Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Geldfreie Produktion (2): Stigmergie und Selbstauswahl

Demonetize-Logo mit Fragezeichen(Voriger Artikel: Subsistenz, Zentralplanung, Commons)

[Dieser Text entstand im Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekts Die Gesellschaft nach dem Geld.]

Die am Ende des vorigen Artikels aufgeworfene Frage war, ob es nicht möglich ist, auf jede Art von Verrechnung komplett zu verzichten. Unter anderem würde dies den Wegfall jeder explizit vereinbarten Gegenseitigkeit – bei der Leistungen und Gegenleistungen bzw. Rechte und Pflichte ausgehandelt und aneinander gekoppelt werden – bedeuten. Klar ist dabei: Explizite Vereinbarungen könnten nicht durch die implizite Erwartung von Gegenseitigkeit auf individueller Basis ersetzt werden, wie sie bei Geschenken und Gefallen üblich ist. Dafür sind moderne Produktionsprozesse zu komplex: Zur Behandlung und Genesung im Krankenhaus trägt ja nicht nur die Ärztin bei, sondern auch Pfleger und zahlreiche andere Angestellte, die den Betrieb am Laufen halten. Dazu kommen noch all diejendigen, die die benötigte Ausstattung inklusive Instrumenten und Medikamenten bereitstellen oder dafür sorgen, dass das Krankenhaus zuverlässig mit Energie und Wasser versorgt wird, dass es über eine Flotte von Rettungsfahrzeugen verfügt etc.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Freie Software, Theorie

31. Juli 2017, 08:24 Uhr   13 Kommentare

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Geldfreie Produktion (1): Subsistenz, Zentralplanung, Commons

Demonetize-Logo mit Fragezeichen(Voriger Artikel: Verteilung ohne Geld?)

[Dieser Text entstand im Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekts Die Gesellschaft nach dem Geld.]

Produktion verstehe ich in einer umfassenden Weise, die in Anlehnung an Dalton (1971: 25) den Versorgungsprozess mit notwendigen und gewünschten Tätigkeiten und Gütern umfasst. Zuhause essen kochen oder die Kinder ins Bett bringen ist in diesem Sinne ebenso Produktion wie das Installieren einer Software auf einem Computer oder die Herstellung des Computer.

Bei der Frage, wie produziert wird, ist zunächst zwischen Produktion für den erweiterten Eigenbedarf und Produktion für allgemeine andere zu unterscheiden. Mit „erweitertem Eigenbedarf“ ist dabei die Produktion für sich selber ebenso wie für Verwandte und Bekannte gemeint – für Personen, zu denen eine persönliche Beziehung besteht. Wenn ich für mich oder meine Familie Essen koche oder einem Freund das Fahrrad repariere, ist das erweiterter Eigenbedarf; baue ich ein Bett oder einen Computer zusammen, ohne zu wissen, wer diese später nutzen wird, ist das Produktion für allgemeine andere. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Theorie

28. Juli 2017, 07:02 Uhr   13 Kommentare

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Verteilung ohne Geld?

Demonetize-Logo mit Fragezeichen(Voriger Artikel: Das Geld, eine historische Anomalie?)

[Dieser Text entstand im Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekts Die Gesellschaft nach dem Geld.]

Oft liegt Kritiken des geldbasierten Wirtschaftens die Vorstellung zugrunde, dass das, was früher möglich war, auch in Zukunft wieder funktionieren könnte. So erklärt Thomas Herzig (2011): „Zunächst einmal ist die geldlose Gesellschaft gar keine Utopie. Sie hat seit dem Erscheinen des Homo Sapiens vor ca. 160.000 Jahren die meiste Zeit nachhaltig funktioniert.“

Die Schwierigkeit einer solchen Vorstellung liegt darin, dass sie zum einen ungenau ist (wie wir gesehen haben, spielten Geld und Märkte in vielen früheren Gesellschaften zumindest eine gewisse Rolle), zum anderen von Voraussetzungen ausgeht, die sich von der heutigen Situation stark unterscheiden. Die Bevölkerungsdichte war früher sehr viel geringer. Zwar ist der Kapitalismus heute nicht in der Lage, sieben Milliarden Menschen „nachhaltig“ zu versorgen – vielen fehlt es am Nötigsten, während zugleich die Erde systematisch übernutzt wird. Jedoch brauchten frühere Gesellschaften, insbesondere die tatsächlich geldfreien Jäger-und-Sammler-Kulturen, ein Vielfaches der heute zur Verfügung stehenden Flächen pro Person. Da die sieben Milliarden nicht einfach verschwinden werden, ist ein direktes Zurück zu vorkapitalistischen Produktionsweisen schon deshalb undenkbar.

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Kategorien: Reichtum & Knappheit, Theorie

27. Juni 2017, 07:14 Uhr   59 Kommentare

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Das Geld, eine historische Anomalie?

Über 2500 Jahre alte Münze[Dieser Text entstand im Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekts Die Gesellschaft nach dem Geld.]

Die Vorstellung einer „Gesellschaft nach dem Geld“ impliziert, dass Geld ein historisches Phänomen von begrenzter Dauer ist. Alle von Menschen verwenden Werkzeuge (in einem weiten Sinne) sind irgendwann entstanden. Grundsätzlich macht es Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, unter welchem Umständen sie künftig wieder verschwinden können und ob dann etwas anderes an ihre Stelle treten oder aber ihre Funktion komplett überflüssig werden würde. Spekulieren ließe sich etwa über eine „Gesellschaft nach dem Auto“, in der die heute unter anderem von Automobilen erfüllte Funktion (der Transport von Personen und Dingen) vollständig von anderen Arten von Fahrzeugen übernommen wird (z.B. Bahnen, Fahrrädern und Drohnen). Dabei muss man allerdings auch begründen, warum man es für plausibel hält, dass eine solche Entwicklung eintreten wird.

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Kategorien: Reichtum & Knappheit, Theorie

25. Mai 2017, 07:05 Uhr   35 Kommentare

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Zivilisationskritisches Sommercamp

Ab Juni wird das zivilisationkritische Sommercamp in der Traumschule vorbereitet und aufgebaut. Es ist selbstorganisiert und Open Space. Veranstaltungsort und Experimentierfeld ist der Freiraum Traumschule Riebau, eine ehemalige Grenzkaserne, Aktionsplattform und selbstorganisierter Lernort im Grünen mit vier Hektar Platz drumherum. Das Camp bietet auch viel Platz und Zeit für Erholung, Ausspannen, Wanderungen in der Natur, interessante Diskussionen und entspannte Gespräche.

Wann: 1. Juni bis September, open end. Im Juli starten Veranstaltungen und praktische Workshops zu Themen wie Postwachstum, Autarkie, Photovoltaik, solidarische Vernetzung, Leben ohne Geld und viele mehr. Eine immer aktuelle Liste findet ihr hier: ts.blogsport.de/sommercamp/

Kategorien: Commons, Termine

16. Mai 2017, 12:37 Uhr   3 Kommentare

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Tarantel: Das Neue im Alten

Die LINKE hat eine Ökologische Plattform, und die Tarantel ist ihre Zeitschrift. Im neuen Heft ist ein Interview mit mir. Zu Kapitalismus, Krisen und Commons:

Gespräch mit Stefan Meretz

Wie siehst Du die Zukunft?

Global gesehen, sehr kritisch, aus verschiedenen Gründen. Der Kapitalismus hat die Produktivkräfte so weit entwickelt, dass sie zu Destruktivkräften geworden sind. Er ist dabei, sich „tot zu siegen“. Nachdem er den Realsozialismus besiegt hat, arbeitet er jetzt daran, sich als Zivilisationsmodell aus der Geschichte zu verabschieden. Seine Weise der Produktion von Gütern und Leistungen zerstört systematisch die Natur-Grundlagen eben dieser Produktion. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Feindbeobachtung, Theorie

11. April 2017, 16:31 Uhr   5 Kommentare

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Schuld/en

Streifzuege 69[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

Die Diskussion um transkapitalistische Veränderungen ist durchzogen von anthropologischen Annahmen. Zu diesen gehört, dass tätigkeitsteilige Gesellschaften – also alle – notwendig soziale Verpflichtungen hervorbringen, die sich als „Schulden“ ausdrücken: Tut jemand etwas für mich, stehe ich in seiner oder ihrer Schuld. Solche „Schulden“ werden mit Geld operabel. So kommt die Frage auf, ob mit postmonetären Verhältnissen auch soziale Verpflichtungen obsolet werden oder ob diese gar überhistorischen Charakter besitzen und sich als soziale Schuldverhältnisse Ausdrucksformen suchen, die am Ende doch wieder bei Geld landen.

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Kategorien: Commons, Theorie

20. März 2017, 07:34 Uhr   4 Kommentare

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MOVE UTOPIA – Zusammen!Treffen!

Für eine Welt nach Bedürfnissen und Fähigkeiten

Vom 21. – 25. Juni 2017 auf dem Kulturkosmos (Müritz)

MOVE heißt: Wir möchten Miteinander Offen Vertrauensvoll Emanzipatorisch … die Zukunft gestalten!

Wir teilen die Vision, überkommene Verhältnisse menschlicher Vereinzelung ab- und neue Formen des Zusammenlebens aufzubauen. Wenn wir Bedürfnisse und Talente offen teilen und mitteilen, kann eine neue Art von Beziehungen entstehen. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Soziale Netzwerke, Termine

17. März 2017, 04:40 Uhr   3 Kommentare

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Eberswalde: Raus aus der Blase

Raus aus der Blase, rein in die GesellschaftFür Kurzentschlossene: morgen (27.1.) gibt es in Eberswalde unter dem Motto „Raus aus der Blase, rein in die Gesellschaft“ einen Info-Abend zu Commons, Open-Source-Ecology, DIY & einem geldfreieren Leben.

Wo und wann?

HNEE Aula, Friedrich-Ebert-Straße 28 (Haus 6)
Einlass ab 17:30Uhr
Der erste Vortrag startet um 18:oo Uhr
Programmende 21:15 Uhr

anschließende Podiumsdiskussion, Soli-Buffet, funky Musik & Gespräche
Musik & Buffett bis 00:00 Uhr

Eintritt frei
Organisiert vom selbstverwalteten Kurs „Projektwerkstatt Commons“ der HNE Eberswalde, pw.commons@hnee.de

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Kategorien: Commons, Termine

26. Januar 2017, 13:12 Uhr   Kommentieren

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MOVE – Sommertreffen 2017

MOVE: Miteinander Offen Vertrauensvoll Emanzipatorisch…

…die Zukunft gestalten

Das Wirtschaftssystem, das unsere Welt beherrscht, ist an sein Ende gekommen. Immer mehr Menschen begreifen dies, und fürchten um die Zukunft. Doch die Antworten linker Parteien gehen über ein ‚Wir machen es etwas weniger schlimm‘-nicht hinaus und überlassen das Feld rechtspopulistischen Bestrebungen.

Wir sehen es als absolute Notwendigkeit, diesen Strömungen eine Bewegung entgegenzusetzen, an der jeder Mensch teilhaben kann. Wir möchten miteinander, nicht gegeneinander leben.

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Kategorien: Commons, Termine

9. Januar 2017, 22:23 Uhr   8 Kommentare