Januar 2013, 12:30 Uhr   54 Kommentare

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[C|K]omm[o|u]nistisches

Hegel und MarxWer eine allgemeine Emanzipation, eine Befreiung für alle will und/oder für unabdingbar hält, der kommt am Kommunismus nicht vorbei. Auch wenn er oder sie dieses K-Wort für unbenutzbar hält. So greifen manche zum C-Wort und nennen es »Communismus«, was signalisieren soll: Wir gehen noch mal weit zurück und prüfen genau, ob und ggf. was bei den theoretischen Vordenker_innen angelegt war, das sich später katastrophisch auswuchs. Oder noch andere verwenden das moderne »Commonismus«, um die Nähe zu den weitweiten Commons-Bewegungen anzuzeigen, die bekanntlich mit dem niedergelegten Realsozialismus am wenigsten zu tun hatten.

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Kategorien: Theorie

23. Dezember 2012, 07:20 Uhr   11 Kommentare

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»Was will die Keimform-Theorie?«

Das fragt sich Wolfram Pfreundschuh, Autor von kulturkritik.net. Er hat im Kulturkritischen Lexikon einen Eintrag zum Stichwort Keimformtheorie verfasst. Damit setze ich mich im folgenden auseinander.

Die Theorie von der Keimform will diese als eine gesellschaftliche Alternative innerhalb der bestehenden Gesellschaft setzen, die sie von innen her dadurch überwindet, dass neue Gemeinschaften, Güter, Werkzeuge und Ressourcen entwickelt werden und „heranwachsen“, die durch freiwillige Beiträge quasi urwüchsig aus dem Betreiben einer „authentischen“ Tätigkeit, die für sich schon sinnvoll sein will, entstehen und deren Produkte dann als frei verfügbare Gemeingüter gehalten werden.

Wie dieser erste Satz schon Missverständnisse hinsichtlich der sogenannten Keimform-Theorie formuliert, so geht es in Wolframs Text weiter. Es erscheint mir unmöglich, durch Antwort auf einzelne Argumente die Vorstellung zu befördern, worum es in unserer Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus und eben der Diskussion über Keimformen einer neuen Vergesellschaftung überhaupt geht.

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Kategorien: Commons, Theorie

15. Dezember 2012, 07:17 Uhr   39 Kommentare