Was die Marxistinnen sagen
(Crossposting: Dieser Text erscheint gleichzeitig bei Principien, wo er den dritten Teil einer Mini-Serie bildet. Der erste Teil ist nach der Diskussion, die ich im Anschluss mit einem freischaffenden Künstler führte, und in deren Verlauf ich meine Haltung revidiert habe, eigentlich obsolet. Im zweiten Teil argumentiere ich u.a. für eine bilaterale rhetorische Abrüstung: Wir sollten aufhören, von Teilen&Tauschen zu sprechen, wenn dafür die Gegenseite auf den Diebstahl-Vorwurf verzichtet. Er ist außerdem der Ausgangspunkt des folgenden Artikels.)
In der Diskussion um ACTA und das Urheberrecht haben die Progressiven einen argumentativen Sieg gegen die Konservativen errungen. Er hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack. Ja, er fühlt sich fast an wie eine Niederlage. Der Fortschritt soll die Künstlerinnen überflüssig machen? Ist das die Pointe? Sollten wir dann nicht doch besser beim konservativen Modell bleiben?
Kategorien: Eigentumsfragen, Reichtum & Knappheit, Theorie
25. Februar 2012, 07:40 Uhr 9 Kommentare
»Us Now«
EN: In a world in which information is like air, what happens to power? New technologies and a closely related culture of collaboration present radical new models of social organisation. This project brings together leading practitioners and thinkers in this field and asks them to determine the opportunity for government. (english with german subtitles)
DE: In einer Welt, in der Informationen wie Luft sind: Was bedeutet das für die Macht? Neue Technologien und eine damit eng verbundene Kultur der Zusammenarbeit zeigen radikal neue Modelle der sozialen Organisation. Dieses Projekt bringt führende Praktiker in diesem Feld zusammen und bittet sie, die Möglichkeiten des Regierens auszuloten. (englisch mit deutschen Untertiteln)
Kategorien: English, Medientipp
8. Mai 2011, 23:15 Uhr 2 Kommentare
Industrial Leaking ist gefordert
Im vergangenen Jahr ist das Leaking, das Herausschleusen mehr oder weniger geheimgehaltener Informationen, in den Fokus der medialen Öffentlichkeit vorgedrungen. Das politische Leaking ist in Mode gekommen, Plattformen schießen wie Pilze aus dem Boden. Ob es sich dabei um vertrauenswürdige Angebote handelt oder diese Sammelstellen für Geheimnisse als Fallen von Geheimdiensten, Regierungen oder privaten Akteuren installiert wurden, ist nicht überprüfbar. Nicht nur deshalb plädiere ich dafür, den Geheimnisverrat in die eigenen Hände zu nehmen. Wie gezeigt wird kann jeder einen kleinen Beitrag für mehr Transparenz leisten.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Freie Inhalte
4. Januar 2011, 10:54 Uhr 5 Kommentare
Deutsche Bank — Ankommen im digitalen Zeitalter
Wenn mal was Neues gedacht werden soll, werden die internen Researcher vorgeschickt. So auch bei der Deutschen Bank: Die Deutsche Bank Research schreibt über das Urheberrecht mit einem bemerkenswertem Realismus, wobei der Titel schon die Richtung vorgibt: »Der Pirat in uns. In den Tiefen des Urheberrechts« (PDF).
In einer Mischung aus rechtstreuem Politikergeschwätz (»Das Internet ist keinesfalls ein rechtsfreier Raum«) und harten Fakten (»Schätzungsweise werden lediglich 4% aller geschützten kreativen Werke derzeit kommerziell verwertet«) wirbt das Papier letztlich dafür, die Fakten anzuerkennen: So geht’s nicht weiter. Deutlich wird eine Wahrheit endlich ausgesprochen: »Das klassische Urheberrecht beruht auf künstlicher Verknappung und Kontrolle«, denn: »Digitale Güter sind nicht knapp«.
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Feindbeobachtung
6. August 2010, 16:15 Uhr 5 Kommentare
Digitale Produktionsverhältnisse
Die Helle Panke und die Rosa-Luxemburg-Stiftung laden ein zu einer Tagung mit dem Titel »Kapitalismus dot com. Digitale Produktionsverhältnisse und politische Perspektiven« (hier als PDF-Flyer). Die Veranstaltungsdaten:
- Samstag, 29. Mai 2010, 10:00 bis 17:30 Uhr
- Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
- Eintritt 5 Euro (inkl. Essen und Getränke), Ermäßigung möglich
- Anmeldung bei der Hellen Panke: info ÄT helle-panke PÜNKT de
Ich nehme an dem Podium »Konflikte um Arbeit und Eigentum im „digitalen“ Kapitalismus« teil — und bin sehr gespannt.
Leitfragen der Tagung sind: Wie funktioniert Ausbeutung und Herrschaft im „digitalisierten“ Kapitalismus? Welche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, Kräfteverhältnisse und Widerstandspotentiale entstehen? Welche Debatten werden darum geführt und wie könnte linke Intervention aussehen?
Kategorien: Eigentumsfragen, Termine, Theorie
5. Mai 2010, 14:47 Uhr 1 Kommentar
Copy.Right.Now!?
Die Böll-Stiftung legt nach: Kaum ist der wirklich gute Gemeingüter-Report erschienen, kommt schon der nächste Reader: »Copy.Right.Now. Plädoyer für ein zukunftstaugliches Urheberrecht« (in Zusammenarbeit mit iRights.info). Offensichtlich haben hier zwei Teams ziemlich parallel gearbeitet, denn das merkt man dem Copyright-Reader an: Zwar wird im Vorwort auf die Gemeingüter-Broschüre verwiesen — und das war’s dann auch schon. Anschließend wird bestenfalls von »öffentlichen Gütern« gesprochen (Jeanette Hoffmann), weder Gemeingüter noch Commons (außer als CC-Lizenz) kommen sonst vor. Das ist erstaunlich.
Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Inhalte, Reichtum & Knappheit
14. April 2010, 19:28 Uhr 4 Kommentare
Die Sicherheit der Musik im Netz wird auch am Hindukusch verteidigt
von Christian von Borries
aus: Copy.Right.Now! Plädoyer für ein zukunftstaugliches Urheberrecht, S. 98-102, Lizenz: CC BY NC ND.
Über China, McLuhan, Monaco Media Forum, Kalter Krieg, Sascha oder Dascha, Volkseigentum, Informations-Imperialismus, Aneignung und Schellackplatten.
Wie ich als klassischer Musiker zu einem Kämpfer für die komplette Abschaffung des Urheberrechts gekommen bin? Das frage ich mich auch manchmal. Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Inhalte, Reichtum & Knappheit
14. April 2010, 19:23 Uhr 3 Kommentare
FREE BEER released
Nope, it’s not that FREE BEER you see in the small picture, it’s a book called FREE BEER, that has been released now. FREE BEER is a collection of texts written by speakers at FSCONS 2008 and based on their respective talks. Here are authors and text titles of the copylefted book:
Kategorien: English, Freie Software
28. November 2009, 07:03 Uhr 6 Kommentare
Freie Software — die Eigentumsfrage neu stellen
Im Rahmen des »Bildungsgipfels« an der FU Berlin, der im Rahmen des Bildungsstreiks an FUB organisiert wird, biete ich eine Veranstaltung zu Freier Software und Peer-Produktion an, bei der die »Eigentumsfrage« im Mittelpunkt steht. Die Daten:
- Zeit: Mi, 2. Dezember 2009, 10:00 bis 12:00 Uhr
- Ort: Freie Universität Berlin, Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin-Dahlem
- Raum: Hörsaal 1a
Die Ankündigung:
Auch Freie Software ist Eigentum. Warum aber ist sie keine Ware? Anhand von einer präsentierten Gütersystematik wird die gesellschaftliche Bedeutung von Freier Software dargestellt. Die Rolle des Immaterialgüterrechts bei der künstlichen Verknappung von Informationsgütern wird erklärt — und wie die Freie Software die Exklusionslogik aushebelt. Schließlich wird die Peer-Produktion als soziale Verallgemeinerung der Produktionsweise Freier Software vorgestellt — als Keimform eines neuen Commonismus. Veranstaltet von: Stefan Meretz, keimform.de
[Update]
Hier die Folienpräsentation des Vortrages
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Freie Software
23. November 2009, 15:23 Uhr 4 Kommentare
Piraten-Dilemma

[Bild: Ioan Sameli, CC-BySa: flickr.com/photos/biwook/145765624/]
Die schwedische Piratenpartei wollte ursprünglich das Urheberrecht komplett abschaffen, jetzt — nach einigem Erfolg — soll das Urheberrecht bleiben, stattdessen aber auf fünf Jahre begrenzt werden. Dafür hat sie nun von Maximo Lider R.M. Stallman eine Schelte einstecken müssen, nicht, weil er das als Aufweichung der ursprünglichen Ziele sieht, sondern weil ihm das zu weit geht.
Wie das?
Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Software
27. Juli 2009, 17:41 Uhr 16 Kommentare
