grundlegung.de
Ich habe ein neues Projekt gestartet: Es befasst sich mit der Einführung in die »Grundlegung der Psychologie« von Klaus Holzkamp. Die »Grundlegung« ist das Basiswerk der Kritischen Psychologie. Es ist allerdings ziemlich schwer zu lesen. Um den Einstieg ein wenig zu unterstützen, habe ich eine Art »Onlinekurs« gestaltet. Wöchentlich erscheinen Artikel, die Abschnitte des Buches behandeln. Die Artikel kann man abonnieren. Alle Texte und Grafiken sind »gemeinfrei«, können also beliebig weiter verwendet werden.
Gleich in den ersten Ausgaben geht es um das »Fünfschritt-Modell«, in dem der Keimform-Begriff eine wichtige Rolle. Wer also schon immer mal wissen möchte, wo der Keimform-Begriff herkommt (das ist eine Quelle, es gibt weitere ) und was er genau bedeutet, findet dort eine ausführliche Erklärung. Am 30.8.2010 geht’s los, eintragen kann man sich schon jetzt.
Kategorien: Medientipp, Theorie
24. August 2010, 09:14 Uhr 4 Kommentare
Archi verließ die Welt
Klaus, Archis Bruder, schreibt:
Ein schwerer Tag.
Archi hat
sein letztes
und umfassendstes
Projekt VOLLENDET.
Archi ist gestern nachmittag gestorben.
Ciao Archi!
Kategorien: Praxis-Reflexionen
9. Juni 2010, 17:59 Uhr 5 Kommentare
Kunst und Keimform
Das folgende Gespräch führten Nonni und ich mit Archi Kuhnke am 23. April 2010 im Christophorus-Hospiz in Berlin-Havelhöhe. Archi verbringt dort die letzten Wochen seines Lebens. Er wird am Krebs sterben, den er gewähren lässt, da Eingriffe nur Qual, aber keine Rettung versprechen. Mitte März lud Archi Freundinnen und Freunde und Weggefährten zu einem Abschiedstreffen ein. Erasmus Schöfer hat über dieses Treffen in der »jungen Welt« geschrieben: »Archie verlässt die Welt«.
Die folgende Transkription wurde von Archi durchgesehen und korrigiert. Das Gespräch kann bei archive.org angehört oder heruntergeladen werden. Die Fotos stammen von Peter Bach und lassen sich per Klick vergrößern.
[Update] Ein weiteres Gespräch mit Archi auf kanalB
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen
25. Mai 2010, 07:59 Uhr 5 Kommentare
Tolkiens »Herr der Ringe« — Commonismus in Mittelerde

[Foto: CC-by-nc-sa Kaptain Kobold]
J.R.R. Tolkien hat die sechs Bände des »Herrn der Ringe« sicherlich nicht in irgendeiner kapitalismus-kritischen Absicht geschrieben. Dennoch lässt sich die Geschichte anders als nur als ein mittelalterliches Roadmovie lesen. Tolkien hat explizit zurückgewiesen, dass es sich bei seinem Werk um eine Allegorie (etwa auf den 2. Weltkrieg) handele, denn mit der Geschichte habe er keine Botschaft verbunden. Der Leser oder die Leserin solle das Buch jedoch »anwenden« durch eigene Gedanken zur Geschichte. Grundlage der folgenden »Anwendung« sind die drei Filme von Peter Jackson der »Extended Special Edition«, Zusammenfassungen aus Wikipedia und eine Spezialberatung von Pauline (danke!). Das Buch habe ich nicht gelesen. Los geht’s…
Kategorien: Commons, Praxis-Reflexionen
23. März 2010, 21:49 Uhr 6 Kommentare
Oya: Wovon wir alle leben
Der Gemeingüter-Virus greift weiter um sich. Die neue Zeitschrift Oya widmet sich in ihrer ersten Ausgabe dem Thema „Allmende, Gemeingüter, Commons – Wovon wir alle leben“. Das auch grafisch sehr ansprechend gestaltete Magazin hat dabei ein umfangreiches und tiefschürfendes Programm zusammengestellt.
Die unermüdliche Silke Helfrich führt in den Schwerpunkt ein und erklärt „Was Gemeingüter sind und wie wir mit ihnen umgehen müssen“ (S. 10ff). Daran anknüpfend stellt der Kassel Wirtschaftswissenschaftler Achim Lerch Elinor Ostroms wesentliche Erkenntnisse vor, die ihr den Wirtschaftsnobelpreis eingebracht haben (S. 22f).
Kategorien: Commons, Lernen, Medientipp
5. März 2010, 21:04 Uhr 29 Kommentare
Keimformdenken in der LINKEN?
Die Linke, insbesondere DIE LINKE, hat eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage: Aufhebung des Kapitalismus? => Aufhebung des Privateigentums! Steht ja auch so im Kommunistischen Manifest. Wenn die bisher Unteren nur erst über die Mittel der Produktion verfügen, wird alles gut. Wie, wie schnell und mit welchen Mitteln sind Streits um Details, die die linken Fraktionierungen erzeugte und noch immer erzeugt. »Privateigentum weg« war die Lösung und muss die Lösung weiterhin sein. Inzwischen wird gar wieder darüber debattiert, wie die zukünftige Planwirtschaft zu organisieren sei.
Gibt es doch noch anderes? Etwa die Erkenntnis, dass es nicht reicht, über das Alte zu verfügen, sondern es darum geht, eine neue Produktionsweise in die Welt zu setzen? Ich bin ja doch immer wieder neugierig und lese Broschüren über den Stand der Erkenntnisse wie diese: »Marx’ Kritik der politischen Ökonomie und die Linke heute«. Und siehe da: In homöopatischen Dosen werden neue Entwicklungen wahrgenommen. Dass sie doch nur wieder zur Rechtfertigung eines »pluralen Kapitalismus« verwendet werden, war allerdings zu erwarten. Wen’s interessiert: hier weiterlesen.
Kategorien: Eigentumsfragen, Medientipp, Theorie
9. November 2009, 12:52 Uhr 3 Kommentare
Diskussion von »Über den Commonismus«
Franz hat den Artikel »Vom Kapitalismus über den Commonismus zum Kommunismus?« von Daniel Scharon aufgetan, dessen Original ziemlich schwer lesbar ist und das ich deshalb reformatiert auf keimform.de übernommen habe. Der Artikel enthält eine Auseinandersetzung mit Oekonux, Freier Software, Peer-Ökonomie, Commonismus und Kommunismus.
Zu diesem Artikel einige Anmerkungen, weil’s so viel ist, in einem extra Artikel.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Eigentumsfragen, Freie Software, Theorie
5. November 2009, 12:21 Uhr 1 Kommentar
Repost: »Über den Commonismus«
[Der nachfolgende Artikel ist ein (reformatierter und nun lesbarer) Repost aus dem Blog Marx101. Lizenz: CC-by-sa-nc]
Vom Kapitalismus über den Commonismus zum Kommunismus?
Eine Betrachtung in Marx’ Kategorien
Verfasser: Daniel Scharon
1. Einleitung
Die zunehmende Verbreitung und Bedeutung von Freier Software rückt die Zusammenhänge ihrer Entstehung sowie ihre grundsätzlichen Bedeutung in den Fokus wissenschaftlichen Untersuchungsinteresses. Doch dabei bleibt es nicht stehen. Freie Software und dessen Entwicklungsmodell wird von vielen als etwas ganz neues angesehen, das dem bisherigen Modell, Software zu produzieren, diametral entgegen steht. Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Freie Software, Theorie
31. Oktober 2009, 14:03 Uhr 3 Kommentare
Halbinseln gegen den Strom
Friederike Habermann hat ein vorzügliches Buch geschrieben: »Halbinseln gegen den Strom. Anders leben und wirtschaften im Alltag«. In zehn Hauptkategorien unterteilt werden rund hundert Projekte vorgestellt, die als »gelebte Alternativen zu Kapitalismus, Geld und Tauschlogik« es irgendwie anders machen. Dieses »irgendwie anders« sieht sehr unterschiedlich aus: Von Umsonst-Projekten mit dem expliziten Anspruch, die Verwertungslogik des Kapitalismus auszuhebeln bis zu Projekten, die den Alltag billiger, einfacher und angenehmer gestalten.
Die Auswahl war sicher subjektiv und bewusst begrenzt auf den deutschsprachigen Raum. Ich war mehrfach überrascht, was es da noch so an Projekten gibt, die ich noch nicht kannte. Dafür fielen mir weitere Projekte vor allem im Online-Bereich ein, die noch gut in das Buch gepasst hätten. Aber keine Angst, die meisten vorgestellten Projekte spielen in der handfesten Offline-Welt.
Kategorien: Commons, Gender, Medientipp, Soziale Netzwerke
22. September 2009, 14:45 Uhr 9 Kommentare
André Gorz: Auswege aus dem Kapitalismus
Kurz vor seinem Freitod hat André Gorz ein Buch zusammengestellt, das kürzlich erschienen ist und als eine Botschaft an die Nachwelt gelesen werden kann. Das Buch enthält die beiden Linien, die für André Gorz immer wichtiger wurden: Ökologie und Wissen. In klarer Sprache zeigt er auf, dass sich der Kapitalismus seine eigene Basis — die Verwertung von Arbeit — unterm Hintern wegrationalisiert. Gleichzeitig zerstört der kapitalistische Wachstumszwang seine stofflichen Grundlagen. Als Ausweg sieht André Gorz einen Wissenskommunismus, dessen erste Anzeichen er in der Freien Software beobachtet.
Die taz hat eine lesbare Rezension des neuen Buches veröffentlicht, und in der 3SAT-Sendung »Kulturzeit« ist ein längerer Beitrag gesendet worden (siehe unten). Dort allerdings kommt eine Passage vor, die André Gorz nicht zugeschrieben werden kann: Regionales Geld sei ein Ausweg, weil es den Zins überwinde. Tatsächlich schreibt André Gorz von einer »Ökonomie der Unentgeltlichkeit«, die eigentlich eine »Antiökonomie« sei, und von der Freien Software als deren »Keimform«. Wie hieraus eine Zinskritik nach Gesellscher Manier abgeleitet werden kann, bleibt das Geheimnis der Autor_innen des Beitrags.
Kategorien: Freie Software, Medientipp
30. Juni 2009, 21:22 Uhr 3 Kommentare


