Michel Bauwens on Openness in Design and Manufacturing
The following video is picked out of a big stream of skype-based interviews on open design, especially in architecture — driven by the Berlin based project opensimsim.net. The interview was done by Natalia Fentisova.
Kategorien: English, Freie Inhalte, Medientipp
15. August 2010, 07:03 Uhr Kommentieren
Deutsche Bank — Ankommen im digitalen Zeitalter
Wenn mal was Neues gedacht werden soll, werden die internen Researcher vorgeschickt. So auch bei der Deutschen Bank: Die Deutsche Bank Research schreibt über das Urheberrecht mit einem bemerkenswertem Realismus, wobei der Titel schon die Richtung vorgibt: »Der Pirat in uns. In den Tiefen des Urheberrechts« (PDF).
In einer Mischung aus rechtstreuem Politikergeschwätz (»Das Internet ist keinesfalls ein rechtsfreier Raum«) und harten Fakten (»Schätzungsweise werden lediglich 4% aller geschützten kreativen Werke derzeit kommerziell verwertet«) wirbt das Papier letztlich dafür, die Fakten anzuerkennen: So geht’s nicht weiter. Deutlich wird eine Wahrheit endlich ausgesprochen: »Das klassische Urheberrecht beruht auf künstlicher Verknappung und Kontrolle«, denn: »Digitale Güter sind nicht knapp«.
Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Feindbeobachtung
6. August 2010, 16:15 Uhr 5 Kommentare
Wie man nützliche Dinge herstellt – freiwillig und ohne Boss
[Der folgende Artikel wurde in der Oya 3 veröffentlicht, die sich dem „Anders Wirtschaften“ widmet. Schön, dass sich eine Print-Zeitschrift dieses Themas annimmt, auch wenn der Ausgabe meiner Meinung nach eine zugespitztere und kritischere Behandlung des Themas gutgetan hätte. So ist von Social Business und Regionalgeld über Ökodörfer bis hin zu Peer-Produktion und dem Hamburger Arbeitskreis Lokale Ökonomie alles vertreten, was den Schwerpunkt etwas beliebig wirken lässt. Erfreulich ist aber jedenfalls, dass (wie bei der Oya üblich) alle Artikel unter der Creative Commons ShareAlike-Lizenz stehen und komplett online verfügbar sind; zudem kann man kostenlose Probehefte bestellen.]
Was ist Peer-Produktion?
Wie man nützliche Dinge herstellt – freiwillig und ohne Boss
Wer den Begriff „Peer-Produktion“ in eine Diskussionsrunde einbringt, erntet meist fragende Gesichter. Was soll das sein? Christian Siefkes klärt auf und zeigt das Potenzial dieses Wirtschaftsmodells.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Freie Hardware, Medientipp
22. Juli 2010, 20:47 Uhr 13 Kommentare
Selbstorganisierte Fülle (4): Bausteine für materielle Peer-Produktion
Dezentrale commonsbasierte Produktion
Im dritten Teil ging es unter anderem darum, wie die Freiheit zu teilen bei materiellen Gütern umgesetzt werden kann. Dabei hatte ich zum Thema „Vervielfältigen“ gesagt: „Wenn man die gesamten Baupläne (Freies Design) sowie die benötigten Ressourcen und Produktionsmittel hat, sind auch materielle Produkte kopierbar.“
Wir haben also drei Voraussetzungen: Baupläne, Ressourcen und Produktionsmittel. Bei der heutigen Peer-Produktion sind die Ressourcen und Produktionsmittel im Allgemeinen Gemeingüter oder verteilter Besitz.
Bei digitaler Peer-Produktion sind Wissen und Informationen die wichtigste Ressource. Dieses Wissen ist ein Gemeingut, das von allen genutzt und weiterentwickelt werden kann. Exemplarisch für eine bei Peer-Produzierenden weitverbreitete Ansicht formuliert die Wikimedia Foundation, die hinter der Wikipedia steht, den Anspruch, dass alles öffentlich relevante Wissen Gemeingut sein sollte:
Kategorien: Commons, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie
20. Juni 2010, 11:50 Uhr 4 Kommentare
Selbstorganisierte Fülle (3): Vom Immateriellen zum Materiellen
Materielle Fülle und der ökologische Fußabdruck
Die bisher betrachteten Fälle von Peer-Produktion fanden hauptsächlich im Bereich der Informationsgüter statt. Kann Ähnliches auch für die materielle Welt gelten? Kann Peer-Produktion auch materielle Fülle schaffen, so wie sie im Internet immaterielle Fülle herstellt?
Dazu müssen wir uns nochmal mit der Bedeutung des Wortes „Fülle“ beschäftigen. Denn ein Problem, das es so nur im materiellen Bereich gib, ist die Begrenztheit der Erde. Diese Begrenztheit kann mittels des ökologischen Fußabdrucks gemessen werden. Der ökologische Fußabdruck ist die Fläche auf der Erde, die nötig ist, um den Lebensstil einer Gruppe von Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Also die Fläche, die benötigt wird, um die Ressourcen, die ich verwende, anzupflanzen bzw. abzubauen; sowie die Fläche, die gebraucht wird, um den Müll, der während Herstellung, Nutzung und späterer Entsorgung der von mir genutzten Produkte anfällt, aufzunehmen und zu absorbieren.
Kategorien: Commons, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie
11. Juni 2010, 16:09 Uhr 4 Kommentare
Selbstorganisierte Fülle
[This article is also available in English.]
Angeregt durch meine Erfahrung der letzten Jahre und durch Überlegungen, die ich in meiner englischsprachigen Serie „The Earth’s the Limit“ (Teil 1, Teil 2) niedergelegt habe, habe ich meine Überlegungen zu einer möglichen künftigen Peer-Ökonomie weiterentwickelt. Anders als früher gehe ich nicht mehr von der Notwendigkeit einer Kopplung zwischen Geben und Nehmen aus. Der wichtigste Grund dafür ist, dass ich nicht mehr im menschlichen Tun, sondern in der Endlichkeit der natürlichen Ressourcen die kritische Grenze sehe, mit der jede emanzipatorische Gesellschaft wird umgehen müssen.
Meine Ideen für ein solches „entkoppeltes“ Modell einer verallgemeinerten Peer-Produktion habe ich erstmals am 5. Mai in einem Vortrag in Fulda dargestellt; seit Anfang letzter Woche folgten mehrere Vorträge in Baden-Württemberg. Dieser Beitrag dokumentiert meine Vortragsfolien (in Form eines Handouts); in näherer Zukunft hoffe ich auch eine verschriftlichte Version des Vortrags vorlegen zu können. Ich hoffe, dass das Handout schon einige Anregungen geben kann, wie es ohne Kopplung von Geben und Nehmen (und natürlich ohne Zwang oder Geld) gehen kann.
Selbstorganisierte Fülle
Gemeingüter und Peer-Produktion als Grundlagen einer nichtkapitalistischen Gesellschaft
Kategorien: Commons, Freie Hardware, Reichtum & Knappheit, Theorie
17. Mai 2010, 21:39 Uhr 30 Kommentare
Wenn Peers produzieren: Von Freier Software zu Freier Hardware und darüber hinaus
Der folgende Artikel ist in der FIfF-Kommunikation 1/2010 erschienen. Er ist als Dokumentation zu der Arbeitsgruppe entstanden, die ich auf der FIfF-Jahrestagung 2009 gestaltet habe. Der Artikel wird unter den Bedingungen der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen Deutschland-Lizenz (CC-BY-SA) 3.0 veröffentlicht.
Das Beispiel Linux
1991 hatte der junge finnische Informatikstudent Linus Torvalds eine verblüffende Idee: er begann damit, auf seinem neuerworbenen PC ein Betriebssystem zu schreiben. Zunächst ging es ihm nur darum, einige fehlende Funktionen für seinen Rechner nachzurüsten, doch nach einigen Monaten Bastelei bemerkte er, dass er ein System entwickelt hatte, das auch für andere Leute nützlich werden könnte. Er kündigte seine Arbeit öffentlich im Internet an – „Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby…)“ – und bat um Rückmeldungen, welche Eigenschaften sich die anderen von einem solchen System wünschten. Einige Wochen später stellte er die Software ins Internet, was es jedem ermöglichte, Torvalds’ Code herunterzuladen, zu verwenden und (bei entsprechenden Programmierkenntnissen) auch den eigenen Bedürfnissen anzupassen.
Kategorien: Commons, Freie Hardware, Freie Software, Theorie
10. April 2010, 09:22 Uhr 2 Kommentare
Delivered in Beta
Great video on openness, open design, and sharing — created during the Open Design Workshop at the Betahaus as part of Social Media Week Berlin 2010 [via].
Delivered in Beta from KS12.
Kategorien: English, Freie Hardware, Freie Inhalte, Praxis-Reflexionen
23. Februar 2010, 00:58 Uhr 2 Kommentare
TREV — noch ein Open Source Car
Es gibt zahlreiche Ansätze, ein Open-Source-Auto zu entwickeln. Über C,mm,n und OSCar haben wir berichtet. Nun ist mit TREV (two-seater renewable energy vehicle) von der University of South Australia ein weiteres Projekt hinzugekommen. Der Elektro-Zweisitzer ist für kurze Distanzen konzipiert (Reichweite 150 km), wiegt 300 kg, ist ziemlich flott (120 km/h), sehr leise und sehr sparsam (Energiekosten ca. 70 Cent/100 km: »It makes petrol look silly«).
Wer ein TREV haben will, muss es sich selbst zusammen bauen. Seit letztem Jahr gibt es eine TREVipedia, in der die Bestandteile des Zweisitzers beschrieben werden. Ziel ist, nur zugelassene Standardkomponenten zu verwenden. Alle Anleitungen stehen unter einer Copyleft-Lizenz (CC-by-sa).
Kategorien: Freie Hardware
29. Januar 2010, 15:33 Uhr 1 Kommentar
Copyleft für Hardware – ein kniffliges Problem
[This article is also available in English.]
Das Copyleft hat beim Erfolg Freier Software eine wichtige Rolle gespielt. Copyleft stellt sicher, dass alle Versionen einer Software bzw. eines Dokuments frei bleiben. Es hindert Firmen daran, »verbesserte« Versionen eines Freien Programms zu privatisieren und als proprietäre Software zu verkaufen. Die erste und bekannteste Copyleft-Lizenz ist die GNU General Public License (GPL). Die GPL ist beliebter als alle anderen Lizenzen für Freie Software zusammen – sie wird für etwa 50–70% aller Freien Programme genutzt.
Auf den ersten Blick mag die Situation in den neu entstehenden Bereich Freie Hardware ähnlich aussehen. Auch hier sind Copyleft-Lizenzen wie die GPL und die Creative Commons BY-SA-Lizenz (Namensnennung + Weitergabe unter gleichen Bedingungen) sehr beliebt (siehe unten für eine detailliertere Analyse). Aber tatsächlich ist es um Freie Hardware ganz anders bestellt, denn das Copyleft stützt sich auf das Copyright bzw. Urheberrecht, und Hardware ist (in den meisten Fällen) nicht urheberrechtlich geschützt.
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Kategorien: Freie Hardware, Praxis-Reflexionen
30. Dezember 2009, 01:19 Uhr 13 Kommentare

