JMStV — Hoax oder was?
Ich geb’s zu: Bis gerade eben habe ich die Bedeutung des Jugendmediendienstestaatsvertrags — JMStV — nicht realisiert. Aufgeregt sprechen einige von chinesischen Verhältnissen, andere kündigen die Schließung ihrer Blogs an, wieder andere, bislang besonnene Gemüter, lassen sich zu antideutschen Ausfällen hinreissen. Jetzt soll alle Websites ihrer Inhalte mit »Altersfreigaben« markieren, damit die Jugend geschützt wird. Oder ihre »Sendezeit« auf Mitternacht verlegen — Haha, netter Hoax!
Ehm. Doch, so wie es oberflächlich scheint, so spinnt die tatsächlich, die politische Klasse — SPD und Grüne mitten mang dabei. [Update: dito die LINKE] Ab 1. Januar 2011 sollen alle Websites ihre Inhalte indizieren. Das erzeugt erstmal ziemliches Chaos. So ein Scheiss, dass man dafür überhaupt seine Zeit verschwenden muss, um sich damit zu befassen!
Na ja, wir bei keimform.de sind ja fein raus, denn auf uns trifft ja voll die Ausnahmeregel zu, da wir »Nachrichtensendungen [und] Sendungen zum politischen Zeitgeschehen« verbreiten, an deren Inhalten die Welt ein »berechtigtes Interesse« hat. Wie SpOn quasi, nur besser. Ist doch logo.
Oder wir gehen nach China.
Kategorien: Feindbeobachtung
30. November 2010, 14:55 Uhr 7 Kommentare
Wie das Fliegen regeln?
Die Pole der ökologischen Diskussion sind meistens Markt und Staat. Doch die Commons-Diskussion lehrt: In dieser Polarität ist nichts zu holen, wir müssen jenseits der Pole denken. Die Markt-Staat-Dualität führen der Grüne Winfried Hermann und der Linke Ivo Bozic in einer Diskussion um die Luftverkehrsabgabe in der Zeitschrift Jungle World exemplarisch vor — witziger Weise mit spiegelverkehrten Rollen: Hermann setzt auf den den Staat und findet die Luftverkehrsabgabe des schwarz-gelben Sparpakets gut, und Bozic auf der anderen Seite feiert den Markt als Schöpfer des Billigfliegens für »alle« und findet die Abgabe unsozial. Christian Lauk diskutiert diese Entgegensetzung und bringt viele Fakten ins Spiel (etwa: »alle«=7% der Weltbevölkerung).
Doch das Ping-Pong zwischen unsozialer Ausgrenzung (steigende Preise) und ökologisch schädlichen Effekten (steigende Emissionen) ist letztlich nicht auflösbar. Warum?
Kategorien: Commons, Reichtum & Knappheit
21. Juni 2010, 16:16 Uhr 8 Kommentare
Piraten-Dilemma

[Bild: Ioan Sameli, CC-BySa: flickr.com/photos/biwook/145765624/]
Die schwedische Piratenpartei wollte ursprünglich das Urheberrecht komplett abschaffen, jetzt — nach einigem Erfolg — soll das Urheberrecht bleiben, stattdessen aber auf fünf Jahre begrenzt werden. Dafür hat sie nun von Maximo Lider R.M. Stallman eine Schelte einstecken müssen, nicht, weil er das als Aufweichung der ursprünglichen Ziele sieht, sondern weil ihm das zu weit geht.
Wie das?
Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Software
27. Juli 2009, 17:41 Uhr 16 Kommentare
Dossier on the commons
The Heinrich Böll Foundation (related to the German Green Party) has compiled an English-language web dossier on the commons. The dossier contains a number of articles that were published in German language in the commons book compiled by Silke Helfrich (founder of the well-known German CommonsBlog). I’ve contributed an article on The Commons of the Future: Building Blocks for a Commons-based Society (PDF), discussing how future commons-based societies might organize themselves. The article, which has also been published by the Commoner magazine, highlights and clarifies many of the points I make in my book, focusing especially on the role of the commons in past, present, and future societies.
The dossier contains lots of other interesting articles as well, by Silke Helfrich, David Bollier, Yochai Benkler, Elinor Ostrom and Pat Mooney, among others. It also contains an interview with Richard Stallman.
Recommended reading!
Kategorien: Commons, English, Freie Inhalte, Medientipp
12. Juni 2009, 18:03 Uhr Kommentieren
Solidarischer Individualismus
Den folgenden Text von »Grünen Linken« re-poste ich, weil er einen interessanten Begriff in die Runde bringt: »solidarischer Individualismus«. Das klingt doch fast nach »Selbstentfaltung«, zumal auch auf das entsprechende Zitat aus dem »Manifest« verwiesen wird, wonach »die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist«. Es gibt noch einen Grund, den Text zu posten: Er ist bislang nur als PDF und nicht als Seite im Web verfügbar — voll die Medienkompetenz.
Dann gibt’s ungefähr 7462 Gründe den Text nicht zu posten, nur einer sei von der Webseite zitiert: »Wir sind kein Flügel, wir sind das Massezentrum der Partei, das diese auf den Boden ihrer Visionen zurückholt«. *ROTFL*
Aber sei’s drum. Hier der Text.
Kategorien: Medientipp
18. Mai 2008, 13:47 Uhr 3 Kommentare
